LOGINZane
Das Morgenlicht, das auf die östlichen Türme von Duskhaven fiel, fühlte sich nicht wie die Dämmerung an; es fühlte sich an wie ein harter, schonungsloser Scheinwerfer auf einer Bühne, auf der die Kulissen aktiv auseinanderglitten. Ich stand in der Mitte meines Arbeitszimmers, lehnte schwer am dunklen Mahagonischreibtisch, während eine dumpfe, pochende Migräne unerbittlich hinter meinen Augen hämmerte. Mein Anzugsjackett lag zerknüllt auf dem Boden, der Hemdkragen war aufgeknöpft, und die Luft im Raum roch noch abgestanden, schwer vom anhaltenden Geruch alten Kaffees und der schleichenden Panik einer schlaflosen Nacht. Bevor ich überhaupt nach einem Glas Wasser greifen konnte, schwangen die schweren Eichenholz-Türen auf, ohne ein einziges höfliches Klopfen. Nella schlenderte in den Raum, gehüllt in einen durchsichtigen Seidenmorgenmantel, ihr langes dunkles Haar fiel ungeordnet über ihre nackten Schultern. Sie sah errötet und ausgeruht aus – ein krasser, wütend machender Kontrast zu der hohläugigen Erschöpfung, die durch meine Brust riss. „Babe“, jammerte Nella und drückte ihre Brust gegen meinen Rücken, während sie mit den Fingernägeln träge über mein Revers strich. „Du musst runterkommen. Die östlichen Handelsvertreter machen im Hauptsaal Hölle. Sie machen einen riesigen Aufstand wegen Exportstempeln und vierteljährlichen Steuerfreigaben.“ Ich griff so fest an die Kante des polierten Holzes, dass meine Knöchel grellweiß wurden. „Sag ihnen, sie sollen warten. Meine Mutter kümmert sich um die administrative Neuverteilung.“ „Das habe ich ihnen gesagt!“ fuhr Nella scharf heraus und zog sich mit einem spitzen Schmollen zurück. „Und deine Mutter hat versucht, das Buch selbst zu unterschreiben! Aber als sie ihren Ring auf das Logbuch drückte, hat das Ältestensiegel ihre Unterschrift vollständig abgelehnt! Die Handelsdelegation sagt, nur das Siegel der registrierten Luna oder ein primäres Verwaltungstoken kann die nördlichen Häfen freigeben. Gerade jetzt liegt unser gesamter Wintergetreide- und Textilnachschub tot an der Grenze!“ Ein kalter, bösartiger Stich der Furcht verdrehte sich tief in meinem Magen. Ich hatte es vergessen. In meinem blinden Eifer, ihr den Titel zu entreißen, hatte ich die Maschinerie, die uns am Leben hielt, vollkommen vergessen. Mira hatte nicht nur den Haushalt geführt; sie hatte die gesamte rechtliche, finanzielle und logistische Infrastruktur von Duskhaven mit erstickender, makelloser Präzision zusammengehalten. „Wo ist Sarah?“ verlangte ich und drehte mich so schnell um, dass Nella zurückstolperte. „Im Flur“, murmelte Nella und verschränkte die Arme mit einem finsteren Blick. „Sie sieht aus, als wolle sie gleich jemanden umbringen.“ Ich wartete nicht. Ich schob Nella beiseite, schritt den großen Korridor entlang und fand meine Mutter, die oben an der Marmortreppe hin und her ging, das Gesicht blass. „Mutter“, bellte ich. „Die östliche Delegation. Warum hat deine Unterschrift das Buch nicht freigegeben?“ „Weil die grundlegende Regierungscharta direkt an Miras Verwaltungstoken und Siegel gebunden ist“, zischte Sarah, ihre Stimme vibrierte vor scharfer Wut. „Sie hält die Hauptschlüssel zum Authentifizierungssystem der Rudelkasse. Ich habe versucht, es mit meiner Ältestenfreigabe zu übergehen, aber die zentralen Ratsältesten rühren es nicht an, bevor ihre formellen Verzichtspapiere nicht im Register freigegeben sind.“ „Dann holen wir uns diese Unterschriften jetzt sofort“, knurrte ich, eine Welle heißer Panik brach durch meine Erschöpfung. „Holt die Wachen. Wir gehen runter in die Dienerquartiere. Wenn sie nach einer Nacht in der Kälte nicht freiwillig unterschreibt, erzwingen wir ihren Daumenabdruck. Es ist mir egal, ob sie schreit; sie wird mich nicht in meinem eigenen Rudel zum Narren halten.“ Vier Elitewachen wurden innerhalb von Minuten herbeigerufen. Wir marschierten die langen, eiskalten Korridore hinunter zu dem feuchten, vergessenen äußeren Anwesen, in dem Mira eingesperrt war. Jeder Schritt fühlte sich schwerer an als der letzte, eine hässliche Vorahnung kroch mir den Nacken hinauf. Als wir das Ende der steinernen Halle erreichten, war die schwere Eisentür der Dienerquartiere noch immer verschlossen. Ich winkte dem Wächter, den Schlüssel umzudrehen, und der schwere Riegel glitt mit einem lauten, echoenden Klicken zurück. Ich stieß die Tür auf und trat ein. Mira saß am Rand der schmalen Pritsche, der Rücken gerade, die Hände ruhig im Schoß. Sie sah kalt, müde und blass aus, aber als sie das Kinn hob und mich ansah, lag keine Furcht in ihren Augen. Nur eine stille, erschreckende Amüsement. „Du siehst furchtbar aus, Zane“, sagte sie leise, ihre Stimme schnitt durch die Stille des Raumes. „Spar dir den Atem“, spuckte ich aus, trat vor und schleuderte den dicken Stapel Verzichtspapiere auf den kleinen Holztisch – sie ihr zum zweiten Mal in weniger als zwölf Stunden vorzulegen, verletzte meinen Stolz. „Unterschreib sie. Sofort. Gib die Handelsbücher frei und übergib die Siegel.“ Mira sah die Papiere nicht einmal an. Stattdessen entwich ihrer Kehle ein kurzes, scharfes Lachen – ein Geräusch so trocken und echt amüsiert, dass es mich mitten im Schritt stoppte. „Du bist zurückgekommen“, murmelte sie und schüttelte den Kopf, während sie auf das Pergament auf dem Tisch sah, bevor sie ihre dunklen, leuchtenden Augen zu mir hob. „Du bist bei Sonnenaufgang den ganzen Weg in diese feuchte Zelle marschiert und trägst dieselben Papiere, mit denen du mich gestern Nacht angefleht und bedroht hast, weil du gerade erst begriffen hast, dass dein ganzes Rudel verhungert und deine Schatzkammer fest verschlossen ist.“ „Unterschreib die verdammten Papiere, Mira“, knurrte ich, das Gesicht brannte vor plötzlicher Wut, weil ihre Worte der Wahrheit zu nah kamen. Sie stand langsam auf, glättete ihren Pullover, ihr Lächeln verblasste zu einem Ausdruck absoluten, tödlichen Eises. „Und wenn ich mich ein zweites Mal weigere?“ fragte sie leise. „Dann bleibst du in diesem Loch, bis du verfaulst“, knurrte ich und verlor die Beherrschung vollständig, als ich in ihren Raum trat. „Du glaubst, du hast gewonnen, weil dein kleines Verwaltungssiegel die Tresore sperrt? Schmeichel dir nicht. Du warst nichts weiter als eine ranglose Omega-Streunerin, als ich dich fand – ich war es, der deinen Status erhoben hat, und ich war es, der dir dieses Siegel gegeben hat, nicht irgendeine mächtige Blutlinie! Ich brauche deine Unterschrift nicht, um dich zu brechen. Wenn du nicht nachgibst, reiße ich dir alles in diesem Moment weg. Ich schleppe dich jetzt sofort zum Schafott, erkläre dich zur Verräterin am Rudel und richte dich hier und jetzt hin. Sobald du tot bist, haben die Ältesten keine andere legale Wahl, als die Verwaltungssiegel an den regierenden Alpha zurückfallen zu lassen – an mich und Nella.“ Der Raum versank in toter Stille. Meine Mutter keuchte leise hinter mir, entsetzt über die plötzliche Eskalation, aber ich war jenseits jeder Vernunft. Mira starrte mich einen langen, qualvollen Moment an. Dann breitete sich ein langsames, erschreckendes Lächeln über ihr Gesicht, und sie ließ ein leises, atemberaubendes Lachen hören. „Schade, Zane“, flüsterte sie, ihre Stimme fest wie Eisen, ihr Blick brannte mit einem wilden, glühenden Licht, das mich bis auf die Knochen durchfror. „Du hast mir dieses Siegel gegeben, und jetzt werde ich dich dafür betteln lassen.“ Eine dunkle, eisige Furcht spülte über meine Brust und flüsterte, dass ich gerade eine Linie überschritten hatte, von der es kein Zurück mehr gab. Aber mein Stolz war ein Käfig, und ich war zu weit gegangen, um umzukehren. „Packt sie“, befahl ich den Wachen, meine Stimme brach leicht vor Bosheit. „Schleppt sie in den zentralen Hof. Wir richten sie jetzt sofort hin.“JapelMiras Worte hingen noch zwischen uns, als sie sich bewegte.Sie glitt langsam meinen Körper hinunter, als hätte sie alle Zeit der Welt. Jede weiche Berührung ihrer Haut an meiner schickte Hitze durch mich hindurch. Ich spürte das warme Gewicht ihrer Brüste über meinen Bauch ziehen, das leichte Kratzen ihrer Nippel, das seidige Gleiten ihrer Schenkel, als sie sich zwischen meinen Beinen niederließ. Ihr langes schwarzes Haar fiel über meine Hüften. Diese silbernen Augen verließen die meinen keinen Moment.Ihre weiche Hand legte sich um meinen Schwanz.Ich sog scharf die Luft ein.Sie beugte sich vor und nahm mich mit derselben unhastigen Geduld in den Mund.Die nasse Hitze ihrer Lippen schloss sich um den Kopf, und ein tiefes Stöhnen riss aus meiner Kehle, bevor ich es verhindern konnte. „Fuck… Mira…“Sie summte um mich herum, die Vibration wanderte direkt meinen Schaft hinunter. Ihre Zunge kreiste langsam, kostete jede Spur von uns, die mich noch bedeckte, dann sank sie tiefer un
MiraDie schweren Eichenholztüren unserer privaten Suite fielen mit einem leisen Klicken ins Schloss und schnitten den verbleibenden Lärm der Palastkorridore ab. Das sanfte, bernsteinfarbene Licht des lodernden Kamins erfüllte den Raum und warf einen warmen goldenen Schein über die plüschigen Samtteppiche und das dunkle Holzmobiliar.Ich holte tief und ruhig Luft und ließ die letzten Reste der Anspannung vom Bankett von meinen Schultern abgleiten.Bevor ich den Verschluss meines Kleides öffnen konnte, schlangen sich breite, warme Arme sicher von hinten um meine Taille. Japel zog mich sanft an seine breite Brust, sein Atem warm gegen die Muschel meines Ohrs, während ein tiefes, behagliches Schnurren durch seine Rippen vibrierte. Er senkte den Kopf und drückte einen langsamen, verweilenden Kuss genau in die empfindliche Mulde, wo mein Hals in die Schulter überging.„Du warst außergewöhnlich heute Abend, meine Liebe“, flüsterte Japel, seine tiefe Stimme dick vor Stolz. „Die Art, wie du d
MaxIch saß hinter dem dunklen Eichenschreibtisch in meinem Beta-Büro und starrte auf den dicken Stapel von Versorgungsberichten, Grenzpatrouillen-Protokollen und Rudelbüchern, die über das Holz verstreut lagen. Das leise Summen der Nacht war das Einzige, was mir Gesellschaft leistete. Tief in mir saß ein schweres, unruhiges Gefühl in der Magengrube, seit Zane seine Kriegswache versammelt und wie ein Wahnsinniger aus Duskhaven ausmarschiert war.Die schwere Holztür öffnete sich langsam, ohne zu klopfen.Nella trat in den Raum, ihre dunklen Augen weit und die Lippen zu einer engen Linie gepresst. Sie glitt hinein, schloss die Tür leise hinter sich und lehnte den Rücken gegen den Rahmen.„Stimmt es?“, fragte sie, die Stimme gedämpft, aber scharf vor Unruhe. „Die Wachen am Tor reden bereits. Sie sagten, Zane sei geradewegs in eine Falle gelaufen… dass er vor dem gesamten Nördlichen Rat gedemütigt wurde.“Ich lehnte mich in meinem Lederstuhl zurück und stieß einen langsamen, müden Atemzug
ZaneVerdammt, also war das alles eine Falle, um mich anzulocken. Diese Schlampe.Ich kniete dort gefangen vor dem gesamten Nördlichen Rat, meine eigene Kriegswache kauerte hinter mir und sah aus wie ein totaler Narr, der geradewegs in einen Käfig gelaufen war. Fünfzig schwere Kriegsbögen knarrten über uns, ihre schwarzgefiederten Pfeile zielten genau auf meine Kehle und die zwölf nutzlosen Wachen, die hinter meinem Rücken zitterten. Die eisernen Riegel der großen Türen, die ich gerade zerschmettert hatte, lagen zersplittert zu meinen Stiefeln – ein lauter, arroganter Eintritt, der sich jetzt wie der ultimative Beweis meiner eigenen Dummheit anfühlte.Wie konnte ich so blind gewesen sein?In dem Moment, als die Nachricht von Miras königlicher Bindung Duskhaven erreichte, war mein Stolz wie eine infizierte Wunde eiternd. Ich war über die nördliche Grenze marschiert und hatte erwartet, ein winselndes Omega heimzuschleppen, das es gewagt hatte, Zuflucht im Bett eines anderen Männchens zu
MiraDas Echo der schweren Vordertüren, die auseinanderbrachen, hallte noch immer von den hohen Steinwänden wider, doch die kalte, erdrückende Angst, die mich früher in Zanes Gegenwart gelähmt hatte, kam nicht.Stattdessen flutete eine stetige, warme Welle von Magie meine Brust. Meine Wölfin June regte sich in mir mit einem scharfen, beschützenden Knurren und stand fest an der Seite von Japels massiver Präsenz. Ich zuckte nicht zusammen. Ich zog mich nicht in die Samtkissen meines Throns zurück. Ich saß aufrecht, die Hände leicht über meinem Unterbauch, wo Cael und Abel ruhten, den Kopf hoch erhoben, während die gesamte Halle den Atem anhielt.Zane machte drei schwere Schritte auf den polierten Boden, seine dunkle Kampfrüstung klirrte laut in der toten Stille. Seine Augen waren weit, blutunterlaufen und glühten mit einem unkontrollierten karmesinroten Licht, das zeigte, dass er vollständig von seinem verletzten Stolz verzehrt war. Seine Kriegswache stand hinter ihm, Klingen gezogen un
MiraDie dicken Samtvorhänge blockierten das Licht der großen Halle. Dahinter rollte das Geräusch von Hunderten von Stimmen wie ein fernes Meer. Der Geruch von gebratenem Fleisch, süßem Wein, Bergblumen und brennendem Talg drang durch den Bogen und ließ mein Herz ein wenig zu schnell schlagen.Ich stand still auf dem kalten Stein und holte langsam Luft. Beide Hände glätteten die Vorderseite meines Kleides und versuchten, die Nervosität unter meinen Rippen zu beruhigen.Das Kleid war tiefes Burgundersseide, sauber über die Schultern geschnitten und fiel in schweren Falten bis zum Boden. Dünner Goldfaden zog sich entlang des Mieders und fing das Fackellicht in weichen Glitzern ein. Eine leichte Krone aus goldenen Bergblättern saß auf meinem silbernen Haar. Es fühlte sich immer noch seltsam an – real auf eine Weise, die mich daran erinnerte, dass ich nicht mehr das gebrochene Mädchen war, das in der Dunkelheit des alten Rudelhauses eingesperrt gewesen war.Japel stand neben mir, groß gen







