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Die Frau, die Luna werden sollte.

Autor: Rose vale
last update Fecha de publicación: 2026-10-13 18:26:26

Lyra schloss die Tür ab.

Dann schloss sie sie wieder auf und öffnete sie gerade weit genug, um zu hören, was sie sagten.

Stimmen drangen die Treppe hinauf – Alexanders tief und kontrolliert, die einer Frau schärfer, mit einem Unterton, der fast wie Lachen klang.

„Du hast eine Owen ins Haus gebracht.“ Die Stimme der Frau war glatt, kultiviert. „Nach allem, was dieses Rudel getan hat, um diesen Namen zu begraben.“

„Sie steht unter meinem Schutz.“

„Sie ist eine Belastung. Und du lässt das Band für dich denken.“

Lyra trat näher an das Geländer. Die Luft unten roch jetzt anders – Parfüm über dem Holzrauch, süß und teuer. Sie konnte gerade den Rand eines dunklen Mantels sehen, einen langen Fall schwarzer Haare, die scharfe Linie eines Frauenprofils.

Calista.

„Sie ist halb tot und blutet“, sagte Alexander. „Ich werfe sie nicht in den Wald.“

„Wie edel.“ Calista trat vollständig ins Blickfeld. Sie war schön. Ihre Augen hoben sich, fanden den Spalt in der oberen Tür und hielten inne. Ein langsames Lächeln krümmte ihren Mund. „Sie hört zu.“

Lyra bewegte sich nicht.

Alexander drehte sich um. Goldene Augen fanden sie durch den Spalt. Er wirkte nicht überrascht. Nur müde.

„Geh zurück ins Zimmer, Lyra.“

Stattdessen trat sie heraus. Das Holz war kalt unter ihren Füßen. Jeder Instinkt sagte ihr, versteckt zu bleiben. Der hartnäckige Teil von ihr, der tagelang weitergelaufen war, weigerte sich.

Calistas Blick glitt über ihr zerrissenes Hemd, die feuchten Haare und den silbernen Anhänger.

„Das also ist, was von der alten Blutlinie übrig ist“, sagte sie. „Kleiner, als ich erwartet hatte.“

Lyras Finger schlossen sich um das Geländer. „Du bist die, die Luna werden sollte.“

Calistas Lächeln erreichte ihre Augen nicht. „Das bin ich immer noch. Bande verblassen. Ehrgeiz nicht.“ Sie sah Alexander an. „Schick sie weg, bevor die anderen ihren Geruch wittern. Oder ich tue es.“

Die Temperatur im Raum schien zu sinken. Alexanders Stimme wurde leise – auf eine Weise, die die Haare auf Lyras Armen aufstellte.

„Droh ihr noch einmal.“

Calista hielt seinem Blick einige Sekunden stand. Dann atmete sie aus, weich, fast amüsiert.

„Du bist dem schon verfallen“, sagte sie. „Gut. Behalt deinen kleinen Streuner. Aber wenn das Rudel Fragen stellt, erwarte nicht, dass ich für dich lüge.“

Sie drehte sich um und ging hinaus. Die Tür schloss sich hinter ihr mit einem leisen, endgültigen Klicken.

Stille legte sich schwer.

Alexander stand am Fuß der Treppe und sah zu Lyra hinauf. Das Band zwischen ihnen zog sich erneut an – heißer jetzt, als hätte es auf das Ende der Unterbrechung gewartet. Sie konnte die Anspannung in ihm spüren, selbst eine ganze Treppe entfernt – Wut und Zurückhaltung in demselben hungrigen Zug, der ihre Haut zu eng wirken ließ.

Er stieg langsam die Treppen hinauf.

Lyra wich nicht zurück. Als er vor ihr stehen blieb, musste sie den Kopf heben, um seinen Augen zu begegnen. Aus der Nähe sah sie den Muskel, der in seinem Kiefer zuckte, und die Art, wie seine Hände zu Fäusten geballt an den Seiten blieben, als traue er ihnen nicht.

„Ich habe dir gesagt, du sollst die Tür abschließen.“

„Ich nehme Befehle nicht gut an.“

Etwas blitzte in seinem Ausdruck auf – Frustration, Hitze, vielleicht beides. Er griff an ihr vorbei und stieß ihre Tür weiter auf, drängte sie zurück ins Zimmer, ohne sie ganz zu berühren. Die Tür schloss sich hinter ihnen. Das Klicken des Riegels klang zu laut.

„Sie hat nicht unrecht“, sagte er. „Dein Name ist ein Problem. Dein Blut ist ein größeres. Und das hier“ – er deutete grob zwischen ihre Körper – „wird Leute töten, wenn wir es nicht unter Kontrolle bringen.“

Lyras Rücken traf die Wand. Er folgte, eine Hand neben ihrem Kopf, nah genug, dass sie die Hitze spüren konnte, die von ihm ausging. Nah genug, dass jeder Atemzug voll von seinem Geruch war. Ihr Puls sprang heftig. Sie hasste, wie sehr sie wollte, dass er näher kam. Hasste, dass ihr Körper sich nicht um Trauer oder Gefahr oder die Frau kümmerte, die sie gerade angesehen hatte, als wäre sie etwas, das ausgelöscht werden musste.

„Dann kontrolliere es“, sagte sie. Ihre Stimme kam rauer heraus, als sie wollte.

Alexanders Augen sanken auf ihren Mund. Blieben dort.

„Ich versuche es.“

Seine freie Hand hob sich und legte sich an ihre Taille, die Finger spreizten sich über den dünnen Stoff ihres Hemdes. Die Berührung war leicht. Trotzdem schickte sie einen harten Puls von Hitze tief in ihren Unterleib. Sie holte scharf Luft. Seine Finger zogen sich fester.

„Du solltest mich wegstoßen“, sagte er leise.

Sie tat es nicht.

Stattdessen ballte sie die Hände in das Vorderteil seines Hemdes und zog. Ihre Münder trafen sich hart – unbeholfen, verzweifelt, voller Zähne und Hitze und der scharfen Erleichterung, endlich nachzugeben. Er gab einen tiefen Laut gegen ihre Lippen von sich und drückte sie fester an die Wand, ein Oberschenkel glitt zwischen ihre. Das Band brüllte. Hitze flutete jeden Ort, an dem sich ihre Körper berührten. Lyra keuchte in seinen Mund, und er nahm den Laut, als gehöre er ihm, küsste sie tiefer, rauer, als hätte er das stundenlang zurückgehalten und die Leine sei endlich gerissen.

Seine Hand glitt unter ihr Hemd, die Handfläche heiß gegen die nackte Haut ihrer Taille. Sie wölbte sich ohne nachzudenken in die Berührung. Die Trauer war immer noch da, schwer unter ihren Rippen, aber für ein paar Sekunden wurde sie übertönt von dem einfachen, menschlichen Bedürfnis, von jemandem gehalten zu werden, der genauso heiß brannte wie sie.

Es klopfte an die Schlafzimmertür.

Sie rissen sich auseinander, atmeten schwer. Alexanders Augen waren rein golden. Seine Hand lag immer noch unter ihrem Hemd. Lyras Lippen fühlten sich geschwollen an.

Ein weiteres Klopfen, schärfer.

„Alpha.“ Eine Männerstimme, angespannt. „Wir haben ein Problem an der Südgrenze. Blut. Frisch.“

Alexander schloss für eine halbe Sekunde die Augen. Als er sie wieder öffnete, war das Gold zurückgedrängt, aber die Hitze war nicht aus seinem Gesicht gewichen.

Er sah Lyra an. Seine Stimme war rau.

„Das ist noch nicht vorbei.“

Er zog die Hand frei, trat zurück und öffnete die Tür. Ein junger Rudelangehöriger stand im Flur, die Augen sorgfältig abgewandt.

Alexander warf Lyra noch einen Blick zu – auf ihre gerötete Haut, die Art, wie sie immer noch an der Wand stand – und dann war er weg, die Schritte nahmen die Treppe bereits zwei Stufen auf einmal.

Lyra blieb stehen, das Herz schlug heftig, der Geschmack von ihm noch in ihrem Mund.

Draußen, irgendwo in den dunklen Bäumen, hatte etwas angefangen zu bluten.

Und das Band zwischen ihnen war noch lange nicht fertig.

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