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Veronica

Author: STEAMY WRIITE
last update publish date: 2026-08-18 20:50:57

„Kannst du gebissen werden?“, fragt Rush hinter mir, schiebt mein Haar zur Seite und legt meinen Hals frei.

Ich drehe den Kopf zu ihm um. „Lust auf eine Kostprobe?“

„Verdammt, ja!“, strahlt er.

„Veronica!“, schaltet sich Finn besorgt ein.

„Ist schon in Ordnung, wenn Rush kosten will; wir werden doch bestimmt wie eine Familie sein, oder?“

„Exakt.“, er grinst mich an. Ich beobachte, wie seine Augen erneut nachdunkeln und seine Fangzähne hervortreten. Er leckt sich über die Lippen, bevor er sich meinem Hals nähert. Als ich seine Lippen auf meiner Haut spüre, schießt mir eine Gänsehaut über den Körper – doch im nächsten Moment fliegt Rush rückwärts durch den Raum und knallt gegen die Wand. Ich kann mir ein Lachen nicht verkneifen, als er wieder aufsteht und sich feixend die Hände an der Jeans reibt. „Du hast mich ausgetrickst?“

Sämtliche Anwesenden im Raum platzen heraus. „Glaubst du allen Ernstes, ich lasse mich von dir beißen, nachdem du versucht hast, meine beste Freundin zu manipulieren?“

„Heirate mich!“, geht Zeke spontan auf die Knie. „Ich werde dir treu sein bis zu dem Tag, an dem du stirbst.“ Er blickt voller Ehrfurcht zu mir auf.

„Ja, klar – weil du unsterblich bist und danach wieder das Junggesellenleben genießen kannst!“, lacht Abigail ihn aus.

„Wenigstens wäre ich für die Zeit, die mir mit ihr bleibt, treu!“, verteidigt er sich und steht wieder auf. „Denk darüber nach, Blümchen.“ Er zwinkert mir zu.

„Gut. Nachdem du deine neue Assistentin nun doch nicht vergrault hast“, wendet sich Finn direkt an Rush, der schmollend auf dem Sofa sitzt. „Es ist Zeit, die Leute vom Meet & Greet hereinzulassen. Benehmt euch bitte.“ Er deutet nacheinander auf jedes Bandmitglied. „Veronica, sorge dafür, dass sie keine übernatürlichen Kunststücke vorführen. Manche Gäste bei diesen Events können ziemlich anstrengend sein, halte dich einfach an meine Anweisungen.“

Ich nicke. „Oh, darf ich dich etwas fragen? Bist du eigentlich auch ein Vampir wie sie?“ Ich weiß, dass die Bandmitglieder seit über hundert Jahren auf der Welt sind.

„Willst du das wirklich wissen?“

„Na klar.“

„Bin ich. Ich bin über fünfhundert Jahre alt.“ Wow. Er muss Ende dreißig gewesen sein, als er verwandelt wurde.

„Dann musst du ja steinreich sein, wenn du schon so lange lebst. Warum gemanagst du dann die Band?“, frage ich neugierig.

„Wer, glaubst du, hat die Jungs wohl verwandelt?“, schmunzelt er, wendet sich ab und verlässt den Raum. Noch bevor ich verarbeiten kann, was er da gerade gesagt hat, strömen die Leute vom Meet & Greet herein – größtenteils attraktive Frauen.

Perfekt.

Ich blicke zu Rush hinüber; die eintretenden Damen scheinen seine Laune schlagartig gebessert zu haben. Er schlendert zu ein paar von ihnen hinüber, die ihn sofort anschmachten und ihm erzählen, wie fantastisch er sei – was er sichtlich genießt.

Auch die anderen Bandmitglieder werden von ihren eigenen Fans belagert. Als ich ein kleines Mädchen entdecke, das etwa zehn Jahre alt sein dürfte und an der Tür die Hand eines Jungen hält – vermutlich ihr älterer Bruder, etwa fünfzehn –, gehe ich auf die beiden zu.

„Hey ihr zwei, wollt ihr die Band nicht kennenlernen?“

„Meine Schwester liebt sie, aber da sie nun mal …“, er sieht sich kurz um und beugt sich dann zu mir vor, „… Vampire sind“, flüstert er, „will ich nur sichergehen, dass ihr nichts passiert.“ Wie er so schützend an ihrer Seite weilt, ist wirklich niedlich. Mit ihren hellbraunen Haaren und den braunen Augen sehen sie sich verblüffend ähnlich.

„Als großer Bruder musst du natürlich auf sie aufpassen. Wenn ihr mit mir mitkommt, stelle ich euch der Band vor und besorge euch Autogramme.“

„Dankeschön“, flüstert das kleine Mädchen schüchtern.

Ich lächle ihr aufmunternd zu und steuere auf Zeke zu, an dessen Arm bereits eine Frau hängt. „Zeke, du hast hier einen kleinen Fan, der dich unbedingt kennenlernen möchte“, sage ich zu ihm. Er lächelt mich an, bemerkt dann das Mädchen und geht sofort in die Hocke, um ihr auf Augenhöhe zu begegnen. Die Frau, die sich eben noch an ihn geklammert hat, bedenkt mich mit einem giftigen Blick.

„Wer bist du denn?“, fragt sie pikiert.

„Ihre persönliche Assistentin.“, erwidere ich schlicht. Sie schweigt daraufhin.

„Hi, du Kleine. Bist du ein großer Fan?“, fragt Zeke das Mädchen sanft.

„Der allergrößte!“, antwortet sie stolz.

„Sie hat alle eure Poster, CDs und Magazine“, fällt ihr Bruder ein und rollt schmunzelnd mit den Augen.

„Wahnsinn, dann bist du ja wirklich unsere Nummer eins.“ Er nimmt ihr Autogrammbuch samt Stift entgegen, schreibt eine kleine persönliche Nachricht hinein und unterzeichnet. „Bitteschön! Wenn du unserer Veronica hier deine Adresse gibst, sorgen wir bestimmt dafür, dass wir dir ein paar Tickets für unser nächstes Konzert schicken.“

„Wirklich?“, kreischt das Mädchen auf. „Du bist der Beste!“ Sie fällt ihm um den Hals und er erwidert die Umarmung herzlich.

„Darf ich dich auch was fragen?“, schaltet sich der Bruder ein, als Zeke wieder aufsteht.

„Schieß los.“

„Kann ich deine Zähne sehen?“

Zeke zeigt spontan seine normalen Zähne und schauspielert kurz, bevor er blitzschnell seine Fangzähne ausfährt. Der Junge reißt fasziniert die Augen auf. „Wie cool ist das denn!“

„Bleib immer schön in der Schule, Kumpel.“ Zeke wuschelt dem Jungen aufmunternd durchs Haar.

„Kommt, wir gehen rüber zu Caspian.“ Ich nehme die Hand des Mädchens und wir steuern auf Caspian zu, um den herum bisher niemand steht. Er lehnt einfach nur da und beobachtet gelassen das Treiben im Raum. „Caspian, würdest du dem Mädchen bitte ein Autogramm geben?“

„Sicher.“ Er nimmt das Buch und unterschreibt, wobei er zusätzlich das Herz-Logo der Band dazu zeichnet.

„Danke, Caspian“, stammelt das kleine Mädchen und läuft leicht rot an. Ich könnte schwören, dass sich auf Caspians Lippen ein ganz zartes Lächeln abzeichnet, doch es verschwindet so rasch wieder, dass ich mir nicht ganz sicher bin.

„So, und jetzt ab zu Slate.“ Slate sitzt auf dem Sofa, flankiert von jeweils einem weiblichen Fan links und rechts. „Slate, wärst du so lieb und würdest das Autogrammbuch für die Kleine signieren?“

„Slate, wer ist dieses Mädchen überhaupt?“, fragt eine der Frauen an seiner Seite mit perfektem blonden Haar und strahlend blauen Augen.

„Das ist die neue persönliche Assistentin der Band“, antwortet er, richtet sich auf, greift nach dem Buch und unterschreibt. „Schön, dass dir unsere Musik gefällt.“

„Dankeschön.“ Sie deutet ihm mit einer Handbewegung an, näher zu kommen. „Du bist mein absoluter Lieblingsstar“, flüstert sie leise, aber laut genug, dass ich es hören kann. Sie wird dunkelrot im Gesicht, während Slate ein breites Grinsen aufsetzt.

„Du hast mir den Tag gerettet.“, zwinkert er ihr zu, und ich wette, sie wäre vor Wonne fast in Ohnmacht gefallen.

„Komm, weiter geht's.“ Ich nehme sie wieder an der Hand und wir steuern auf Rush zu. Ihn habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben, da sich gleich fünf Frauen um ihn scharen. Als er mich auf sich zukommen sieht, verändert sich seine Haltung schlagartig und seine Augen dunkeln ein wenig nach. „Rush, kannst du bitte das Autogrammbuch dieses kleinen Mädchens unterschreiben?“

„'Bitte'? Mir gefällt es, wenn du dieses Wort benutzt“, süffisant grinst er mich an, woraufhin ich nur demonstrativ die Augen rolle.

„Unterschreib einfach das Buch.“, ich schüttele den Kopf.

„Bitte, Rush!“, blickt das kleine Mädchen zu ihm auf.

„Ist die süß“, gurrt eine Schwarzhaarige neben ihm, beugt sich hinab und meint: „Sie sieht so lecker aus, ich könnte sie glatt auffressen.“ Ich weiß genau, dass sie das keineswegs nur im übertragenen Sinne meint. „Kleines, willst du uns nicht mal deinen Hals zeigen?“

„Courtney!“, warnt Rush sie mit scharfer Stimme.

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