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Kapitel Zwei: Der Deal, den ich machen wollte

Author: Rosella
last update publish date: 2026-10-28 16:43:45

Mirabel las die Nachricht zweimal, bevor sie ihr Telefon an die Brust drückte. Delvis hatte tatsächlich geantwortet, was bedeutete, dass ihr kleiner Plan funktioniert hatte.

Clara, die ihr gegenübersaß, bemerkte sofort den Ausdruck auf ihrem Gesicht und lehnte sich vor. „Was hat er gesagt?"

Mirabel reichte ihr das Telefon, und Claras Augen weiteten sich, nachdem sie die Nachricht gelesen hatte. Sie sagte Mirabel sofort, dass dies eine schreckliche Idee sei, und erinnerte sie daran, dass Delvis Harrison kein gewöhnlicher Mann war, den sie ohne Konsequenzen manipulieren konnte.

Mirabel nahm den Krankenhausbericht vom Tisch und schob ihn zurück in ihre Handtasche. Sie wusste, dass Clara recht hatte, aber sie wusste auch, was passieren würde, wenn sie nichts tat.

Sie würde die Zeit, die ihr blieb, damit verbringen, sich zu fragen, wie es gewesen wäre, Delvis' Frau zu werden.

„Ich habe ihn gebeten zu kommen", sagte Mirabel, während sie aufstand. „Also werde ich mit ihm reden."

„Du bist wirklich hergekommen, nur um mich zu finden?"

Mirabel öffnete ihre Wohnungstür und fand Delvis im Flur stehen, mit zwei Männern aus seinem Sicherheitsteam einige Schritte hinter ihm.

Sie hatte erwartet, dass er wütend aussehen würde, aber sein Gesichtsausdruck war ruhiger, als sie sich vorgestellt hatte. Er trat erst hinein, nachdem sie zur Seite getreten war, sah sich dann in der kleinen Wohnung um, bevor er sich wieder ihr zuwandte.

„Du schickst mir seit Jahren anonyme Nachrichten."

Mirabel schloss die Tür und nickte. Er fragte, woher sie von seinen Geschäftstreffen, persönlichen Terminen und den Menschen um ihn herum wusste. Sie sagte ihm, sie passe auf. Diese Antwort gefiel ihm offensichtlich nicht.

„Du hast mich beobachtet", sagte er.

„Seit langer Zeit." Mirabel leugnete es nicht.

Sie gab zu, dass sie ihn jahrelang bewundert hatte und dass einige der Geschenke, die er erhalten hatte, von ihr stammten.

Sie gab auch zu, dass sie ihn anonym gewarnt hatte, weil sie nicht wollte, dass ihm etwas Schlimmes zustieß. Delvis starrte sie an, als könnte er nicht entscheiden, ob er wütend oder beeindruckt sein sollte.

„Dann erklär den Heiratsantrag."

Mirabel ging zur Küche und goss sich ein Glas Wasser ein, bevor sie sich wieder ihm zuwandte.

Sie hatte dieses Gespräch geübt, aber jetzt, wo er vor ihr stand, wusste sie, dass sie nicht alles preisgeben konnte.

„Ich brauche einen Ehemann für sechs Monate", wiederholte sie.

Delvis fragte, warum sie ihn gewählt hatte, wenn sie jemand anderen finden könnte. Mirabel sah ihn einen Moment an, bevor sie antwortete:

„Weil ich dich will."

Seine Augenbrauen hoben sich, aber sie fuhr schnell fort und erklärte, dass sie ihn nicht um Liebe bat oder erwartete, dass er sich emotional an sie band.

Sie wollte nur, dass die Ehe sechs Monate lang echt war, danach konnten sie sich ohne Probleme trennen. Delvis sagte ihr, dass sie etwas Unmögliches verlangte, aber Mirabel blieb ruhig.

Sie hatte bereits akzeptiert, dass er ablehnen könnte. Was sie nicht erwartet hatte, war, dass er die Frage stellte, die ihr den Magen umdrehte.

„Warum genau sechs Monate?"

„Weil sechs Monate für das reichen, was ich brauche."

Mirabel hielt ihre Stimme ruhig, obwohl Delvis' Frage genau die war, von der sie gehofft hatte, dass er sie nicht stellen würde.

Sie konnte ihm nicht sagen, dass sechs Monate die Zeit war, von der sie ursprünglich geglaubt hatte, dass sie ihr blieb. Sie konnte ihm nicht von der Diagnose erzählen, den Krankenhausbesuchen oder der Art, wie Clara geweint hatte, als Mirabel es ihr zum ersten Mal sagte. Stattdessen nahm sie das Glas Wasser und trank einen kleinen Schluck.

„Ich möchte keine dauerhafte Ehe. Ich habe kein Interesse an deinem Geld, und ich versuche nicht, für immer Teil deiner Familie zu werden. Ich möchte eine vorübergehende Vereinbarung, und wenn die sechs Monate vorbei sind, gehen wir getrennte Wege."

Delvis verschränkte die Arme und fragte, was sie ihm im Gegenzug bieten könnte. Mirabel sah ihn direkt an.

„Was auch immer dich überhaupt erst dazu bringt, über eine Heirat nachzudenken."

Sein Gesichtsausdruck veränderte sich leicht, und sie wusste, dass sie endlich den Grund berührt hatte, warum er gekommen war, um sie zu sehen. Delvis sagte ihr, dass sein Vater ihm eine Frist gesetzt hatte zu heiraten, wenn er die Kontrolle über das Familienerbe behalten wollte.

Wenn er scheiterte, würde Ethan von der Entscheidung profitieren. Mirabel hörte zu, ohne zu unterbrechen, und als er fertig war, verstand sie, dass ihre Probleme enger miteinander verbunden waren, als einer von ihnen erwartet hatte.

„Du brauchst also eine Frau, und ich brauche einen Ehemann."

Mirabel sagte es einfach, aber Delvis lächelte nicht. Er ging zum Fenster und sah hinaus auf die Straße below, offensichtlich über alles nachdenkend, was sie gesagt hatte.

Sie beobachtete ihn still und weigerte sich, die Stille mit einem weiteren Flehen zu füllen. Sie hatte ihm bereits gesagt, was sie wollte, und sie würde sich nicht blamieren, indem sie bettelte.

Nach mehreren Momenten drehte er sich um und fragte, was passieren würde, wenn er zustimmte. Mirabel erklärte, dass die Ehe legal sein würde, sie würden bei Bedarf gemeinsam in der Öffentlichkeit auftreten, und keiner von ihnen würde sich in das Privatleben des anderen einmischen.

Sie wollte getrennte Zimmer, finanzielle Unabhängigkeit und die Freiheit, das Haus zu verlassen, wenn sie es brauchte. Delvis fragte sie erneut nach den anonymen Nachrichten und fragte, ob sie erwartete, dass er einer Frau vertraute, die heimlich sein Leben jahrelang verfolgt hatte.

Mirabel gab zu, dass sie seine Bedenken verstand, aber sie erinnerte ihn auch daran, dass sie die Informationen nie benutzt hatte, um ihm zu schaden.

„Du kannst ablehnen", sagte sie. „Aber wenn du eine Frau brauchst und ich einen Ehemann brauche, warum sollten wir beide dann weitersuchen?"

Delvis sah sie einen langen Moment an, bevor er sein Telefon herausnahm. Er sagte ihr, er würde die Vereinbarung mit seinem Anwalt besprechen, bevor er ihr eine Antwort gab.

„Ich werde die Vereinbarung vorbereiten, aber es wird Bedingungen geben."

Mirabels Augen blieben auf ihm, während er sprach. Sie wusste, dass sie erleichtert sein sollte, aber das Wort Bedingungen erinnerte sie daran, dass dies nicht die romantische Ehe war, die sie sich als junges Mädchen vorgestellt hatte.

Es war eine geschäftliche Vereinbarung zwischen zwei Menschen, die völlig unterschiedliche Dinge von derselben Beziehung wollten. Trotzdem nickte sie.

„Dann können wir sie besprechen."

Delvis bewegte sich zur Tür, aber bevor er ging, drehte er sich um und stellte eine letzte Frage darüber, warum sie ihn gewählt hatte.

Mirabel lächelte schwach. „Vielleicht habe ich meine Gründe."

Diese Antwort gefiel ihm offensichtlich nicht, aber er ging, ohne weiter nachzuhaken. In dem Moment, als die Tür sich schloss, verschwand Mirabels Lächeln.

Sie öffnete ihre Handtasche und zog den Krankenhausbericht heraus, starrte auf das Datum ihres letzten Termins.

Sie hatte sechs Monate mit Delvis gewollt, aber tief im Inneren wusste sie, dass sie vielleicht nicht einmal so viel Zeit hatte. Sie drückte den Bericht gegen ihren Schoß und flüsterte sich selbst zu, dass sie jeden Tag zählen würde. Auf der anderen Seite der Stadt tätigte D

elvis einen Anruf bei seinem Anwalt.

„James, bereite eine Heiratsvereinbarung vor. Sechs Monate."

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