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Kapitel 2

last update publish date: 2026-05-26 05:26:43

Eileen.

Tränen verschleierten meine Sicht, während sie über meine Wangen glitten. Mein Herz schmerzte so heftig, als würde es in meiner Brust verbluten, während wir an den Gebäuden vorbeifuhren.

Mein Kopf rief die Worte des Priesters zurück: „Gehen Sie nach Hause, sammeln Sie Ihre Scherben auf. Es ist nicht das Ende der Welt.“

Ich schüttelte leicht den Kopf, die Augen geschlossen, während der Schmerz durch mein Herz stach. Wenn er nur wüsste, dass ich kein Zuhause hatte, zu dem ich zurückkehren konnte.

Ich blickte aus dem Fenster, Menschen, die vorbeigingen und lachten – könnte ich nur einmal, nur ein einziges Mal frei leben? Könnte ich wie alle anderen sein?

****

Ich war aus dem Taxi gestiegen und wollte gerade bezahlen, als ich merkte, dass ich meine Handtasche verloren hatte. „Lassen Sie gut sein, Ma'am. Was auch immer Sie gerade durchmachen, es wird vorbeigehen.“

Ein schwaches Lächeln stahl sich auf meine Wangen, während er davonfuhr.

Ich stand vor dem Krankenhaus, das Herz bis zum Hals schlagend, in Angst davor, was die Befunde sagen würden.

Angst vor der Enttäuschung der Ärzte.

Ich holte tief Luft und ging hinein, direkt zum Büro des Arztes.

Er war die ganze Zeit geduldig mit mir gewesen, und ich hatte versprochen, die Rechnungen diese Woche zu begleichen – doch hier war ich, eine verstoßene Braut an ihrem Hochzeitstag.

Ich klopfte leise an.

„Herein“, hörte ich seine Stimme durch die Tür.

Mit zitternden Händen drehte ich den Türgriff und öffnete.

„Oh, Miss Eileen“, sagte er, während ich ein Lächeln vortäuschte und eintrat. „Haben Sie die Zahlung geleistet? Wir müssen sofort mit der Behandlung beginnen.“

Mein Blick senkte sich, während mein Herz in meiner Brust zu hämmern begann. „Was... was das betrifft“, ich schluckte schwer, „die Dinge liefen nicht wie geplant, aber...“ Ich sah ihn an, „ich werde einen Weg finden. Ich werde das Geld auftreiben.“

Er seufzte und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. „Miss Eileen, Zögern ist gefährlich. Ihre Mutter liegt seit Tagen bewusstlos in diesem Bett. Wenn sie nicht versorgt wird, überlebt sie vielleicht keinen weiteren Tag.“

„Nein! Nein...“ Ich fiel auf die Knie. „Bitte, Herr Doktor, bitte retten Sie sie. Ich verspreche, ich besorge das Geld.“ Ich weinte bitterlich.

„Es tut mir leid, aber das liegt nicht in meiner Macht“, sagte er, als eine Krankenschwester in sein Büro stürzte.

„Doktor, ein Notfall auf Station 101“, sagte sie.

Meine Augen weiteten sich und trafen seine, als er aufsprang.

Das war die Station meiner Mutter.

Ich stand abrupt auf. „Konzentrieren Sie sich darauf, das Geld zu besorgen, Miss Eileen“, hielt er mich davon ab, ihnen zu folgen, als sie aus dem Büro eilten.

Ich stolperte aus dem Krankenhaus, als wäre der Boden unter mir weggebrochen, und nahm das nächste Taxi zum selben Ort, zu denselben Menschen, von denen ich geschworen hatte, mich zu befreien.

Den Whitmores.

Die Familie, die mein ganzes Leben damit verbracht hatte, mich daran zu erinnern, dass ich nichts weiter als ein Fleck auf dem Ruf meines Vaters war.

Die Familie, die meine Mutter und mich wie Lasten behandelte, die sie zu ertragen gezwungen waren.

Die Familie, die mich herausgeputzt und wie ein Opferlamm zum Altar geschickt hatte.

Ich hatte mir versprochen, dass ich sie nie wieder um etwas anflehen würde, sobald ich dieses Haus verließe.

Aber Versprechen bedeuteten nichts, wenn die einzige Person, die mich je wirklich geliebt hatte, um ihr Leben kämpfte.

*****

Mit zitternden Händen klopfte ich an die Haustür.

Die Türen öffneten sich weit und offenbarten ihnen mein elendes Ich. „Was willst du?“, ihre Stimme war scharf wie Glasscherben.

Langsam hob ich den Kopf.

Vor mir stand in einem seidenen, cremefarbenen Kleid, die Arme vor der Brust verschränkt und tiefe Verachtung im Gesicht, meine Stiefschwester Vanessa Whitmore.

Selbst nachdem sie mein Leben ruiniert hatte, sah sie mich immer noch an, als wäre ich etwas Widerwärtiges, das vor ihre Tür geschleift worden war.

Meine Finger verkrampften sich ineinander.

„Ich... ich muss Vater sprechen.“

Meine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, meine Augen auf den Marmorboden fixiert.

Vanessa lachte kalt auf.

„Wofür?“, fragte sie, Irritation tropfte aus jedem Wort. „Hast du diese Familie für einen Tag nicht schon genug blamiert?“

Bevor ich antworten konnte, hallte die tiefe Stimme meines Vaters aus dem Wohnzimmer.

„Lass sie rein.“

Vanessa wandte sich zum Raum um.

„Aber Vater...“

„Ich sagte, lass sie rein.“

Ihre Kiefer spannten sich an.

Widerwillig trat sie beiseite und streifte mich mit absichtlicher Wucht, als sie davonstürmte.

Ich schluckte schwer und überschritt die Schwelle.

Der vertraute Duft von poliertem Holz und teurem Kölnisch Wasser stieg mir in die Nase.

Dieses Haus war prachtvoll wie eh und je – glänzende Marmorböden, Kristalllüster und Wände, geschmückt mit Gemälden, die mehr wert waren als alles, was meine Mutter und ich besaßen.

Dennoch hatte es sich immer kälter angefühlt als jedes Gefängnis.

Mein Vater saß in seinem Ledersessel, ein Bein über das andere geschlagen, ein Glas Whiskey in der Hand.

Er sah nicht aus wie ein Mann, der seine Tochter empfängt.

Er sah aus wie ein Geschäftsmann, der unterbrochen wird.

Ein Spottlächeln umspielte seine Lippen.

„Was willst du diesmal, Eileen?“, fragte er. „Du kommst nur zu mir, wenn du etwas brauchst.“

Demütigung brannte in mir, als ich mit gefalteten Händen auf die Knie sank.

„Bitte...“ Meine Stimme brach. „Bitte, Sir. Meine Mutter stirbt. Sie braucht dringend eine Behandlung.“

Er nahm einen langsamen Schluck von seinem Getränk.

„Und was hat das mit mir zu tun?“, fragte er kühl. „Ich bin kein Arzt.“

Ein leises Kichern kam vom Sofa gegenüber; Vanessa saß dort und beobachtete mich mit glühender Belustigung.

Ich verbeugte mich tiefer, bis meine Stirn fast den Boden berührte.

„Bitte, Sir. Das Krankenhaus benötigt fünftausend Dollar, um mit der Behandlung zu beginnen. Ich flehe Sie an. Bitte retten Sie sie.“

Mein Vater lachte kurz und humorlos auf.

„Fünftausend Dollar?“, wiederholte er. „Nur weil deine Mutter krank ist, erwartest du, dass ich Geld auf deine Probleme werfe?“

Sein Ausdruck verhärtete sich. „Ich habe dir eine einfache Aufgabe gegeben“, und dann erhob sich seine Stimme, „eine einzige.“

Ich zuckte zusammen.

„Alles, was du tun musstest, war Lukas zu heiraten und die Allianz dieser Familie zu sichern. Doch du hast so spektakulär versagt, dass deine Ehe nicht einmal eine Stunde hielt, bevor er dich geschieden hat.“

Jedes Wort traf mich wie ein Schlag.

„Hast du eine Vorstellung davon, wie nutzlos du bist?“

Meine Brust schnürte sich zusammen. „Ich habe alles getan, was Sie verlangt haben“, flüsterte ich, während die Tränen schneller flossen. „Ich habe es versucht.“

„Versucht?“, bellte er. „Du bist eine ständige Erinnerung an den schlimmsten Fehler, den ich je begangen habe.“

Die Worte raubten mir die Luft zum Atmen.

„Ich bereue den Tag, an dem ich deine Mutter je getroffen habe.“

„Nein...“ Ich schüttelte verzweifelt den Kopf. „Bitte, es war nicht meine Schuld.“

„Schafft dieses Ding aus meinen Augen.“

Zwei Wachen traten vor, während Panik in mir aufstieg.

Ich kroch auf ihn zu und klammerte mich an den Saum seiner Hose.

„Bitte... Vater—“

Stille legte sich über den Raum. Langsam erhob er sich von seinem Stuhl, während sein Schatten über mir aufragte.

„Wie hast du mich genannt?“, fragte er, seine Stimme gefährlich leise.

Meine Lippen zitterten.

„B-bitte...“

Seine Hand traf mein Gesicht mit brutaler Wucht.

Der Schlag schleuderte meinen Kopf zur Seite.

Schmerz explodierte auf meiner Wange, und der metallische Geschmack von Blut füllte meinen Mund.

Fassungslos starrte ich auf den Boden.

„Nenne mich“, sagte er kalt, „nie wieder so.“

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