LOGINCaspians Kuss war brutal und beanspruchend, seine Zunge glitt in meinen Mund, als würde er versuchen, mich ganz zu verschlingen.
Aber das war nicht das, was mir den Atem raubte.
Es war das Gefühl, das damit einherging.
Hitze durchflutete mich... nicht nur Erregung, sondern etwas Tieferes. Primitives. Als würde jede Zelle in meinem Körper aufwachen und aus voller Kehle Ja schreien.
"Nicht hier," sagte David dringend. "Eine Beanspruchung braucht Zeit, die ihr nicht habt. Sie sind zwei Minuten entfernt."
Caspian brach den Kuss ab, wir beide atmeten schwer. "Wo?"
"Panikraum. Im Keller. Stahlverstärkt, schalldicht, keine Fenster. Ihr habt vielleicht eine Stunde, bevor sie ihn durchbrechen."
"Das reicht." Caspian ergriff meine Hand und folgte David zu einem Abschnitt des Bodens, der nicht anders aussah als der Rest.
David drückte seine Handfläche gegen einen versteckten Scanner, und ein Abschnitt aus Beton glitt zur Seite und gab den Blick auf eine Treppe frei, die in die Dunkelheit hinabführte.
"Geht," sagte er zu Caspian. "Ich halte sie so lange auf, wie ich kann."
"Du wirst dich noch umbringen lassen..."
"Ich bin schon tot." David lächelte grimmes. "Seit drei Jahren tot. Das ist ohnehin nur geliehene Zeit."
Bevor ich fragen konnte, was das bedeutete, zog mich Caspian die Treppe hinunter.
Der Keller war genau so, wie David ihn beschrieben hatte.. Beton und Stahl, ein einzelner Raum mit einem Bett, einem Waffenlager und sonst nichts. Die Tür schloss sich hinter uns mit einem Zischen der Hydraulik.
"Schalldicht?", fragte ich.
"Vollständig." Caspian streifte bereits seine Jacke ab. "Sie werden nicht hören, was hier drin passiert. Werden es auch nicht riechen. Werden nicht wissen, dass ich dich beanspruche, bis es vorbei ist."
Mein Puls hämmerte. "Wie lange dauert das?"
"Kommt darauf an." Er zog sein Hemd über den Kopf und enthüllte wieder diese vernarbte Brust. "Wie sehr du kämpfst. Wie sehr du dich ergibst. Wie tief du mich einlässt."
"Ich dachte, du hast gesagt, ich hätte bereits zugestimmt..."
"Du hast zugestimmt, beansprucht zu werden. Du hast nicht zugestimmt, wie." Er schnallte seinen Gürtel auf. "Und eine Beanspruchung ist nicht nur ein Biss, Rielle. Es ist Blut. Schmerz. Lust, so intensiv, dass du denken wirst, du stirbst. Und dann, wenn du aufgebrochen bist und bettelst..." Seine Hose traf den Boden. "...dann markiere ich dich. Mache dich für immer zu meiner."
Ich hätte verängstigt sein sollen.
Das war ich. Aber unter der Angst war noch etwas anderes. Etwas Dunkles und Hungriges, das genau das wollte, was er beschrieb.
"Zieh dich aus," befahl Caspian.
"Ich..."
"Jetzt. Oder ich tue es für dich. Und ich werde nicht sanft sein."
Meine Hände bewegten sich zu der Lederjacke und streiften sie ab. Dann die Hose. Die geliehenen Kleider sammelten sich zu meinen Füßen, bis ich nackt vor ihm stand.
Seine Augen wurden zu flüssigem Silber.
"Fuck," hauchte er. "Du bist noch wunderschöner, als ich es mir vorgestellt habe."
"Du hast dir das vorgestellt?"
"Von dem Moment an, als ich dich auf diesem Podium gesehen habe." Er kam näher, und ich spürte die Hitze seines Körpers wie etwas Gegenständliches. "Sah dich dort in diesem lächerlichen Kleid stehen und versuchen, so tapfer zu sein. Und ich wusste..." Seine Hand umfasste meine Brust, sein Daumen kreiste um meine Brustwarze. "...dass du mein warst. Dass ich die Welt niederbrennen würde, bevor ich jemanden sonst dich anfassen lasse."
"Das ist verrückt..."
"Das ist das Band." Er drängte mich zurück zum Bett. "Es wartet nicht auf Erlaubnis. Kümmert sich nicht um Logik. Es weiß es einfach."
Meine Beine trafen die Matratze und ich setzte mich hin, sah zu ihm auf.
"Ich habe Angst," gestand ich.
"Gut." Er kniete zwischen meinen Beinen und spreizte sie weit. "Angst hält dich scharf. Lässt dich alles intensiver spüren. Und ich will, dass du alles spürst, Rielle. Jeden Stoß. Jeden Biss. Jeden Moment von Lust und Schmerz, bis du den Unterschied zwischen ihnen nicht mehr erkennen kannst."
Sein Mund schätzte herab auf meinen inneren Oberschenkel, und ich keuchte.
"Das wird wehtun," murmelte er an meiner Haut. "Nicht der Sex. Die Beanspruchung. Wenn ich dich beiße, wenn mein Gift in deinen Blutkreislauf gelangt... wird es sich wie Feuer in deinen Adern anfühlen. Wie Sterben und Neugeborenwerden. Und du wirst schreien."
"Gift?"
"Lykaner-Beanspruchungsgift. Es schreibt deine Biologie um. Verbindet uns auf zellulärer Ebene. Sorgt dafür, dass du fühlen kannst, was ich fühle, begehren kannst, was ich begehre. Und sobald es wirkt..." Seine Zähne streiften meine Haut. "...gibt es kein Zurück mehr. Du wirst mein sein, bis einer von uns stirbt. Und selbst dann bricht das Band nicht vollständig. Du wirst die Abwesenheit wie eine fehlende Gliedmaße für den Rest deines Lebens spüren."
"Du verkaufst das wirklich gut," sagte ich wackelig.
Er lachte an meinem Oberschenkel. "Ich bin ehrlich. Weil du es verdienst zu wissen, worauf du dich einlässt. Aber Rielle..." Er sah auf, seine Augen brannten. "...es bedeutet auch, dass dich niemand verletzen kann, ohne dass ich es weiß. Niemand kann dir drohen, ohne sein eigenes Todesurteil zu unterschreiben. Du wirst unantastbar. Geschützt durch das Gesetz der Lykaner und mein persönliches Gelübde. Jeder Feind, den ich habe, wird zu deinem Feind. Und jeder Schutz, den ich habe, wird zu deinem."
"Was ist mit der Lust?"
"Das auch." Sein Lächeln wurde gefährlich. "Wenn ich dich fickst, wirst du meine Lust zusätzlich zu deiner eigenen spüren. Verdoppelt. Verdreifacht. So intensiv, dass du davon ohnmächtig werden könntest. Und wenn du kommst..." Sein Finger fuhr durch meine Nässe. "...werde ich es spüren, als würde es mir passieren. Was bedeutet, dass ich dich wieder kommen lassen will. Und wieder. Bis sich keiner von uns mehr bewegen kann."
Mein Atem wurde schneller. "Das klingt..."
"Süchtig machend?" Er schob einen Finger in mich hinein. "Das ist es. Die meisten gepaarten Paare können es kaum ertragen, getrennt zu sein. Das Band verlangt nach Nähe. Kontakt. Ständiger Bestätigung, dass der andere lebt und wohlauf ist."
"Ich werde also von dir abhängig sein."
"Wir werden voneinander abhängig sein." Er fügte einen zweiten Finger hinzu. "Ich werde nach deiner Berührung genauso verlangen wie du nach meiner. Deine Anwesenheit brauchen. Deinen Duft. Deinen Körper. Es ist nicht einseitig, Rielle. Es ist absolut."
Über uns krachte etwas. Laut genug, um es selbst durch die Schalldämmung zu hören.
"Sie sind im Gebäude," sagte Caspian ruhig, während seine Finger weiter in mir arbeiteten. "Was bedeutet, dass uns die Zeit für Debatten ausgeht. Letzte Chance, Nein zu sagen."
Ich sah ihn an, diesen Mann, der mich gekauft hatte, für mich gedroht hatte und mir nun Schutz bot zu einem Preis, den ich kaum verstand.
"Tu es," sagte ich.
"Sag es ordentlich."
"Beanspruche mich. Mach mich zu deiner. Was auch immer nötig ist."
Seine Augen flammten auf. "Braves Mädchen."
Etwas Älteres regte sich unter seiner oberflächlichen Emotion. Keine Überraschung. Wiedererkennung, die schon lange existierte, bevor ich ihn jemals sah. Als hätte er einen Duft verfolgt, den nur er spüren konnte, und der ihn schließlich hierher geführt hatte.
Er zog seine Finger zurück und positionierte sich an meinem Eingang. Das Piercing fing das dämmrige Licht ein, und ich spürte eine Welle von Nervosität darüber, wie sich das anfühlen würde.
"Das wird schnell und rau werden," warnte er. "Ich muss mein Gift in dich hineinbekommen, bevor sie diesen Raum durchbrechen. Die Lust kommt danach. Verstanden?"
Ich nickte.
"Sag es."
"Ich habe verstanden."
"Gut." Er stieß in einem brutalen Stoß nach vorne, und ich schrie.
Das Piercing war kalt und fremd und falsch und traf Stellen in mir, die Kieran nie erreicht hatte. Die Dehnung brannte, mein Körper versuchte, sich seiner Größe anzupassen, während das Metall eine Empfindung hinzufügte, die an zu viel grenzte.
Caspian gab mir keine Zeit, mich anzupassen.
Er fickte mich hart und schnell, seine Hände griffen meine Hüften fest genug, um blaue Flecken zu hinterlassen, seine Hüften schlugen mit bestrafender Kraft gegen meine. Jeder Stoß trieb dieses Piercing gegen etwas in mir, das Sterne hinter meinen Augen explodieren ließ.
"Nimm es," knurrte er. "Nimm alles von mir. Zeig mir, dass du es ertragen kannst, mein zu sein."
Ich schlang meine Beine um seine Taille und begegnete seinen Stößen trotz der überwältigenden Empfindung. Schmerz und Lust verschwammen miteinander, bis ich sie nicht mehr trennen konnte.
"So ist es gut," lobte er. "Fuck, du fühlst dich unglaublich an. So eng um mich herum. Als wärst du für meinen Schwanz gemacht worden."
Seine Worte hätten mich nicht treffen sollen.
Sie taten es.
"Caspian..." keuchte ich. "Ich werde..."
"Noch nicht." Er veränderte den Winkel und traf etwas, das meine Sicht weiß werden ließ. "Du kommst nicht, bevor ich ganz in dir bin. Bevor du markiert bist. Bevor... fuck... "
Er stieß tiefer, und ich spürte, wie er meinen Muttermund traf, während das Piercing einen Druck hinzufügte, der hätte wehtun sollen, aber stattdessen Lust durch mich spiralförmig schickte.
"Jetzt," sagte er. "Komm jetzt."
Der Orgasmus brach wie ein Güterzug über mich herein, mein Körper krampfte sich um ihn herum fest, als die Lust in jeder Nervenendigung detonierte. Ich schrie seinen Namen, meine Fingernägel krallten sich in seinen Rücken und zogen Blut.
"Perfekt," stöhnte Caspian. "So verdammt perfekt. Jetzt..."
Er lehnte sich hinunter und biss in meinen Hals.
Hart.
Seine Reißzähne sanken tief ein, und Feuer explodierte in meinen Adern.
Es war nicht wie die Lust eines Orgasmus. Das war anders. Tiefer. Wie flüssiges Magma, das mein Blut ersetzte, durch jede Zelle brannte und mich von innen heraus umschrieb.
Ich schrie. Konnte nicht anders. Der Schmerz war unbeschreiblich.
Aber darunter... Lust. Dunkel und falsch und so intensiv, dass ich kaum atmen konnte. Mein Körper wölbte sich gegen ihn, versuchte zu entkommen und gleichzeitig näher heranzukommen.
Caspians Hüften hörten nie auf, sich zu bewegen. Er fickte mich durch die Beanspruchung hindurch, durch das Feuer in meinen Adern, durch meine Schreie, die vermutlich das ganze Gebäude zum Einsturz gebracht hätten, wäre da nicht die Schalldämmung gewesen.
Und dann spürte ich es.
Seine Lust. Sein Bedürfnis. Seine absolute Gewissheit, dass ich sein war.
Das Band schnappte wie ein physisches Ding ein, und plötzlich war ich nicht mehr allein in meinem Kopf. Caspian war da... er las nicht meine Gedanken, sondern spürte meine Emotionen, meinen Schmerz-Lust-Zustand, meine Angst-Erregung.
Und ich spürte seine.
Die überwältigende Befriedigung, mich markiert zu haben. Der besitzergreifende Stolz, mich zum Schreien gebracht zu haben. Das verzweifelte Bedürfnis, mich vor allem und jedem zu beschützen.
Und unter all dem... etwas Dunkleres. Etwas, das mir Angst machte.
Besessenheit.
Er zog seine Reißzähne zurück und leckte die Wunde ab, sein Gift versiegelte sie.
"Mein," flüsterte er an meinem Hals. "Endlich mein."
Dann stieß er tiefer, hielt inne und er kam.
Ich spürte seinen Orgasmus, als wäre es mein eigener... die Lust verdoppelte sich durch das Band, bis ich allein dadurch wieder kam, dass ich spürte, wie er kam. Wir beide schrien auf, die Körper aneinander geschmiedet, das Band pulsierte zwischen uns wie ein lebendiges Wesen.
Als es schließlich endete, zitterten wir beide.
Caspian brach über mir zusammen, sein Gewicht drückte mich in die Matratze, sein Gesicht immer noch in meinem Hals vergraben.
"Wie fühlst du dich?", fragte er.
"Als wäre ich gleichzeitig in Brand gesteckt und ertränkt worden." Ich konnte seinen Herzschlag an meiner Brust spüren. Konnte seine Befriedigung durch das Band spüren. "Ist es immer so?"
"Das erste Mal ist das schlimmste. Und das beste." Er zog sich schließlich zurück, um mich anzusehen. "Das Gift braucht etwa eine Stunde, um sich vollständig zu integrieren. Bis dahin wirst du alles intensiv spüren. Schmerz. Lust. Emotionen. Es wird sich schließlich legen, aber im Moment..."
Ein weiterer Krach, diesmal näher.
"Sie kommen," sagte Caspian. Er zog sich aus mir heraus, langsam und vorsichtig, und ich wimmerte über den Verlust. "Kannst du stehen?"
"Ich weiß es nicht."
Er half mir auf, und sofort gaben meine Beine nach.
"Das Gift schlägt hart zu," bemerkte er und fing mich auf. "Du wirst in einem Kampf nutzlos sein."
"Danke für das Vertrauensvotum..."
"Was bedeutet, dass ich sie schnell töten muss." Er zog sich eine Hose an und griff nach Waffen aus dem Lager. "Bleib hier. Schließe die Tür hinter mir ab. Und was immer du hörst..." Seine Augen trafen meine. "...öffne sie nicht, bis ich zurückkomme."
"Was, wenn du nicht zurückkommst?"
Sein Lächeln war reine Gewalt. "Dann wirst du spüren, wie ich durch das Band sterbe, und du solltest dich wahrscheinlich selbst töten, bevor Marcus zu dir gelangt. Denn was er mit dir tun wird, ist schlimmer als der Tod."
Bevor ich antworten konnte, war er verschwunden.
Die Tür schloss sich hinter ihm mit diesem hydraulischen Zischen.
Und ich war allein.
Nackt. Markiert. Beansprucht.
Und verängstigt.
Der Boden spaltete sich mit einem Geräusch, das mir direkt durch die Ohren riss.Der Riss im gefrorenen Dreck raste den Hügel hinauf und schleuderte Felsen und Schlamm wie eine Explosion in die Luft.Ich spürte, wie die Hitze so schnell aus meinem Körper riss, dass meine Knie beinahe nachgaben. Meine zerrissene Hand pochte und ließ heißes Blut meinen Arm hinablaufen, während die Haut brannte, als hätte ich sie in Feuer getaucht. Mein Blick verengte sich auf den grünen Lkw auf dem Hügel über uns.Der Schock traf den Bergrücken hart.Die Erde gab unter den Rädern von Morgessas Transportfahrzeug nach und kippte den schweren Lkw seitlich in den Dreck. Zwei Pferde bäumten sich auf und warfen ihre Reiter in den Schnee. Auf der Ladefläche des offenen Fahrzeugs verlor Morgessa den Halt und schlug gegen den Stahlrahmen. Ihre Hände sanken, und das grüne Leuchten auf ihren Armen e
Das Kriegshorn ertönte erneut, ein brutaler, tiefer Stoß, der direkt durch den gefrorenen Boden und in die Sohlen meiner Stiefel vibrierte.Im Inneren des Zeltes rührte sich für eine schwebende Sekunde niemand.Caspian stand zwischen mir und dem Eingang, sein breiter Rücken starr, seine Haut dampfte in der eisigen Luft, die durch das zerrissene Segeltuch strömte. Das Silber in seinen Augen brannte mit einem tödlichen, raubtierhaften Fokus, der alles ausblendete außer der Bedrohung.Er fragte nicht, wie viele Männer kamen. Er fragte nicht, welche Waffen sie trugen. Er griff einfach nach unten, schnappte sich eine dunkle taktische Hose aus Kierans Spind und zog sie mit schnellen, unaufgeregten Bewegungen an.Er machte sich nicht die Mühe mit einem Hemd. Er machte sich nicht die Mühe mit Stiefeln.Er wandte sich mir zu, fing mein Gesicht mit einer großen, schwieligen Hand ein und zog meinen Mund für eine harte, blaue Flecken hinterlassende Sekunde an den seinen."Bleib hinter meiner Schu
Seine Daumen bohrten sich so fest in meine Wangenknochen, dass sie blaue Flecken hinterlassen mussten, aber ich zuckte nicht zurück. Ich konnte es nicht.Caspian stand im gedämpften Licht des Kommandozeltes über mir, völlig nackt, seine breite Brust noch immer beschmiert mit dem dunklen, halb angetrockneten Blut der Torwachen, die er abgeschlachtet hatte, um mich zu erreichen.Seine Haut strahlte die Hitze eines Ofens aus, schnitt durch die feuchte Kälte des Segeltuchs und roch so stark nach Kupfer, Zeder und roher Gewalt, dass es sich in meiner Kehle absetzte. Seine silbernen Augen waren wild und weit aufgerissen, die Pupillen so geweitet, dass kaum noch Farbe übrig war, und sie durchsuchten mein Gesicht mit einer hektischen, hungrigen Verzweiflung, die mein eigenes Herz gegen meine Rippen hämmern ließ."Niemals", wiederholte er, seine Stimme brach in ein raues Reiben auf, "verlässt du jemals wieder meine Seite."
Das Heulen hallte noch immer im Boden nach, als die Bäume auf dem westlichen Bergrücken zu fallen begannen.Nicht einer oder zwei.Eine ganze Reihe von ihnen, die an der Basis abknickten und in einer Kaskade aus Schnee und spießem Holz den Hang hinabstürzten. Irgendetwas Massives raste mit einer Geschwindigkeit durch den Wald, die unmöglich schien, und der Boden bebte bei jedem Einschlag, als es den Talboden traf.Lena schrie Befehle, die niemand befolgte. Soldaten klammerten sich an die Grabenwände, ließen Waffen fallen, stolperten übereinander. Ezras Kriegspross bäumte sich mit einem panischen Schrei auf, seine Hufe schlugen in der eisigen Luft aus, während er die Zügel hielt.Ich rührte mich nicht. Ich konnte nicht.Das Band riss so heftig an mir, dass meine Rippen schmerzten – ein weißglühender Faden aus Wut, Terror und verzweifelter, überwältigender Sehnsucht, der mit jedem Herzschlag die Distanz zwischen uns verringerte. Meine Wölfin heulte in meiner Brust auf und beantwortete s
Die Luft im Zelt wurde unatembar.Das Band in meiner Brust zog nicht nur, es riss, gewaltsam und unerbittlich, wie eine mit Widerhaken versehene Kette, die sich um mein Herz schlang und nach Süden gezogen wurde. Ich spürte ihn draußen im eiskalten Gebirgspass, wie er sich mit einer Geschwindigkeit bewegte, die jeder Logik trotzte, eine Maschine aus reiner Gewalt, die sich durch Meilen von Schnee und Fels fraß."Er hat die Tore durchbrochen", wiederholte ich, und die Worte schmeckten nach Asche und Eisen auf meiner Zunge.Kieran bewegte sich sofort und trat direkt vor mich, um den Ausgang zu versperren. "Er wird dich nicht berühren, Rielle. Ich habe zweihundert ausgebildete Kämpfer in diesen Bergrücken eingegraben. Wir haben großkalibrige Gewehre, Sprengladungen gegen Material und taktische Engpässe entlang des gesamten Talbodens.""Du hast zweihundert tote Männer, wenn du ihm im Weg stehst", sagte ich,
Lena bot kein Mitgefühl an. Sie rollte die Grenzkarte zu einem festen Zylinder zusammen, klemmte ihn unter den Arm und sah mich mit den kalten, musternden Augen einer Soldatin an, die gerade eine nicht explodierte Granate überreicht bekommen hatte."Wenn du trainieren willst", sagte Lena, und ihre Stimme schnitt durch die feuchte Kälte des Zeltes, "dann tust du das auf dem nördlichen Bergrücken, wo die Männer nicht sehen, wie du den Wald mit deinen Augen in Brand steckst. Wenn du auf dem Hauptplatz die Kontrolle verlierst und einen meiner Späher verletzt, schlage ich dich eigenhändig zu Boden.""Das würde ich gerne sehen", erwiderte ich.Die Linie ihres Mundes weichte um einen Bruchteil auf, kein echtes Lächeln, aber eine Anerkennung von Blut und Knochen. "Gut. Du hast Zähne. Und jetzt lass den Jungen deine Hand verarzten, bevor sie schwarz wird und dir vom Handgelenk fault."Sie wandte sich auf dem Absatz um und drängte durch die Segeltuchöffnung, wobei sie einen bitteren Zug Bergluf







