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Kapitel 4

last update 公開日: 2026-05-26 05:31:41

Eileen POV

Meine Füße prallten gegen den Boden des Krankenhauses, meine Zehen berührten kaum den Boden, während ich in Richtung des Krankenzimmers meiner Mutter rannte.

Das Krankenhaus wirkte ganz normal. Krankenschwestern liefen an mir vorbei, Menschen unterhielten sich leise, manche Patienten saßen bei ihren Familienangehörigen.

Doch mein Herz schlug immer schneller, je näher ich dem Zimmer meiner Mutter kam.

Meine Schritte stoppten abrupt, als ich durch die gläserne Tür blickte und ihr Bett leer sah.

Sofort durchfuhr mich eine eisige Kälte. Ich wusste nicht, woher sie kam.

Mein Herz schlug so laut, dass ich es hören konnte.

Meine Füße schienen am Boden festzukleben, während ich langsam meine Hand nach dem Türgriff ausstreckte.

Angst. Tiefe, erstickende Angst umhüllte mich, als ich die Tür öffnete und langsam eintrat.

Jeder einzelne Schritt fühlte sich schwer an.

Als ich den Raum betrat, schien alles normal. Die anderen Patienten und Besucher gingen ihren Tätigkeiten nach, doch die Ecke meiner Mutter blieb leer.

Die Geräte, die lebenserhaltenden Maschinen, alles, was beim letzten Mal noch um sie herum gestanden hatte, war verschwunden.

Ich wusste nicht warum, doch ich spürte, wie sich meine Augen mit Tränen füllten.

Plötzlich legte sich eine Hand sanft auf meine Schulter.

„Es tut mir leid.“

Für einen Moment erstarrte ich vor Schock. Ich konnte mich nicht bewegen. Meine Beine waren wie festgewurzelt, während mein Blick auf ihr leeres Bett gerichtet blieb.

Unglaube durchströmte mich.

Meine Brust hob und senkte sich hektisch, als ich langsam den Kopf drehte.

Er stand direkt hinter mir. Der Arzt.

Eine Träne rann über meine Wange, dann noch eine. Und plötzlich hörten sie nicht mehr auf.

„Wo… wo ist meine Mutter?“ stotterte ich.

Meine Augen blickten ihn voller Hoffnung an. Hoffnung darauf, dass ich mich irrte. Dass meine Gedanken falsch waren.

Dass sie irgendwo war. Irgendwo sicher. Irgendwo, wo sie noch auf mich wartete.

Langsam schüttelte er den Kopf und senkte den Blick.

„Es tut mir leid. Wir haben wirklich alles versucht.“

„Was?“ flüsterte ich verständnislos, als hätte ich seine Worte nicht richtig gehört.

„Wir haben sie verloren“, sagte er leise.

In diesem Moment brach mein Körper zusammen. Ich fiel auf die Knie, unfähig, das Gewicht dieser Nachricht zu tragen.

„Neeeein!“

Ein lauter Schrei entriss sich meiner Kehle, während ich mich an den Beinen des Arztes festklammerte.

„Bitte… bringen Sie mich zu meiner Mutter. Bitte bringen Sie mich zu ihr“, weinte ich bitterlich.

Mittlerweile hatten sich alle Blicke auf mich gerichtet. Patienten, Ärzte, Krankenschwestern.

Einige sahen mich mit Mitleid an.

Andere wirkten genervt, als wären sie solche Szenen längst gewohnt.

Meine Welt zerbrach weiter, als zwei Sicherheitskräfte mich hochzogen und aus dem Krankenzimmer begleiteten, während der Arzt hinter uns herlief.

Fünf Stunden später

Ich saß noch immer an der Rezeption.

Noch immer trug ich mein Spitzenkleid im Meerjungfrauenstil.

Keine Gedanken. Keine Gefühle.

Ich starrte einfach nur die kahle Wand vor mir an.

Es war ein Tag, den ich niemals vergessen würde.

12. Mai.

Wie konnte ein einzelner Mensch an nur einem Tag so viel verlieren?

Meine Augen waren rot und geschwollen vom Weinen. Meine Kehle war trocken und brachte keinen Ton mehr hervor.

Die Menschen liefen an mir vorbei wie an jedem gewöhnlichen Tag.

Vielleicht war es für sie ein gewöhnlicher Tag.

Aber für mich…

…war es das Ende meiner Welt.

Dieser Tag hatte mir die einzige Person genommen, die mich jemals wirklich geliebt hatte.

Die einzige Familie, die ich besaß.

Und auch die Familie, von der ich geglaubt hatte, sie endlich aufzubauen.

Welche größere Demütigung konnte das Schicksal mir noch zufügen?

Langsam schüttelte ich den Kopf.

Vielleicht akzeptierte ich in diesem Moment einfach mein Schicksal.

Oder vielleicht hatte ich schlicht keine andere Wahl mehr.

Gerade als sich meine Augen erneut mit Tränen füllten, hörte ich seine Stimme neben mir.

„Miss Eileen, der Körper Ihrer Mutter wird jetzt in die Leichenhalle gebracht. Möchten Sie sie nicht vorher noch einmal sehen?“

Langsam hob ich den Kopf und sah ihn an.

Das Mitleid in seinem Gesicht war deutlich zu erkennen, doch ich konnte es ihm nicht verübeln.

Ihr Tod war meine Schuld.

Ich hatte versagt.

Wenn ich nur das Geld rechtzeitig hätte auftreiben können…

Ich vergrub mein Gesicht in meinen Händen und brach erneut zusammen.

Er strich mir sanft über den Rücken, während ich meine Tränen wegwischte und schließlich aufstand.

„Gehen wir“, sagte ich fest, wie jemand, der gerade die schwerste Entscheidung seines Lebens getroffen hatte.

Während wir den Flur entlanggingen, überrollten mich Erinnerungen.

Meine Kindheit.

Mein Erwachsenenleben.

Alles spielte sich gleichzeitig in meinem Kopf ab.

Tränen liefen unaufhörlich über mein Gesicht, als wir schließlich den Raum betraten.

Sie lag dort.

Mit einem weißen Tuch bedeckt, genau wie in den Filmen.

Für einen Moment konnte ich keinen weiteren Schritt machen.

Der Arzt und die anderen ließen mich allein zurück.

Mit zitterndem Atem nahm ich all meinen Mut zusammen und ging langsam näher.

Meine Schritte stoppten direkt neben ihr.

Eine Träne fiel aus meinen Augen auf das weiße Tuch.

Und in genau diesem Moment gab ich meiner Mutter ein stilles Versprechen.

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