Se connecterEileens Sicht
Ich sah zu, wie sie sie aus dem Zimmer schoben; sie war in weiße Tücher gehüllt.
Meine Augen waren bereits müde – müde vom Vergießen von Tränen.
Ich stand einfach nur neben der Tür, mein Blick folgte ihnen, als sie sie in die Lobby und dann in Richtung Ausgang schoben.
Ich stand still, regungslos. Meine Hände waren vor der Brust verschränkt.
„Miss Eileen“, rief der Arzt neben mir.
Langsam richtete ich meine Augen auf ihn.
Er stieß einen tiefen Seufzer aus. „Ich verstehe, was Sie gerade durchmachen müssen, aber….“, er hielt inne und seufzte erneut.
Ich behielt meine Position bei; es gab nichts mehr, was man mir sagen konnte, das schlimmer war als das hier.
An einem einzigen Tag war bereits so viel passiert, dass ich mir das selbst in meinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt hätte.
Mein Blick verweilte auf ihm, während ich geduldig darauf wartete, dass er mit der Sprache herausrückte.
Er streckte seine Hand aus und reichte mir einen Umschlag.
Ich sah ihn an und dann den versiegelten Umschlag, und noch bevor ich überhaupt fragen konnte, was es war, rückte er heraus: „Es ist das Ergebnis des Tests, den wir an jenem Tag bei Ihnen durchgeführt haben. Sie sind in der zweiten Woche schwanger“, verkündete er.
Ein kalter Schauer lief mir durch die Wirbelsäule, gefolgt von einer heftigen Erschütterung.
Schock.
Meine Augen waren ungläubig an ihn gefesselt.
Meine Lippen öffneten sich, aber kein Wort entwich ihnen; ich stand einfach nur still da. Schock war eine Untertreibung, um das zu beschreiben, was ich fühlte.
Der Arzt klopfte mir sanft auf den Rücken und ging an mir vorbei, um mir Raum zu geben, die Nachricht zu verdauen.
Offensichtlich hatte auch ich eine schwere Zeit damit.
Ich blickte auf das Ergebnis in meiner Hand; mit zitternden Händen und hämmerndem Herzen riss ich das Siegel auf und zog das Ergebnisschreiben aus dem Umschlag.
Und genau in diesem Moment trafen meine Augen auf die in Großbuchstaben fett geschriebenen Worte „POSITIV“.
Erinnerungen begannen in mir hochzublitzen.
Es war nur ein One-Night-Stand gewesen. Die Nacht, in der die Vorstellung unserer Identität stattfand.
Es war zwei Wochen vor dem für unsere Hochzeit angesetzten Termin.
Während die anderen gingen und uns allein ließen, damit wir uns besser kennenlernen konnten, führte eins zum anderen, während wir im Alkohol und in Cocktails versunken waren, und das hier war das Ergebnis…..
Der Schwangerschaftstest war am selben Tag positiv, an dem er sich von mir scheiden ließ.
Kein Weinen mehr.
Ich hatte für einen Tag genug geweint.
Meine Finger falteten das Ergebnisblatt langsam zusammen, bevor ich es vorsichtig wie etwas Zerbrechliches zurück in den Umschlag schob.
Denn ob es mir gefiel oder nicht…
Das war jetzt meine Realität.
Mein Telefon vibrierte plötzlich in meiner Tasche.
Das Geräusch ließ mich aufschrecken.
Langsam holte ich es heraus und starrte auf den Bildschirm.
Guthaben-Mitteilung.
100.000 USD.
Meine Brauen zogen sich verwirrt zusammen, bevor meine Augen auf den Namen des Absenders fielen.
Er.
Und darunter stand ein einzelnes Wort in der Beschreibung.
„Entschädigung.“
Für eine Sekunde schnürte sich meine Brust so schmerzhaft zu, dass ich dachte, ich würde auf der Stelle zusammenbrechen.
Entschädigung?
War ich das jetzt wert?
Geld?
Eine Zahlung, um alles zwischen uns auszulöschen?
Meine Finger klammerten sich fest um das Telefon.
Die Tränen, die ich so mühsam aufzuhalten versucht hatte, brannten wieder heißer in meinen Augen.
Aber seltsamerweise…
Seltsamerweise begann unter dem Schmerz langsam eine andere Emotion aufzusteigen.
Stärke.
Eine gefährliche Art von Ruhe, als ich den Betrag erneut anstarrte.
Einhunderttausend Dollar.
Genug, um zu verschwinden, genug, um zu überleben und ganz von vorn anzufangen.
Vielleicht war dies am Ende doch das Schicksal.
Vielleicht hatte Gott beschlossen, mir alles wegzunehmen, damit ich jemand anderes werden konnte.
Jemand Stärkeres, jemand, der nicht mehr darum bettelte, geliebt zu werden.
Ich atmete tief ein und wischte mir das Gesicht gründlich ab.
Zum ersten Mal am heutigen Tag straffte ich meine Schultern.
Der Schmerz war immer noch da, der Verrat war immer noch da, aber unter all dem…
Begann etwas anderes zu wachsen. Etwas Stärkeres.
Und als ich meinen ersten Schritt nach vorne machte, fühlte es sich tatsächlich so an, als würde eine andere Version von mir erwachen.
Die schwache Eileen, die zu tief geliebt und zu leicht vergeben hatte…
Sie starb langsam.
Ich ging aus dem Krankenhausgebäude, ohne mich noch einmal umzusehen.
Die kalte Luft schlug mir sofort ins Gesicht.
Menschen bewegten sich um mich herum, Autos fuhren vorbei, Stimmen hallten leise über die Straßen, aber alles fühlte sich weit weg an.
Meine Hand wanderte unbewusst wieder zu meinem Bauch.
Ein humorloses Lächeln stahl sich auf meine Lippen.
„Jetzt sind es nur noch du und ich“, flüsterte ich leise.
And zum ersten Mal, seit die Welt unter meinen Füßen in Stücke zerbrochen war.
Ging ich weiter vorwärts, anstatt in Trümmer zu zerfallen.
Er saß in seinem Büro, bequem in seinem Drehstuhl zurückgelehnt, während sein Blick auf den Papieren ruhte, die über seinen Schreibtisch verteilt lagen. Seine Finger blätterten langsam durch die Akte.Die ruhige Atmosphäre des Raumes wurde nur durch das leise Ticken der Uhr und das gelegentliche Rascheln von Papier unterbrochen.Das gedämpfte Licht warf sanfte Schatten an die Wände, während die großen Fenster mit Blick auf die Stadt von schweren Vorhängen bedeckt waren. Dadurch wirkte der Raum abgeschirmt und kontrolliert – passend zu seiner strengen Ausstrahlung.Ein Klopfen ertönte an der Tür, doch sein Blick blieb auf die Papiere gerichtet.Die Tür öffnete sich langsam mit einem leisen Knarren, und einer seiner Männer trat ein.„Guten Tag, Chairman. Wir haben ein kleines Problem“, sagte Drew, während er hereinkam.Whitmore hob langsam den Kopf. Sein Blick wanderte von der Akte in seinen Händen zu Drew, der vor ihm stand.„Der Skandal um Ihre Tochter verursacht uns große Probleme. D
Eileens POVDer Raum wurde unerträglich still, nachdem die Tür hinter ihm ins Schloss gefallen war.Ich blieb sitzen, mein Körper vollkommen reglos, während ich auf die geschlossene Tür starrte. Fast erwartete ich, dass sie sich wieder öffnen würde, fast erwartete ich, dass er zurückkommen und noch etwas sagen würde, doch nichts geschah.Nur Stille.Langsam senkte ich den Blick auf meine Hände und bemerkte, wie fest sich meine Finger um meine Knie gekrallt hatten. Sie zitterten.Ich hatte nicht einmal bemerkt, wie stark mein ganzer Körper bebte.Zitternd atmete ich aus und lehnte mich gegen den Stuhl zurück. Ich schloss die Augen, während sich alles, was geschehen war, in meinem Kopf wiederholte.Drei Jahre.Drei ganze Jahre.Es fühlte sich unmöglich an, dass so viel Zeit vergangen war, seit dem Tag, an dem mein gesamtes Leben auseinandergebrochen war.Ich erinnerte mich daran, wie ich an jenem Altar gestanden hatte, in dem Hochzeitskleid, von dem ich einst geglaubt hatte, dass es der
Eileens POVIch saß steif auf dem Stuhl, die Hände fest über meinen Knien verschränkt, während ich auf den Boden starrte und versuchte, den Sturm in meinem Inneren zu beruhigen. Da öffnete sich die Tür langsam mit einem leisen Knarren, und das Geräusch näher kommender Schritte jagte sofort einen Schauer durch meinen Körper.Ich kannte diesen Geruch.Ich würde ihn niemals vergessen können.Derselbe Geruch, den ich vor drei Jahren wahrgenommen hatte. Derselbe Geruch, der einst mein Trost gewesen war, derselbe Geruch, der mir einst das Gefühl von Sicherheit gegeben hatte. Und jetzt reichte allein seine Nähe aus, um jeden Muskel in meinem Körper anzuspannen, während ich verzweifelt versuchte, mich zusammenzuhalten.Seine Schritte hallten langsam und bedächtig durch den Raum. Jeder einzelne brachte ihn näher, bis sie schließlich direkt vor mir verstummten und seine ruhige Stimme die Stille durchschnitt.„Hast du dich entschieden?“Langsam hob ich den Kopf. Meine Augen trafen auf seine, und
Robins POVIch stand vor dem Spiegel, während die Stylisten um mich herumgingen, die Revers meines Anzugs zurechtrückten und den Stoff über meinen Schultern glattstrichen. Sie machten die letzten Handgriffe an meinem Erscheinungsbild, doch meine Aufmerksamkeit galt ihnen längst nicht mehr. Mein Blick war auf mein Spiegelbild gerichtet, bis Josh hinter mir auftauchte, ein Telefon fest in der Hand. Die Unruhe in seinem Gesicht fiel mir sofort auf.„Konntest du sie erreichen?“, fragte ich und begegnete seinem Blick im Spiegel.Er schüttelte leicht den Kopf, bevor er seinen Blick hob. „Niemand geht ans Telefon.“Eine Falte bildete sich zwischen meinen Augenbrauen, als ich mich leicht zu ihm umdrehte. „Was meinst du mit, niemand geht ans Telefon?“„Ich habe fast jeden angerufen, den ich am Veranstaltungsort kenne“, sagte er und trat vorsichtig einen Schritt näher. Seine Stimme klang besorgt. „Das Veranstaltungsteam, das Sicherheitspersonal, einige der Gäste, jeden, den ich erreichen konnt
Felicias POV(Rückblende)Ich konnte das Grinsen nicht aus meinem Gesicht verbannen, während ich mir das Video immer wieder ansah.„Guter Anfang“, grinste ich, als die Reaktionen auf das Video von Sekunde zu Sekunde zunahmen.Ich hätte nicht stolzer auf mich sein können, während ich mich daran ergötzte, die hasserfüllten Kommentare zu lesen.Ich konnte meine Gefühle nicht länger kontrollieren und kicherte laut auf, als ein weiterer Kommentar auftauchte.„Warte nur, Ryan. Warte ab und sieh zu, wie ich das Vermächtnis zerstöre, das du dir über Jahre aufgebaut hast“, spottete ich.„Anna.“ Ich hörte Alexas Stimme hinter mir.„Ja“, antwortete ich und drückte den Power-Knopf meines neuen Handys.„Was sehe ich da gerade online?“, fragte sie mit einem schockierten Gesichtsausdruck.„Wie gut ist es?“, lächelte ich und richtete meinen Blick auf sie, während ich auf ihre Antwort wartete.„Du musst das löschen“, sagte sie und versuchte, nach meinem Handy zu greifen.„Was?!“, rief ich aus und stre
Felicia's POV(Rückblende)„Babe, wovon redet sie?“, fragte sie ihn und sah ihn dabei an.„Lass uns reingehen“, sagte er, während Schuld in seiner Stimme mitschwang.„Lass mich die Ehre übernehmen, es dir zu erzählen, damit du nicht im Dunkeln tappst“, sagte ich mit einem Lächeln und ging auf sie zu. Doch bevor ich etwas sagen konnte, spürte ich einen Griff um meine Arme. Max packte meine Hände und versuchte, mich aus ihrer Gegenwart zu ziehen, aber ich biss in seine Hand.„Ich trage den Erben der Familie in mir, und jeder sollte mich mit Respekt behandeln“, erklärte ich.„Was?!“, rief sie aus, während ihr Blick zu Robins wanderte, der sprachlos war und offensichtlich weder in der Lage war, sich zu verteidigen, noch die Tatsache zu leugnen.„Sprich mit mir!“, schrie sie und schlug gegen seine Brust.Er packte ihre Hände und zog sie mit sich.„Du hast gestern mit ihm geschlafen, also behauptest du jetzt, schwanger zu sein?“, fragte Max.„Du unterschätzt die Menschen ständig. Du glaubst
Eileen.Tränen verschleierten meine Sicht, während sie über meine Wangen glitten. Mein Herz schmerzte so heftig, als würde es in meiner Brust verbluten, während wir an den Gebäuden vorbeifuhren.Mein Kopf rief die Worte des Priesters zurück: „Gehen Sie nach Hause, sammeln Sie Ihre Scherben auf. Es
Eileen.„Herzlichen Glückwunsch an Mr. und Mrs. Reinhardt.“Die Worte echoten durch den kristallbestrahlten Ballsaal, und für einen zerbrechlichen Moment vergaß ich, wie grausam das Leben immer zu mir gewesen war.Mrs. Reinhardt.Meine Finger klammerten sich fester um den Stiel meines Champagnergla
Eileens PerspektiveMein Flug war für 17:00 Uhr angesetzt, und es blieben nur noch 30 Minuten bis zum Abflug.Ich konnte spüren, wie Angst durch mich hindurchschoss. Ich konnte mein ganzes Nervensystem vibrieren fühlen.Es war keine Unsicherheit darüber, ob ich das Richtige tat oder ob ich wirklich
Lukas’ SichtIch saß an der Bar, während das gedimmte, bernsteinfarbene Licht über mir lange Schatten auf den kalten Marmortresen und die leere Villa um mich herum warf.Die Stille war laut heute Nacht.Zu laut, fast schon erstickend.Ein fast leeres Glas stand vor mir, während die Flasche daneben







