LOGINIn dem Moment, als Cassienne Rhodes den großen Saal der Apex Convergence Gala betrat, veränderte sich die Atmosphäre.Gespräche wurden langsamer.Köpfe drehten sich.Nicht aus Schock.Sondern aus Wiedererkennung.Menschen, die eben noch tief in Gespräche vertieft gewesen waren, ließen sich plötzlich ablenken.Ihre Aufmerksamkeit wanderte ganz von selbst zu ihr.Cassienne ging hinein, als würde sie hierhergehören.Und ja—das tat sie.Ihre Präsenz war ruhig.Kontrolliert.Bewusst.Der Pelzschal lag perfekt über ihren Schultern und verstärkte die stille Autorität, die sie ohnehin ausstrahlte.Jeder ihrer Schritte war bedacht.Nicht, um Aufmerksamkeit zu bekommen.Sondern weil sie wusste, wohin sie wollte.Und trotzdem—hatte sie die Aufmerksamkeit aller.Überall im Raum begannen sich die Gespräche zu verändern.Nicht offen.Eher leise.Unauffällig.„Das ist sie.“„Aber sie sieht anders aus.“„Das tat sie schon immer.“„Nein. Nicht so.“In der Nähe eines privaten Sitzbereichs beobachtete
Schon bevor die wichtigsten Gäste eintrafen, war der Eingang zur Gala voller Leben.Von allen Seiten blitzten Lichter.Kameras wurden in schneller Folge gehoben und gesenkt.Reporter standen am Rand des roten Teppichs und warteten auf etwas, über das sich zu berichten lohnte.Ein eleganter schwarzer Wagen hielt vor dem Eingang.Fast sofort veränderte sich die Atmosphäre.Die Security trat zuerst vor und schuf gerade genug Platz.Dann öffnete sich die Tür.Dreston Tremont stieg aus.Er sah genauso aus, wie man es von ihm erwartete.Gefasst.Makellos.Unantastbar.Dann folgte Tina Ackley.Sie stieg selbstbewusst aus.Gerade Haltung.Das Kinn leicht angehoben.Als würde der gesamte Ort bereits ihr gehören.Ganz selbstverständlich legte sie ihre Hand um Drestons Arm und nahm ihren Platz an seiner Seite ein.Mehr brauchten die Reporter nicht.Sofort drängten sie nach vorne.„Mr. Tremont! Stimmt es, dass Sie Cassienne für Miss Ackley verlassen haben?“„Hatten Sie bereits eine Beziehung, bev
Später an diesem Abend traf das Glam-Team in Cassiennes Penthouse ein.Leise, aber mit einer Präsenz, die man sofort bemerkte.Es war ein Team aus Profis, die genau wussten, was sie taten.Sie bewegten sich ruhig und effizient.Jeder kannte seine Aufgabe.Sein Timing.Und den Standard, der von ihm erwartet wurde.Und im Mittelpunkt von allem stand Cassienne Rhodes.Sie trug bereits einen Seidenmorgenmantel.Ihr Haar war locker zurückgebunden.Ihr Gesicht ungeschminkt und ruhig.Keine Hektik.Keine Nervosität.Cassienne stand vor dem großen Ganzkörperspiegel und sah noch kurz etwas auf ihrem Tablet durch.Dann legte sie es beiseite, als das Team näherkam.Adrian Cole trat als Erster vor.Sein Blick glitt einmal prüfend über sie.Schnell.Aufmerksam.„Wir liegen im Zeitplan“, sagte er.Cassienne begegnete seinem Blick im Spiegel.„Gut“, antwortete sie, ohne wegzusehen.Und damit erwachte der Raum zum Leben.Alle begannen mit den Vorbereitungen für die Veranstaltung an diesem Abend.Tali
Das neue Labor war genau so, wie Cassienne es wollte.Es fühlte sich an wie ihr geheimer Zufluchtsort.Ein Ort für Ruhe.Für klare Gedanken.Saubere Oberflächen.Strukturiertes Licht.Glaswände, die Arbeit widerspiegelten und keinen Komfort.Jedes Gerät stand genau dort, wo es hingehörte.Nichts war nur zur Dekoration da.Alles hatte einen Zweck.Genau so wollte Cassienne Rhodes es.Das war ihr Raum.Ihre Welt.Ihre Regeln.Und ihr Stolz.Sie stand an der zentralen Konsole und überprüfte die Daten auf dem Bildschirm vor sich, während Tessa Philips neben ihr stand und ruhig die neuesten Informationen von einem Tablet vorlas.Auf der anderen Seite sortierte Elena Brooks Dokumente, markierte Änderungen und notierte Prioritäten.Alles lief effizient.Geordnet.Kontrolliert.Cassienne nickte einmal, ohne den Blick vom Bildschirm zu nehmen.„Schick die zweite Gruppe zur Überprüfung“, sagte sie.„Und verschieb die Besprechung am Nachmittag. Ich will keine Unterbrechungen.“Tessa notierte es
Daisy kam spät in der Nacht nach Hause.Die Ereignisse des Abends ließen sie nicht los.Sie blieben in ihren Gedanken.In der Nachricht auf ihrem Handy.Und in dem Teil von ihr, der einfach nicht zur Ruhe kommen wollte.Die Stille in Rays Penthouse war ihr gefolgt.Sie war noch immer da, als Daisy ihre Wohnung betrat und endlich alles losließ, was sie die ganze Zeit in sich getragen hatte.Ihre Handtasche landete achtlos auf der Couch.Die High Heels folgten.Sie kickte sie einfach von den Füßen und ging direkt in die Küche.Daisy öffnete den Kühlschrank und griff nach einer Dose Bier.Das kalte Metall fühlte sich fest und beruhigend in ihrer Hand an.Sie öffnete die Dose, nahm einen langen Schluck und lehnte sich gegen die Marmorarbeitsplatte.Für einen Moment sagte sie nichts.Dann nahm sie ihr Handy und wählte eine Nummer.Nach zweimaligem Klingeln wurde abgenommen.„Prinzessin.“Die Stimme am anderen Ende war älter.Ruhig.Vertraut.„Mutter“, sagte Daisy leise.„Daisy“, antwortete
Ray Simpsons Penthouse lag ruhig und abgeschieden.Die Terrasse öffnete sich zur Nachtluft hin, direkt neben dem sanft schimmernden Pool.Das Wasser spiegelte die weiche Beleuchtung rundherum und bewegte sich leicht, sobald der Wind darüberstrich.Hier war es friedlich.Privat.Die Art von Ort, an dem die Welt weit genug entfernt wirkte, um für eine Weile alles andere vergessen zu können.Ray lehnte sich auf der Lounge zurück.Sein Atem ging langsam, aber nicht ganz gleichmäßig.Daisy Noah saß rittlings auf ihm.Ihre Bewegungen waren bewusst und selbstsicher.Daisy zögerte nie.Bei ihr fühlte sich alles mühelos an, als würde sie durch jeden Moment gehen, ohne je an sich selbst zu zweifeln.Rays Hände lagen an ihrer Taille.Er führte sie sanft.Seine Berührung war fest, aber vorsichtig.Das hier war für ihn nichts Neues.Doch es fühlte sich auch nie wie Routine an.Denn bei Daisy lag immer etwas knapp unter der Oberfläche.Etwas, das Ray nie ganz erreichen konnte.„Du bist abgelenkt“,







