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Chapter 2

Author: Larry
last update publish date: 2026-09-09 16:38:10

„Geht es Ihnen gut, Fräulein Dora?“, rief Thomas voller Sorge, als ich die Augen aufschlug und mich mühsam im Seidenbett aufrichtete.

Ich nickte nur schwach und rieb mir die schmerzende Schläfe.

„Warum hast du dich ausgerechnet jetzt entschieden, dein Gesicht wieder hier zu zeigen?“, unterbrach Dorian mit eiskalter, schneidender Stimme. Er stand am Fenster, die Hände fest in den Hosentaschen seines maßgeschneiderten Anzugs. „Fünf Jahre lang hast du dich totgestellt.“

Ich blickte ihn an und ließ ein bitteres, freudloses Lächeln auf meine Lippen gleiten.

„Ich habe genug davon, die verschollene Erbin, die verständnisvolle Schwester und die gehorsame Ehefrau zu spielen“, antwortete ich leise. „Dieses Spiel ist vorbei, Dorian.“

Dorian drehte sich langsam um. Seine scharfen Augen musterten mich ohne jede Regung.

„Und was hast du jetzt vor?“, fragte er knapp.

„Als Erstes werde ich morgen früh die Ehe mit diesem Dreckskerl offiziell vor Gericht annullieren“, sagte ich fest.

Dorian nickte kaum merklich. „Gut. Ich teile dir eine Personenschützerin zu. Sie wird deine Schritte rund um die Uhr überwachen.“

„Vielen Dank, Herr Sterling“, flüsterte ich.

Thomas trat einen Schritt näher, das Gesicht voller Falten der Unruhe.

„Fräulein Dora... wie wollen Sie mit Sarah und Eva umgehen?“, fragte der alte Butler besorgt. „Die beiden belagern die Auslandszentrale seit Wochen mit gefälschten Vaterschaftstests. Eva behauptet steif und fest, sie sei die leibliche Tochter.“

Ich sah Thomas direkt in die Augen.

„Lassen Sie sie genau das glauben“, befahl ich eiskalt. „Sagen Sie Michael in der Abteilung für internationalen Handel, er soll Eva offiziell eine Bestätigung ausstellen. Er soll Mutter und Tochter einladen und ihnen eine Schwarze Kreditkarte überreichen.“

Thomas riss überrascht die Augen auf. „Eine Schwarze Karte?“

„Ja“, lächelte ich düster. „Aber die Karte wird erst an dem Tag freigeschaltet, an dem ich der gesamten Weltöffentlichkeit als die wahre Erbin der Sterling-Gruppe präsentiert werde. Bis dahin lassen wir sie in ihrem Rausch schwelgen.“

Am nächsten Morgen stand ich pünktlich vor dem Familiengericht. Das Prozedere dauerte keine zehn Minuten. Die Tinte unter den Annullierungspapieren war trocken, und meine fünfjährige Hölle war offiziell beendet.

Als ich die Stufen des Gerichtsgebäudes hinabstieg, stellte Lukas sich mir blitzschnell in den Weg.

„Dora, warte!“, rief er und griff nach meinem Handgelenk. „Sei nicht so stur. Du hast doch absolut niemanden mehr. Wo willst du denn überhaupt hin?“

Ich riss meinen Arm mit Verachtung los. „Lass mich angenagelt stehen, Lukas. Wir haben keinerlei Geschäft mehr miteinander.“

„Komm schon, Dora!“, drängte er, trat dicht an mich heran und beugte sich vor, um mich gewaltsam auf die Lippen zu küssen. „Werde einfach meine Geliebte! Ich werde dich finanziell absichern, du musst nicht auf der Straße schlafen!“

„Fass mich nicht an, du ekelhafter Mistkerl!“, schrie ich und stieß ihn mit voller Wucht zurück.

In diesem Moment ertönte ein schrilles, hysterisches Kreischen.

„Lukas! Was bildest du dir eigentlich ein?!“, kreischte Eva, die plötzlich aus einem Taxi stürzte. She rannte auf uns zu und funkelt mich voller Hass an. „Kaum ist die Scheidung durch, hängt sich diese Bettlerin schon wieder an dich?!“

Eva zog ein edles Schreiben aus ihrer Tasche und wedelte mir damit direkt vor dem Gesicht herum.

„Siehst du das, Dora?!“, kreischte sie siegreich. „Ich habe heute Morgen die offizielle Bestätigung der Sterling-Gruppe erhalten! Ich bin die wahre Erbin! Sie haben mir sogar eine Schwarze Karte ausgestellt! Du bist nichts weiter als ein wertloser Dreck am Straßenrand!“

Ich sah sie nur kalt an und wollte an ihr vorbeigehen. „Glückwunsch. Und jetzt geh mir aus dem Weg.“

Doch kaum machte ich einen Schritt, warf Eva sich mit einem dramatischen Schrei auf die Knie.

„Aahh! Mein Bauch!“, schrie Eva lautstark, hielt sich die Hände vor den Leib und krümmte sich auf dem harten Steinboden. „Lukas, hilf mir! Dora hat mich gestoßen! Rettet mein Baby!“

Ich erstarrte mitten in der Bewegung. Mein Herz verpasste einen Schlag.

„Dein... dein Baby?“, stammelte ich und starrte Lukas entsetzt an.

Lukas wich meinem Blick nicht einmal aus. Er stürzte zu Eva, hob sie vorsichtig auf die Arme und sah mich voller Wut an.

Die Erinnerungen brannten sich wie Säure in mein Gehirn. Während unserer gesamten Ehe hatte Lukas peinlich genau darauf geachtet, dass ich niemals schwanger wurde. „Ich will nicht, dass du deinen Körper ruinierst oder dich dem Stress einer Schwangerschaft aussetzt, Schatz“, hatte er mir immer wieder zärtlich zugeflüstert.

Was für eine verdammte Lüge. Er wollte einfach nur kein Kind mit mir. Er hatte längst entschieden, mit wem er seine Zukunft aufbauen wollte.

„Du bist eine Bestie, Dora!“, brüllte Lukas mich an. „Du kommst jetzt gefälligst mit ins Krankenhaus! Wenn Evas Baby wegen dir etwas zustößt, bringe ich dich eigenhändig hinter Gitter!“

Er riss mich am Arm mit sich zum Wagen. Ich leistete keinen Widerstand.

Im Wartebereich des Krankenhauses hielt ich mein Smartphone verdeckt unter meinem Mantel. Meine Finger flogen über das Display. Ich tippte eine Nachricht an eine geheime Nummer des Sterling-Sicherheitsdienstes.

„Ich brauche Evas vollständige medizinische Akte. In zehn Minuten.“

Keine fünf Minuten später vibrierte das Telefon. Ich öffnete das Dokument, und mein Atem stockte.

Dort stand es in tief schwarzer Schrift: Abtreibung / Fehlgeburt vor drei Jahren. Vater des Kindes: Lukas.

Vor drei Jahren. Sie hatten mich seit drei verdammten Jahren hintergangen.

In diesem Moment hallten schwere Schritte durch den Flur. Ein eleganter Mann im maßgeschneiderten Anzug trat auf uns zu.

„Guten Tag“, sagte der Mann mit makelloser Haltung und verbeugte sich leicht vor mir. „Mein Name ist Edmund. Ich bin der Sonderbeauftragte der Sterling-Hauptzentrale.“

Eva, die gerade aus dem Behandlungszimmer gehumpelt kam, riss die Augen weit auf.

„Die Sterling-Gruppe?“, keuchte sie erfreut.

„Richtig, Fräulein Eva“, sagte Edmund mit geschäftsmäßiger Stimme, während er mir einen kurzen, unmerklichen Blick zustahl. „Die Zentrale hat mich angewiesen, Ihre gesamten Behandlungskosten zu übernehmen und Ihre medizinische Versorgung persönlich zu leiten.“

Evas Gesicht verklärte sich augenblicklich zu einem triumphierenden Grinsen. Sie richtete sich auf, strich ihr Kleid glatt und trat mit erhobenem Kinn direkt vor mich.

„Hast du das gehört, du bettelarme Schlampe?“, zischte Eva voller Arroganz und trat mir absichtlich mit ihrem Absatz auf den Schuh. „Die mächtige Sterling-Gruppe schickt ihren eigenen Top-Manager, um sich um mich zu kümmern! Und was hast du? Nichts! Du bist nur ein Wurm, den wir zerquetschen werden!“

Ich sah sie an, wischte den Staub von meinem Schuh und lächelte eiskalt.

„Nimm deine Rolle nur gut ein, Eva“, flüsterte ich leise. „Je höher du steigst, desto tiefer wirst du fallen.“

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