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Chapter 3

ผู้เขียน: Larry
last update วันที่เผยแพร่: 2026-09-09 16:43:08

Die Gerüchteküche der Oberschicht kochte über. Die Sterling-Gruppe hatte offiziell bekannt gegeben, dass die lang verschollene Erbin zurückgekehrt war und ihr zu Ehren ein spektakulärer Begrüßungsball stattfinden würde.

Ich hatte dafür gesorgt, dass die Anonymität perfekt genutzt wurde. Durch gezielte Indiskretionen und gestreute Informationen über Makler und Klatschreporter glaubte die gesamte Elite der Stadt binnen vierundzwanzig Stunden fest daran, dass Eva die angekündigte Sterling-Erbin war.

Plötzlich lag der gesamten High Society die Frau zu Füßen, die mich jahrelang gedemütigt hatte.

„Sieh dir diese Heuchler an“, murmelte ich, während ich im gläsernen Büro von Eiswelt standdem exklusivsten Modehaus der Stadt. Ich blickte durch das Einwegglas hinab auf die Verkaufsfläche.

Eiswelt war mein persönliches Imperium. Ich hatte dieses High-End-Label vor Jahren im Geheimen gegründet und zur begehrtesten Marke der Elite gemacht. Weder Lukas noch Eva ahnten auch nur im Ansatz, dass die Kette mir gehörte.

Unten stolzierte Eva durch den Laden, umringt von scharlachroten VIP-Beraterinnen und einer Schar von Prominenten, die um ihre Gunst buhlten.

„Fräulein Dora“, flüsterte meine Chefdesignerin, die leise eingetreten war. „Fräulein Eva sucht nach dem perfekten Kleid für den Ball. Welches Stück sollen wir ihr präsentieren?“

Ein kaltes, berechnendes Lächeln stahl sich auf meine Lippen.

„Bringen Sie ihr das neongelbe Fünf-Millionen-Kleid aus der letzten Frühjahrskollektion“, wies ich sie an. „Das Stück mit den asymmetrischen Fransen und dem fehlkonstruierten Schleppenansatz.“

Die Designerin riss erschrocken die Augen auf. „Aber... das ist unser größter Designunfall! Niemand wollte dieses Kleid tragen! Es sieht absolut geschmacklos aus!“

„Genau deshalb wirst du es ihr als das exklusivste Meisterwerk des Hauses verkaufen“, entgegnete ich eiskalt. „Sag ihr, nur eine wahre Erbin mit absolutem Modebewusstsein könne ein solches Kunstwerk tragen.“

Zehn Minuten später trat Eva vor den großen Spiegel im Verkaufsraum. Das Kleid war ein absolutes Desaster schrill, unvorteilhaft geschnitten und schlichtweg lächerlich. Doch die umstehenden Damen der Oberschicht überschlugen sich bereits mit Heuchelei.

„Wunderschön! Unfassbar elegant!“, rief eine bekannte Millionärsgattin aus. „Nur eine echte Sterling-Erbin besitzt die Aura, um ein so gewagtes Kleid zu tragen!“

Eva blähte stolz die Brust auf und strich über den Futterstoff. „Ich nehme es. Packen Sie es sofort ein.“

Sie zog die Schwarze Kreditkarte hervor, die Edmund ihr im Auftrag der Sterling-Gruppe überreicht hatte, und reichte sie der Verkäuferin.

Piep. Piep. Piep.

„Es tut mir leid, Fräulein Eva“, sagte die Verkäuferin lautstark, sodass es im gesamten Salon hallte. „Die Zahlung wurde abgelehnt. Ungenügende Deckung.“

Evas Gesicht lief augenblicklich dunkelrot an. „Was?! Das ist unmöglich! Das ist eine unbegrenzte Karte der Sterling-Gruppe!“

„Die Karte ist nicht freigeschaltet“, erwiderte die Verkäuferin kühl. „Möchten Sie eine andere Zahlungsart wählen? Der Preis beträgt drei Millionen Euro.“

Panisch griff Eva nach ihrem Telefon und wählte Lukas’ Nummer. Keine fünfzehn Minuten später stürzte Lukas völlig außer Atem in die Boutique.

„Drei Millionen?!“, zischte Lukas entsetzt, als Eva ihn am Arm packte. „Eva, bist du wahnsinnig geworden? Mein Unternehmen steckt mitten in einer Liquiditätskrise!“

„Lukas! Alle sehen uns an!“, zischte Eva hysterisch zurück. „Wenn ich dieses Kleid jetzt nicht kaufe, verliere ich mein Gesicht vor der gesamten High Society! Die Karte wird erst am Ballabend freigeschaltet! Bezahl es jetzt einfach, du bekommst das Geld zehnfach zurück!“

Unter dem immensen Druck der gaffenden Blicke zog Lukas zähneknirschend seine Firmenkarte heraus und unterschrieb den Beleg.

In diesem Moment entschied ich mich, das Büro zu verlassen und die Treppe hinabzusteigen. Ich trug schlichte Kleidung und hielt eine Designskizze in der Hand.

Kaum erblickte Eva mich, wandelte sich ihre Peinlichkeit in reine Bosheit.

„Schaut mal, wer da ist!“, rief Eva laut durch das Geschäft. „Dora! Was machst du denn hier? Suchst du etwa nach einem Job?“

Lukas drehte sich um und starrte mich verächtlich an.

„Ich könnte dir wirklich helfen, Dora“, fuhr Eva mit schriller Stimme fort und trat auf mich zu. „Ich kenne den Besitzer eines kleinen Restaurants an der Ecke. Die suchen eine Kellnerin! Was sollte eine gescheiterte Hausfrau wie du auch sonst in einer High-End-Boutique zu suchen haben?“

Die umstehenden Damen begannen leise zu kichern.

Ich sah Eva tief in die wutentbrannten Augen. Ich wischte mir die Demütigung nicht mehr ab. Ich schluckte sie nicht mehr herunter.

Klatsch!

Der Hieb knallte wie ein Peitschenhieb durch den gesamten Luxusladen. Evas Kopf flog zur Seite, und das hysterische Kichern verstummte augenblicklich.

„Du dreckige...!“, kreischte Eva und hielt sich die brennende, rote Wange.

„Dora, du verfluchte Schlampe!“, brüllte Lukas außer sich vor Wut, ballte die Faust und holte mit voller Wucht aus, um mich ins Gesicht zu schlagen.

Bevor seine Hand mich jedoch berühren konnte, schnitt das dröhnende Quietschen von Reifen durch die Luft. Ein pechschwarzer Rolls-Royce Phantom hielt mit Vollbremsung direkt vor den Glastüren der Boutique.

Zwei hünenhafte, schwarz gekleidete Sicherheitskräfte stürzten aus dem Wagen, fingen Lukas’ Arm im Flug ab und rissen ihn mit eiskalter Präzision auf den harten Steinboden.

„Lassen Sie mich los! Wissen Sie überhaupt, wer ich bin?!“, brüllte Lukas, während er hilflos am Boden fixiert wurde.

Ebenfalls wurde Eva von einem zweiten Bodyguard kompromisslos zur Seite geschoben.

Die Fondtür des Rolls-Royce öffnete sich automatisch. Ein Mann im dunkelgrauen Maßanzug saß im Schatten des Wagens.

„Steig ein, Dora“, ertönte Dorians tiefes, dunkles Bariton-Kommando aus dem Innenraum.

Ohne Lukas oder Eva auch nur eines weiteren Blickes zu würidgen, stieg ich ruhig auf den Ledersitz. Die Tür schloss sich mit einem satten Plopp, und der Wagen fuhr lautlos an.

Lukas, der vom Boden hochgerissen wurde, zog in rasender Panik sein Smartphone heraus und fotografierte das Nummernschild des davonbrausenden Luxuswagens.

„Das war ein Fahrzeug der Sterling-Hauptzentrale...“, stammelte Lukas, während der Schweiß ihm auf der Stirn stand und er die Fotos betrachtete. „Diese miese Schlampe... sie hat sich tatsächlich an einen hochrangigen Vorstandsbeamten der Sterling-Gruppe herangeworfen!“

Im geschützten, getönten Innenraum des Rolls-Royce herrschte eine drückende Stille. Das leise Schnurren des Motors war das einzige Geräusch, das die Anspannung zwischen Dorian und mir durchbrach.

Dorian saß kerzengerade neben mir, die Beine überschlagen. Er blickte nicht einmal zu mir herüber, doch seine düstere, mächtige Präsenz nahm den gesamten Raum ein.

„Du wirst unvorsichtig, Dora“, brach er schließlich das Schweigen. Seine Stimme war tief, samtig und gefährlich leise. „Dich auf offener Straße schlagen zu lassen, passt nicht zu deinem Racheplan.“

Ich drehte den Kopf zu ihm, mein Puls beschleunigte sich unwillkürlich. „Ich wusste genau, dass deine Leute draußen warteten. Ich hatte die Situation unter Kontrolle.“

Dorian wandte sich mir langsam zu. Seine dunklen Augen fixierten mich eiskalt, doch der Blick glitt unbarmherzig hinab zu meinen Lippen.

„Tatsächlich?“, raunte er und beugte sich ein Stück vor. „Du spielst mit dem Feuer.“

Ehe ich etwas erwidern konnte, riss der Chauffeur das Lenkrad herum. Die Reifen quietschen schrill auf dem Asphalt, als ein entgegenkommendes Fahrzeug die Spur schnitt. Der Rolls-Royce kam mit einer extremen Notbremsung abrupt zum Halt.

Durch die Wucht der Fliehkraft verlor ich völlig das Gleichgewicht.

Ein kleiner Schrei entkam meiner Kehle, als mein Körper nach vorne geschleudert wurde. Ich stürzte abwärts und landete mit dem Kopf und dem Oberkörper direkt auf Dorians Schoß.

Meine Hände suchten panisch nach Halt und krallten sich in den feinen Stoff seiner Anzughose, exakt auf seinen Oberschenkeln.

Mein Gesicht lag nur wenige Zentimeter vor seinem Schritt. Ich spürte die eiskalte Seide seines Anzugs an meiner Wange und die augenblickliche, stahlharte Anspannung seines Körpers darunter.

Die Zeit schien komplett stillzustehen. Der Geruch von teurem Zedernholz, teurem Leder und seinem maskulinen Parfum umhüllte mich völlig.

Ich erstarrte. Mein Herz hämmerte wie wild gegen meine Rippen. Die Hitze stieg mir blitzschnell in die Wangen, und mein Atem ging flach und unkontrolliert, während mein Mund ganz nah an seinem Oberschenkel verweilte.

Dorian rührte sich keinen Millimeter. Er stöhnte nicht, er fluchte nicht.

Doch als ich langsam den Kopf hob, um zu ihm aufzusehen, spürte ich, wie seine großen, warmen Finger sich langsam durch mein Haar schoben. Sein Griff war nicht sanft er war besitzergreifend, fast schon dominant.

Sein Blick brannte sich von oben herab tief in meine Augen. Seine Pupillen hatten sich geweitet, und die bisherige Kälte in seinem Gesicht war einer gefährlichen, dunklen Glut gewichen.

„Hat man dir nie beigebracht...“, flüsterte Dorian mit einer so rauhen, tiefen Stimme, dass ein unkontrollierbarer Schauer über meinen Rücken jagte, „...dass man sich an einem gefährlichen Ort festhalten sollte, wenn man nicht tief fallen will?“

Er drückte meine Hand auf seinem Oberschenkel kein Stück weg. Stattdessen verstärkte sich sein Griff in meinem Haar ganz leicht, während sein Daumen sanft über meine glühende Unterlippe strich.

Mein Atem stockte vollkommen. Die Luft im Wagen brannte, durchtränkt von einer unerträglichen, prickelnden Spannung.

„Dorian...“, flüsterte ich spitz, unfähig, den Blick von seinen Lippen zu wenden.

In diesem exakten Moment klopfte der Chauffeur vorsichtig gegen die Trennscheibe.

„Herr Sterling? Ist bei Ihnen alles in Ordnung?“, fragte der Fahrer mit zitternder Stimme.

Dorian hielt inne. Er blickte nicht ab, seine Hand verweilte an meinen Lippen, während die ungesagten Verlangen eiskalt und heiß zugleich zwischen uns in der Luft hingen.

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