LOGIN„Welche Einladungen“, fragte Matteo, ohne aufzublicken.
Sein Beta, Carl, stand in der Nähe und hielt die Briefe vorsichtig in den Händen. „Das Crimson Moon Pack hat eine bevorstehende Hochzeit“, sagte er. Daraufhin wechselten einige der anderen Lycan-Kommandanten Blicke. Unter Werwölfen waren Lycans gefürchtet, stärker, seltener, fast unantastbar, doch das Crimson Moon Pack war kein gewöhnliches Rudel. Es war das stärkste in der Werwolfwelt. Und Alpha Ryan war trotz seiner schlechten Eigenschaften als Vater als rücksichtsloser und effektiver Anführer bekannt. Dante, sein Gamma, neigte den Kopf leicht. „Ich denke, wir sollten hingehen.“ Carl schob seine Brille zurecht. „Sie gehören zu den wenigen Rudeln, die Respekt erwiesen haben, als deine Eltern starben.“ Das ließ Matteo innehalten. Ein schwaches Grinsen zupfte an seinen Lippen, als etwas in seiner Erinnerung aufflackerte – jemand. Ein rothaariges Mädchen. „Welche Tochter?“, fragte er ruhig. Carl blinzelte überrascht. „Es wird nicht spezifiziert.“ Matteo gab ein leises Summen von sich und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Er verlor bereits das Interesse und wandte sich wieder seinen Dokumenten zu. Carl drehte sich zur Tür, zögerte dann jedoch. „Ähm… Victoria war schon wieder da“, fügte er vorsichtig hinzu. Matteo blickte nicht einmal auf. „Erzähl mir nichts mehr von irrelevanten Personen.“ Carl seufzte leise und ging. Einige Minuten vor Mitternacht… Das Zimmer war still, abgesehen vom leisen Kratzen des Stifts auf Papier. Matteo schloss schließlich die Akte, schob seinen Stuhl zurück und stand auf. Auf dem Balkon war die Nachtluft kalt. Er trug lockere Lounge-Kleidung, ein Glas Wein in der einen Hand, eine Zigarette zwischen den Fingern, während er sich gegen das Geländer lehnte. Er nahm einen langsamen Zug und blies den Rauch in die Dunkelheit. Sein Handy leuchtete auf. Unbekannte Nummer. Eine weitere Nachricht. Ein Foto erschien. Victoria. In aufreizender Reizwäsche, die bewusst für die Kamera posierte. Der Winkel machte ihr Dekolleté sehr sichtbar, und ihre Nippel zeichneten sich durch den Stoff ab. Unter normalen Umständen hätte jeder Mann darauf reagiert. Matteo starrte eine Sekunde lang hin… und blockierte dann ausdruckslos die Nummer. Er nahm sein Handy und rief Carl an. Carl meldete sich halb verschlafen. „Was ist denn jetzt schon wieder?“, murmelte er. Matteos Stimme war ruhig. „Sag deiner Schwester, sie soll aufhören, sich wie eine Prostituierte zu benehmen.“ Klick. Der Anruf endete. Carl erstarrte in der Stille und stöhnte innerlich auf. Matteo richtete seinen Blick wieder auf den Nachthimmel und nahm einen weiteren langsamen Zug von seiner Zigarette. Er war an Ablenkungen nicht interessiert. Nicht an Frauen. So unglaublich es klingen mochte, er wartete. Auf seine Gefährtin. Er blickte zum Mond am Himmel auf und verfluchte innerlich die Mondgöttin. — Gelächter hallte über den Trainingsplatz. Myra bewegte sich mühelos zwischen den Kämpfern, ihre Energie war ausnahmsweise leichter als sonst. Für einen kurzen Moment sah sie fast frei aus. „Myra!“, rief jemand. Ein Soldat joggte auf sie zu und lächelte. Myra drehte sich sofort um, ihr Gesicht hellte sich auf. „Kendal!“ Sie rannte ohne Zögern auf ihn zu und sprang in seine Arme, schlang ihre Beine leicht um seine Taille. Kendal fing sie mühelos auf, stabilisierte sie mit einem sanften Lachen und hielt sie fest. Beide sahen sich in die Augen. Ein Knurren entwich beiden. Eine scharfe Stille senkte sich über den Rand des Trainingsplatzes. Aiden stand dort, die Adern an seiner Stirn pochten, sein Wolf war deutlich aufgewühlt durch die Tatsache, dass seine Gefährtin sich an einen Mann kuschelte. Noch dazu an den Mann, in den Kylie vernarrt gewesen war. Kendall war außerdem Myras bester Freund – praktisch Kindheitsfreunde –, aber sie hatten keine romantischen Gefühle füreinander, weil sie ihre wahren Gefährten sehr hoch schätzten. Aidens Miene verfinsterte sich sofort. Das Gefährtenband in ihm reagierte gewaltsam, ein tiefer, erstickender Druck baute sich in seiner Brust auf. Kendal, der die Spannung nicht bemerkte, hielt Myra weiterhin sicher und lächelte sie an, während sie leise miteinander sprachen. In diesem Moment bemerkte Myra Aiden. Sie kicherte, als sie seine Reaktion sah, und lehnte sich näher an Kendal. Aidens Augen wurden scharf. „Geh weg von ihm, Myra“, sagte er kalt. Seine Stimme schnitt wie eine Klinge durch die Luft. „Oder was? Der Beta sollte sich nicht in Angelegenheiten einer Ex-Sträflingin einmischen“, fügte er hinzu, seine Stimme beherrscht, aber gefährlich. „Respektiere dich selbst und konzentriere dich auf das, was wichtig ist… wie deine Hochzeit.“ Myra neigte den Kopf. Dann lächelte sie. Ein wenig zu süß. Sie zwinkerte Kendal zu. Kendal lächelte kooperativ und hielt ihre Taille fester, zog sie näher. Auch er hatte eine Rechnung zu begleichen. Bevor jemand reagieren konnte, krachte Aidens Faust in Kendals Gesicht. Einmal. Zweimal. Wieder und wieder. Jeder Schlag trug mehr Kraft, mehr Frustration in sich – alle aufgestauten Emotionen entluden sich. Kendal versuchte sich zu verteidigen, doch gegen den Beta hatte er keine Chance. „Hör auf!“, durchschnitt eine befehlende Stimme das Chaos. Allein seine Anwesenheit zwang Stille in die Luft. Aiden erstarrte mitten in der Bewegung, seine Brust hob und senkte sich schwer, als er von Kendal zurücktrat, den Kiefer fest zusammengepresst. Kendal taumelte, blieb aber stehen und wischte Blut von seiner Lippe. Myra eilte sofort an seine Seite.Lyka brach beinahe in Tränen aus, als sie Aidens Worte hörte. Sie lehnte sich in die Arme ihrer Mutter und schluchzte leise. Luna Daria warf Aiden einen bösen Blick zu, doch er blieb von der ganzen Situation völlig unberührt. Alpha Ryan wollte mehr sagen, hielt sich aber vorsichtig zurück. „Willst du wirklich, dass dein Baby stirbt?“Aiden presste die Lippen zu einer dünnen Linie zusammen, unsicher, wie er antworten sollte. Der Raum wurde von einer dichten Stille erfüllt.„Mom? Dad? Was ist los?“ Elvis kam die Treppe herunter, nachdem er den Lärm gehört hatte. Er fühlte sich am ganzen Körper schwach und seine Sicht war verschwommen. Er rieb sich die Augen und versuchte klar zu sehen, denn es fühlte sich an, als würde seine ganze Welt sich drehen. „Dad“, sagte er schwach.Thud!Er brach auf der Treppe zusammen und rollte hinunter.„Elvis!“ Luna Daria stieß Lyka weg und rannte zu ihrem Sohn. Alpha Ryan hörte auf zu streiten und eilte an die Seite seiner Frau. Elvis’ Stirn blutete. Weil
Matteo kümmerte sich nicht darum. „Lass sie“, hielt er zurück. Er packte ihre Hüften fest und stieß in einem mächtigen Stoß tief in sie hinein. Myras Hand flog vom Mund weg, als ein lautes Stöhnen ihren Lippen entfloh.„Ahh—!“, schrie sie auf, ihre Stimme hallte im Raum wider.Matteos Augen verdunkelten sich vor Lust. Er zog sich zurück und rammte erneut in sie, diesmal härter. Das nasse Geräusch ihrer Körper, die aufeinander schlugen, erfüllte das Zimmer. Myras Rücken wölbte sich gegen die Wand, während er sie rau fickte, jeder Stoß tief und kraftvoll.„Matteo— oh fuck!“, schrie sie und konnte nicht länger still bleiben.Er packte ihre Oberschenkel, hob ihre Beine höher und spreizte sie weiter. Sein Schwanz hämmerte ohne Gnade in ihre durchtränkte Muschi. Myras Augen rollten nach hinten, ihr Mund stand offen vor Lust, während sie jeden brutalen Stoß hinnahm.„Ja— härter!“, schrie sie, ihre Stimme brach. „Bitte, härter!“Matteo knurrte und gab ihr genau das, worum sie bat. Er fickte s
Myra starrte lange auf Brias Nachricht. Ihr Herz schmerzte ein wenig. Matteo hatte nie etwas über eine Heirat erwähnt. In ihrem Kopf blitzte die Erinnerung an Aiden und Lykas Hochzeit auf, die immer ein schmerzhafter Knoten in ihrem Herzen gewesen war.Sie biss sich auf die Lippe und seufzte. Noch nicht.Sie schickte eine kurze Antwort und schaltete ihr Handy aus. Ihre Stimmung fühlte sich plötzlich schwer an. Die Nachricht hatte ihre Gedanken in eine Spirale geschickt. Matteo hatte nie gesagt, dass er plant, sie zu heiraten. Sie holte tief Luft und versuchte, diese Sorgen wegzuschieben.Matteo liebt mich, sagte sie sich. Ich habe es unzählige Male gesehen. Es gibt nichts, worüber man sich Sorgen machen müsste. Es gab größere Dinge, auf die sie sich konzentrieren musste: Kendall, den bevorstehenden Test und die Hoffnung, dass niemand ihre Identität herausfand.Matteo hatte die Nachrichten vorerst begraben können, aber was, wenn jemand versehentlich alles herausfand? Es wäre ein komple
Ihr Gesicht drehte sich scharf zur Seite. Blut tropfte aus dem Mundwinkel. Ihr Gesicht verzog sich vor Schmerz.Ihr ganzes Leben lang war sie die verwöhnte Prinzessin der Familie Stonefield gewesen. Ihre Eltern und ihr Bruder hatten sie wie ein kostbares Juwel verwöhnt. Sie war noch nie so brutal behandelt worden. Eine Träne rutschte aus ihrem Auge.„Oh mein Gott. Unser Geist weint“, spottete einer der Männer.Der ganze Raum brach in lautes Gelächter aus. Ihre grausamen Stimmen ließen ihre Tränen schneller fließen.„Wer hat euch geschickt, um mich zu entführen?“, schrie Kylie aus voller Kehle, ihre Stimme voller bösartiger Wut. „Ich werde euch alle töten! Jeden verdammten Einzelnen von euch!“„Genug, genug, genug!“ Ein Mann stopfte ihr ein schmutziges Tuch in den Mund, knebelte sie und erstickte ihre Schreie. Sie konnte sie nur anstarren, während sie weiter lachten und sie verspotteten.Einer der Entführer schlüpfte hinaus, um zu telefonieren. Die andere Leitung nahm nach ein paar Kli
„Die andere Partei hat ihren Zug gemacht, aber wir konnten sie schützen. Sie ist problematisch und hat ein sehr schlechtes Temperament“, meldete der Mann.Matteo ignorierte die meisten seiner Worte. „Gib mir morgen als Erstes eine detaillierte Untersuchung ihres Hintergrunds“, befahl er.Er machte eine Pause, sein Blick fiel durch den Spalt in der Tür auf Kendall. „Und untersuche noch eine weitere Person“, fügte er hinzu und gab die Details.Sein Gesicht verdunkelte sich, als er Myra erneut über etwas lachen hörte, das Kendall sagte. Er hielt seine Wut und starke Besitzgier zurück, drehte sich um und ging.Lyka war seit dem Morgen nervös und ging im Zimmer hin und her. Luna Daria saß auf dem Sofa, nippte an ihrem Saft und beobachtete still ihre Tochter.„Liebling, ich glaube, du machst dir zu viele Gedanken wegen eines kleinen Diebes“, sagte Daria und schmatzte mit den Lippen, während sie die Reaktion ihrer Tochter beobachtete.Lyka räusperte sich und setzte sich endlich. Sie wagte es
„Hehe“, lachte Myra trocken. „Er ist einfach eine sehr wichtige Person, das habe ich dir schon gesagt.“Ein Telefonklingeln hallte durch den Raum und durchbrach die Stille. Matteo holte das vibrierende Handy hervor, warf Myra einen letzten Blick zu und trat nach draußen, um den Anruf anzunehmen.Myra atmete endlich erleichtert auf. Puh! Sie stand auf und entschuldigte sich. „Ich gehe nach Kendall sehen.“Sie betrat seine Station. Kendall schlief bereits. Myra stand still da und beobachtete ihn einen Moment mit Sorge in den Augen.Plötzlich stöhnte Kendall und regte sich. Er wachte langsam auf und versuchte, seinen verletzten Arm zu bewegen, doch Schmerz durchfuhr ihn und er stöhnte erneut.Myra eilte an seine Seite. „Hey, überanstrenge dich nicht“, sagte sie sanft und half ihm, sich aufzusetzen. Sie sah ihn mit warmer, freundlicher Zuneigung in den Augen an. „Was ist mit dir passiert?“Kendall stockte und holte tief Luft. Die Verletzung an seiner Schulter tat höllisch weh, doch er sch







