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Kapitel 6

last update publish date: 2026-05-26 05:48:02

Lukas’ Sicht

Ich saß an der Bar, während das gedimmte, bernsteinfarbene Licht über mir lange Schatten auf den kalten Marmortresen und die leere Villa um mich herum warf.

Die Stille war laut heute Nacht.

Zu laut, fast schon erstickend.

Ein fast leeres Glas stand vor mir, während die Flasche daneben offen blieb, halb geleert durch die Menge, die ich in mich hineingeschüttet hatte, seit ich in dieses leere Haus zurückgekehrt war.

Doch nichts davon war genug, um meine Gedanken zu betäuben.

Meine Augen blieben fest auf die dunkle Flüssigkeit im Glas gerichtet, aber mein Geist war völlig woanders.

Nicht wandernd, nicht verwirrt, sondern gefangen.

Gefangen in ihr. Jeder einzelne Gedanke blutete von Eileen.

Ihre tränenunterlaufenen Augen und die schneidende Bitterkeit in ihrer Stimme.

Der Funke Hoffnung in ihren Augen und wie skrupellos ich diesen zunichtegemacht hatte – ich atmete tief durch die Nase aus, während sich mein Kiefer schmerzhaft anspannte.

Verdammt noch mal.

Ich griff nach dem Glas und trank den verbleibenden Inhalt in einem Zug aus, während der Alkohol brennend meine Kehle hinunterlief.

Die Bitterkeit machte sich augenblicklich in meiner Brust breit.

Ich knallte das schwere Glas auf die Marmoroberfläche, sodass das scharfe Geräusch wie ein Echo durch die ruhige Villa fuhr.

Ein Stechen huschte sofort über meine Miene, als der Geschmack schwer in meinem Mund verweilte.

Oder vielleicht war es nicht das Getränk.

Vielleicht war es einfach das schlechte Gewissen.

Ich fuhr mir grob durchs Haar, die Finger schoben sich frustriert durch die dunklen Strähnen, bevor sie kurz an meinem Nacken verweilten.

Ich schloss die Augen, und in diesem Moment hörte ich Schritte die Treppe hinunterkommen.

Ich hielt meinen Blick nach vorne gerichtet, kein Wort entwich mir.

Ich begann mit zitternder Hand, mein Glas wieder zu füllen, während sie näher kam. Es waren nur wir beide in diesem Haus, also musste sie es sein.

Ihre Schritte begannen sich dieses Mal in meine Richtung zu bewegen, direkt auf die Bar zu.

Ich trank das Glas erneut aus, als ihre Füße dieses Mal vor mir zum Stehen kamen.

„Baby“, rief sie und rieb mir sanft über den Rücken, „es ist spät und du bist immer noch nicht im Bett.“

„Ich komme gleich nach“, antwortete ich, um sie abzuwimmeln, aber sie wich nicht zurück. Machte nicht einmal einen Schritt, um zu gehen.

Stattdessen zog sie einen der Stühle nach hinten. „Ich warte auf dich“, sagte sie und stützte ihren rechten Ellbogen auf den Tisch.

Ich ließ meine Augen zu ihr hinübergleiten und ertappte sie dabei, wie sie mich prüfend anlächelte.

„Komm schon, trink aus“, bedeutete sie mir.

„Wann hast du es herausgefunden?“, die Worte entglitten meinem Mund, während mein Blick schwer auf ihr verweilte.

„Was!“, rief sie leise aus, während das Lächeln auf ihrem Gesicht dieses Mal sofort verschwand.

„Die Schwangerschaft“, sagte ich.

„Gestern“, antwortete sie auffallend scharf.

Ich studierte eine Weile ihr Gesicht; sie wandte ihren Blick sofort ab, als sie dem direkten Augenkontakt nicht mehr standhalten konnte.

„Gibt es ein Problem?“, fragte sie, noch bevor ich ein weiteres Wort herausbringen konnte.

„Hast du die Berichte hier?“

„Natürlich habe ich das, Lukas. Ich hatte sie direkt dort in der Halle, aber es ist gut. Ich hole sie eben“, sagte sie und erhob sich auf die Füße.

Ich sah zu, wie sie meine Gegenwart verließ, und hörte ihre Füße die Treppe hinaufsteigen.

Ich stieß einen tiefen Atemzug aus. Ich zwang mich dazu, mich selbst davon zu überzeugen, dass ich hier nicht das Falsche tat.

Dann hörte ich ihre Schritte wieder herunterkommen, dieses Mal schneller und intensiver.

Sie tauchte vor mir auf und legte einen Umschlag auf den Tisch, während sie stumm daneben stehen blieb.

Langsam hob ich ihn auf und zog das Ergebnis aus seiner Hülle.

Mein Blick verweilte einen Moment darauf, scannte jedes geschriebene Wort und jede Schreibweise.

And dann sah ich sie an: „Geh schlafen, ich bin gleich oben“, sagte ich tonlos.

„Komm schon, Lukas“, sie versuchte mich zu berühren, als ich meine Hand in die Luft hob und sie sofort stoppte.

Ihre Hände hingen in der Luft, während sie sich langsam zurückzog. „I hoffe, ich muss diese egoistische Attitüde von dir nicht öfter erleben. Ich trage jetzt dein Kind und brauche jede Unterstützung“, sagte sie und stürmte wütend aus meiner Gegenwart.

Ihre Stimme war völlig erfüllt von Wut und Enttäuschung.

Ich wandte mich wieder meinem Glas zu; nicht einmal das konnte ich mir selbst versprechen.

Ich schüttete den letzten Inhalt aus dem Glas hinunter und mit einem leichten Grinsen auf dem Gesicht holte ich mein Telefon heraus und schrieb ihm: „Sofort aufs Dach!

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