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Author: Nova
last update publish date: 2026-08-31 02:41:56

Zwei Gestalten waren unter den Baumkronen ineinander verschlungen.

„Ughh… Baby, du fühlst dich so gut an.“

„Oh Göttin, Aiden… ahh!“

Lyka schrie auf, als Aiden ihr einen harten Stoß versetzte. Er griff in ihre Haare, bog ihren Rücken durch und ergoss sich in ihr. Seine Hände umfassten ihre vollen Brüste, kniffen leicht in die Nippel und sandten Wellen der Lust durch Lykas Körper, während sie vor Vergnügen stöhnte. Er vergrub sein Gesicht an ihrer Schulter und sog ihren Duft ein, doch stattdessen fing er einen anderen Geruch auf. Er drehte sich um und bemerkte eine flüchtende Gestalt.

Myras Wolf rannte, so schnell er konnte. Ihre Pfoten berührten kaum den Boden, während sie durch den Wald hetzte. Äste kratzten über ihr Fell, der Wind rauschte an ihren Ohren vorbei. Sie blieb nicht stehen, dachte nicht nach, erlaubte sich nicht zu fühlen – sie rannte einfach, bis ihre Kräfte schließlich versagten.

Als sie nicht mehr weiterkonnte, stolperte sie und verwandelte sich zurück. Ihr Körper brach hinter einer Baumgruppe zusammen, und Myra erschien wieder, zitternd und außer Atem. Die Luft war kalt auf ihrer nackten Haut, doch sie bemerkte es kaum. Ihre Brust hob und senkte sich unregelmäßig, während der Schmerz sich tief in ihr festsetzte.

Der Himmel begann bereits dunkel zu werden, die Dämmerung zog sich über den Horizont, während der schwache Schein des Mondes durch vorbeiziehende Wolken lugte. Myra schlang schwach die Arme um sich. Ihr Körper war entblößt und verletzlich, doch sie war mental zu erschöpft, um sich darum zu scheren. Ihr Herz schmerzte mit einem scharfen, unerbittlichen Schmerz, als würde es immer wieder durchbohrt, jeder Schlag zog sie tiefer in die Realität, der sie nicht mehr entkommen konnte.

Seit dem Tod ihrer Mutter war sie allein gewesen.

Ihr Vater hatte keine Zeit verschwendet und eine andere Frau ins Haus geholt, die er seine wahre Gefährtin nannte, zusammen mit ihrer Tochter, die fast im selben Alter wie sie war. Von diesem Moment an hatte Myra aufgehört, eine Tochter zu sein, und war nur noch eine Erinnerung an eine Verpflichtung – nicht jemand, der Liebe verdiente.

Sie hatte als Außenseiterin im eigenen Zuhause gelebt, vom Rand aus zugesehen, wie ein anderes Mädchen alles bekam, was eigentlich ihr gehören sollte.

Das Einzige, woran sie sich festgehalten hatte… das Einzige, das ihr Hoffnung gegeben hatte… war ihr Gefährte gewesen.

Der eine Mensch, der sie lieben, sie wählen und bei ihr bleiben sollte.

Als sie herausfand, dass es Aiden war, hatte sie zum ersten Mal seit Jahren wirklich geglaubt, dass sich ihr Leben endlich ändern würde. Sie erinnerte sich an seine Berührung, ihre Wärme, wie sie unbekannte Gefühle in ihrem unerfahrenen Körper geweckt hatte, wie ihr Herz so leicht und bereitwillig darauf reagiert hatte.

Sie hatte gedacht, es sei Schicksal. Doch das Schicksal hatte sie verraten.

Kylie starb. Und irgendwie war sie diejenige, die man dafür verantwortlich machte.

Sie war nur dort gewesen.

„Wie…“, flüsterte sie, ihre Stimme brach, während Tränen über ihre Wangen liefen, „wie kann jemand nur so viel Pech haben…?“

Vielleicht hatte Lyka recht.

Vielleicht war ihr Leben wirklich erbärmlich.

Ein hohles Lachen entwich ihr, zuerst leise, dann leer und fast leblos, während es still durch den Wald hallte.

„Du hast gewonnen, Lyka…“, murmelte sie mit zitternder Stimme. „Du hast gewonnen.“

Als der Himmel voller Sterne war, kroch die Kälte endlich in ihre Haut und zwang sie, sich zu bewegen. Ihr Körper schmerzte, als sie sich aufrichtete. Ihre Beine waren unsicher, trugen sie aber noch vorwärts.

Ihre Augen erfassten eine Decke, die lose an einer nahen Leine hing. Nach kurzem Zögern nahm sie sie, wickelte sie schnell um sich und vergewisserte sich, dass sie vollständig bedeckt war. Erst dann trat sie aus den Bäumen hervor und machte sich auf den Rückweg zum Haus. Es hatte keinen Sinn, sich hineinzuschleichen. Sie mussten bereits bemerkt haben, dass sie weg war. Als sie ankam, war es Essenszeit.

Sie bewegte sich vorsichtig, hielt den Kopf gesenkt und hoffte, unbemerkt vorbeizukommen.

„Schwester Myra!“

Eine kleine Stimme ließ sie innehalten. Sie erstarrte und drehte sich langsam um.

Ein kleiner Junge rannte auf sie zu. Sein Gesicht leuchtete vor Erleichterung auf, sobald er sie sah. Ohne nachzudenken kniete Myra sich hin und zog ihn in eine feste Umarmung.

„Elvis…“

„Wo warst du?“, fragte er schnell und klammerte sich an ihre Kleidung. „Schwester Lyka hat gesagt, du wärst lange weg… du hast nicht mal Tschüss gesagt.“

Seine Wangen blähten sich leicht auf, sein Ausdruck war traurig, als würde er die Tränen zurückhalten.

„Hey… nicht weinen“, sagte sie sanft und strich ihm die Haare aus dem Gesicht. „Ich bin doch jetzt hier, oder?“

Er schniefte, sah aber immer noch geknickt aus.

„Wie wäre es damit“, fuhr sie leise fort und zwang sich zu einem kleinen Lächeln, „ich mache mich frisch, und dann spielen wir. Würde dir das gefallen?“

Elvis nickte eifrig, seine Stimmung hob sich sofort, bevor er zurück zum Speisesaal rannte.

Myra sah ihm einen Moment nach, bevor sie den Blick hob und den Augen ihres Vaters begegnete.

„Wo bist du gewesen?“, fragte er mit scharfem, unnachgiebigem Ton. Myra antwortete nicht sofort, sondern ließ ihren Blick durch den Raum schweifen.

Er landete auf Lyka.

Sie saß neben ihrer Mutter, strahlte, lächelte beim Sprechen, ihre Miene hell und unbeschwert. Sie zeigte ihrer Mutter die Knutschflecke, während diese sie lobte. Myra schaute weg.

„Ich habe keinen Ärger gemacht“, sagte sie schließlich mit flacher Stimme. „Falls du das fragen wolltest.“

Ryan schien nicht überzeugt, aber sie wartete nicht darauf, dass er weiter nachbohrte.

„Ich esse mein Abendessen in meinem Zimmer“, fügte sie hinzu und wandte sich bereits ab.

Ohne auf Erlaubnis zu warten, ging sie davon. Ihre Schritte waren fest, trotz der Erschöpfung, die auf ihr lastete.

Hinter ihr atmete Ryan aus und schüttelte den Kopf.

„Wenn sie nur so gehorsam wäre wie Lyka“, murmelte er.

—

„Mein König…“

Er hielt kurz inne, bevor er fortfuhr.

„Die neuesten Einladungen sind eingetroffen.“

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