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Penulis: Divine
last update Tanggal publikasi: 2026-10-24 02:41:40

Liams Hand erstarrte, als er gerade seine Kamera öffnen wollte.

Verdammt noch mal. Er konnte Jack förmlich hinter diesen schlichten, unscheinbaren Worten mit den Zähnen knirschen hören.

Er schickte Jack eine ganze Reihe von Auslassungspunkten, um auszudrücken, wie lächerlich das Ganze war, und fügte dann hinzu:

„Aber ich will dich sehen.“

Jack antwortete nicht und schickte auch kein Foto. Egal, wie viele kitschige Anmachsprüche Liam danach noch versuchte, der andere Mann blieb stumm. Seine Nachrichten verschwanden spurlos im Nichts.

Liam fühlte sich, als wäre er in jene Zeit zurückversetzt worden, in der er Jack wie ein hoffnungslos Verliebter hinterhergelaufen war.

Damals, als sie sich gerade erst kennengelernt hatten und noch nicht miteinander vertraut gewesen waren, hatte Jack sich immer so verhalten. Er war kühl und distanziert gewesen und hatte manchmal auf zehn Nachrichten von Liam lediglich mit einem gelegentlichen „Oh“ geantwortet.

Diese verdammt nervtötende Masche, nach außen hin eiskalt zu wirken, konnte jeden in den Wahnsinn treiben. Und doch hatte Liam es irgendwie genossen, ihm hinterherzuschmachten.

……

Am nächsten Tag, dem 14. August, kam Liam um 13:30 Uhr am Hauptbahnhof von Sydney an.

Jack wartete nicht am Ausgang auf ihn. Stattdessen hatte er Liam lediglich einen markierten Standort geschickt, an dem er geparkt hatte.

Die unerbittliche Hitzewelle ließ die Luft schwer und erdrückend wirken.

Keine fünf Minuten im Freien, und Liam war bereits schweißgebadet. Als er seinen Koffer schließlich zum Parkplatz geschleppt hatte, war ihm von der Hitze schon ganz schwindelig.

Im Auto entdeckte Jack die Gestalt, die sich im Rückspiegel näherte, und sein Herz machte unerwartet einen kleinen Sprung.

Ein weißes T-Shirt, eine lässige Hose und flache Schuhe. Liam hatte noch immer diesen schlichten, beinahe zusammengewürfelten Kleidungsstil, der sein Gesicht irgendwie noch liebenswerter wirken ließ.

Ganz gleich, wo sie sich befanden oder wie viel Zeit vergangen war, Jack konnte Liam in einer Menschenmenge immer auf den ersten Blick erkennen.

Zwei Jahre waren sie getrennt gewesen, und dieser undankbare kleine Mistkerl hatte sich kaum verändert. Wenn überhaupt, war er sogar noch dünner geworden.

Jacks Finger juckten förmlich vor Verlangen, ihn einfach zu packen.

Trotzdem ließ sich nicht leugnen, dass er wütend war. Als Liam ihn jedoch angerufen hatte, hatte Jack mehr Aufregung als Überraschung empfunden.

Beim ersten Anruf hatte ihn sein Stolz dazu gebracht, aufzulegen. Fast unmittelbar danach hatte er es bereut.

Bei den nächsten Versuchen hatte er absichtlich den Unnahbaren gespielt, insgeheim jedoch befürchtet, Liam könnte aufgeben und ihn nicht mehr anrufen.

Selbst ohne die Nachricht vom Tod von Liams Mutter und obwohl ihm die ganze Situation irgendwie verdächtig vorkam, brachte Jack es einfach nicht übers Herz, ihn abzuweisen.

Er konnte alle anderen täuschen, nur sich selbst nicht.

Er konnte diesen Mistkerl einfach nicht loslassen.

Als Liam schließlich einen schwarzen Hummer erreichte, war er schweißgebadet und von der Hitze völlig genervt.

Während er den glänzenden Lack betrachtete, schossen ihm plötzlich zwei lächerliche Clickbait-Schlagzeilen durch den Kopf.

SCHOCKIEREND! MEIN EX HAT MICH VERLASSEN, DOCH DANN SCHAFFTE ICH ES AN DIE SPITZE!

ENTSORGTER FREUND FEIERT NACH DER TRENNUNG SEINEN GROSSEN DURCHBRUCH!

„……“

Liam riss sich zusammen, wischte sich den Schweiß aus dem Gesicht, trat vor und klopfte lächelnd ans Fenster.

Nach einer langen Pause öffnete Jack endlich die Tür und stieg aus.

Ein Schwall kalter Luft traf Liams Gesicht und linderte die Benommenheit, die die Hitze verursacht hatte.

Mit einem tapferen Lächeln begrüßte er ihn.

„Bruder Jack, lange nicht gesehen.“

„……“

Jack musterte ihn mit einem eisigen Blick, dessen Kälte ausgereicht hätte, um Erfrierungen zu verursachen. Dann nahm er Liams Koffer und ging zum Kofferraum.

Die Situation war zweifellos unangenehm, doch Liam setzte noch einen drauf und bewunderte ganz offen den Mann, den er so lange nicht gesehen hatte.

Es ließ sich nicht leugnen, dass Jack größer und attraktiver war als er. Andernfalls wäre Liam schließlich nicht zu einem derart hoffnungslos Verliebten geworden.

Jacks zerzaustes Haar war nach hinten gestrichen, und er trug ein schwarzes Hemd zu einer passenden Anzughose. Sein Kragen stand offen, zwei Knöpfe waren gelöst, was ihm einen lässigen, geschäftsmäßigen Look verlieh.

Im Vergleich zu vor zwei Jahren wirkte er deutlich reifer. Mit seinen 190 Zentimetern Körpergröße und der kraftvollen Ausstrahlung eines Mannes mit militärischer Ausbildung besaß er eine einschüchternde, rebellische Anziehungskraft.

In einem Anzug musste er geradezu tödlich attraktiv aussehen.

Allein seine Beine schienen länger zu sein als Liams gesamte Lebenserwartung.

Und erst Jacks Körper ohne Kleidung? Einfach unglaublich.

Liam war wahnsinnig neidisch.

Er trainierte schließlich auch. Er hatte Bauchmuskeln und eine V-Linie, aber ein im Fitnessstudio aufgebauter Körper konnte einfach nicht mit Jacks von Natur aus kräftigem, militärisch trainiertem Körperbau mithalten.

Bei diesem Gedanken hätte Liam sich am liebsten selbst eine Ohrfeige verpasst.

Er hatte das Glück gehabt, mit einem derart umwerfenden Mann zusammen zu sein, und sich trotzdem dazu entschieden, mit ihm Schluss zu machen, ohne vorher auch nur vernünftig mit ihm darüber zu sprechen.

Was für ein undankbarer Idiot!

Jack spürte, wie Liams Blick auf ihm ruhte.

Liam hatte ihn schon immer so angesehen, mit verliebten Augen, als wäre Jack das Wichtigste auf der ganzen Welt für ihn.

Und trotzdem war am Ende Liam derjenige gewesen, der mit ihm Schluss gemacht hatte!

Knall!

Der Kofferraum schlug zu und riss Liam aus seinen Gedanken.

Offensichtlich hatte Jack das mit Absicht getan.

Jack kehrte zum Fahrersitz zurück, während Liam gehorsam auf dem Beifahrersitz Platz nahm. Nachdem er sich angeschnallt hatte, zupfte er an seinem Kragen, um sich etwas Luft zuzufächeln.

„Dieses Wetter ist verdammt verrückt! Es ist so heiß!“

Jacks Gesichtsausdruck verfinsterte sich. Obwohl die Klimaanlage des Wagens automatisch geregelt wurde, griff er trotzdem hinüber und stellte die Temperatur niedriger ein.

Seine Stimme blieb kühl.

„Es ist fast zwei. Lass uns erst etwas essen. Worauf hast du Lust?“

„Mir ist alles recht. Du kannst entscheiden, Ex-Bruder Jack.“

Liam klang fröhlich und gab sich alle Mühe, den bravsten Jungen der Welt zu spielen.

Solange er sich benahm, würde Jack keinen Grund haben, die Beherrschung zu verlieren. Sobald er sich erst einmal eingelebt hatte, konnte er sich langsam ein wenig mehr herausnehmen.

Jack warf ihm einen Seitenblick zu. Seine Lippen waren zu einem schmalen Strich zusammengepresst. Dann startete er den Motor und fuhr aus dem Parkhaus.

Leise Musik erfüllte den Innenraum und lockerte die angespannte Atmosphäre ein wenig.

Beide kannten sich in Sydney gut aus, und wenn es ums Essen und die Unterhaltung ging, war die Oxford Street eine naheliegende Wahl.

Jack fuhr ruhig zu einem schicken, exklusiven Restaurant.

Parken, nach oben gehen, Essen bestellen. Liam stellte keine Fragen, und Jack gab keine Erklärungen ab.

Allerdings gehörten ausgerechnet alle Gerichte, die Jack bestellte, zu Liams Lieblingsspeisen.

Es war keine Absicht gewesen. Seine Finger hatten sich beim Bestellen einfach wie von selbst bewegt.

Liam freute sich insgeheim, während sich eine wohlige Wärme in seiner Brust ausbreitete. Sein Grinsen ließ sich schwerer unterdrücken als der Rückstoß eines Gewehrs.

Und so begannen sie ihr erstes gemeinsames Mittagessen seit ihrem Wiedersehen, während unausgesprochene Spannungen zwischen ihnen in der Luft lagen.

Liam versuchte mehrmals, ein Gespräch anzufangen. Doch jedes Mal, wenn er Jacks Blick begegnete, schluckte er seine Worte zusammen mit seinem Essen hinunter.

Die Atmosphäre stimmte einfach nicht. Manche Dinge ließ man vorerst besser unausgesprochen.

Jack hatte eigentlich höflich fragen wollen, ob Liam das Essen schmeckte. Doch als er sah, wie dieser es förmlich in sich hineinschaufelte, entschied er sich dagegen.

Der Kerl sah aus, als würde er verhungern. Der Geschmack war vermutlich nicht seine größte Sorge.

Nach dem Essen bezahlte Jack die Rechnung, während Liam auf die Toilette ging, bevor er zum Parkplatz zurückkehrte.

Liam hatte angenommen, Jack würde ihn nach Hause bringen.

Stattdessen fuhr Jack direkt zu einem Hotel, in dem bereits ein Zimmer auf Liams Namen reserviert worden war.

Nachdem der Hotelpage sein Gepäck hineingebracht hatte, sank Liams Miene in sich zusammen.

Wenn er in einem Hotel blieb, hatte er keine Chance, bei seinem Ex einzuziehen. Schlimmer noch: Hotels würden während der Apokalypse zu bevorzugten Angriffszielen werden.

Doch nachdem Liam darüber nachgedacht hatte, wurde ihm klar, dass seine Erwartungen vielleicht zu hoch gewesen waren.

Jack hatte zugestimmt, ihn nach Sydney kommen zu lassen, aber nicht, ihn bei sich aufzunehmen.

Für einen Ex-Freund ein Zimmer in einem Fünf-Sterne-Hotel zu buchen, war bereits großzügiger, als es die meisten Menschen gewesen wären.

Als Jack Liams enttäuschten Gesichtsausdruck bemerkte, runzelte er die Stirn.

„Was ist dein Problem?“

Wollte Liam etwa schon anfangen zu schmollen, bevor sie überhaupt ihre Vergangenheit geklärt hatten?

Liam sah ihn mit ernstem Blick an.

„Hey, Bruder Jack, ich möchte nicht in einem Hotel bleiben. Kann ich stattdessen bei dir wohnen?“

Wenn er sich schon an jemanden klammern musste, der ihn beschützte, dann wollte er dieser Person so nahe wie möglich sein.

Jack starrte ihn an und erinnerte sich daran, weshalb Liam überhaupt zu ihm gekommen war. Er unterdrückte seinen Ärger und ließ seine Stimme etwas sanfter klingen.

„Du bist hier, um dich zu erholen. Dieses Hotel hat eine gute Umgebung, und unsere Firma kümmert sich um die Sicherheit des Hauses. Es ist sicher.“

Liam schmollte.

„Na ja, streng genommen bin ich tatsächlich hier, um mich zu erholen. Aber hauptsächlich bin ich gekommen, um dich zu sehen. Deshalb würde ich lieber bei dir wohnen. Außerdem habe ich nicht mehr viel Geld übrig. Seit Mum gestorben ist, habe ich schreckliche Albträume. Ich bin völlig fertig mit den Nerven und halte es nachts allein einfach nicht aus …“

Jacks Brust zog sich zusammen.

War Liam etwa gerade dabei anzudeuten, dass er mit ihm in einem Bett schlafen wollte?

Als Liam Jacks Blick bemerkte, errötete er sofort und beeilte sich, die Sache zu erklären.

„Nein, nein! So meine ich das nicht. Ich fühle mich einfach sicherer und weniger ängstlich, wenn ich in deiner Nähe bin.“

Es war schließlich nicht so, als wäre Liam nicht mehr von Jack angezogen. Aber Liam war nicht der Typ, der mit jemandem ins Bett sprang, bevor sie ihre Beziehung geklärt hatten.

Außerdem kamen Katastrophen selten ohne Vorwarnung. Träume gehörten zu den häufigsten Anzeichen dafür.

In seinem früheren Leben hatten nach dem Ausbruch der Apokalypse zahlreiche Überlebende behauptet, sie hätten schon vor der Katastrophe davon geträumt.

Liam bereitete den Boden ganz bewusst vor, damit er später seine Pläne erklären konnte, Vorräte anzulegen.

Wenn er plötzlich verkündete, dass die Welt bald untergehen würde, würde jeder vernünftige Mensch glauben, er hätte den Verstand verloren.

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