Mag-log inZu Hause griff Mara immer wieder nach ihrem Handy.Seit die Gerüchte aufgekommen waren, hatte Sebastian sich kein einziges Mal gemeldet.Keine Nachricht, kein Anruf.Vielleicht dachte er sogar, dass sie selbst hinter der ganzen Sache steckte.„Trink etwas.“Elena stellte ihr ein Glas warmes Wasser hin.„Danke.“Mara nahm es entgegen und zwang sich, nicht weiter über Sebastian nachzudenken.Elena sah trotzdem, dass sie noch immer schlecht aussah, und legte ihr beruhigend eine Hand auf die Schulter.„Mach dir nicht zu viele Gedanken. Sobald das hier vollständig geklärt ist, wird es auch deiner Arbeit nicht mehr im Weg stehen.“Mara nickte. In ihrem Blick lag unverhohlene Dankbarkeit.„Zum Glück bist du da. Wenn du bei mir bist, habe ich vor nichts Angst.“Elena lächelte sanft.„Natürlich. Dafür sind beste Freundinnen da.“In all den Jahren hatte Mara sie durch genug schwere Zeiten begleitet. Wenn Elena selbst nicht mehr weiterwusste, war Mara oft diejenige gewesen, die sie aufgefangen un
Mara wusste nicht, was Elena nun von ihr denken würde.Was andere über sie sagten, war ihr im Grunde egal. Aber Elenas Meinung bedeutete ihr etwas.Gerade als die Anspannung kaum noch auszuhalten war, zog Elena die Brauen zusammen.„Was soll ich denn von dir denken? Ich frage mich eher, warum du dir darüber überhaupt Gedanken machst.“Mara sah sie verständnislos an.„Was?“Elena wurde beinahe ärgerlich.„Nach allem, was gerade passiert, solltest du zuerst an dich selbst denken und nicht daran, wie andere dich beurteilen.“Sie nahm Maras Hand und hielt sie fest. Der Gedanke, dass Mara sich ausgerechnet jetzt noch mit solchen Sorgen quälte, tat ihr weh.„Es ist völlig egal, was andere sagen. Und wenn ich dir deswegen Vorwürfe machen würde, wäre ich keine richtige Freundin. Verstehst du?“Für Elena war Freundschaft nichts, das nur funktionierte, solange alles problemlos lief. Wenn es ernst wurde, musste man erst recht auf derselben Seite stehen.Mara spürte sofort ein Kribbeln in der Nase
Felix hatte Elenas Nachrichten noch nicht einmal ganz gelesen, da rief Lia bereits an.„Jetzt nicht gleich durchdrehen. Wir müssen erst herausfinden, was wirklich passiert ist. Ich habe schon Leute beauftragt, die Schlagzeilen und Posts so schnell wie möglich runterzunehmen.“„Um Sebastian mache ich mir keine Sorgen. Er gehört zur Familie Brecht, an ihn kommt so schnell niemand ran. Aber Mara ist Model und steht beruflich in der Öffentlichkeit. Bei ihr sieht das ganz anders aus.“Lia sprach offen aus, was sie dachte. Ihre feinen Züge unterstrichen die klare, souveräne Art, die sie auszeichnete.„Was ist, wenn die Brechts wieder genauso reagieren wie damals und diesmal gegen Mara vorgehen? Felix, früher oder später musst du bei der Sache vielleicht eingreifen.“Felix verstand sofort, worauf Lia hinauswollte.Was damals passiert war, hatte Sebastian schwer getroffen. Noch nicht einmal fünf Jahre waren seitdem vergangen, und nun drohte sich eine ähnliche Geschichte zu wiederholen.„Ich we
„Elena, es gibt Ärger. Schau dir sofort die Nachrichten an.“Jens stürmte sichtbar aufgeregt ins Büro. Als er sah, dass Elena bereits auf ihr Handy blickte und ihre Miene ernst geworden war, ahnte er sofort, dass sie die Meldungen schon kannte.„Du hast es schon gesehen?“Elena nickte mit ernster Miene.„Ja.“Jens wirkte noch besorgter.„Das kann für Mara richtig schlimm werden. Wenn die Sache weiter hochkocht, könnten ihr Werbeverträge gekündigt werden. Bei solchen Verträgen reden wir schnell über enorme Vertragsstrafen.“Seine Reaktion fiel ungewöhnlich heftig aus, so sehr, dass selbst Elena kurz stutzte. Im Moment hatte sie allerdings keine Zeit, darüber nachzudenken.„Finde heraus, welches Medium die Geschichte als Erstes veröffentlicht hat. Ich will wissen, wer dahintersteckt.“„Mach ich.“Die Aufgabe schien Jens ohnehin gerade recht zu kommen. Er verließ sofort das Büro.Elena versuchte als Nächstes, Mara anzurufen.Doch sie kam nicht durch.Die Leitung war ständig besetzt.Nach
Florian reichte Elena eine Mappe.„Hier sind die aktuelle Planung für das Grundstück und die Prognose für das kommende Jahr. Sehen Sie es sich in Ruhe an.“Elena nahm die Unterlagen entgegen und ging die Zahlen aufmerksam durch. Als sie fertig war, nickte sie anerkennend.„Nicht schlecht. Wenn das Projekt tatsächlich diese Rendite erreicht, haben Sie der Weiß-Gruppe einen großen Dienst erwiesen.“Florian hatte bisher beide Hände in den Hosentaschen. Als Elena zum Sofa ging, nahm er sie heraus und folgte ihr.„Ich hatte eher den Eindruck, dass Sie in letzter Zeit nicht besonders zufrieden mit mir sind.“Elena hörte den Unterton sofort und hob leicht die Brauen.„Wie kommen Sie darauf? Die Projekte, für die Sie verantwortlich sind, laufen gut. Ich sehe also keinen Grund, mit Ihrer Arbeit unzufrieden zu sein.“Florian sah sie aufmerksam an. Um seine Lippen lag ein leichtes Lächeln, doch sein Ton war unverkennbar prüfend.„Mit meiner Arbeit vielleicht nicht. Aber mit mir persönlich schon,
Elena hielt kurz inne.Etwas flackerte in ihren Augen auf, doch als sie wieder aufsah, war das Lächeln aus ihrem Gesicht verschwunden. Sie zuckte leicht mit den Schultern.„Fehlalarm. Frau Klein konnte sich am Ende doch nicht an die entscheidenden Dinge erinnern. Aber es ist in Ordnung. Fiona hat inzwischen ohnehin die Konsequenzen für ihre Taten getragen.“Eigentlich ging es Elena längst um etwas anderes.Sie wollte endlich wissen, wer sie damals wirklich gerettet hatte.Aber das sagte sie Felix nicht. Sie wollte nicht, dass er ihre Hartnäckigkeit missverstand oder glaubte, dieser Mann aus der Vergangenheit bedeute ihr noch etwas.Was für Elena heute zählte, war ihre Ehe.Sie wollte diese Beziehung schützen und das, was zwischen ihnen entstanden war, nicht wegen alter Fragen unnötig belasten.Felix lächelte nur, nahm ein Stück Fleisch von seinem Teller und legte es ihr hin.„Iss. Sonst wird alles kalt.“Elena verzog die Lippen zu einem kleinen Lächeln und nickte.In den nächsten Tagen
Elena erstarrte, ihr Herz schlug immer schneller.In dem Moment, als Felix sich noch einmal zu ihr hinunterbeugte, um sie zu küssen, begann ihr Körper unwillkürlich zu zittern.Als er ihre Reaktion bemerkte, hielt Felix inne. In seinen dunklen Augen lag deutlich sichtbare Beherrschung.„Na? Hast du
Die spöttische Stimme am anderen Ende der Leitung drang in ihr Ohr. Erst nach einigen Sekunden fand Elena ihre Fassung wieder. „Felix, dein Bruder hat mich gerade nach Strich und Faden verarscht und jetzt bist du dran, ja?“Am Telefon war Felix Stein, Adrians leiblicher Bruder.Als Elena damals mit
„Sag mal, Adrian, heute wolltest du doch mit Elena zum Standesamt. Hast du keine Angst, dass sie ausrastet, wenn du nicht hingehst?“„Ach was, Elena hängt doch an ihm wie eine Klette. Selbst wenn sie kapiert, dass er nur wegen Nina nicht hingegangen ist, schluckt sie das trotzdem.“„Eben. Gegen Nina
Am anderen Ende der Leitung wurde aufgelegt.Für einen Moment wurde Adrian die Brust eng. Unruhe und blanke Wut flackerten in ihm auf, ausgelöst von der Männerstimme, die er eben im Hintergrund gehört hatte.Hat Elena sich schon einen neuen Mann gesucht?Doch kurz darauf entwich ihm nur ein verächtl







