登入Die schwere Eichentür hallte im stillen Flur wider. Valeria starrte auf das glatte Holz. Ihr Kopf war wie leergefegt. Ihre Brust fühlte sich eng an. Sie bekam keine Luft. Leo wusste es. Er hatte ihre Marke. Er wusste, dass sie Polizistin war. All ihre Pläne waren zunichte. Sie saß in der Falle. Sie blickte auf ihre Hände. Sie hielt die kleine braune Schachtel und das schwarze Telefon. Ihre Finger zitterten. Warum hatte er sie den Raum verlassen lassen? Warum hatte er sie nicht gleich dort getötet? Er wollte ein Spiel spielen. Er wollte sehen, was sie tun würde.
Sie drehte sich um und ging die Treppe hinunter. Die Musik aus dem Club drang wieder an ihre Ohren. Der dröhnende Bass hämmerte gegen ihre Haut. Sie ging durch die versteckte Tür zurück in den Hauptraum. Blinkende rote Lichter blendeten sie einen Moment lang. Männer lachten und tranken an ihren Tischen. Sie ahnten nicht, dass ein Raubtier sie aus den Schatten im Obergeschoss beobachtete. Sie musste das Gebäude verlassen. Sie musste fliehen. Aber wenn sie floh, würde Leo sie jagen. Er hatte ihr befohlen, eine Lieferung auszuliefern. Er hatte ihr gesagt, sie solle ins Grand Hotel gehen. Zimmer 402.
Sie verließ den Club durch den Hinterausgang. Die kalte Nachtluft streichelte ihr Gesicht. Es tat gut. Sie atmete tief durch. Die Straße war dunkel und leer. Eine einzelne Straßenlaterne flackerte über ihr. Sie betrachtete die kleine braune Schachtel in ihrer Hand. Sie fühlte sich leicht an. Was war darin? Drogen? Eine Waffe? Eine Warnung? Sie wollte sie öffnen. Sie zog an der dunklen Schnur. Dann hielt sie inne. Leo hatte ihr gesagt, sie solle nicht hineinsehen. Er beobachtete sie bestimmt gerade. Er hatte überall Augen. Sie knotete die Schnur wieder zusammen. Sie ging den nassen Bürgersteig entlang.
Das Hotel war drei Blocks entfernt. Sie ging schnell. Ihre hohen schwarzen Absätze klackten auf dem Beton. Sie zog ihren Mantel enger um sich. Die Stadt war um diese Zeit still. Das imposante Gebäude kam in Sicht. Es war ein altes Haus mit hohen Fenstern und einer großen Glastür. Sie stieß die Tür auf und betrat die Lobby. Die Luft roch nach altem Staub und billigem Parfüm. Hinter dem Empfangstresen schlief ein Mann. Er hatte nicht gehört, wie sie an ihm vorbeiging. Sie fand die Treppe und stieg in den vierten Stock. Ihr Herz raste.
Der Flur im vierten Stock war stockdunkel. Der Teppich war abgenutzt und verblichen. Die Hausnummern waren schwer zu lesen: Viernulleins. Viernullzwei. Sie stand vor der Tür. Ihre Hände waren schweißnass. Sie erinnerte sich an Leo und seine kalte Stimme. Er hatte ihr gesagt, sie solle dreimal klopfen. Er hatte ihr gesagt, sie solle dem Mann drinnen die Schachtel geben. Sie hob die Hand. Sie klopfte einmal. Sie klopfte zweimal. Sie klopfte ein drittes Mal. Das Klopfen hallte durch den leeren Flur. Sie wartete. Zehn Sekunden vergingen. Niemand antwortete. Sie klopfte erneut.
Dann hörte sie ein Geräusch von drinnen. Schritte näherten sich der Tür. Ein Schloss klickte. Der Messinggriff drehte sich langsam. Die Tür quietschte auf. Der Raum war stockfinster. Ein Mann stand im Schatten. Er trug eine dunkle Jacke. Er hielt den Kopf gesenkt. Valeria hielt ihm die kleine braune Schachtel hin. „Ich habe eine Lieferung“, sagte sie. Ihre Stimme zitterte leicht. Der Mann griff nach dem Karton und nahm ihn entgegen. Seine Hände waren mit dunklen Handschuhen bedeckt. Er sagte kein Wort. Er zog den Karton in den dunklen Raum. Valeria drehte sich um und ging.
„Warten Sie“, sagte der Mann. Valeria erstarrte. Sie erkannte die Stimme. Ihr wurde ganz anders. Er konnte es nicht sein. Unmöglich. Sie drehte den Kopf und blickte in den dunklen Raum. Der Mann griff nach einem Schalter. Eine kleine Lampe flackerte auf. Das gelbe Licht traf sein Gesicht. Valeria keuchte auf. Sie wich einen Schritt zurück und stieß gegen die Wand hinter sich. Es war Captain Harris. Er war ihr alter Chef. Er war der Mann, der ihr diesen Undercover-Job empfohlen hatte. Er war der Mann, der sie in den Club geschickt hatte.
„Captain?“, flüsterte Valeria. Sie traute ihren Augen nicht. „Was machen Sie hier?“ Harris blickte auf die Schachtel in seiner Hand. Dann sah er zu Valeria auf. Seine Augen waren kalt und leer. Er sah genauso aus wie Leo. „Ich nehme meinen Anteil“, sagte Harris. Er löste die dunkle Schnur und öffnete die kleine braune Schachtel. Er zog einen dicken Stapel grüner Geldscheine heraus. Es war eine Bestechung. Valeria wurde übel. Die Polizei versuchte nicht, die Mafiafamilie zu stoppen. Sie arbeiteten mit ihr zusammen. Harris stand auf ihrer Gehaltsliste.
„Du hast mich reingelegt“, sagte sie. Ihre Stimme wurde lauter. „Du hast mich ihm ausgeliefert.“ Harris schüttelte den Kopf. „Du warst nur ein Spielball, Valeria. Leo brauchte ein neues Mädchen. Ich brauchte eine Ablenkung. Es hat sich für uns beide gelohnt.“ „Er weiß, dass ich Polizistin bin“, sagte sie. „Er hat mir meine Marke zurückgegeben.“ Harris lächelte. „Ich weiß. Ich habe sie ihm gestern gegeben.“ Valeria spürte einen Wutanfall. Sie wollte ihn schlagen. Sie wollte schreien. Aber sie hatte keine Waffe. Sie war allein mit einem korrupten Polizisten.
„Warum hast du mich das Geld abliefern lassen?“, fragte sie. „Leo mag seine Spielchen“, antwortete Harris. „Er wollte, dass du die Wahrheit siehst. Er wollte, dass du weißt, dass niemand kommt, um dich zu retten.“ Harris zog seine schwere Pistole aus dem dunklen Lederholster. Er richtete die Waffe direkt auf Valeria. „Es tut mir wirklich leid“, sagte Harris. „Aber du kannst nicht zurück in den Club. Du hast heute Abend zu viel gesehen.“ In diesem Moment klingelte das schwarze Prepaid-Handy in ihrer Tasche laut. Harris erstarrte. Der schrille Ton zerriss die Stille des Zimmers. Valeria blickte in ihre Manteltasche. Sie wusste genau, wer sie gerade anrief.
Die laute Stimme hallte in der dunklen Gasse wider. Valeria erstarrte. Ihre kleine Hand lag fest in seinem warmen Griff. Sie blickte über seine Schulter. Ein Mann stand am Straßenrand. Er hielt eine helle Taschenlampe. Er trug eine blaue Uniform. Es war ein junger Polizist. Er sah nicht wie einer dieser Bösewichte aus. Er wirkte verängstigt. Er leuchtete in die Schatten. Der Lichtstrahl verfehlte sie nur um Haaresbreite. Valeria hielt den Atem an. Leo zog sie eng an sich. Er brachte sie hinter einen großen Metallkasten. Er blieb stehen.Der Kies knirschte unter seinen schweren schwarzen Stiefeln. Valeria schloss die Augen fest. Sie hörte ihr Herz rasen. Leo gab keinen Laut von sich. Er legte seinen rechten Arm um ihre Taille. Mit der linken Hand griff er in seine dunkle Jacke. Er zog seine schwarze Pistole heraus. Der junge Polizist blieb stehen. Er richtete seine helle Taschenlampe auf die Straße. Jemand rief seinen Namen von der Hauptstraße. Es war Captain Harris. Der junge Polizist
Das laute Klingeln des schwarzen Telefons durchbrach die bedrückende Stille des Hotelzimmers. Valeria fixierte die Pistole in der Hand ihres ehemaligen Chefs. Captain Harris schoss nicht. Das plötzliche Geräusch hatte ihn überrascht. Er blickte auf den hellen Bildschirm. Valeria wusste, dass Leo am anderen Ende der Leitung war. Sie holte tief Luft. Ihre Gedanken rasten. Sie hatte keine Waffe und keine Unterstützung. Sie behielt die Fassung. Der Mann, der ihr das Gesetz beigebracht hatte, wollte nun ihr Leben beenden. Die Welt fühlte sich kalt und dunkel an.Das Telefon klingelte einen kurzen Moment lang nicht. Dann klingelte es erneut. Der Klang hallte von den schmutzigen Wänden wider. Harris umklammerte seine Waffe fester. Er sah Valeria mit kalten Augen an. Er hob den Lauf auf ihre Brust. Sie wich ängstlich zurück. Sie stieß gegen die Kante eines Holztisches. Ihre Hand berührte einen schweren Glasaschenbecher. Es war ihre einzige Chance. Der dunkle Raum roch nach altem Rauch und tie
Die schwere Eichentür hallte im stillen Flur wider. Valeria starrte auf das glatte Holz. Ihr Kopf war wie leergefegt. Ihre Brust fühlte sich eng an. Sie bekam keine Luft. Leo wusste es. Er hatte ihre Marke. Er wusste, dass sie Polizistin war. All ihre Pläne waren zunichte. Sie saß in der Falle. Sie blickte auf ihre Hände. Sie hielt die kleine braune Schachtel und das schwarze Telefon. Ihre Finger zitterten. Warum hatte er sie den Raum verlassen lassen? Warum hatte er sie nicht gleich dort getötet? Er wollte ein Spiel spielen. Er wollte sehen, was sie tun würde.Sie drehte sich um und ging die Treppe hinunter. Die Musik aus dem Club drang wieder an ihre Ohren. Der dröhnende Bass hämmerte gegen ihre Haut. Sie ging durch die versteckte Tür zurück in den Hauptraum. Blinkende rote Lichter blendeten sie einen Moment lang. Männer lachten und tranken an ihren Tischen. Sie ahnten nicht, dass ein Raubtier sie aus den Schatten im Obergeschoss beobachtete. Sie musste das Gebäude verlassen. Sie mu
Das schwarze Metall der Pistole fing das schwache Licht ein. Valeria rührte sich nicht. Ihr Herz hämmerte gegen ihre Rippen wie ein gefangener Vogel. Sie zwang sich zu einem ausdruckslosen Gesicht. Sie durfte keine Angst zeigen. Angst bedeutete Schuld. Sie betrachtete die Waffe. Dann sah sie ihm in die Augen. Leo erwiderte ihren Blick. Er wirkte völlig entspannt. Er sah aus wie ein Mann, der jeden Tag Menschen erschoss. Die Stille im Raum war erdrückend. Sie musste ihm antworten. Sie musste mitspielen. Sie atmete kurz aus. Sie verschränkte die Arme vor der Brust.„Lüge ich dich an?“, fragte Valeria. Ihre Stimme klang genervt, nicht ängstlich. „Ich kenne dich gar nicht.“„Mein Name ist Leo.“ Er senkte die Pistole nicht. „So viel weißt du.“„Ich weiß, dass du die Gehaltsschecks unterschreibst.“ Sie verlagerte ihr Gewicht auf ein Bein. „Ich weiß, dass du die Tanzfläche leitest.“ „Ich weiß nicht, warum du eine Pistole auf eine Tänzerin richtest.“ „Wenn du willst, dass ich gehe, sag es mir
Der wuchtige Bass der Musik ließ die Dielen unter Valeria Cruz erzittern. Sie saß vor dem gesprungenen Spiegel in der Umkleidekabine. Der Duft von süßem Parfüm und starkem Haarspray erfüllte den engen Raum. Drei andere Mädchen standen in der Nähe. Sie lachten und rückten ihre bunten Kostüme zurecht. Valeria betrachtete ihr Spiegelbild. Sie trug ein enges rotes Kleid, besetzt mit kleinen, funkelnden Steinchen. Es fühlte sich eng und unbequem an. Sie zwang sich zu einem tiefen, langsamen Atemzug. Die Wände der Umkleidekabine waren mit verblassten Postern bedeckt. Der Boden war klebrig. Die Luft war heiß.Vor drei Monaten trug sie noch eine Polizeiuniform. Sie patrouillierte durch die hellen Straßen. Sie half Menschen. Sie hatte einen Partner, dem sie vertraute. Sie trug eine Dienstmarke. Sie war stolz. Ein einziger Fehlgriff veränderte ihr Leben. Eine falsche Tür. Ein Verdächtiger, der entkam. Sie nahmen ihr die Marke ab. Sie nahmen ihr die Karriere. Sie wandten sich von ihr ab. Jetzt h







