LOGINLucas
Stell dir meine tiefe Enttäuschung vor, als ich heute Morgen die Augen öffnete und die andere Seite meines Bettes völlig leer vorfand. Ich setzte mich langsam auf und rieb mir den Schlaf aus den Augen, während sich meine Stirn verwirrt in Falten legte. In meinem Schlafzimmer herrschte Totenstille. Ich blickte hinunter auf den Boden, wo unsere abgelegten Kleidungsstücke in einem unordentlichen Haufen ineinander verschlungen lagen. Es war der stumme Beweis für die unvergessliche, intensive Nacht, die ich gerade mit diesem wunderschönen Mädchen aus der Bar verbracht hatte. Wie war noch gleich ihr Name? Ich zermarterte mir das Gehirn und verfolgte jedes einzelne Wort unseres betrunkenen Gesprächs zurück – nur um mit einem plötzlichen Stoß der Frustration festzustellen, dass ich sie nicht einmal danach gefragt hatte. Wir hatten uns einfach auf Anhieb verstanden, die dunkle Chemie zwischen uns war explodiert, und sie hatte kühn vorgeschlagen, die Sache bei mir zu Hause fortzusetzen. Ich zuckte zusammen. Ein plötzlicher Knoten zog sich in meiner Brust zusammen, als ich mich daran erinnerte, wie zutiefst verletzt und verletzlich sie auf diesem Barhocker gewirkt hatte. Jemand hatte ihr ganz offensichtlich das Herz in eine Million Teile zerfetzt, kurz bevor sie durch diese Tür gelaufen war, und ich hatte die Situation voll ausgenutzt, indem ich mit ihr geschlafen hatte. Auch wenn sie mir explizit ihre mündliche Zustimmung gegeben und verlangt hatte, dass ich sie vergessen mache ... konnte ich das nagende Gefühl nicht abschütteln, dass sie so viel mehr Fürsorge verdient gehabt hätte, als ich ihr gegeben hatte. Und zu allem Überfluss war es auch noch ihr erstes Mal gewesen. Ich stieß einen schweren, frustrierten Seufzer aus, warf die Bettdecke zur Seite und marschierte ins Badezimmer, um die Dusche auf eiskalt zu drehen. Als das Wasser über meine Schultern kaskadierte, traf mich eine unaufgeforderte Erinnerung daran, wie ihr enger, süßer Kern meinen Schwanz umschlossen hatte, wie ein physischer Schlag. „Scheiße!“, fluchte ich unter meinem Atem und schlug mit der Handfläche gegen die geflieste Wand, während mein Blut auf ein Neues heiß aufloderte. Es war unbestreitbar der beste, elektrisierendste Sex gewesen, den ich in meinem ganzen Leben gehabt hatte. Warum zur Hölle war sie dann mitten in der Nacht aus dem Staub gemacht, als wäre ich irgendein toxischer Fehler gewesen? Ich drehte den Wasserhahn zu, warf mir ein Handtuch um und zog schnell meine Sportkleidung an, bevor ich die Wohnung aufräumte. Ich musste meinen Kopf ins Spiel bekommen. Wir hatten heute ein wichtiges Derby, und ich konnte es mir nicht leisten, abgelenkt zu sein. Eine Stunde später kam ich in der Arena an und traf meine Teamkollegen in der Umkleidekabine, um mich auszurüsten. Aber selbst als ich mir die Schulterpolster über den Kopf zog und meine Schlittschuhe schnürte, blitzten vor meinen inneren Augen immer wieder Bilder vom erhitzten Gesicht dieser wunderschönen Brünetten auf, wie sie unter mir zum Orgasmus kam. Ich zuckte zusammen und schüttelte den Kopf heftig von links nach rechts, als könnte diese körperliche Bewegung den verbleibenden Geist ihrer Berührung irgendwie auslöschen. Schon bald hallte der scharfe Pfiff des Schiedsrichters durch den Tunnel und signalisierte, dass es Zeit war, das Eis zu betreten. Wir stellten uns in Formation auf, und die Energie in der überfüllten Arena knisterte wie eine Hochspannungsleitung. Der Puck droppede, und das Spiel begann in atemberaubendem Tempo. Ich schnitt durch die neutrale Zone, glitt mühelos an zwei Verteidigern vorbei und feuerte einen tödlichen Handgelenkschuss direkt in die obere Ecke des Netzes für das Eröffnungstor. Die gesamte Menge brach in einen wilden, ohrenbetäubenden Rausch aus und chanted meinen Namen, während meine Teamkollegen mich an der Bande stürmten. Als ich zurück zur Mittellinie glitt, überflog mein Blick beiläufig die erste Reihe der Tribüne – und erfasste ein Mädchen, das der Brünetten von letzter Nacht verdächtig ähnlich sah. Mein Herz machte einen Sprung. Ich war gerade dabei, näher an die Bande zu laufen, um zu überprüfen, ob sie es wirklich war, als der Pfiff ertönte und das Spiel fortgesetzt werden musste. Angetrieben von einem plötzlichen, intensiven Adrenalinschub dominierte ich das Eis und erzielte nur wenige Minuten vor dem Signalton der ersten Halbzeit ein zweites Tor. Zurück auf der Bank ließ das stolze, dröhnende Lachen des Coaches meine Brust anschwellen. „Verdammter Spitzenlauf da draußen, Sohn!“, brüllte er und klopfte mir hart auf die Schulterpolster. Er drehte sich zur restlichen Mannschaft um. „Versammelt euch, Leute! Hört zu!“ Das Team rückte eng zusammen, während der Coach begann, taktische Anpassungen herauszubrüllen und Typen abzukanzeln, die hinterherhinkten. Er befahl Ricky, sein Eislauftempo zu steigern, und warnte Alex ernst, auf seinen blinden Fleck zu achten. Aber während der Coach weiterredete, registrierte ich kaum ein Wort. Mein Hals war gestreckt, meine Augen scanten hektisch die Zuschauermenge in der ersten Reihe nahe der Heimbank, verzweifelt danach, dieses vertraute Gesicht wiederzuentdecken. Während ich auf der Bank ruhte und darauf wartete, dass die zweite Halbzeit begann, konnte ich nicht aufhören, an sie zu denken. Ich nahm mir fest vor, in genau der Sekunde, in der die Schlusssirene ertönte, über die Bandenabsperrung zu springen, sie in der Menge zu finden und ihren Namen und ihre Nummer zu verlangen. Die zweite Halbzeit begann, und ich spielte mit einer wilden, unerbittlichen Aggressivität. Mein einziges Ziel war es, eine Meisterleistung abzuliefern und genug Tore zu schießen, um sie völlig in meinen Bann zu ziehen. Ich nahm den Puck direkt beim Eröffnungs-Bully auf und zog hart über den linken Flügel – als aus dem Nichts ein gegnerischer Verteidiger einen dreckigen, hohen Stockschlag direkt gegen die Seite meines entblößten Halses ausführte. Die Menge keuchte auf, als ein blindmachender Schmerzimpuls meine Wirbelsäule hinabfuhr. Rotglühende Wut löschte meine Logik komplett aus. Ich gewann in einem Bruchteil einer Sekunde mein Gleichgewicht zurück, wirbelte herum und ging gewaltsam auf meinen Angreifer los. Ich packte ihn am Trikot, riss ihm gewaltsam den Helm ab und begann, mit brutalen, ungezügelten Schlägen auf sein Gesicht einzudreschen. Blut spritzte über sein Visier und auf meine Handschuhe, aber die stechende Hitze in meinem Hals trieb mich nur an, noch härter zuzuschlagen. Plötzlich hallte ein schweres Krachen unter dem Brüllen der Arena wider. Zwei schwere Hockeyschläger krachten von hinten brutal über meinen unteren Rücken. Ein scharfer Schmerz explodierte in meinem unteren Rücken und schoss wie ein Blitz direkt in meine Beine. Das Letzte, was ich registrierte, war der Schiedsrichter, der wütend in seine Pfeife blies, bevor mich pechschwarze Dunkelheit verschlang.Lori„Was um alles in der Welt habe ich mir da nur eingebrockt?“, murmelte ich in meine Handflächen und vergrub mein Gesicht in absoluter Scham.Wenn Ann schon so heftig auf diese Nachricht reagierte, obwohl sie nicht einmal diejenige war, die es in irgendeiner Weise betraf – wie würde sich dann erst Jessica fühlen? Verletzlich? Völlig hintergangen?Die Last drückte mir auf die Lungen. Wenn ich nur daran dachte, dass ich ihr aktiv ins Gesicht gelogen und so getan hatte, als wäre mein Lucas jemand völlig anderes ... Wir hatten sogar auf unserem Wohnzimmerboden gesessen und unsere beiden Lucases miteinander verglichen, während sie von ihrem Schwarm geschwärmt hatte.Die Schuldgefühle waren erstickend.Ich saß völlig reglos auf der Kante der Matratze und malte mir aus, wie die Konfrontation ablaufen würde. Würde sie mich zuerst anschreien? Oder würde sie es vielleicht im ersten Moment einfach nur belächeln, weil sie dachte, ich erl
LoriViel zu benommen, um mich zu bewegen, blieb ich wie eingefroren vor Anns geschlossener Schlafzimmertür stehen, was sich wie Stunden anfühlte. Meine Füße waren wie auf dem kalten Boden festgeklebt. Ich stand da und rang mit mir selbst. Ein Teil von mir wollte verzweifelt anklopfen und sie um Vergebung bitten, während der andere Teil mir sagte, ich solle sie erst einmal in Ruhe lassen, damit sie sich abkühlen konnte.Letztendlich entschied ich mich für Letzteres. Ich drehte mich um und ging langsam in mein eigenes Zimmer zurück.Ich war vollkommen erschöpft, viel zu müde, um mir Abendessen zu machen oder irgendetwas anderes Produktives zu tun. Der seelische Stress hatte mir jedes einzelne Bisschen Energie ausgefaugt. Ich kroch einfach unter meine Decke, zog sie mir über den Kopf und glitt in einen schweren, traumlosen Schlaf.Lucas’ Anruf weckte mich etwa eine Stunde später. Das Display erhellte den dunklen Raum, und ich wischte üb
Lori„Und was ist, wenn ich sage, dass ich eigentlich immer noch sehr wütend auf dich bin? Würdest du dann im Gegenzug wütend auf mich werden?“, fragte Lucas durch den Bildschirm.Er sah unglaublich süß aus, wie er versuchte, die Stirn zu runzeln und völlig ernst zu wirken. Aber seine tiefe Stimme war so voller Necken, dass mir absolut nichts anderes übrig blieb, als laut zu lachen; das Geräusch hallte in meinem Schlafzimmer wider.„Komm schon, Lu. Bitte vergib mir einfach“, flehte ich und machte meine Stimme sanft. „Ich habe dir doch schon genau erklärt, was an diesem Tag passiert ist. Ich stand direkt neben Jessica und wollte absolut nicht, dass sie verdächtigt, dass du der Typ warst, der diese Cupcakes ins Wohnheim geschickt hat. Ich verspreche, dass ich deine Anrufe das nächste Mal nicht ignorieren werde.“Lucas ließ ein leises Glucksen hören, und seine Augen wurden augenblicklich warm. „Ich weiß, Lori. Ich habe dich nur geneckt. Wie k
LucasDer erste Tag der Physiotherapie war genau die Art von reiner Folter, die ich erwartet hatte. Eigentlich war es noch viel schlimmer, als ich es mir je ausgemalt hatte. Der Therapeut meinte, er würde es in der ersten Sitzung ruhig mit mir angehen lassen. Aber wenn das, wozu er mich jetzt gerade zwang, der einfache Teil war, wie viel schlimmer würde dann der harte Teil werden, wenn wir anfingen, echte Gewichte zu stemmen?„Ich bin müde“, verkündete ich glatt. Ich schnappte mir mein weißes Handtuch von der Bank, um den dicken Schweiß abzuwischen, der mein Gesicht und meinen Hals hinuntergetropft war. Meine Muskeln zitterten von den einfachen Bewegungen.„Wir haben noch zwei Runden vor uns, Herr Miller“, sagte der Therapeut in einem strengen, sachlichen Ton, ohne von seiner Stoppuhr aufzusehen. „Wenn wir die nicht zu Ende bringen, trage ich den heutigen Tag in Ihrem offiziellen Fortschrittskalender nicht als erledigt ein. Ihre Trainer beobacht
Lori„Dann hast du keine Ahnung, wie weit ich zu kämpfen bereit bin, um das alles in die Luft zu jagen“, schoss Travis zurück. Seine Stimme war leise, scharf und kalt.Er starrte mich direkt an. Die unerbittliche, toxische Entschlossenheit, die er gerade versprochen hatte, lag tief in seinen dunklen Augen vergraben.„Aber ich habe dir bereits gesagt, dass ich kein Interesse mehr an dir habe“, hielt ich dagegen. Ich weigerte mich, auch nur einen Zentimeter zurückzuweichen. „Wie oft muss ich es eigentlich noch sagen, bis du endlich begreifst, wie ernst es mir ist?“Travis massierte sich langsam die Schläfen. Ich kannte seine Muster viel zu gut. Er schob nur Zeit auf, während er krampfhaft versuchte, sich das Nächste auszudenken, um das Argument zu gewinnen. Bevor er auch nur ein weiteres Wort herausbringen konnte, stand ich abrupt von dem Plastikstuhl auf.„Hey! Wo willst du denn hin?“, bellte er, während sich sein Gesicht verzog. „Wir sind hier noch lange nicht fertig, Lori.“„Ähhm ...
Lori„Bitte geh ran. Ich flehe dich an“, murmelte ich vor mich hin. Ich lief in meinem Zimmer auf dem kleinen Teppich hin und her und betete, dass Lucas am anderen Ende der Leitung abheben würde.Mein Herz setzte einen schmerzhaften Schlag aus, als das Klingeln aufhörte und stattdessen wieder direkt auf die Mailbox umschaltete. Ich drückte auf Auflegen und versuchte es noch ein einziges Mal.Ich redete mir ein, dass er vielleicht nur kurz im Badezimmer und deshalb nicht bei seinem Handy war. Aber ich kannte Lucas mittlerweile gut genug, um die Wahrheit zu wissen. Er hatte sein Smartphone immer in Reichweite.Er ignorierte mich ganz bewusst.Ich ließ mich auf die Kante meiner Matratze sinken und stieß einen frustrierten Seufzer aus. Plötzlich begann mein Handy zu klingeln. Aufgeregt breitete sich ein breites Lächeln in meinem Gesicht aus, und ich wischte über das Display, um den Anruf anzunehmen, ohne auch nur einen Blick auf die







