تسجيل الدخولTexas empfing sie mit einer Hitze, die Londons Nieselregen wie einen Fiebertraum wirken ließ. Sarah stieg vier Tage früher aus dem Flugzeug, Sonnenbrille auf, den Koffer ratternd hinter sich her, und spürte die besondere Erschöpfung jemandes, der achttausend Meilen geflogen war, um sich das Herz brechen zu lassen, und dann direkt zurück.
Maybel wartete bei den Ankünften, und in dem Moment, als sie Sarah erblickte, sagte sie kein Wort – sie überquerte einfach den Abstand zwischen ihnen und schloss sie in eine Umarmung, die fest genug war, um alles zu sagen, was sie nicht in Worte fasste. Sarah ließ sich einen langen Moment halten, mitten im Terminal, unbeeindruckt von den Menschen, die um sie herumtraten.
„Ich habe Snacks fürs Auto mitgebracht“, murmelte Maybel in ihr Haar. „Und ich habe schon meine ganze Woche freigehalten. Wir machen das richtig.“
„Was genau machen wir richtig?“
„Dir dein Leben zurückgeben“, sagte Maybel und löste sich gerade weit genug, um sie anzusehen. „Schritt für Schritt. Angefangen mit richtigem Essen, denn ich weigere mich zu glauben, dass du in drei Tagen etwas anderes als Hotel-Eier gegessen hast.“
Sarah lachte – diesmal ein echtes, klein, aber aufrichtig – und ließ sich zum Auto steuern.
Die ersten zwei Tage zurück waren genau das, was sie brauchte und nicht zu bitten gewusst hatte: Takeaway-Behälter stapelten sich auf dem Couchtisch, alte Filme, die keiner von beiden wirklich schaute, und lange Strecken angenehmer Stille, die von ihr nicht verlangten zu erklären, wie sie sich fühlte, weil Maybel es scheinbar schon wusste.
Am dritten Abend, als Maybels Vater Richard vorbeikam, um eine Kiste mit Dingen abzugeben, die Maybel vor Monaten bei ihm gelassen hatte, nahm der Besuch eine unerwartete Wendung.
Sarah hatte Richard über die Jahre schon oft getroffen – an Maybels Geburtstagen, dem einen oder anderen Feiertagsessen, der Eröffnung seines zweiten Restaurants in der Innenstadt, zu der Maybel sie mehr aus Loyalität als aus Appetit mitgeschleppt hatte. Er war der Typ Mann, den Leute mit einem einzigen Wort beschrieben, bevor sie ihn kannten – erfolgreich, meistens, manchmal einschüchternd – und es kam Sarah immer etwas ungerecht vor, weil er in Persona keines von beiden ausschließlich war. Er hörte mehr zu, als er redete. Er erinnerte sich an kleine Details über Menschen, die die meisten Männer seines Kalibers nicht behalten würden.
Er fand sie zusammengerollt auf der Couch, die Haare zu einem Knoten auf dem Kopf, in einen von Maybels übergroßen Hoodies gehüllt, und sie sah ganz und gar aus wie eine Frau, die kürzlich einen Krieg verloren hatte, von dem sie nicht gewusst hatte, dass sie ihn führte.
„Harte Reise?“ fragte er, stellte die Kiste an der Tür ab, ohne wirklich nachzuhaken, ließ die Tür nur offen, falls sie hindurchgehen wollte.
„So etwas in der Art. Guten Tag, Herr Richard. Maybelline ist drinnen“, sagte Sarah und bot ein Lächeln an, das ihre Augen nicht ganz erreichte.
„Ja, danke. Ich bin nur vorbeigekommen, um ihr Sachen zu bringen“, sagte Richard und überlegte, ob er einfach nach einem Sitzplatz fragen sollte, da die Dame keinen anbot – oder ob er besser wieder gehen sollte. Stattdessen setzte sich sein Impuls durch, und er fand sich auf der Couch wieder, ohne dass man ihn dazu aufgefordert hatte.
Sarah räusperte sich und erinnerte sich plötzlich: Woher wusste er von ihrer Reise? „Ähm … Entschuldigung, Sie meinten, ich hätte eine harte Reise gehabt … woher wissen Sie das?“
Richard lächelte zum ersten Mal, seit er in der gemeinsamen Wohnung der Mädchen angekommen war. „Maybelline hat es erzählt. Sie hat eigentlich angerufen und gefragt, ob sie vorbeikommen könnte. Ich habe nach dem Warum gefragt – warum sie dich allein zu Hause lassen würde, um mich zu sehen – und da hat sie es erwähnt.“
Sarah lächelte und nickte.
Im selben Moment kam Maybel aus dem Zimmer und traf sowohl ihre beste Freundin als auch ihren Vater im Wohnzimmer an. „Da bist du ja, alter Mann. Ich dachte, ich hätte dir gesagt, dass ich die Sachen selbst hole?“, sagte Maybel neckisch.
„Ich war sowieso in der Gegend, um einen Freund zu treffen, und dachte, ich könnte dir einen Gefallen tun“, sagte Richard und stahl dabei stilvoll Blicke auf Sarah, die dem Gespräch zwischen Vater und Tochter nicht viel Aufmerksamkeit schenkte.
Nachdem Richard gegangen war und die Wohnung wieder still geworden war, plumpsste Maybel neben sie mit einem wissenden Blick, den Sarah erkannte und sofort misstraute.
„Was?“ fragte Sarah.
„Nichts“, sagte Maybel, ganz und gar zu unschuldig. „Mein Vater mag dich. Er hat dich immer gemocht.“
„Dein Vater mag alle, Maybel. Er ist ein netter Mann.“
„Klar“, sagte Maybel und dehnte das Wort, offensichtlich nicht überzeugt von ihrer eigenen Zustimmung. „Klar ist er das.“
Sarah rollte mit den Augen und warf ihr ein Kissen zu, und der Moment löste sich in Gelächter auf, so wie die meisten Dinge zwischen ihnen. Aber ein kleiner, stiller Teil von ihr – der Teil, der noch von London gezeichnet war, noch nicht bereit, irgendetwas zu genau zu betrachten – legte den Austausch beiseite, ohne genau zu wissen warum.
Sie war nach Hause gekommen, um zu heilen, nicht um zu bemerken, wie die Freundlichkeit eines Beinahe-Fremden etwas in ihrer Brust beruhigt hatte, das Sams Abwesenheit tagelang hatte rasseln lassen. Sie sagte sich, dass es nichts bedeutete. Sagte sich, als sie in jener Nacht die Lampe ausschaltete, dass Kummer die Menschen einfach dankbar für grundlegende Anständigkeit mache, und dass das alles sei.
Sie glaubte es fast.
Richards Restaurant war endlich da; die offizielle Eröffnung. Maybel hatte Sarah persönlich als ihre besondere Gästin eingeladen, doch Mason hatte andere Pläne für sie.Sie hatte keine Ahnung, dass Richards Team ihre Firma eingeladen hatte, als Gastgeber aufzutreten und die Zeitschrift zu betreuen – die Erzählung davon, wie die Veranstaltung aussah, für all jene, die gerne dabei gewesen wären, aber nicht jeder war eingeladen. Genau hier kam Masons Verlagshaus ins Spiel und brachte die Magie direkt vor die Haustür. Und Sarah war diejenige, die das Ganze handhabte.„Also kommst du nicht mit mir … oder?“„Maybelline!“„Sarah!“, „Du weißt, was mein Job verlangt, und außerdem treffen wir uns am selben Ort, also entspann dich.“„Okay, Schätzchen, ich habe Frühstück gemacht; Pfannkuchen, falls du magst. Und ich muss zuerst ins Studio, um Anweisungen zu geben“, sagte Maybelline auf dem Weg hinaus zu Sarah.„Okay, tschüss“, sagte Sarah, während sich die beiden Mädchen seitlich küssten.„Guten
„Hey Baby“, überraschte Maybelline Sarah bei ihrer Ankunft. „Oh wow, ich hätte fast vergessen, dass ich eine Mitbewohnerin habe“, sagte Sarah scherzhaft und half Maybel dabei, die Dinge abzustellen, die sie trug. „Ich hoffe aufrichtig, dass die Sachen hier etwas sind, an dem ich knabbern kann, denn ich verhungere, May.“„Und wann genau habe ich jemals daran gedacht, dass du kochst, wenn ich nach Hause komme? Ich würde meinen Magen nicht für dich riskieren, Babes.“ Das fühlte sich an wie ein Schlag ins Gesicht für Sarah, aber natürlich war es ihre beste Freundin – sie war es gewohnt, dass Maybel einfach Maybel war. „Nun, wenigstens tue ich nicht so, als könnte ich nicht kochen“, sagte Sarah und rollte mit den Augen.Beide Mädchen aßen still am Esstisch. Sarah machte einige Komplimente über das Essen und fragte sich, wo Maybel das Take-away her hatte. „Das ist wirklich gut, wo hast du das her? Es schmeckt wie dein gegrilltes Hähnchen. Ich wusste nicht, dass Mac and Cheese so gut zu Zwie
Sarah wachte auf, bevor der Wecker klingelte, was seit Wochen nicht mehr vorgekommen war.Einen Moment lang lag sie still da und wartete darauf, dass sich das vertraute Gewicht auf ihre Brust legte. Der tiefe, schleppende Schmerz, der sie jeden Morgen seit Sam begrüßt hatte. Er kam nicht. Nicht ganz verschwunden, aber leiser, wie ein Radio, das man heruntergedreht hatte, statt es auszuschalten.Sie setzte sich auf und blickte sich in der Wohnung um. Mays Tür war geschlossen; sie blieb immer länger im Atelier, manchmal kam sie gar nicht mehr nach Hause. Die Stille hätte einsam wirken müssen. Stattdessen merkte Sarah, dass es ihr nichts ausmachte.Sie kochte Kaffee, stand mit der Tasse in den Händen am Fenster und gab sich ein Versprechen, das sie vorher nie ganz gewagt hatte: Ich warte nicht länger darauf, dass jemand anderes mein Leben bedeutsam macht.Es war nicht dramatisch. Kein Weinen, keine große Erklärung. Nur eine stille, hartnäckige Entscheidung – die Art, von der sie vermutet
Die Nacht zuvor war auf die schlimmste Art still gewesen. Sarah hatte sich in den Schlaf geweint, ohne jemals genau zu sagen, warum, und Maybel – bei all ihren Scherzen, all ihrem Gerede – hatte es besser gewusst, als zu fragen. Sie hatte einfach festgehalten, Sarahs Atem gegen ihre Schulter gleichmäßig werden lassen und geblieben, bis der Schlaf ihre Freundin endlich hinunterzog. Manche Dinge brauchten nicht ausgesprochen zu werden, um verstanden zu werden. Maybel kannte Sarah gut genug, um zu wissen, dass Drängen sie nirgendwohin bringen würde; wenn Sarah reden wollte, würde sie reden, wenn sie bereit war, und keinen Moment früher.Der Dienstagmorgen kam mit seinen üblichen Anforderungen, und Sarah stand bereits vor dem Spiegel und richtete ihren Kragen, als Maybel in der Tür erschien, die Arme verschränkt, und sie mit offener Besorgnis beobachtete.„Du weißt, dass du dir irgendeine Ausrede für Mason ausdenken kannst, oder?“, sagte Maybel. „Nimm den Tag frei. Ruh dich ein bisschen a
Texas empfing sie mit einer Hitze, die Londons Nieselregen wie einen Fiebertraum wirken ließ. Sarah stieg vier Tage früher aus dem Flugzeug, Sonnenbrille auf, den Koffer ratternd hinter sich her, und spürte die besondere Erschöpfung jemandes, der achttausend Meilen geflogen war, um sich das Herz brechen zu lassen, und dann direkt zurück.Maybel wartete bei den Ankünften, und in dem Moment, als sie Sarah erblickte, sagte sie kein Wort – sie überquerte einfach den Abstand zwischen ihnen und schloss sie in eine Umarmung, die fest genug war, um alles zu sagen, was sie nicht in Worte fasste. Sarah ließ sich einen langen Moment halten, mitten im Terminal, unbeeindruckt von den Menschen, die um sie herumtraten.„Ich habe Snacks fürs Auto mitgebracht“, murmelte Maybel in ihr Haar. „Und ich habe schon meine ganze Woche freigehalten. Wir machen das richtig.“„Was genau machen wir richtig?“„Dir dein Leben zurückgeben“, sagte Maybel und löste sich gerade weit genug, um sie anzusehen. „Schritt fü
Die nächsten achtundvierzig Stunden gehörten ganz ihr, und sie hatte keine Ahnung, was sie damit anfangen sollte.Sie wusste nicht, wie man so etwas überleben sollte, ohne dass Maybel körperlich neben ihr saß – ohne die Couch, die Takeaway-Behälter, das Ritual, durch Herzschmerz gesprochen zu werden von jemandem, der sie seit ihrem vierzehnten Lebensjahr kannte. Aber Maybel war einen Ozean entfernt, und Sarah stellte fest, dass sie seltsam unwillig war, nach ihrem Handy zu greifen und die Worte laut werden zu lassen.Sie ging geradewegs zurück zum Hotel, das sie für sie beide gebucht hatte – für sie und Sam, für die Version dieser Reise, die nur in ihrem Kopf existiert hatte – und checkte wieder in dasselbe Zimmer ein. Dasselbe große Fenster. Derselbe Blick auf nasse Dächer, der vor weniger als einem Tag romantisch gewirkt hatte und sich jetzt einfach nur nach Regen anfühlte.Als Erstes schaltete sie ihr Handy aus. Komplett.Keine Maybel. Kein Mason. Kein Sam. Niemand.Nur sie, ihre E







