Masuk„Wenn du ihn so wenig sehen kannst, dann halt dich einfach aus seinem Leben raus. Wen Felix heiratet, geht nur ihn und mich etwas an.“Elena war normalerweise niemand, der ältere Menschen respektlos behandelte. Doch in diesem Moment war ihr das völlig egal.Sie ließ nicht zu, dass jemand Felix auf diese Weise behandelte.Felix sah auf die schmale Gestalt vor sich, und etwas Warmes breitete sich in seiner Brust aus. Ein großer Teil der Kälte, die ihn eben noch beherrscht hatte, verschwand fast augenblicklich.Auch seine Wut verlor an Schärfe.In seinen dunklen Augen lag plötzlich nur noch Wärme.Thomas dagegen wurde noch wütender.„Halt dich da raus! Das ist eine Sache der Familie Stein und geht dich überhaupt nichts an!“Sein Blick auf Elena war offen feindselig.„Ohne dich wäre es in unserer Familie nie so weit gekommen. Seit du aufgetaucht bist, gibt es nur Ärger!“Die Worte trafen Elena härter, als sie zeigen wollte.Seit dem Tod ihrer Eltern hatte sie diesen Vorwurf immer wieder ge
Felix sah Elena mit dunklem, ruhigem Blick an, ein leichtes Lächeln auf den Lippen.„Vertraust du mir?“Elena erwiderte seinen Blick ohne zu zögern und nickte.„Ja.“Keine Sekunde Unsicherheit.Felix’ Lächeln wurde breiter, und in seinen dunklen Augen lag nur Wärme.„Gut. Dann darf ich dich nicht enttäuschen.“Elena vertraute ihm.Ohne auch nur einen Moment zu zögern, nahm sie den Stift und setzte ihren Namen unter die vorbereitete Stelle.Im Grunde war es ein Risiko, doch diesmal fühlte es sich nicht wie ein blindes Wagnis an, sondern wie eine Entscheidung, hinter der sie mit voller Überzeugung stand.Nachdem sie unterschrieben hatte, sah sie Felix an.„Fertig.“Sie legte den Stift beiseite, klappte die Unterlagen zu und schob sie Felix zurück.Er hatte jede ihrer Bewegungen beobachtet. Als er merkte, dass sie tatsächlich nicht einmal nach dem Inhalt gefragt hatte, lag deutliche Überraschung in seinem Blick.„So viel Vertrauen verpflichtet mich ja fast dazu, mich besonders anzustrenge
„Die Brandt-Gruppe verfügt über ein starkes Vertriebsnetz und einen breiten Zugang zu verschiedenen Märkten. Durch eine Zusammenarbeit können wir unsere Reichweite deutlich schneller ausbauen. Wirtschaftlich ist das ein äußerst attraktives Projekt ...“Elena unterbrach ihn.„Ich werde keine Zusammenarbeit mit der Brandt-Gruppe eingehen. Nehmen Sie die Unterlagen wieder mit. Für mich hat dieses Gespräch nie stattgefunden.“Ihre Antwort war eindeutig, ihr Gesicht kühl und ohne jede Nachgiebigkeit.Florian hatte offenbar nicht mit einer so kompromisslosen Ablehnung gerechnet. Zum ersten Mal verlor seine sonst so ruhige Miene etwas von ihrer Gelassenheit.„Liegt es an der Stein-Gruppe? Oder treffen Sie diese Entscheidung aus persönlichen Gründen, weil Sie Felix Stein nahestehen?“„Wir sprechen hier über Geschäft, nicht über Ihr Privatleben. Am Ende zählt, was der Weiß-Gruppe nützt. Wenn uns diese Kooperation neue Märkte erschließt und erhebliche Gewinne bringt, warum lehnen wir sie dann ab
Bei Felix ging das noch viel weiter.Seit seiner Kindheit war er konsequent zum künftigen Erben erzogen worden. Selbst wenn er krank im Bett lag, bekam er von Fiona kaum Wärme oder Fürsorge. Stattdessen machte sie ihm Vorwürfe, weil er angeblich nicht einmal auf sich selbst aufpassen konnte.Adrian dagegen musste nur schlechte Laune haben, und schon kümmerte sie sich um ihn.Felix erinnerte sich noch genau an einen Abend, an dem er mit hohem Fieber allein geblieben war, während Fiona zu Adrian ging, weil der nicht schlafen wollte.Felix war damals gerade zehn Jahre alt.Theodor zog die Brauen zusammen.„Und was machst du jetzt?“Lia sagte nichts, sondern sah Felix nur ruhig an und wartete auf seine Antwort.Auch ein Mensch, der nach außen noch so stark wirkte, brauchte irgendwann Nähe und Familie.Felix war unter einem Druck groß geworden, der ihn früh hart und beherrscht gemacht hatte, doch seine Freunde wussten, dass hinter dieser Kälte längst nicht alles so gefühllos war, wie es wir
Selbst im Schlaf murmelte Elena leise:„Felix ... ich bleibe wirklich bei dir. Hab keine Angst ...“So weich und unbefangen wirkte sie ganz anders als sonst. Von ihrer kühlen, stolzen Art war nichts übrig, und gerade diese Wärme traf Felix tief.Stück für Stück schien sie etwas in ihm zu heilen, das schon lange wund und leer gewesen war.Zum Glück hatte er sie.In diesem Moment vibrierte das Handy auf dem Nachttisch.Marius rief an.Felix löste vorsichtig Elenas Arm von seiner Taille, stieg leise aus dem Bett und verließ das Schlafzimmer, ohne sie zu wecken.„Herr Stein, bei Thomas tut sich etwas. Es sieht ganz danach aus, dass er bald handelt, genau wie Sie vermutet haben.“„Fiona ist wieder in Polizeigewahrsam. Natürlich wird er jetzt nervös.“„Gut so. Manche Dinge müssen ohnehin endlich zu Ende gebracht werden.“Marius fragte:„Dann gehen wir weiter nach Plan vor?“Felix zögerte keine Sekunde.„Ja. Bereiten wir ihm eine Überraschung.“Im Wohnzimmer brannte kein Licht.Felix stand vo
Elena war nur deshalb so mutig geworden, weil Felix am Arm verletzt war und sie davon ausging, dass er sich heute ohnehin zurückhalten musste.Damit hatte sie sich allerdings gründlich verschätzt.Felix’ Blick wurde schlagartig heiß. Mit der unverletzten Hand griff er ihr in den Nacken, zog sie zu sich und küsste sie so leidenschaftlich, dass Elena kaum noch zum Atmen kam.Erst als ihre Kräfte nachließen und sie weich gegen seine Brust sank, löste er sich nur widerwillig von ihren Lippen.Sein Atem ging deutlich schneller, und in seinem dunklen Blick lag spürbare Zurückhaltung.„Na, Elena? Willst du immer noch mit mir spielen?“Felix hatte sie eben so wild geküsst, dass ihre Lippen noch immer leicht geschwollen waren.Elena wagte es deshalb nicht, ihn weiter zu reizen, und schüttelte hastig den Kopf.„Du hast das doch extra gemacht. Das Wasser wird gleich kalt, also geh jetzt endlich baden und leg dich danach hin.“Felix musste bei ihrem verlegenen Gesicht lachen. Die Schwere des Nachm
Elena erstarrte, ihr Herz schlug immer schneller.In dem Moment, als Felix sich noch einmal zu ihr hinunterbeugte, um sie zu küssen, begann ihr Körper unwillkürlich zu zittern.Als er ihre Reaktion bemerkte, hielt Felix inne. In seinen dunklen Augen lag deutlich sichtbare Beherrschung.„Na? Hast du
Die spöttische Stimme am anderen Ende der Leitung drang in ihr Ohr. Erst nach einigen Sekunden fand Elena ihre Fassung wieder. „Felix, dein Bruder hat mich gerade nach Strich und Faden verarscht und jetzt bist du dran, ja?“Am Telefon war Felix Stein, Adrians leiblicher Bruder.Als Elena damals mit
„Sag mal, Adrian, heute wolltest du doch mit Elena zum Standesamt. Hast du keine Angst, dass sie ausrastet, wenn du nicht hingehst?“„Ach was, Elena hängt doch an ihm wie eine Klette. Selbst wenn sie kapiert, dass er nur wegen Nina nicht hingegangen ist, schluckt sie das trotzdem.“„Eben. Gegen Nina
Am anderen Ende der Leitung wurde aufgelegt.Für einen Moment wurde Adrian die Brust eng. Unruhe und blanke Wut flackerten in ihm auf, ausgelöst von der Männerstimme, die er eben im Hintergrund gehört hatte.Hat Elena sich schon einen neuen Mann gesucht?Doch kurz darauf entwich ihm nur ein verächtl







