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Kapitel 3

Author: Jadenacht
Jana wollte Stella mit zu sich nach Hause nehmen.

Stella bestand jedoch darauf, in ihr eigenes Apartment in der Parkresidenz an der Sternenallee zu fahren. Sie hatte die Wohnung vor drei Monaten gekauft.

Stella hatte sich in den vergangenen sechs Monaten offenbar längst darauf vorbereitet, Fabian zu verlassen ...

Jana sagte: „Ich habe dir angeboten, bei mir zu bleiben, aber du willst unbedingt hierher. Du brauchst jetzt jemanden, der sich um dich kümmert. Wann hast du diese Wohnung gekauft?“

Während Jana sprach, holte sie eine Decke und legte sie über Stella.

Danach ging Jana in die Küche und setzte Haferbrei für Stella auf.

Stella zog die Decke enger um sich. „Im zweiten Monat nach Adrians Tod.“

Jana war überrascht. Ihre Freundin hatte die Wohnung also schon sehr früh gekauft.

Jana fragte: „Du wolltest dich damals bereits von Fabian scheiden lassen?“

Stella antwortete nur mit einem müden „Ja“ und legte sich auf das Sofa.

In dem Monat, in dem Adrian gestorben war, hatte Fabian praktisch auf dem Familienanwesen gewohnt und war kaum noch nach Hause gekommen.

Selbst wenn Fabian einmal nach Hause kam, holte ihn ein einziger Anruf wegen Isabelle sofort wieder fort.

Wer hätte eine derart verdrehte Ehe ertragen können?

Stellas Handy begann zu vibrieren.

Der Anruf kam vom Festnetz der Villa. Stella legte ohne Zögern auf und blockierte die Nummer.

Unmittelbar danach klingelte Janas Handy. Fabian rief an.

Jana nahm den Anruf entgegen und fragte spöttisch: „Braucht deine Schwägerin dich plötzlich nicht mehr?“

Fabian sagte mit tiefer Stimme: „Gib Stella das Telefon.“

Fabians tiefe Stimme klang angespannt durch den Hörer.

Kurz nachdem Fabian im Krankenhaus angekommen war, hatte Martha ihn angerufen und berichtet, dass Stella verschwunden war.

Fabian war daraufhin zur Villa zurückgefahren. Am Eingang hatte er einen schwarz verbrannten Ring auf den hellen Natursteinen entdeckt.

Martha hatte Fabian erklärt, dass Stella das Feuer gelegt hatte.

Stellas Sachen waren aus dem Kleiderschrank verschwunden. Auch die Dinge, die sie Fabian im Laufe der Jahre geschenkt hatte, waren nicht mehr da.

Stella hatte alles verbrannt.

Fabian dachte wütend: Was soll das? Bekommt Stella ihre Launen heute überhaupt nicht mehr in den Griff?!

Jana lachte höhnisch. „Isabelle ist nach der Geburt bestimmt sehr schwach. Du solltest dich lieber gut um sie kümmern. Warum suchst du Stella? Was ist sie denn schon für dich?“

Fabian fuhr Jana an: „Jana!“

Fabians Zorn war nun deutlich zu hören ...

Jana sah unwillkürlich zu Stella zurück. Stella betrachtete etwas auf ihrem Handy. Ihr Gesicht hatte sich verdüstert.

Als Jana merkte, dass Stella nicht auf das Telefonat achtete, ging Jana in die Küche und schloss die Tür. Sie sagte scharf: „Fabian, verdammt noch mal, du hast doch den Verstand verloren.“

Jana setzte nach: „Sieht Isabelle in dir Adrian, oder will sie dich als Ersatzmann, weil du genauso aussiehst? Du musst doch selbst wissen, was hier gespielt wird.“

Jana wurde noch lauter: „Statt Abstand zu halten, drängst du dich Isabelle geradezu auf. Weißt du wirklich nicht, was ganz Hafenburg über euch erzählt? Oder willst du es weder sehen noch hören?“

Jana kochte vor Wut.

Isabelle kannte keine Scham. Die gesamte Familie Hartmann deckte sie, und Fabian spielte bereitwillig mit.

Fabian presste die Zähne zusammen. „Ich habe gesagt, du sollst Stella das Telefon geben!“

Fabian hatte wegen Stellas Verhalten endgültig die Geduld verloren und wollte sich nicht länger mit Jana streiten.

Jana erwiderte: „Stella hat gerade eine Fehlgeburt hinter sich und darf sich nicht aufregen. Mit diesem Ton solltest du besser gar nicht mit ihr sprechen!“

Jana fügte hinzu: „Wenn du kein anständiger Ehemann sein kannst, dann hör auf, Stella das Leben zur Hölle zu machen. Isabelle braucht dich doch so dringend. Bleib für den Rest deines Lebens bei ihr.“

Wenn Fabian Stella nicht schützte, tat Jana es.

Jana erinnerte sich daran, dass Stella von Isabelles Stoß am selben Tag erzählt hatte.

Jana gab Fabian keine weitere Gelegenheit zu antworten und beendete das Gespräch.

Als Jana ins Wohnzimmer zurückkehrte, umklammerte Stella ihr Handy so fest, dass die Knöchel weiß hervortraten.

Jana fragte: „Was siehst du dir an? Wenn es dich nur aufregt, leg es weg.“

Jana wollte Stella das Handy abnehmen.

Stella wich Janas Hand aus. „Kennst du die Reisterrassen von Drachenbucht?“

Jana antwortete: „Natürlich. Du hast vor drei Jahren am Entwurfswettbewerb für das dortige Tourismusprojekt teilgenommen. Dein Konzept wurde am Ende abgelehnt.“

Die Reisterrassen von Drachenbucht.

Dieser Ort hatte es Stella wirklich angetan.

Stella mochte besonders das rotgoldene Herbstlaub, das die Landschaft jedes Jahr im Oktober überzog.

Jana und Stella waren gemeinsam dort gewesen.

Als die Region später touristisch erschlossen werden sollte, nahm Stella an dem Wettbewerb für das Gestaltungskonzept teil.

Stellas Entwurf wurde jedoch nicht ausgewählt.

Stella hatte drei Monate lang Nacht für Nacht daran gearbeitet und war mindestens fünfmal persönlich nach Drachenbucht gefahren, um das Gelände zu untersuchen.

Jana fragte verwirrt: „Warum fragst du jetzt danach?“

Stella reichte Jana das Handy. Auf dem Bildschirm war ein Bericht über die erfolgreiche touristische Erschließung der Reisterrassen von Drachenbucht zu sehen.

Zahlreiche Influencer hatten den Ort bereits besucht und begeistert darüber berichtet.

Jana starrte auf den Bildschirm. „Das ...“

Jana hielt plötzlich inne.

Beim Anblick der vertrauten Aussichtspunkte runzelte Jana die Stirn. „Das ist doch dein damaliger Entwurf!“

Vor drei Jahren hatte Stella jeden Abschnitt ihres Konzepts mit Jana besprochen und sie gebeten, die Planung aus der Sicht einer Reisenden zu beurteilen.

Deshalb kannte Jana jedes Detail von Stellas Entwurf ...

Janas Gesicht verdüsterte sich. Sie suchte sofort nach allen Berichten über die Reisterrassen von Drachenbucht.

Schließlich öffnete Jana die Seite mit den Angaben zum Projektkonzept.

Als die Worte „Konzept: Isabelle Winter“ auf dem Bildschirm erschienen, hätte Jana das Handy beinahe gegen die Wand geschleudert!

Jana hielt Stella das Handy hin.

Stella sah den Namen „Isabelle Winter“ und verzog die Lippen zu einem spöttischen Lächeln. „So also wurde mein Entwurf aussortiert.“

Jana presste die Lippen zusammen. In ihren Augen loderte Wut.

Stella sagte: „Eigentlich wollte ich zuerst bei Isabelles Mutter ansetzen. Jetzt beginne ich eben mit Isabelle selbst!“

Janas Herz machte einen harten Satz.

Jana fragte: „Süße, was redest du da?“

Was meinte Stella mit „ansetzen“? Wollte sie gegen Verena und Isabelle vorgehen?

Jana war ebenfalls wütend. Als sie jedoch erkannte, dass Stella kurz davorstand, jede Vernunft über Bord zu werfen, zwang sie sich selbst zur Ruhe.

Jana sagte vorsichtig: „Süße, die gesamte Familie Hartmann, Fabian eingeschlossen, bevorzugt Isabelle. Und Verena ist eine mächtige Geschäftsfrau. Du kannst es nicht mit ihnen aufnehmen. Tu bitte nichts Unüberlegtes, ja?“

Stellas Mundwinkel hoben sich zu einem spöttischen Lächeln. „Kann ich das wirklich nicht?“

Stella wusste genau, wie schwer Verena wegen ihrer Macht und Rücksichtslosigkeit anzugreifen war.

Stella wusste: Verlor Verena die Grundlage ihrer Macht, war sie nicht mehr unantastbar ...

Stella dachte an all die Dinge, die Isabelle ihr in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Helene angetan hatte.

Der letzte Rest von Stellas Lächeln verwandelte sich in Zorn und Hass!

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