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Kapitel 4

Mueh
Doch ich fand nichts.

Sein Blick blieb so kühl und distanziert wie immer.

Die Reihenfolge der Präsentationen wurde ausgelost. Ich war vor Julia an der Reihe.

Mit ruhiger Miene betrat ich die Bühne und öffnete die Präsentation auf meinem Laptop.

Ich stellte meine gesamten Designideen und die Inspiration dahinter vor.

Während meiner Präsentation ließ ich mich durch nichts ablenken.

Als ich die Bühne verließ, erklang nur spärlicher Applaus.

Am begeistertsten klatschte Nina Schmid – das junge Mädchen, das sich direkt nach ihrem Studienabschluss während ihres Praktikums meinem Team angeschlossen hatte.

David blieb ausdruckslos. Niemand konnte erkennen, was wirklich in ihm vorging.

Der Vorgesetzte beobachtete ihn aus dem Augenwinkel und versuchte, seinen Gesichtsausdruck zu deuten.

Dann war Julia an der Reihe.

Ganz selbstverständlich traf ihr Blick auf David.

Sie sahen sich an und lächelten.

Die Kollegen unter der Bühne warfen einander vielsagende Blicke zu, auf ihren Gesichtern lag ein neugieriges, beinahe klatschendes Lächeln.

Nina beugte sich zu mir und flüsterte:

„Emma, wird unser Team mit diesem Entwurf wohl verlieren?“

Ich zog die Mundwinkel leicht nach oben und schenkte ihr ein gezwungenes Lächeln.

Nachdem Julia ihre Präsentation beendet hatte, war der Applaus für sie offensichtlich um ein Vielfaches lauter als für mich.

Selbst der Vorgesetzte klatschte begeistert für sie.

Ein leichtes Lächeln umspielte Davids Lippen.

Es gab eine halbstündige Pause.

In letzter Zeit wurde ich von den Gerüchten über David und Julia förmlich erdrückt und bekam kaum noch Luft.

Der Blick, mit dem er mich ansah, war so kalt und distanziert, dass sich mein Herz schmerzhaft zusammenzog.

Durch den Klatsch meiner Kollegen erfuhr ich noch mehr über die Vergangenheit von David und Julia.

David war derjenige gewesen, der Julia zuerst umworben hatte.

Er hatte sie jeden Tag zurück ins Wohnheim begleitet, ohne jemals eine Ausnahme zu machen, und ihr Frühstück gebracht.

Jeder ehemalige Student ihres Jahrgangs an der Technischen Universität München wusste, wie sehr David Julia geliebt hatte.

Ich saß regungslos auf meinem Stuhl.

Als ich sah, wie David und Julia nebeneinander hinausgingen, wurden meine Augen feucht.

Der Mann, den ich mir mit so viel Mühe erkämpft hatte, trug in seinem Herzen ausgerechnet die Person, die ich am meisten hasste.

Im Konferenzraum blieben nur Nina und ich zurück.

Nina hielt meine Hand.

Eine halbe Stunde später war die Pause vorbei.

Das Ergebnis stand fest.

David und die Vertreter der Bauer-Gruppe waren bereits gegangen.

Unser Vorgesetzter verkündete das Ergebnis.

Es gab insgesamt drei Stimmen.

Alle drei gingen an Julia.

Als das Ergebnis bekannt gegeben wurde, brannten meine Augen, und ein schwacher Tränenschimmer trat hervor.

Ich zwang mich jedoch, die Tränen zurückzuhalten.

Der Vorgesetzte tauschte einen Blick mit Julia aus und bestätigte damit seine Anerkennung für sie.

Einige Kollegen versammelten sich um Julia.

„Julia, du bist einfach unglaublich.“

Mit gesenktem Blick verließ ich den Raum.

Doch Julia kam hinter mir her.

„Emma.“

Ich blieb stehen.

Ein Lächeln lag in ihren Augen.

„Auch wenn du seine Ehefrau bist – für ihn werde ich immer an erster Stelle stehen.“

„Alles, wofür du so hart gekämpft hast, kann ich mühelos bekommen.“

Ja. Schon mit vierzehn Jahren hatte Julia Jakobs Liebe zu mir mühelos an sich gerissen.

Und jetzt konnte sie auch Davids Herz für sich gewinnen.

In der Ferne begleitete der Vorgesetzte David zum Aufzug. David wirkte dabei wie immer lässig und entspannt.

Plötzlich überkam mich eine tiefe Erschöpfung.

Ich wollte nicht länger gegen Julia kämpfen.

Auch David wollte ich nicht mehr.

Der Aufzug stand noch immer offen.

Der Vorgesetzte wusste sofort, was zu tun war, winkte Julia und mich hastig hinein.

Der Aufzug setzte sich langsam nach unten in Bewegung.

Der Vorgesetzte begann sofort, David zu schmeicheln.

„Herr Bauer, Sie und Frau Huber sind wirklich wie füreinander geschaffen.“

„Sie passen einfach perfekt zusammen.“

Die anderen stimmten sofort zu:

„Genau. Ich habe gehört, dass Sie und Frau Huber bereits verheiratet sind. Sie sind wirklich ein liebevoller Ehemann und haben extra wegen Frau Huber in unsere Firma investiert.“

Ich hörte mir diese Schmeicheleien wie betäubt an, ohne dass sie auch nur die geringste Regung in mir auslösten.

Als ich einen heimlichen und zugleich heißen Blick neben mir spürte, drehte ich mich um.

David erstarrte für einen Moment. Ich sah ihm ruhig in die Augen.

Der Vorgesetzte stupste mich leicht am Arm und deutete an, dass auch ich etwas sagen sollte.

„Frau Weber, Sie sehen das doch genauso, oder? Herr Bauer und Frau Huber passen wirklich perfekt zusammen.“

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