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Kapitel 5

Author: Right
last update publish date: 2026-10-31 19:40:10

Yaras POV

Ich knallte auf den Beifahrersitz, versuchte, es so aussehen zu lassen, als wäre ich in Ordnung, als hätte ich mich nicht gerade vor der halben Stadt bloßgestellt. Meine Hände wollten nicht aufhören zu zittern, sie krallten sich in den Rand des Leders, als könnte es mich an irgendeiner Form von Verstand festbinden.

Stille. Absolute, unerträgliche Stille. Ich starrte aus dem Fenster und spielte die Café-Szene immer und immer wieder ab. Jedes Wort, das ich geschrien hatte, jede Beleidigung, die meine Lippen in einem Schwall aus Feuer und Scham verlassen hatte… alles tanzte hinter meinen Augenlidern.

Gott. Warum konnte ich nicht einfach den Mund halten?

Ich hatte mich selbst zu einem Spektakel gemacht. Das Mädchen, das ausgerastet ist, Kevin angeschrien hat, Cassie beschämt hat und die Falcon Falls High in eine Live-Realityshow verwandelt hat. Ich würde wochenlang ein Meme sein. Vielleicht für immer.

Und wofür? Für einen Jungen?

Ich riskierte alles für einen Jungen, der danach nicht einmal mit der Wimper zuckte.

Rayan saß neben mir, ruhig wie immer. Kein Kommentar, kein Seufzen, nur Hände am Lenkrad und Finger, die wie ein Metronom auf das Leder tippten. Seine Augen wanderten kein einziges Mal zu mir, und ich hasste ihn dafür. Er fuhr wie irgendein perfekter Uber-Fahrer in einem Anzug, den ich mir nie würde leisten können, glitt durch die Straßen, während ich versuchte, im Beifahrersitz zu verschwinden.

Hat er kein Herz? Sieht er nicht, was gerade passiert ist? Ist es ihm egal, dass ich—

Ich schluckte schwer. Mein Hals fühlte sich wund an. Meine Lippen zitterten. Ich konnte mir nicht einmal selbst trauen, nicht zu weinen. Rot im Gesicht, brennend, gedemütigt, meine Brust hebend und senkend, als wäre ich einen Marathon gelaufen, dem ich nicht zugestimmt hatte.

Die Häuser glitten verschwommen vorbei. Jeder vorbeiziehende Baum, jeder Briefkasten, jede Straßenlaterne war eine Erinnerung daran, dass die Welt für alle anderen nicht untergegangen war, obwohl meine es war.

Und dann… hielt er an.

Einfach so rollte das Auto sanft am Straßenrand zum Stehen. Mein Herz machte einen Satz, eine chaotische Trommel, die nicht langsamer werden wollte.

„Warum—?“ begann ich, meine Stimme zitternd.

„Verschwende deine Tränen nicht an einen Jungen wie ihn“, sagte er. Seine Stimme war tief, bedächtig, unmöglich ruhig.

Ich blinzelte. Mein Magen kippte. Oh. Er hat doch ein Herz.

Seine Hand hob sich, langsam, bewusst. Mein Puls sprang mir in den Hals. Ich geriet in Panik, die Finger in meinem Schoß verkrampft. Sein Daumen strich über meine Wange. Mein Atem stockte. Dann griff seine Hand nach meinem Kinn, fest, unnachgiebig, und zwang mich, seinen Blick zu erwidern.

Warum war er so unerträglich gutaussehend? So kalt? So… verschlingend?

Ich wollte wegsehen. Ich wollte schreien. Ich wollte mich zusammenrollen und verschwinden. Aber ich konnte nicht. Ich konnte nicht, weil seine Augen—dunkel, unlesbar, zu intensiv—mich festhielten, als stünde ich mitten in einem Sturm, und ich war diejenige, die im Wind zitterte.

„Warum—was machst du—“ meine Stimme war nichts weiter als ein Stocken in der Luft.

Er lehnte sich nur leicht näher, ohne mich zu berühren, noch nicht, aber nah genug, um die Hitze zwischen uns zu spüren. Nah genug, dass ich mir all die Dinge vorstellte, die er tun könnte. Nah genug, um zu spüren, wie sich meine Brust zusammenzog, mein Herzschlag stolperte, mein Verstand sich drehte.

Ich war bereit, dass er mich auf den Rücksitz beorderte, mich nackt auszog und mich meine Beine spreizen ließ—ihn mich kosten ließ, mich mit den Fingern nahm oder tat, was auch immer er wollte.

Ich bin so verdammt feucht…

Aber stattdessen

schob ich seine Hand weg, bevor ich die Kontrolle verlieren konnte. „Oh, er hat ein Herz. Er kann sprechen. Er kann mir Befehle geben“, fauchte ich, Worte schneller als meine Gedanken. Zu schnell, zu laut, zu scharf.

Er zuckte nicht zusammen. Blinzelte nicht einmal. Seine Lippen krümmten sich zu einer gefährlichen Linie, der Art von Linie, die deinen Magen verdrehte und gleichzeitig deinen Mund austrocknen ließ.

„Vorsichtig, kleine Nachtigall“, murmelte er. „Du bist nicht bereit, mit mir zu spielen.“

Spielen.

Das Wort traf mich wie eine in Seide gewickelte Klinge. Mein Magen bäumte sich auf, meine Brust hob und senkte sich, meine Gedanken kollidierten. Was sollte das überhaupt bedeuten? Was meinte er?

Und oh Gott. Meine Wangen brannten. Mein Kopf summte. Ich konnte jeden Nerv in meinem Körper spüren, der strammstand, zitterte, schmerzte, wollte.

„Dann bring es mir bei“, sagte ich, bevor ich mich stoppen konnte. Die Worte rissen roh, rücksichtslos, ungezähmt aus mir heraus.

Ich wollte mich fast selbst anschreien.

Herzlichen Glückwunsch, Yara, du hast dich gerade freiwillig für Sex gemeldet. Für den Stiefbruder deiner besten Freundin. Für jemanden, der zehn Jahre älter ist.

Für… ihn.

Er starrte mich an, als hätte ich mich gerade selbst zugrunde gerichtet. Als könnte er jeden ausgefransten Rand sehen, jeden rohen Gedanken, jeden Herzschlag, der mich verriet. Und er sagte nichts. Nichts. Kein Wort.

Für einen Moment fühlte es sich an, als hätte sich die Welt auf uns beide verengt, gefangen in dem teuren, engen Auto, mit dem Motor, der unter uns summte. Meine Brust hob und senkte sich, als könnte sie aus meinen Rippen ausbrechen. Mein Verstand raste, wand und krümmte sich um jeden Gedanken, den ich nicht haben sollte.

Dann atmete er aus und lehnte sich zurück. Startete das Auto. Fuhr weiter, als wäre nichts passiert, als hätte er mich nicht gerade in irgendeine Schwerkraft gezogen, von der ich nicht wusste, dass ich sie fühlen konnte.

Als wir mein Haus erreichten, zitterte ich so stark, dass ich meine Hände an mein Gesicht pressen musste. Sein Schweigen, während er parkte, machte es schwerer, fast erstickend.

Ich murmelte ein Dankeschön, das ich nicht einmal fühlte, und tastete nach dem Türgriff mit Fingern, die nicht kooperieren wollten. In dem Moment, in dem ich ausstieg, trugen mich meine Füße ohne Zögern die Treppe hinauf. Der verwirrte Blick meiner Mutter registrierte ich nicht, er war egal.

Meine Zimmertür knallte hinter mir zu. Ich sank auf den Boden, das Gesicht in mein Kissen vergraben.

Die Tränen kamen schnell. Heiß. Scharf. Und als sie liefen, ließ ich sie, zitternd, würgend, keuchend, und ließ jede Unze Demütigung, Scham und verwirrendes Verlangen auf den Teppich fließen.

Ich fluchte laut. Verfluchte jede Person und jedes Ding, das mich hierher gebracht hatte. Kevin. Cassie. Falcon Falls High. Sogar ihn, Rayan, den empörenden, gutaussehenden, unantastbaren Mann, der mich gerade zerbrochen und gleichzeitig gehalten hatte.

„Fahr zur Hölle, Kevin. Fahr zur Hölle, Cassie. Fahr zur Hölle, Falcon High. Fahr zur Hölle, arabischer Prinz“, zischte ich zwischen Schluchzern, mein Hals wund, mein Körper zitternd vor dem Echo all dessen, was passiert war.

Und dennoch, selbst unter der Wut, unter der brennenden Scham und Verwirrung, blieben seine Worte.

Vorsichtig, kleine Nachtigall.

Ich flüsterte sie zurück an die Decke, an mich selbst, an den leeren Raum, schaudernd.

Für einen Moment fragte ich mich, ob ich jemals wieder vorsichtig sein würde. Oder ob ich es überhaupt sein wollte.

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