ログインARIELLALuca antwortete nicht sofort. Er sah nur meine Mutter an, dann mich. Schließlich sprach er.„Weil sich die Abmachung geändert hat.“Der Gesichtsausdruck meiner Mutter verhärtete sich.„Nein, das hat sie nicht.“„Doch“, erwiderte Luca.„Wir hatten eine Vereinbarung“, beharrte meine Mutter.„Und dann haben deine Leute die Villa niedergebrannt“, sagte Luca.„Meine Leute?“ Sie fuhr auf. „Wage es nicht, mir das anzulasten. Das sind nicht meine Leute. Ich bin keine von ihnen. Ich weiß nicht einmal, worum es hier geht. Alles, was mich interessiert, ist, dass du deinen Teil der Abmachung einhältst.“„Ich habe nicht gesagt, dass du den Befehl gegeben hast“, erwiderte Luca ruhig. „Aber wer auch immer mit dir zusammenarbeitet, hat es getan. Und das hat eine Menge Probleme verursacht. Wir haben bei diesem Feuer viel verloren.“Mein Atem stockte. Mit dir zusammenarbeitet …? Ich drehte mich langsam zu meiner Mutter.„Was meint er? Wovon redet er?“Sie weigerte sich noch immer, mi
ARIELLAIch schloss die Wagentür hinter mir und eilte Luca nach. Die Rückseite des Ladens lag im Dunkeln. Nur eine flackernde Sicherheitslampe hoch oben an der Wand spendete etwas Licht. Dahinter öffnete sich eine schmale Gasse, die auf eine andere Straße führte.„Luca“, rief ich leise. „Wohin gehen wir?“„Hier entlang.“ Er wurde nicht langsamer.Ich runzelte die Stirn, folgte ihm aber weiter. Mein Herz schlug so heftig, dass es in meinen Ohren widerhallte.„Du hast gesagt, du weißt, wo Leon ist.“„Das weiß ich.“„Warum fahren wir dann nicht?“Endlich sah er sich über die Schulter um.„Das können wir nicht.“„Warum?“„Sie beobachten die Straßen.“Ein kalter Schauer kroch mir über den Rücken.„Sie?“Er antwortete nicht. Stattdessen ging er weiter, und wie eine Idiotin folgte ich ihm. Bald blieb er stehen und stieß ein rostiges Metalltor auf, das in etwas führte, das wie ein verlassener Lagerplatz aussah. Alte Container standen in unregelmäßigen Reihen und warfen lange Scha
ARIELLAEin Schluchzen entkam mir, bevor ich es aufhalten konnte. Meine freie Hand fuhr an meinen Mund. Tränen trübten meine Sicht, und schließlich gaben meine Knie nach. Ich sank auf den Boden.„Ihr habt meinen Sohn nicht mitgenommen …“, flüsterte ich.Dann sah ich voller Entsetzen auf.„Sie haben meinen Sohn … Oh mein Gott …“Ich begann am ganzen Körper zu zittern.„Luca …“ Meine Stimme brach. „Haben sie meinen Sohn?“„Beruhige dich, Ariella“, sagte er fest. „Du bist auch für Asher wichtig. Wenn sie Leon mitnehmen wollten, hätten sie auch dich mitnehmen wollen.“„Mir ist egal, ob sie mich mitnehmen“, rief ich. „Ich will nur bei Leon sein.“„Ich weiß.“Seine Stimme wurde für einen Moment weicher, dann wieder ernst.„Aber wir kennen diese Leute nicht. Wir wissen nicht, ob sie zusammenarbeiten oder getrennt vorgehen.“Ich hörte im Hintergrund eine andere Stimme seinen Namen rufen.„Was du jetzt tun musst: Verlass dieses Haus.“„Was?“„Such dir ein Taxi. Geh zu Fuß, wenn e
ARIELLANein. Nein, nein … Nur nicht in Panik geraten. Sie sind wahrscheinlich unten.Ich eilte zurück in die Küche. Alles war blitzsauber. Es sah aus wie nach einem Abendessen. Das Geschirr war bereits gespült, und als ich in den Kühlschrank sah, stand dort ein ordentlich abgedeckter Teller. Meiner. Sie hatten mir sogar mein Abendessen aufgehoben. Aber … wo waren sie?Ich rannte nach draußen. Die Nachtluft schlug mir ins Gesicht, während ich überall nachsah. Der Vorgarten, die Einfahrt, der hintere Garten. Nichts. Keine Wachen, kein Leon, keine Mama.Ich rief.„Tommy!“Keine Antwort.„Kevin!“Nichts. Ich rannte zum Sicherheitsfahrzeug und klopfte an die Scheibe. Stille. Ich zog am Türgriff. Abgeschlossen. Mein Atem wurde ungleichmäßig.Ich rannte zurück ins Haus und durchsuchte jeden Raum noch einmal. Jeden Schrank, jedes Badezimmer, jeden Flur. Nichts. Sie waren einfach … verschwunden. So kam es mir jedenfalls vor.Meine Hände zitterten bereits, als ich wieder nach oben ran
ARIELLAMeine Mutter bemerkte, wie mein Blick durch den Raum wanderte.„Ich habe keinen Besuch erwartet“, sagte sie etwas zu schnell. „Ich habe nur … geputzt.“Ich nickte und spielte ihr Glauben vor.„Natürlich.“Zum Glück bekam Leon nichts davon mit.„Oma!“, rief er und rannte schon ins Wohnzimmer. „Schau! Ich habe dir Blumen gebracht.“Der ganze Gesichtsausdruck meiner Mutter wurde weich.„Oh, mein Schatz …“Sie nahm die Blumen entgegen und behandelte sie wie das kostbarste Geschenk ihres Lebens.„Sie sind wunderschön.“„Ich habe sie selbst gepflückt.“„Das sehe ich.“ Sie küsste ihn auf den Kopf und verschwand in der Küche, um eine Vase zu holen.Ich stand einen Moment allein da und sah in den Flur, in dem sie verschwunden war. Etwas fühlte sich seltsam an, nicht gefährlich, nur anders. Vielleicht bildete ich mir das nur ein. Vielleicht trug ich einfach all die Wut und den Schmerz aus meinem Streit mit Asher in dieses Haus hinein.„Ariella?“Ich sah auf und bemerkte, d
ARIELLAAls ich zur Haustür kam, war Asher bereits draußen und sprach mit seinen Soldaten, gab ihnen Anweisungen. Ich musste das Gespräch nicht hören. Ich wusste bereits, dass er ihnen sagte, sie sollten uns mit allem beschützen, was sie hatten. Ich sah mich nach Leon um. Ich wollte so schnell wie möglich von hier weg, damit ich meine Gedanken ordnen konnte.„Leon!“, rief ich.Einen Moment später kam er zurückgerannt, Tommy und Kevin hinter ihm.„Ich habe die Blumen!“, sagte er stolz und hielt sie mir entgegen.Ich lächelte, nahm sie ihm ab und roch daran.„Sie sind wunderschön.“ Ich gab sie ihm zurück. „Oma wird sich so freuen.“„Ich weiß“, sagte ich leise und strich ihm mit den Fingern durchs Haar.Mehrere schwarze Autos standen inzwischen vor dem Haus. Asher legte unsere Taschen still in den Kofferraum, bevor er zu uns zurückging.„Fahren wir jetzt los?“, fragte Leon aufgeregt.„Ja“, antwortete ich.„Oh!“ Plötzlich fiel ihm etwas ein. „Ich hole noch schnell mein Spielze
Er lächelte langsam, berechnend.„Was auch immer es ist“, murmelte er, „wenn sie es herausfinden. Du kennst die Regeln der Familie.“Seine Augen verdunkelten sich. Er sprach fast flüsternd. „Du bist tot.“Ein Schauder lief mir über den Rücken. Ich zuckte zusammen. Denn ich wusste, dass er die Wah
Ich schüttelte den Kopf. Nein.Wieder und wieder schüttelte ich den Kopf. Ich wollte, dass dieser Moment ein Albtraum war.Doch Asher sah mich nur an. Seine Lippen kräuselten sich zu einem kalten, berechnenden Lächeln. Seine Augen funkelten vor Belustigung. Es war, als genösse er es, wie ich vor i
Ich drehte mich nicht einmal zu der Stimme um. Ich war wie versteinert. Ich hätte es wohl erwarten sollen. Nach allem, was vor Jahren passiert war. Natürlich war er verheiratet. Dachte ich wirklich, dass er sein ganzes Leben lang auf mich warten würde?Aber ich konnte es immer noch nicht glauben. I
Ich kam wieder zu spät zur Arbeit. Es war nicht leicht, mit einem vierjährigen Kind.Heute Morgen wachte Leon krank auf. Er hatte hohes Fieber. Ich konnte ihn weder in die Kita bringen noch ihn einfach allein lassen. Also musste ich meine Nachbarin Tracy um Hilfe bitten. Sie war einverstanden. Ich







