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Author: Nova
last update publish date: 2026-08-31 02:42:18

„Was habe ich dir genau gesagt?“, schnitt Alpha Ryans Stimme wie Stahl durch die Luft. Seine Augen waren eiskalt, als er sich den Wachen zuwandte. „Holt mir eine Peitsche.“

„Nein, Alpha—!“, trat Kendall instinktiv vor, doch Ryan unterbrach ihn sofort.

„Kein weiteres Wort.“ Die Menge erstarrte. Aiden öffnete den Mund, als wollte er etwas sagen, doch die Worte erstarben, bevor sie herauskamen. Stattdessen blieb er stumm, mit zusammengepresstem Kiefer, während die Luft vor Spannung knisterte wie vor einem heraufziehenden Sturm.

Ryan trat vor. „Runter da“, zischte er. „Du Verbrecherin.“ Sein Blick bohrte sich in Myra.

„Du verdammte Schlampe… du hättest nur ein paar Tage stillhalten müssen. Nur ein paar Tage“, fuhr er sie an, die Stimme vor Abscheu erhoben. „Stattdessen hast du alles ruiniert.“

Die Peitsche sauste herab. Das Geräusch des Aufpralls hallte scharf wider.

Der erste Hieb riss durch Myras bereits dünne Kleidung und hinterließ eine rohe, sichtbare Strieme auf ihrer Haut.

Doch sie schrie nicht. Sie gab keinen Laut von sich.

Nur ihre Tränen verrieten sie – sie fielen langsam und lautlos, während sie dort kniete und die Strafe ertrug.

Warum?

Warum hasste ihr Vater sie so sehr? Ihre Sicht verschwamm. Lykas Gesicht blitzte in ihrem Geist auf.

Das erste Mal, als sie sie gesehen hatte… ihr Vater hatte gelächelt. „Das ist deine Schwester“, hatte er sanft gesagt. „Sei gut zu ihr, in Ordnung?“

Das war das letzte Mal, dass er Myra angelächelt hatte. Danach war sie nichts mehr gewesen.

Ein Schatten.

Ein Ärgernis.

Unerwünscht.

Ein weiterer Peitschenhieb zerriss die Luft. Schmerz explodierte auf ihrem Rücken. Immer noch schrie sie nicht.

Nur ihre Schultern zitterten, während sie dort kniete und leise in den Boden weinte. Aiden stand in der Nähe und beobachtete alles.

Sein Gesichtsausdruck veränderte sich – eine Mischung aus Frustration und Hilflosigkeit huschte darüber. Sein Instinkt schrie ihn an, einzugreifen, sie wegzubringen, dem ein Ende zu setzen, doch die Vernunft hielt ihn zurück.

Am Ende drehte er sich abrupt um und ging davon, zwang sich zu gehen, bevor er etwas Unumkehrbares tat.

Als Alpha Ryan schließlich genug hatte, ließ er die Peitsche fallen.

„Bringt sie in die Krankenstation“, befahl er kalt. „Sorgt dafür, dass die Blutergüsse bis morgen verschwunden sind.“

Sein Blick verweilte nicht einmal auf ihrem gebrochenen Zustand.

„Sie muss auf der Hochzeit präsentabel aussehen.“ Dann, als wäre sie nichts weiter als eine unwichtige Kleinigkeit, die er bereits vergessen hatte, wandte er sich ab.

Bevor er ging, fügte er noch einen letzten Satz hinzu:

„Halt dich von ihr fern“, sagte er zu Kendall, ohne sich umzudrehen. „Sie ist ein schlechter Einfluss.“

„Außerdem… Sie ist der Grund, warum deine Geliebte gestorben ist.“ Die Worte trafen wie Gift.

„Geliebte??”

Kendall murmelte verwirrt, sein Kiefer spannte sich an, als er sofort vortrat, alles andere ignorierend. Vorsichtig hob er Myra in seine Arme. Ihr Körper brannte vor Schmerz, doch sie war bereits dabei, in die Bewusstlosigkeit abzudriften.

Er blickte auf sie hinab, die Miene angespannt.

Es war nicht nur der körperliche Schmerz. Es war alles, was sie seit Jahren mit sich herumgetragen hatte.

Und jetzt brach es sie.

Er trug sie schnell hinaus und steuerte direkt die Krankenstation an.

Bis sie ankamen, war Myra bereits ohnmächtig geworden.

Stunden später…

Stimmen hallten leise durch den Raum. „Was ziehst du zur Hochzeit an?“

„Ich habe gehört, alle Alphas des Rates werden da sein.“ „Sogar der Lycan King kommt!“

„Ich schwöre, ich könnte sogar die Aufmerksamkeit eines Betas oder Gammas erregen…“

Gelächter folgte. Myra regte sich leicht auf dem Bett, ein leises Stöhnen entwich ihren Lippen, als der Lärm zu ihr drang.

Das Wort hallte erneut wider. Hochzeit. Immer nur die Hochzeit. Sie hatte es so satt, es zu hören.

In der Nähe standen zwei Mädchen und unterhielten sich.

„Kylies Mörderin ist wach“, flüsterte eine.

„Ich habe gehört, Kendall hat sie reingebracht“, antwortete die andere.

Ein spöttisches Lachen folgte.

„Wie dreist… ihm so offen hinterherzuflirten nach dem, was sie getan hat.“

„Sie denkt wirklich, weil sie die Tochter eines Alphas ist, kann sie sich alles erlauben.“

„Sie tut immer so graziös und elegant, aber sie ist nichts im Vergleich zu Lyka.“

„Sie verdient ihn viel mehr als Myra es je tat.“

Myra lag still auf dem Bett. Zu erschöpft, um zu widersprechen. Zu gebrochen, um es zu kümmern. Doch ihre Lippen verzogen sich schwach.

Ein kaltes, fast warnendes Lächeln. „Könnt ihr endlich die Klappe halten…“, murmelte sie schwach.

Eine Pause.

„Oder ich bringe euch selbst zum Schweigen.“ Der Raum wurde totenstill.

Die Luft veränderte sich sofort, wurde schwerer, schärfer. Eine der Mädchen lachte nervös und trat zurück.

Die andere zog sie schnell mit sich, murmelte eine Entschuldigung, während sie verschwanden.

Stille kehrte ein.

Myra sank langsam zurück ins Bett, die Erschöpfung übermannte sie erneut.

Weit draußen, fern der Krankenstation…

Ein schwarzer Maybach überquerte die Grenzen des Crimson-Moon-Rudels.

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