„Wo ist das Mädchen, Valdis?“ Die Stimme kam direkt über ihr, getrennt von Sera durch drei Zoll Kieferndielen und ein Leben voller Verstecke. Sie presste ihre Wange fester gegen den Lehmboden des Kriechkellers, schmeckte Kupfer, wo sie sich in die Lippe gebissen hatte, und hielt den Atem an, bis ihre Lungen brannten.„Sie ist weg.“ Die Stimme ihres Vaters war ruhig. So ruhig, wie er immer war, wenn er ihr beibrachte, ein Reh auszuweiden – geduldig, methodisch, als wären die drei Männer, die seine Haustür eingetreten hatten, nichts weiter als eine schwierige Lektion. „Sie ist vor zwei Wochen gegangen. Ich weiß nicht, wohin sie gegangen ist.“ Ein Stiefel krachte gegen Holz. Etwas zerbrach – der Tonkrug, den Sera ihm zum Geburtstag gemacht hatte, der mit dem schiefen Henkel, den er so charmant fand. Sie zuckte zusammen, gab aber keinen Laut von sich.„Du lügst.“ Eine andere Stimme. Höher. Der Akzent trug die abgehackten Vokale des alten Ironmaw-Dialekts in sich, jener Sprache, die in den
Last Updated : 2026-05-28 Read more