LOGINSarah hat jahrelang einer Märchenromanze hinterhergejagt, die ihr immer wieder durch die Finger glitt – und nach unzähligen Enttäuschungen glaubt sie endlich, sie in Sam gefunden zu haben. Um ihre Hingabe zu beweisen, schuftet sie Überstunden für ihren Onkel und Chef Mason, nur um eine Woche frei zu bekommen. Dann fliegt sie von Texas nach London, um Sam an seinem Geburtstag zu überraschen – mit Geschenken, einem Hotelzimmer für zwei und einem Herzen voller Hoffnung. Doch die Überraschung ist auf ihrer Seite. Sie steht vor seiner Tür und erfährt von einem Nachbarn, dass Sam zu einem romantischen Wochenende aufgebrochen ist – mit einer anderen Frau. Mit gebrochenem Herzen und gestrandet in einer Stadt, für die sie einen Ozean überquert hat, muss Sarah mit den Trümmern einer Liebe sitzen, um die herum sie ihren ganzen Plan gebaut hat. Gerade als sie bereit ist, der Romanze endgültig abzuschwören, beginnt eine unerwartete Verbindung, sie in eine Richtung zu ziehen, die sie nie kommen sah – hin zum Vater ihrer besten Freundin, einem Mann, dessen Gegenwart alles kompliziert, was sie zu wollen glaubte. Sarah Love Quest ist eine langsame Milliardärsromanze über Herzschmerz, Selbstfindung und die Art von Liebe, die einen erst findet, wenn man aufhört, ihr hinterherzujagen.
View MoreSam zu überraschen, hatte Sarah seit dem ersten Tag des neuen Monats im Kopf. Es war keine Kleinigkeit, diese Überraschung. Wochenlang hatte sie den Plan hin und her gewälzt, ihn skizziert, wie andere Leute Fünfjahrespläne skizzieren – Flug, Hotel, Geschenk, die genauen Worte, die sie sagen würde, wenn er die Tür öffnete.
Er ist mein Mann, sagte sie sich, während sie eine Bluse in einen Koffer faltete, den sie noch gar nicht gepackt hatte, nur um zu sehen, wie es aussehen würde. Er würde alles tun, um mich glücklich zu machen. Ich will das Gleiche für ihn tun.
Aber da war ein Problem. Mason.
Mason war nicht nur ihr Chef. Er war ihr Onkel – der jüngere Bruder ihres verstorbenen Vaters – und der Mann, der ihr in dem Moment einen Job gegeben hatte, als sie ihn am dringendsten brauchte. Er konnte warmherzig und großzügig sein, der Typ Onkel, der sich an ihre Kaffee-Bestellung erinnerte und nach ihr fragte, wie es Familie tat. Aber das Büro war ein anderes Land, und in diesem Land herrschte er ohne Sentimentalität.
Wie sollte sie in sein Büro gehen und um eine Woche frei bitten – eine ganze Woche, unbezahlter Urlaub in jeder Hinsicht, die für einen Mann zählte, der Hingabe in geleisteten Stunden maß – ohne so zu klingen, als erwarte sie eine Sonderbehandlung, nur weil sie dasselbe Blut teilten?
Also tat Sarah in den sieben Tagen vor Sams Geburtstag das Einzige, von dem sie wusste, dass es ihre Bitte weicher landen lassen würde: Sie arbeitete, als müsste sie etwas beweisen. Frühe Morgenstunden, bevor die Sonne sich endgültig zum Aufgehen entschlossen hatte. Späte Nächte, wenn das Büro um sie herum leer wurde und die Reinigungskräfte in ihrer Nähe zu saugen begannen, als höflicher Hinweis. Sie beschwerte sich nicht. Sie erlaubte sich nicht einmal, an Beschwerden zu denken, denn Beschwerden waren für Leute, die keine Überraschungsreise nach London planten.
Als der Samstagmorgen kam, hatte sie sich die Erschöpfung unter den Augen redlich verdient.
Die Sonne fiel schräg durch die dünnen Vorhänge der Wohnung, die sie mit Maybelline teilte, und warf goldene Streifen über den Teppich. Sarah saß über ihrem Laptop am Küchentisch, die Finger flogen, eine Tasse Kaffee war kalt und vergessen an ihrem Ellbogen stehen geblieben. Sie hetzte, um die letzten Berichte fertigzustellen, die Mason ihr vor dem Wochenende aufgeladen hatte – ein kleiner Berg von Zahlen, der ordentlich und korrekt sein musste, bevor Montag kam.
Maybelline schlurfte in einem übergroßen T-Shirt aus ihrem Zimmer, die Haare entwichen in alle Richtungen aus ihrer Haube, und blieb abrupt stehen, als sie Sarah noch immer bei der Arbeit sah.
Sie erholte sich schnell. Sie kannte Sarah zu gut für echte Überraschung – wusste, dass diese besondere Art von Wahnsinn nur jemanden betraf.
„Du musst die ganze Nacht durchgemacht haben, Miss Workaholic“, sagte Maybel, die Stimme irgendwo zwischen Flüstern und Spott.
„Guten Morgen auch dir, Maybel“, antwortete Sarah, ohne aufzublicken, die Augen auf den Bildschirm geheftet, als könnten die Zahlen sich von selbst neu ordnen, wenn sie blinzelte.
„Schade, dass ich dich gar nicht gegrüßt habe“, schoss Maybel zurück und grinste, während sie nach dem Wasserkocher griff.
Das entlockte Sarah ein Lachen. Sie klappte den Laptop mit etwas, das fast Ehrfurcht glich, zu. „Gott sei Dank – ich bin endlich fertig. Jetzt brauche ich nur noch eine Dusche, ein Nickerchen, und dann kann das Wochenende offiziell beginnen.“
Maybel hob eine Augenbraue über den Rand ihrer Tasse. „Ein Nickerchen? Oder Einkaufen? Denn wir beide wissen, dass du nicht stillsitzen wirst, wenn Sams Geburtstag nur noch eine Woche entfernt ist.“
„Okay, fein, du hast mich erwischt.“ Sarah streckte sich, bis es in ihrer Wirbelsäule knackte, und grinste trotzdem. „Wir gehen raus.“
Zwei Stunden später waren sie in der Innenstadt, Einkaufstüten über den Handgelenken, Eiskaffee tropfte in ihren Händen. Sarah fand einen marineblauen Anzug, bei dem es ihr ein wenig in der Brust wehtat, nur weil sie sich Sam darin vorstellte, sein Kölnischwasser – das, das an seinem Jackenkragen haftete und sie das Gefühl gab, zu Hause zu sein – und eine kleine Karte, die sie im Laden schrieb, über die Theke gebeugt, und Maybel kein einziges Wort davon lesen ließ.
„Alles muss perfekt sein“, murmelte Sarah und hielt zwei Uhren ins Licht. „Welche?“
„Die silberne“, sagte Maybel ohne eine Sekunde Zögern. „Männer lieben Silber. Vertrau mir.“
Von dort gingen sie direkt zur Reiseagentur, denn Schwung war eine fragile Sache, und Sarah traute sich nicht, ihn zu halten, wenn sie auch nur einen Tag wartete.
„Frühen Flug, bitte“, sagte sie zu der Frau hinter dem Schreibtisch. „Nächsten Donnerstag. Nach London. Und ich brauche ein Hotel in der Nähe von Chelsea.“
Maybel lehnte sich über die Theke und mischte sich wie immer ein. „Mach es romantisch. Guten Zimmerservice auch. Mein Mädchen will ihren Mann total verwöhnen.“
Als sie nach Hause kamen, war Sarahs Handy ein kleines Heiligtum aus Bestätigungen – Flug gebucht, Hotel gebucht, eine Dinner-Reservierung in einem Restaurant, auf dessen Online-Fotos überall Kerzenlicht zu sehen war. Sie atmete aus, als hätte sie den Atem angehalten, seit die Idee zum ersten Mal in ihr aufgetaucht war.
„Der Plan steht“, sagte sie, mehr zu sich selbst als zu Maybel.
Der Montagmorgen kam schneller, als sie wollte. Sarah ging in Masons Büro, einen Ordner unter dem Arm und das Herz irgendwo in der Nähe ihres Halses. Die Berichte waren ordentlich, mit Reitern versehen, farbcodiert, so wie sie wusste, dass er es mochte, und – am wichtigsten – pünktlich.
Mason blickte von hinter seinem Schreibtisch auf, die Lesebrille tief auf der Nase. „Du bist früh.“
„Ich habe alles fertig“, sagte Sarah und legte den Ordner mit mehr Sorgfalt ab, als nötig gewesen wäre. „Alles. Vom Wochenende.“
Er blätterte durch die Seiten, nickte langsam, so wie er es tat, wenn etwas einem Standard entsprach, den er selten laut aussprach. „Gute Arbeit.“
Sarah holte Luft, von der sie hoffte, dass er sie nicht bemerkte. „Onkel Mason – ich wollte fragen, ob ich nächste Woche frei nehmen könnte. Nur die eine Woche.“
Seine Augen verengten sich leicht, so wie immer, wenn eine Bitte ihn etwas kosten drohte. „Wofür?“
„Es ist Sams Geburtstag“, sagte sie, die Worte kamen schneller heraus, als geplant. „In London. Ich habe schon alles gebucht – Flüge, Hotel. Ich will ihn einfach überraschen.“
Mason lehnte sich in seinem Stuhl zurück, und für eine lange, schreckliche Sekunde war Sarah sicher, dass das Wort Nein sich bereits hinter seinen Zähnen formte. Dann seufzte er, der Laut eines Mannes, der etwas zugab, zu dem er nicht verpflichtet war.
„Du hast die letzte Woche gearbeitet wie eine Maschine. Das ist mir aufgefallen.“ Er tippte einmal entschlossen auf den Ordner. „In Ordnung. Eine Woche. Aber lass mich das nicht bereuen, Sarah. Es wartet ein großes Projekt, wenn du zurück bist, und ich brauche dich scharf.“
Ihr Gesicht öffnete sich zu einem Lächeln, das sie nicht hätte unterdrücken können, selbst wenn sie es versucht hätte. „Danke, Onkel Mason. Ich verspreche, dass ich dich nicht enttäuschen werde.“
Sie war schon halb den Flur entlang, bevor sie überhaupt registrierte, dass sie ging, die Daumen flogen bereits über ihr Handy.
Er hat Ja gesagt, Baby! schrieb sie an Maybel.
LONDON, WIR KOMMEN! kam die Antwort Sekunden später, unterbrochen von einer alarmierenden Anzahl von Ausrufezeichen.
Sarah lächelte den Rest des Weges zu ihrem Schreibtisch vor sich hin. Sie hatte dafür gearbeitet. Es bis ins letzte Detail geplant. Alles, was jetzt noch blieb, war der leichte Teil – auftauchen und Sams Gesicht sehen, wenn er begriff, dass sie extra für ihn über den Ozean geflogen war.
Richards Restaurant war endlich da; die offizielle Eröffnung. Maybel hatte Sarah persönlich als ihre besondere Gästin eingeladen, doch Mason hatte andere Pläne für sie.Sie hatte keine Ahnung, dass Richards Team ihre Firma eingeladen hatte, als Gastgeber aufzutreten und die Zeitschrift zu betreuen – die Erzählung davon, wie die Veranstaltung aussah, für all jene, die gerne dabei gewesen wären, aber nicht jeder war eingeladen. Genau hier kam Masons Verlagshaus ins Spiel und brachte die Magie direkt vor die Haustür. Und Sarah war diejenige, die das Ganze handhabte.„Also kommst du nicht mit mir … oder?“„Maybelline!“„Sarah!“, „Du weißt, was mein Job verlangt, und außerdem treffen wir uns am selben Ort, also entspann dich.“„Okay, Schätzchen, ich habe Frühstück gemacht; Pfannkuchen, falls du magst. Und ich muss zuerst ins Studio, um Anweisungen zu geben“, sagte Maybelline auf dem Weg hinaus zu Sarah.„Okay, tschüss“, sagte Sarah, während sich die beiden Mädchen seitlich küssten.„Guten
„Hey Baby“, überraschte Maybelline Sarah bei ihrer Ankunft. „Oh wow, ich hätte fast vergessen, dass ich eine Mitbewohnerin habe“, sagte Sarah scherzhaft und half Maybel dabei, die Dinge abzustellen, die sie trug. „Ich hoffe aufrichtig, dass die Sachen hier etwas sind, an dem ich knabbern kann, denn ich verhungere, May.“„Und wann genau habe ich jemals daran gedacht, dass du kochst, wenn ich nach Hause komme? Ich würde meinen Magen nicht für dich riskieren, Babes.“ Das fühlte sich an wie ein Schlag ins Gesicht für Sarah, aber natürlich war es ihre beste Freundin – sie war es gewohnt, dass Maybel einfach Maybel war. „Nun, wenigstens tue ich nicht so, als könnte ich nicht kochen“, sagte Sarah und rollte mit den Augen.Beide Mädchen aßen still am Esstisch. Sarah machte einige Komplimente über das Essen und fragte sich, wo Maybel das Take-away her hatte. „Das ist wirklich gut, wo hast du das her? Es schmeckt wie dein gegrilltes Hähnchen. Ich wusste nicht, dass Mac and Cheese so gut zu Zwie
Sarah wachte auf, bevor der Wecker klingelte, was seit Wochen nicht mehr vorgekommen war.Einen Moment lang lag sie still da und wartete darauf, dass sich das vertraute Gewicht auf ihre Brust legte. Der tiefe, schleppende Schmerz, der sie jeden Morgen seit Sam begrüßt hatte. Er kam nicht. Nicht ganz verschwunden, aber leiser, wie ein Radio, das man heruntergedreht hatte, statt es auszuschalten.Sie setzte sich auf und blickte sich in der Wohnung um. Mays Tür war geschlossen; sie blieb immer länger im Atelier, manchmal kam sie gar nicht mehr nach Hause. Die Stille hätte einsam wirken müssen. Stattdessen merkte Sarah, dass es ihr nichts ausmachte.Sie kochte Kaffee, stand mit der Tasse in den Händen am Fenster und gab sich ein Versprechen, das sie vorher nie ganz gewagt hatte: Ich warte nicht länger darauf, dass jemand anderes mein Leben bedeutsam macht.Es war nicht dramatisch. Kein Weinen, keine große Erklärung. Nur eine stille, hartnäckige Entscheidung – die Art, von der sie vermutet
Die Nacht zuvor war auf die schlimmste Art still gewesen. Sarah hatte sich in den Schlaf geweint, ohne jemals genau zu sagen, warum, und Maybel – bei all ihren Scherzen, all ihrem Gerede – hatte es besser gewusst, als zu fragen. Sie hatte einfach festgehalten, Sarahs Atem gegen ihre Schulter gleichmäßig werden lassen und geblieben, bis der Schlaf ihre Freundin endlich hinunterzog. Manche Dinge brauchten nicht ausgesprochen zu werden, um verstanden zu werden. Maybel kannte Sarah gut genug, um zu wissen, dass Drängen sie nirgendwohin bringen würde; wenn Sarah reden wollte, würde sie reden, wenn sie bereit war, und keinen Moment früher.Der Dienstagmorgen kam mit seinen üblichen Anforderungen, und Sarah stand bereits vor dem Spiegel und richtete ihren Kragen, als Maybel in der Tür erschien, die Arme verschränkt, und sie mit offener Besorgnis beobachtete.„Du weißt, dass du dir irgendeine Ausrede für Mason ausdenken kannst, oder?“, sagte Maybel. „Nimm den Tag frei. Ruh dich ein bisschen a











