LOGINYuri hatte eine Regel: keine Ablenkungen. Keine Jungs, kein Drama, keine Umwege von der Zukunft, die sie sich so hart erarbeitet hatte. Dann kam ihr Geburtstag und alles fiel auseinander. Verraten von dem Jungen, dem sie vertraute, und bewaffnet mit nichts als einer schlechten Entscheidung, landet Yuri an dem letzten Ort, den sie erwartet hatte: im Wohnheimzimmer von Fern, dem begehrtesten und am wenigsten verstandenen Jungen auf dem Campus. Sie sagt sich, dass es nichts bedeutete. Eine Nacht, am nächsten Morgen ist alles beim Alten. Aber Fern findet sie immer wieder. In Menschenmengen, in denen er sie nicht sehen können sollte. Durch Räume, die er nicht beobachten sollte. Mit Augen, die ein wenig zu wild werden, wenn sie auf sie treffen. Yuri ist ein Naturwissenschaftsmädchen. Sie glaubt an Fakten und Dinge, die bewiesen werden können. Was sie nicht erklären kann --- und nicht loslassen kann --- ist, warum Fern sie ansieht, als würde sie ihm gehören. Oder warum, egal wie sehr sie es versucht, sie nicht aufhören kann, zurückzuschauen. Manche Verbindungen bitten nicht um Erlaubnis. Manche Geheimnisse sind älter als die Welt, von der du glaubst, dass du in ihr lebst. Und manche Jungen sind nicht ganz Jungen.
View MoreYuriDer Frühling hatte sich in einen warmen, goldenen Sommer verwandelt. Die Tage waren lang und voller Licht, und das Dorf lag in einer sanften Stille – nicht die Stille der Angst, sondern die Stille des Friedens. Die Ernten waren reich, die Kinder gesund, und die Liebe, die uns alle verband, war stärker denn je.Ich saß auf unserer kleinen Klippe oberhalb des Dorfes und sah in den Wald, der einst so fremd und bedrohlich gewesen war. Jetzt war er mein Zuhause. Die Bäume waren meine Freunde, die Tiere meine Nachbarn, die Menschen meine Familie.Fern kam von hinten und legte seine Arme um mich. Seine Wärme durchströmte mich, und ich lehnte mich in seine Umarmung.Was denkst du? fragte er leise.Ich dachte an den Anfang, sagte ich. An die verängstigte junge Frau, die in eine Bar gegangen war und dachte, ihr Leben sei vorbei.Er lächelte. Und jetzt?Ich drehte mich zu ihm um und sah in seine braunen Augen, die mich von dem ersten Moment an angesehen hatten, als wäre ich ihr Ein und Alle
YuriDer Winter zog sich zurück, und der Frühling kehrte zurück – nicht als sanfter Übergang, sondern als Explosion des Lebens. Überall sprossen Blumen, die Bäume trugen zarte grüne Blätter, und der Wald erwachte aus seinem langen Schlaf. Es war eine Zeit der Erneuerung, und ich spürte sie tief in meinem Herzen.Die Jahre waren vergangen. Lyra war jetzt vierzehn – eine junge Frau mit scharfen Augen und einer mutigen Seele. Sie hatte ihren Vater bei der Jagd begleitet und war schneller und geschickter als jeder andere in ihrem Alter. Elian war zwölf, ruhig und nachdenklich, mit einer Liebe zur Natur, die mich an Fern erinnerte. Aiden war zehn, und seine Gabe war so stark wie nie zuvor. Und Elara – mein kleines Sternenmädchen – war sieben und immer noch das Rätsel, das sie von Anfang an gewesen war.Sie waren alle gewachsen, und doch waren sie immer noch meine Kinder. In meinen Augen waren sie immer noch die kleinen Wesen, die ich einst in meinen Armen gehalten hatte.Eines Abends, als
YuriDer Herbst kam mit einer Explosion von Farben. Die Blätter verwandelten sich in Gold, Rot und Orange, und der Wald lag in einem warmen, leuchtenden Mantel. Die Luft war klar und frisch, und das Dorf bereitete sich auf die Erntezeit vor. Es war eine Zeit der Dankbarkeit – für das, was wir hatten, und für das, was noch kommen würde.Meine Eltern waren angekommen. Sie hatten tatsächlich ein kleines Haus am Rande des Dorfes gebaut, nicht weit von uns entfernt. Es war ein einfaches Haus aus Holz und Stein, aber es war warm und einladend. Und es war ihr Zuhause – ihr neues Zuhause.Meine Mutter war glücklich. Sie verbrachte ihre Tage damit, die Kräutergärten zu pflegen, und sie hatte eine enge Freundschaft mit Mira geschlossen. Mein Vater half den Jägern beim Bau von Fallen und reparierte Werkzeuge. Er war still, aber ich sah die Zufriedenheit in seinen Augen.Yuri, sagte meine Mutter eines Abends, als ich mit ihr am Feuer saß. Es ist so schön, dir nahe zu sein. So nah, dass ich dich j
YuriDer Frühling erblühte in voller Pracht, und mit ihm erwachte auch das Dorf zu neuem Leben. Die Blumen sprossen, die Bäume trugen frische Blätter, und das Lachen der Kinder hallte über die Lichtungen. Es war eine Zeit der Freude, der Hoffnung und der Liebe – eine Zeit, in der alles möglich schien.Elara hatte ihr erstes Lebensjahr vollendet und begann nun, ihre ersten Schritte zu machen. Ihre hellblauen Augen leuchteten vor Neugier, und sie lächelte, wann immer sie ihre Geschwister sah. Lyra und Elian waren stolze große Geschwister und halfen, wo sie konnten.Jessica und Kael waren inzwischen ein Paar. Es war seltsam, sie so glücklich zu sehen – Jessica, die früher so in Fern verliebt war, hatte nun ihr eigenes Glück gefunden. Und Kael, der einst so streng und misstrauisch gewesen war, lächelte jetzt, wann immer er sie ansah.Lori war nach wie vor allein, aber sie schien zufrieden mit ihrem Leben. Ihre Heilkunst wurde im gesamten Dorf geschätzt, und sie hatte eine ruhige Würde ang











