Der Wolf, der sie wurde
Sera hat ihr ganzes Leben als Außenseiterin verbracht. Halb Mensch, halb Wolf, ist sie in den Augen jedes Rudels der Fünf Territorien eine Abscheulichkeit. Ihre Werwolfmutter wurde hingerichtet, weil sie sich mit einem Menschen gepaart hatte. Ihr Vater wurde kaltblütig ermordet, um die Wahrheit zu vertuschen. Alles, was Sera geblieben ist, ist Wut und die unvollständige Verwandlung, die sie als zerbrochen kennzeichnet.
Sie hätte nie existieren sollen. Sie hätte nie überleben sollen. Sie hätte nie ihm gehören sollen.
Dann holen die Wölfe auch sie. Der Souveräne Alpha – Kael Voss, der gefürchtetste Wolfskönig seit einem Jahrhundert – tötet sie nicht. Er beansprucht sie für sich. Eine erzwungene Gefährtenbindung, die sie an den Thron fesselt und sie unter seiner Kontrolle hält. Er sagt, es sei Politik. Sie weiß, es ist ein Käfig.
Doch der Käfig hat Risse. Am Hof des Souveräns entdeckt Sera, dass die Rudel von innen heraus verrotten. Bündnisse, geschmiedet mit Blut. Älteste, die ihre eigenen Wölfe für Macht verkaufen. Eine Rebellion, die im Verborgenen brodelt. Und ein Geheimnis über die Blutlinie ihrer Mutter, das die Hierarchie, die die Werwolfgesellschaft seit tausend Jahren beherrscht, erschüttern könnte.
Kael glaubt, er könne sie kontrollieren. Er irrt sich.
Sera ist nicht hier, um sich vereinnahmen zu lassen. Sie ist hier, um alles zu zerstören.
Doch je näher sie ihrer Rache kommt, desto näher kommt sie ihm. Und der Wolf in ihr – der, der niemals hätte existieren sollen – muss sich entscheiden. Wird sie den König vernichten, der sie gefangen hielt? Oder die Königin werden, mit der niemand gerechnet hat?