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Kapitel 2: Das Versprechen

작가: Aamira
last update 게시일: 2026-10-26 14:26:56

Ezras Sicht

Ich war nicht zum Rudelsplatz gegangen, um nach meiner Gefährtin zu suchen – nicht weil ich noch nicht volljährig wäre, sondern weil ich schon seit Langem eine bestimmte Person im Kopf hatte. Das Problem? Jedes Mal, wenn wir uns begegneten, geschah nichts. Keine Bindung. Kein Zeichen der Zusammengehörigkeit. Und das hasste ich.

Niemand schien sie je so zu sehen wie ich. Vielleicht deshalb klammerte ich mich an diese Hoffnung. Ich habe darauf gewartet, dass sie erwachsen wird, endlich volljährig ist und dann mit mir verbunden wird. Aber in letzter Zeit scheint diese Hoffnung langsam zu schwinden. Manchmal denke ich, ich sollte sie einfach für mich beanspruchen und damit Schluss machen.

Also blieb ich wieder einmal in meinem Zimmer, während die anderen hinausgingen. Auch Declan war gegangen – und hatte seine Freundin mitgeschleift. Seltsam, dass er eine Freundin hatte, obwohl er seine wahre Gefährtin noch nicht einmal kennengelernt hatte. Was würde er tun, wenn er sie eines Tages fand? Oder wenn seine Freundin sich als Gefährtin eines anderen herausstellte? Solcher Schmerz zerstört einen Menschen.

Jedenfalls hatte sein Vater dafür gesorgt, dass er dieses Mal mitging – er wollte, dass er seine Gefährtin trifft und die Bindung akzeptiert. Der Beta war sogar mitgekommen, um darauf zu achten.

Es war schon eine Weile her, seit er gegangen war, und ich nahm an, er würde bald zurück sein. Dieses Haus konnte manchmal so leer sein. Vielleicht hätte ich wirklich mitgehen sollen, nur um sie wie sonst kurz zu sehen. Allein der Gedanke an sie ließ mich lächeln.

Ihre zarte Gestalt. Diese große Brille, die ihr ein bisschen zu groß war. Jedes Mal, wenn ich sie sah, musste ich mich beherrschen. Anfangs dachte ich, ich hätte mir das alles nur eingebildet – aber nein, es war sie. Jeder Zentimeter von ihr. Die Art, wie sie sich auf die Lippe biss, wenn sie nervös war, ließ mich am liebsten sofort zu ihr gehen und sie küssen. Allein bei dem Gedanken spürte ich, wie ich mich aufregte.

Plötzlich flog die Tür auf und Declan stürmte herein, sichtlich wütend. Seine Adern traten an der Stirn hervor und er schien vor Wut zu kochen.

»Kannst du dir vorstellen, mit wem ich verbunden wurde?«, brüllte er und knallte die Tür hinter sich zu.

Ich lachte leise, amüsiert. »Wen? Jemanden, den ich kenne?«

Er stöhnte vor Frustration. »Dieses fette Ding.«

Sofort erlosch mein Lächeln. Mein Körper spannte sich an. Ich stand auf und meine Stimme wurde eiskalt. »Wer?«, fragte ich – und ich fürchtete mich bereits vor der Antwort.

Er stockte und bemerkte meine veränderte Stimmung. »Na, du weißt schon… Amelie«, murmelte er.

Ich ließ ihn nicht ausreden.

Meine Faust schlug so hart auf den Tisch, dass er einen Riss bekam. Ich knirschte mit den Zähnen und zwang mich, Declan nicht sofort ins Gesicht zu schlagen. Wut tobte in mir wie ein Sturm. Was zur Hölle hatte er gerade gesagt?

»Was ist denn los mit dir?«, fragte er, sichtlich verwirrt.

Ich atmete schwer und versuchte mich zu beruhigen, als die Tür erneut aufging und Tilly hereinkam.

»Hast du es ihm schon erzählt?«, fragte sie Declan, und ein boshaftes Lachen entfuhr ihr. »Und sag ihm auch, dass du sie zurückgewiesen hast.«

Ich fuhr herum und blickte sie an. »Er hat sie zurückgewiesen?«, fragte ich – meine Stimme war tief und drohend.

Sogar Tilly erstarrte. Ihre Augen wanderten zwischen Declan und mir hin und her – sie spürte, dass etwas nicht stimmte.

Declan nickte langsam.

»Warum bist du so aufgeregt?«, fragte er, die Brauen zusammengezogen, und verstand überhaupt nicht, was er da ausgelöst hatte.

Ich schloss die Augen und atmete scharf ein. Er hatte Glück – ich war nur einen Augenblick davon entfernt, etwas zu tun, was ich bereuen würde.

»Nichts«, murmelte ich schließlich. »Ich habe mich nur an etwas erinnert, das ich erledigen muss.«

Ich nahm meinen Autoschlüssel vom Haken und ging hinaus – ließ sie in der Stille und Verwirrung zurück.

Ich fuhr direkt zum Rudelsplatz. Mein Gefühl sagte mir, sie war noch dort. Und was würde ich tun, wenn ich sie sah? Verdammt, ich musste mich wirklich beherrschen.

Ich hielt an und sah den Paaren zu, die Hand in Hand fröhlich davongingen, erfüllt von dieser neuen Verbindung. Manche von ihnen würden schon vor Mitternacht beieinander sein und sich ganz zueinander gehören – so, wie ich es noch nie erlebt hatte. Der Gedanke daran machte mich neidisch.

Ich ging langsam auf den Platz zu – und da stand sie.

Genau dort, wo ich sie vermutet hatte. Amelie.

Sie stand an derselben Stelle, bewegungslos, wie eine Statue, aus Schmerz gemeißelt. Allein – wie immer. Aber ihre Schultern… sie zitterten ganz leicht. Das reichte mir. Ich spürte, wie sie innerlich zerbrach, auch aus dieser Entfernung.

Ich bin noch nie zurückgewiesen worden – ich werde nicht so tun, als wüsste ich, wie tief dieser Schmerz sitzt. Nur wer einmal zurückgewiesen wurde, versteht das wirklich. Aber sie für einen anderen Mann leiden zu sehen… das fühlte sich an wie ein Messer in meiner Brust.

Für einen Mann, der sie nicht einmal ansah und sie ein fettes Ding nannte. Der eine andere Frau vor ihren Augen herumzeigte, als wäre sie gar nicht da. Der zu blind ist, um zu sehen, was für ein Juwel er da einfach weggeworfen hat.

Also stand ich dort im Schatten und beobachtete sie – so wie immer. Still. Immer wieder. Wie sie schweigend ihren Schmerz trug und die Tränen zurückhielt, die nur darauf warteten, endlich herauszubrechen – da erwachte etwas Wildes in mir.

Und als die Sonne unterging und der Platz in das sanfte Blau der Dämmerung tauchte, lächelte ich für mich. Es ist genug, meine kleine Süße.

Da sprach ich ihren Namen.

»Amelie.«

Sie drehte sich zu mir herum. Ihre Augen trafen auf meine – groß, erschrocken – und in diesem Moment durchfuhr mich eine Welle, die mir fast den Atem raubte.

Ich lächelte sie an.

Sie wusste nicht, wie sie reagieren sollte. Ein Dutzend Gefühle jagten einander über ihr Gesicht – Überraschung, Misstrauen, Verwirrung. Es war wunderschön anzusehen.

Ich ging langsam und bedächtig auf sie zu. Dann blieb ich stehen und beugte mich zu ihr herunter, bis unsere Augen sich treffen konnten – auch hinter dieser Brille.

»Amelie«, sagte ich noch einmal, tief und fest. »Es ist gut, dass er dich zurückgewiesen hat.«

Ich sah, wie sie zusammenzuckte. Der Schmerz in ihren Augen. Wie sie den Atem anhielt, als wüsste sie nicht, ob sie weinen oder mich anschreien sollte. Ihre Lippen zitterten und sie biss sich auf die Unterlippe, um sich zu beruhigen.

Gott, ich hätte sie in diesem Augenblick so gern geküsst.

Aber ich sagte ihr, was wirklich zählte.

»Denn ich hätte ihn eigenhändig umgebracht, wenn er es nicht getan hätte.«

Ihre Augen weiteten sich und sie blickte mich an, als könnte sie nicht glauben, was sie gerade gehört hatte.

Aber ich meinte jedes einzelne Wort ernst.

 

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