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작가: J. C. Veyra
last update 게시일: 2026-09-05 21:13:15

Kapitel 4: Der Schatten im Sturm

Die Sekunden, die auf Vances Bericht folgten, schienen sich in zähem, bleiernem Schlamm fortzubewegen. Das dumpfe Pochen in Claras Schläfen übertönte fast das prasselnde Geräusch des Regens, der gegen die riesigen Glasfronten der VIP-Lounge schlug. Julian war hier. Nicht nur in ihren Albträumen, nicht als vage Bedrohung am Rande ihrer Erinnerung, sondern physisch anwesend, hungrig und mit einer ganzen Meute bluthungriger Wölfe im Schlepptau. Er jagte sie. Und er hatte sie gefunden.

Dantes Gestalt schien sich in diesem Augenblick vor ihren Augen optisch zu verändern, obwohl er sich rein äußerlich nur angespannt hatte. Seine Muskeln traten unter dem dunklen Stoff seines Maßanzugs hervor wie stählerne Seile. Die Luft im Raum veränderte sich schlagartig; sie roch plötzlich schwer nach elektrischer Ladung, Ozon und dem unverkennbaren, wilden Moschusgeruch eines erbitterten Raubtiers, das sein Revier bedroht sah.

„Vance“, knurrte Dante, und seine Stimme klang tiefer und dunkler als jemals zuvor, durchdrungen von einer grausamen, eisigen Entschlossenheit. „Wie viele sind es?“

Der Manager schluckte schwer, während er auf das winzige Display seines Funkgeräts starrte. Die roten LED-Leuchten spiegelten sich in seinen schweißnassen Brillengläsern. „Die Sensoren melden mindestens vier Fahrzeuge. Eine Vorhut. Aber die Signatur... Boss, die Signatur gehört zu den Eliten aus dem Nord-Rudel. Es ist Julian Vane persönlich an der Spitze. Er macht keine Gefangenen.“

Bei diesem Namen zuckte Clara zusammen, als hätte man sie mit einer Peitsche getroffen. Ein leiser, erstickter Laut entkam ihrer Kehle. Sie drückte sich so tief in die Fensternische, als könnte sie mit dem harten Glas verschmelzen, während ihr ganzer Körper in einem unkontrollierbaren Schüttelfrost versank.

Dantes Kopf herumorte diesen Laut blitzartig. Seine bernsteinfarbenen Augen, die eben noch auf den Manager gerichtet gewesen waren, schnitten durch den Raum und bohrten sich mit unerträglicher Intensität in Claras Gesicht. In diesem Bruchteil einer Sekunde schien sich in seinem Verstand das Puzzleteil mit einem harten Klicken einzufügen. Die Angst, die sie ausstrahlte, der Name, der in der Luft lag, das plötzliche Auftauchen einer gejagten Frau in seinem Club – all das verband sich in seinem Kopf zu einer unumstößlichen, explosives Realität.

„Du“, flüsterte Dante, und der Tonfall in seiner Stimme ließ die anwesenden Unterbosser unwillkürlich noch weiter zurückweichen. Es war keine Frage. Es war das Erkennen einer tödlichen Gewissheit. „Du bist diejenige, hinter der er her ist. Du bist die Ausgestoßene aus dem Nord-Rudel.“

Clara presste die Zähne aufeinander, unfähig auch nur ein einziges Wort hervorzubringen. Ihre Lungen schienen sich geweigert zu haben, Sauerstoff aufzunehmen. Jede Faser ihres Körpers schrie nach Flucht, doch die Beine trugen sie nicht mehr. Wenn Julian sie fand, würde es kein Entkommen mehr geben. Er würde sie mitnehmen, sie einsperren und ihr zeigen, was mit denen geschah, die es wagten, sich seiner absoluten Kontrolle zu widersetzen.

Dante ließ ihr keine Zeit zum Antworten. Mit einer schnellen, unbarmherzigen Handbewegung bedeutete er seinen Männern, die Positionen einzunehmen. Die Unterbosser zogen ohne ein weiteres Wort ihre Waffen aus den Schulterhalftern; das kalte Metallblitzlicht spiegelte sich im matten Licht der Lounge.

„Vance, evakuiere das Gebäude. Sofort. Keine Zivilisten auf den Etagen“, befahl Dante, während er sich langsam, aber zielstrebig auf Clara zubewegte. Seine Schritte waren lautlos, wie die einer Raubkatze auf dem Jagdspfad.

„Und du?“, stieß Clara hervor, während ihre Stimme vor purem Entsetzen zitterte. Sie hob abwehrend die Hände, als er direkt vor ihr stehen blieb. „Er wird dich umbringen! Du weißt nicht, wie Julian ist! Er kennt keine Regeln, er kennt keine Gnade, er—“

Dante unterbrach sie. Seine Hand schoss vor – nicht gewaltsam, sondern mit einer erstaunlichen, fast furchterregenden Präzision. Seine warmen, starken Finger umschlossen ihr Kinn und zwangen sie, den Blick zu heben und ihm direkt in die lodernden, bernsteinfarbenen Augen zu blicken. Der Hauch von Zedernholz und Tabak umfing sie vollständig und schnitt ihr jeden anderen Gedanken ab.

„Er hat mein Revier betreten“, sagte Dante, und seine Stimme klang wie das Knacken von brechendem Eis, unter dem ein tosender Ozean tobte. Ein gefährliches, animalisches Lächeln huschte über seine Lippen, das absolut gar nichts Menschliches an sich hatte. „Und er hat es gewagt, nach dem zu greifen, was mir gehört. In meinem Club stirbt niemand außer denjenigen, die es herausgefordert haben.“

Bevor Clara auf diese Worte reagieren konnte, ertönte von unten ein dumpfer, markerschütternder Knall. Die schwere Eingangstür des Eclipse – jene Kathedrale aus schwarzem Marmor und Stahl – flog mit einer solchen Wucht aus den Angeln, dass das ganze Gebäude bis in die Grundmauern erschütterte. Splitterten von Holz und Bersten von Metall hallten durch das Treppenhaus.

Der Feind war da. Und der Krieg hatte begonnen.

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