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Lucas’ dunkle Augen verengten sich zu gefährlichen Sehschlitzen in derselben Sekunde, als der Barkeeper zurückkehrte und die schwere, ungeöffnete Flasche reinen Whiskey auf das Holz zwischen uns knallte. „Warum habe ich plötzlich das Gefühl, dass dir gerade das Herz gebrochen wurde?“, fragte Lucas sanft. Seine tiefe Stimme trug über das leise Summen der Bar hinweg, während er beobachtete, wie ich mir einen Shot einschenkte und ihn hinunterkippte, ohne mit der Wimper zu zucken. Ich schluckte schwer und zuckte zusammen, als der Alkohol eine feurige Spur meine Kehle hinabzog, um sich neben dem schweren Kloß in meiner Brust festzusetzen. „Wie kommst du darauf, dass mir jemand das Herz gebrochen hat?“ „Der Drink für den Anfang“, erwiderte Lucas glatt, stützte einen Ellenbogen auf den Tresen und ließ die Eiswürfel in seinem eigenen Glas kreisen. „Deine Augen sind blutunterlaufen und geschwollen. Dazu kommt die Tatsache, dass dein Handy pausenlos vibriert, seit du dich hingesetzt hast. Ich wette, wer auch immer deinen Bildschirm gerade zuspamt, ist genau das Arschloch hinter diesen Tränen.“ Ich blickte hinunter auf mein Handy, das auf dem Holz lag. Selbst ohne es aufzuheben, wusste ich, dass es Travis war. Ich packte das Gerät, schlug auf den Ausschalter, um es komplett herunterzufahren, und warf es zurück auf den Tresen, während ich einen heftigen Fluch unter meinem Atem ausstieß. „Also los, du Hübsche“, murmelte Lucas und nahm einen langsamen Schluck. „Erzähl mir, wer der Idiot ist.“ Ich zwang mich, aufzusehen, und traf seinen intensiven, stechenden Blick. Er beobachtete mich aufmerksam, seine markante Kieferlinie war angespannt, während er auf meine Antwort wartete. Ich ließ meine Augen beiläufig durch den Raum wandern und merkte sofort, dass die Hälfte der Studenten in der Bar uns beiden mit brennendem Interesse zusah. Die Typen in der Sitznische weiter hinten starrten ungläubig herüber, während mehrere der Cheerleader-Mädchen am Ecktisch mich wütend anfunkelten, ihre Augen glühten vor purer Eifersucht. Eine scharfe Erkenntnis machte es in meinem Gehirn Klick. Travis hatte sechs demütigende Monate damit verbracht, mich im Verborgenen zu halten, und sich geweigert, zu mir zu stehen oder mir den Status zu gewähren, den ich verdiente. Aber wenn Travis nicht das Rückgrat hatte, mich zum Mittelpunkt der Eifersucht aller zu machen, dann konnte Lucas Miller das ganz sicher. Und ich war entschlossen, diese Gelegenheit bis auf den letzten Tropfen auszunutzen. „Wie wäre es, wenn wir etwas deutlich Besseres tun, als über ihn zu reden?“, schlug ich vor, während sich ein hinterlistiges, gewagtes Lächeln auf meine Lippen stahl. Lucas’ dunkle Augenbraue wanderte überrascht nach oben, und ein langsames, verruchtes Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. Als unangefochtener König der Campus-Playboys wusste ich, dass er dem Spiel, das ich gleich spielen würde, nicht widerstehen konnte. „Sag mir, du Hübsche ... was genau hast du denn im Sinn?“, fragte Lucas und rückte seinen Stuhl ein Stück näher, bis seine breite Schulter meine streifte. Jedes Mädchen auf dem Campus kannte seinen Ruf. Selbst Elena hatte das gesamte letzte Semester in den Umkleidekabinen der Cheerleader darüber gejammert, wie Lucas sie benutzt, ihr das Herz gebrochen und sie abgelegt hatte. Dem Campus-Klatsch zufolge hatten sie sich ein paar Wochen lang getroffen, und Elena war völlig außer Kontrolle geraten, als er sich weigerte, sie öffentlich zu seiner offiziellen Freundin zu erklären. Genau dieselbe Bestätigung, um die ich Travis gerade erst gebettelt hatte. Ich wusste mit Sicherheit, dass Elena immer noch verzweifelt in seinem Umfeld kreiste und betete, dass er sie zurücknehmen würde. Mich heute Abend auf Lucas einzulassen, war nicht nur eine Flucht – es war die ultimative Rache an ihr und an Travis, der seit dem ersten Studienjahr hoffnungslos eifersüchtig auf Lucas’ Ruhm gewesen war. „Ich will nicht über den Kerl reden, der mir gerade das Herz gebrochen hat“, sagte ich und nahm einen weiteren tiefen Schluck direkt aus dem Glas, um meinen plötzlichen Mutausbruch anzufeuern. „Ich will sogar das genaue Gegenteil. Ich will völlig vergessen, dass er existiert.“ Lucas blinzelte mich an, unfähig, den echten Funken von Überraschung in seinen Augen zu verbergen. „Und ich will, dass du mich vergessen lässt“, fügte ich hinzu und heftete meinen Blick starr auf seine Lippen. Lucas leckte sich langsam über die Unterlippe und musterte mein erhitztes Gesicht, als würde er eine schwere Entscheidung in seinem Kopf abwägen. Nach einer langen, quälenden Pause stand er plötzlich auf, zog einen dicken Stapel Geldscheine aus seiner Ledergeldbörse und warf sie dem Barkeeper achtlos über den Tresen zu. Mein Herz rutschte für eine kurze, schreckliche Sekunde in den Magen, überzeugt davon, dass er mich gleich zurückweisen und weggehen würde. Stattdessen trat Lucas an meinen Hocker und bot mir seinen Arm an, seine dunklen Augen fest auf meine gerichtet. „Dann lass uns von hier verschwinden. Ich nehme dich mit auf mein Zimmer und versuche, ihn dir aus dem Kopf zu ficken.“ Ich stolperte auf meinen wackeligen, alkoholeinflößten Beinen praktisch vom Barhocker und schlang sofort meinen Arm fest um seinen massiven Bizeps, bevor mein ängstlicher Verstand mich von dem wilden Schritt abbringen konnte, den ich gerade wagte. Lucas führte mich aus der warmen Bar hinaus in die eisige Nachtluft und steuerte direkt auf seinen schwarzen Truck zu. Er riss die schwere Beifahrertür auf, half mir auf den Ledersitz zu klettern und überbrückte die Distanz zwischen der Bar und dem Wohnheim der Sportler in Rekordzeit. Er parkte in der schummrigen Ecke des Parkplatzes, stellte den Motor ab und joggte herum, um mir herabzuhelfen. Der Weg die Treppe hinauf und durch seinen ruhigen Flur war ein einziger Schleier aus Kichern, schwerem Atmen und stolpernden Schritten. In der Sekunde, in der wir sein schummrig beleuchtetes Zimmer betraten, schloss Lucas die schwere Tür, drehte den Riegel mit einem scharfen Klacken vor und wirbelte zu mir herum, womit er den Ausgang mit seiner hochgewachsenen Gestalt blockierte. Er streckte die Hand aus, seine warmen, schwulstigen Finger umfassten sanft mein Kinn, um mein Gesicht zu seinem zu heben. „Bevor wir auch nur einen Schritt weitergehen, du Hübsche ...“, raunte Lucas, seine tiefe Stimme fiel in einen tiefen, ernsten Tonfall, der meinen Puls hochschnellen ließ. „Bist du dir zu hundert Prozent sicher, dass du das heute Abend mit mir tun willst?“Lori„Was um alles in der Welt habe ich mir da nur eingebrockt?“, murmelte ich in meine Handflächen und vergrub mein Gesicht in absoluter Scham.Wenn Ann schon so heftig auf diese Nachricht reagierte, obwohl sie nicht einmal diejenige war, die es in irgendeiner Weise betraf – wie würde sich dann erst Jessica fühlen? Verletzlich? Völlig hintergangen?Die Last drückte mir auf die Lungen. Wenn ich nur daran dachte, dass ich ihr aktiv ins Gesicht gelogen und so getan hatte, als wäre mein Lucas jemand völlig anderes ... Wir hatten sogar auf unserem Wohnzimmerboden gesessen und unsere beiden Lucases miteinander verglichen, während sie von ihrem Schwarm geschwärmt hatte.Die Schuldgefühle waren erstickend.Ich saß völlig reglos auf der Kante der Matratze und malte mir aus, wie die Konfrontation ablaufen würde. Würde sie mich zuerst anschreien? Oder würde sie es vielleicht im ersten Moment einfach nur belächeln, weil sie dachte, ich erl
LoriViel zu benommen, um mich zu bewegen, blieb ich wie eingefroren vor Anns geschlossener Schlafzimmertür stehen, was sich wie Stunden anfühlte. Meine Füße waren wie auf dem kalten Boden festgeklebt. Ich stand da und rang mit mir selbst. Ein Teil von mir wollte verzweifelt anklopfen und sie um Vergebung bitten, während der andere Teil mir sagte, ich solle sie erst einmal in Ruhe lassen, damit sie sich abkühlen konnte.Letztendlich entschied ich mich für Letzteres. Ich drehte mich um und ging langsam in mein eigenes Zimmer zurück.Ich war vollkommen erschöpft, viel zu müde, um mir Abendessen zu machen oder irgendetwas anderes Produktives zu tun. Der seelische Stress hatte mir jedes einzelne Bisschen Energie ausgefaugt. Ich kroch einfach unter meine Decke, zog sie mir über den Kopf und glitt in einen schweren, traumlosen Schlaf.Lucas’ Anruf weckte mich etwa eine Stunde später. Das Display erhellte den dunklen Raum, und ich wischte üb
Lori„Und was ist, wenn ich sage, dass ich eigentlich immer noch sehr wütend auf dich bin? Würdest du dann im Gegenzug wütend auf mich werden?“, fragte Lucas durch den Bildschirm.Er sah unglaublich süß aus, wie er versuchte, die Stirn zu runzeln und völlig ernst zu wirken. Aber seine tiefe Stimme war so voller Necken, dass mir absolut nichts anderes übrig blieb, als laut zu lachen; das Geräusch hallte in meinem Schlafzimmer wider.„Komm schon, Lu. Bitte vergib mir einfach“, flehte ich und machte meine Stimme sanft. „Ich habe dir doch schon genau erklärt, was an diesem Tag passiert ist. Ich stand direkt neben Jessica und wollte absolut nicht, dass sie verdächtigt, dass du der Typ warst, der diese Cupcakes ins Wohnheim geschickt hat. Ich verspreche, dass ich deine Anrufe das nächste Mal nicht ignorieren werde.“Lucas ließ ein leises Glucksen hören, und seine Augen wurden augenblicklich warm. „Ich weiß, Lori. Ich habe dich nur geneckt. Wie k
LucasDer erste Tag der Physiotherapie war genau die Art von reiner Folter, die ich erwartet hatte. Eigentlich war es noch viel schlimmer, als ich es mir je ausgemalt hatte. Der Therapeut meinte, er würde es in der ersten Sitzung ruhig mit mir angehen lassen. Aber wenn das, wozu er mich jetzt gerade zwang, der einfache Teil war, wie viel schlimmer würde dann der harte Teil werden, wenn wir anfingen, echte Gewichte zu stemmen?„Ich bin müde“, verkündete ich glatt. Ich schnappte mir mein weißes Handtuch von der Bank, um den dicken Schweiß abzuwischen, der mein Gesicht und meinen Hals hinuntergetropft war. Meine Muskeln zitterten von den einfachen Bewegungen.„Wir haben noch zwei Runden vor uns, Herr Miller“, sagte der Therapeut in einem strengen, sachlichen Ton, ohne von seiner Stoppuhr aufzusehen. „Wenn wir die nicht zu Ende bringen, trage ich den heutigen Tag in Ihrem offiziellen Fortschrittskalender nicht als erledigt ein. Ihre Trainer beobacht
Lori„Dann hast du keine Ahnung, wie weit ich zu kämpfen bereit bin, um das alles in die Luft zu jagen“, schoss Travis zurück. Seine Stimme war leise, scharf und kalt.Er starrte mich direkt an. Die unerbittliche, toxische Entschlossenheit, die er gerade versprochen hatte, lag tief in seinen dunklen Augen vergraben.„Aber ich habe dir bereits gesagt, dass ich kein Interesse mehr an dir habe“, hielt ich dagegen. Ich weigerte mich, auch nur einen Zentimeter zurückzuweichen. „Wie oft muss ich es eigentlich noch sagen, bis du endlich begreifst, wie ernst es mir ist?“Travis massierte sich langsam die Schläfen. Ich kannte seine Muster viel zu gut. Er schob nur Zeit auf, während er krampfhaft versuchte, sich das Nächste auszudenken, um das Argument zu gewinnen. Bevor er auch nur ein weiteres Wort herausbringen konnte, stand ich abrupt von dem Plastikstuhl auf.„Hey! Wo willst du denn hin?“, bellte er, während sich sein Gesicht verzog. „Wir sind hier noch lange nicht fertig, Lori.“„Ähhm ...
Lori„Bitte geh ran. Ich flehe dich an“, murmelte ich vor mich hin. Ich lief in meinem Zimmer auf dem kleinen Teppich hin und her und betete, dass Lucas am anderen Ende der Leitung abheben würde.Mein Herz setzte einen schmerzhaften Schlag aus, als das Klingeln aufhörte und stattdessen wieder direkt auf die Mailbox umschaltete. Ich drückte auf Auflegen und versuchte es noch ein einziges Mal.Ich redete mir ein, dass er vielleicht nur kurz im Badezimmer und deshalb nicht bei seinem Handy war. Aber ich kannte Lucas mittlerweile gut genug, um die Wahrheit zu wissen. Er hatte sein Smartphone immer in Reichweite.Er ignorierte mich ganz bewusst.Ich ließ mich auf die Kante meiner Matratze sinken und stieß einen frustrierten Seufzer aus. Plötzlich begann mein Handy zu klingeln. Aufgeregt breitete sich ein breites Lächeln in meinem Gesicht aus, und ich wischte über das Display, um den Anruf anzunehmen, ohne auch nur einen Blick auf die







