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Kapitel 3

Author: Jane writes
last update publish date: 2026-07-05 01:55:15

Anna POV

Der Turm des Blackwood-Empire stach wie ein Messer in den Himmel. Ich stand unten, mein Herz hämmerte, und meine billige Bluse klebte mir bereits vom Morgenheat am Rücken. 

Carltons Nachricht brannte immer noch in meiner Tasche. „Dir wird ein Job angeboten.“ Hilfe. Von einem Mann wie ihm? Ich hatte keine Wahl. Die Uhr für Mamas Operation tickte.

Ich schob mich durch die Drehtür. Die Lobby schrie förmlich nach Geld – Marmorböden, hohe Decken, Menschen in teuren Anzügen, die sich bewegten, als gehörte ihnen die Zeit selbst. Eine Empfangsdame blickte auf, mit einem perfekten Lächeln im Gesicht.

„Kann ich Ihnen helfen?“ „Ich heiße Anna Vale. Ich bin hier, um Carlton Blackwood zu sprechen.“ Sie schaute auf ihren Bildschirm, ihre Augenbrauen hoben sich leicht. „Mr. Blackwood erwartet Sie. Fünfzigster Stock. Mr. Davis wird Sie abholen.“

Die Fahrt im Aufzug fühlte sich endlos an. Meine Hände zitterten, als ich meinen Rock glatt strich. Zwei Jobs. Dreitausend Dollar. Mamas dünnes Lächeln gestern. Ich wiederholte es wie ein Gebet. Nur ein Job. Irgendetwas. Irgendwas.

Die Türen öffneten sich. Ein Mann in einem makellosen Anzug wartete. Groß, effizient, Tablet in der Hand. „Miss Vale. Ich bin Davis Brown, Mr. Blackwoods Assistent. Hier entlang.“

Er führte mich einen Flur entlang, der sich eher wie ein Museum als ein Büro anfühlte. Wir blieben vor einer Doppeltür stehen. Davis klopfte einmal und trat zur Seite.

„Sir, Miss Anna Vale ist hier.“ Ich trat ein. Carlton Blackwood saß hinter einem riesigen Schreibtisch, im perfekten dunklen Anzug, sein Gesicht wie aus Stein gemeißelt. Ganz anders als der Mann, den ich gestern gesehen hatte. Keine sanften Worte, keine neugierigen Augen. Nur ein seelenloser Blick.

„Setzen Sie sich“, sagte er mit flacher Stimme. Ich ließ mich in den Ledersessel fallen. „Sie sagten, Sie könnten helfen. Ich bin nicht wegen Wohltätigkeit hier. Ich brauche einen Job. Irgendetwas. Putzen, Akten sortieren, was auch immer genug bezahlt für die Operation meiner Mutter.“

Er lehnte sich zurück, seine Augen bohrten sich in meine. Diese tiefbraunen Augen wirkten jetzt fast schwarz. „Ich kenne Ihre Situation, Anna. 

Zweihundertachtzigtausend für Helene Prozedur. Dreitausend auf Ihrem Konto. Zwei Sackgassen-Jobs. John Smith als Ihr einziger enger Freund.“

Mir sackte der Magen ab. „Sie haben mich überprüft?“ „Gründlich.“ Er stand auf und ging um den Schreibtisch herum, blieb so nah stehen, dass ich sein Parfüm riechen konnte. „Jobs hier fangen unten an. Sie bräuchten Jahre, um zu verdienen, was Ihre Mutter braucht.“

Ich hob das Kinn. „Warum haben Sie mir dann geschrieben? Verschwenden Sie meine Zeit?“

Seine Lippen zuckten, kaum merklich. „Ich verschwende keine Zeit. Ich löse Probleme. Sie brauchen schnell Geld. Ich brauche eine Frau.“

Das Wort traf mich wie eine Ohrfeige. „Eine Frau?“

„Ehevertrag. Mindestens ein Jahr. Vollständige Übernahme der Operation und aller Behandlungen Ihrer Mutter. Im Gegenzug spielen Sie die Rolle. 

Öffentliche Auftritte. Wohnen in meiner Villa.“

Ich lachte einmal scharf und bitter auf. „Sie sind verrückt. Wir sind einmal zusammengestoßen und jetzt brauchen Sie eine Frau? Ich kenne Sie nicht einmal.“

„Sie wissen genug.“ Er tippte auf sein Tablet und schob es mir über den Schreibtisch. „Lesen Sie. Standardbedingungen. NDAs. Vermögensschutz. Die medizinischen Kosten beginnen heute, wenn Sie unterschreiben.“

Ich nahm es in die Hand. Die Worte verschwammen zuerst. Ehe auf Zeit. Anna Vale erklärt sich einverstanden mit… Blackwood übernimmt alle Kosten für Helene Vales Behandlung… Auszahlung von fünfhunderttausend bei Vertragsende…

Meine Hände zitterten. „Das ist Wahnsinn. Menschen heiraten keine Fremden für Geld.“

„Menschen tun das, wenn sie keine Optionen haben.“ Seine Stimme blieb kühl. „Ihre Mutter hat noch 

Wochen, Anna. Dr. Parker James hat es bestätigt. Unterschreiben Sie, und sie bekommt die beste Behandlung, noch heute Abend. Lehnen Sie ab, und Sie gehen mit nichts außer meinem Angebot, dieses Treffen zu vergessen.“

Ich knallte das Tablet auf den Tisch. „Warum ich? Sie könnten sich jede Frau in dieser Stadt kaufen.“

Er trat näher. Hitze strahlte von ihm aus. „Ich muss meine Gründe nicht erklären. Sie brauchen das Geld. 

Ich brauche Ihre Darbietung. Ich brauche das. Und Sie brauchen das hier.“

Ich sprang auf, der Stuhl schabte über den Boden. „Ich muss nachdenken. Ich kann keinen Vertrag blind unterschreiben, ich bin nicht dumm.“

„Nehmen Sie zehn Minuten.“ Er nickte zu einer Seitentür. „Privater Salon. Davis bringt Kaffee. Aber das Angebot erlischt, wenn ich zu meinem nächsten Termin gehe.“

Ich folgte Davis in den Salon. Mein Handy zitterte, als ich „Carlton Blackwood“ suchte. Schlagzeilen überschwemmten mich. Skrupelloser Geschäftsmann. Zermalmt Konkurrenten. Blackwood Empire kauft Firmen und schlachtet sie aus. Schnell beigelegte Klagen. Frauen kamen und gingen wie Schatten in seinem Leben. Kalt. Berechnend. Verliert nie.

Ein Artikel nannte ihn einen Hai im Anzug. Ein anderer sagte, wer ihm in die Quere komme, dessen Karriere sei vorbei. Meine Kehle zog sich zusammen. Mamas Stimme hallte in mir wider: Wir finden immer einen Weg. Aber das hatten wir nicht. Nicht dieses Mal.

Davis klopfte und kam mit Kaffee herein. „Mr. Blackwood ist bereit, wenn Sie es sind.“

Ich ging zurück ins Büro. Carlton stand am Fenster, die Arme verschränkt, und sah aus wie der Milliardär, dem die Welt gehörte.

„Nun?“ fragte er.

Ich schluckte schwer. „Ihr Ruf ist furchterregend, Mr. Blackwood. Skrupellos. Die Leute sagen, Sie zerstören jeden, der Ihnen im Weg steht.“

„Stimmt.“ Keine Entschuldigung. „Aber ich halte mein Wort. Unterschreiben Sie, und Ihre Mutter lebt. Brechen Sie es, und die Konsequenzen sind schlimmer, als Sie sich vorstellen können. Einfach.“

Ich starrte wieder auf das Tablet. Mama in diesem Krankenhausbett. Ihr Lachen gestern. Tränen brannten in meinen Augen, aber ich blinzelte sie weg.

„Vollständige Übernahme der Operation?“ fragte ich. „Überweisung in der Sekunde, in der Sie unterschreiben. Dr. James bekommt das Okay innerhalb einer Stunde.“

Meine Stimme klang klein, aber fest. „Ich will das schriftlich. Genau hier. Fügen Sie diesen Punkt hinzu.“ „Und wir schlafen in getrennten Zimmern.“

Sein Blick traf meinen, und ich hätte schwören können, einen Funken der Unzufriedenheit bei meiner letzten Bedingung zu sehen – doch er verschwand so schnell, wie er gekommen war. 

Er nahm das Tablet, tippte lässig und reichte es mir zurück. „Erledigt. Lesen Sie.“

Diesmal las ich jede Zeile. Ich spürte die Kälte des Vertrags vom Bildschirm. Keine Romantik. Nur ein Deal. Meine Hand schwebte über dem Display. Hier unterschreiben.

„Ich habe keine Wahl“, flüsterte ich. „Man hat immer eine Wahl“, sagte Carlton. „Diese hier rettet sie.“

Ich drückte meinen Finger auf die Linie. Die digitale Unterschrift wurde gespeichert. Erledigt.

In Carltons Augen flackerte etwas – Zufriedenheit, vielleicht Hitze. „Gut. Davis erledigt jetzt den Anruf beim Krankenhaus. Gehen Sie nach Hause, packen Sie Ihre Sachen. Smith Jones holt Sie in zwei Wochen ab. Willkommen in der Blackwood-Welt, Anna.“

Ich stand da, meine Beine zitterten. „Das ist nur Papier. Erwarten Sie nicht, dass ich Sie mögen werde.“

Ein langsames Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus – zum ersten Mal. Gefährlich. „Das werden wir noch sehen. Ein Jahr, Ehefrau. Ab jetzt.“

Fast sofort klingelte mein Handy. Dr. Parker James. 

„Anna? Das Krankenhaus hat gerade die komplette Finanzierung erhalten. Wir bereiten Ihre Mutter für die erste Operation heute Abend vor. Wie –“

Ich legte auf und sah Carlton an. Er beobachtete mich wie ein Raubtier, das gerade die Falle zuschnappen ließ. „Und jetzt?“ verlangte ich.

Er trat nah an mich heran, die Stimme leise. „Jetzt lernen Sie, was es bedeutet, meine Frau zu sein. Gehen Sie nach Hause. Verabschieden Sie sich. Der Wagen kommt bald.“

Ich drehte mich zum Gehen, mein Puls raste. Seine Stimme hielt mich an der Tür auf. „Und Anna? Dieser Funke, den Sie gestern gezeigt haben? Behalten Sie ihn. Ich mag Herausforderungen in meinem Bett.“

Hitze schoss durch mich hindurch – Wut, Angst, etwas Heißeres, das ich nicht benennen wollte. Ich knallte die Tür hinter mir zu und eilte zum Aufzug.

Mama würde leben. Aber zu welchem Preis? Carlton Blackwood besaß mich jetzt, und der Blick in seinen Augen sagte, dass er vorhatte, jeden einzelnen Teil von mir einzufordern.

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