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Chapter Two

Author: Susan
last update publish date: 2026-10-14 17:29:35

VIVIANS PERSPEKTIVE

Die schweren Türen der Kathedrale schlugen zu. Panik breitete sich im Raum aus. Politiker und Konzernmanager begannen, hektisch zu flüstern, aber ein Blick von Damians Leibwächtern brachte den ganzen Saal zum Schweigen.

Damian sah nicht zur Menge. Seine Hand legte sich um meine Taille, und er hob mich von seinem Schoß, als er aufstand.

„Bringt sie mit”, befahl Damian und wandte sich auf dem Absatz der privaten Sakristei im hinteren Teil der Kirche zu.

Zwei massige Leibwächter nahmen mich sofort in die Mitte. Ich wehrte mich nicht. Ich strich die zerknitterte Seide meines Kleides glatt, winkte Julian und Evelyn über die Schulter hinweg strahlend und spöttisch zu und folgte Damian in den Raum.

Die Tür klickte hinter uns ins Schloss und schnitt den Lärm der Kathedrale ab.

Damian streifte sein Jackett ab und warf es auf einen Ledersessel. Er drehte sich um, und seine eisgrauen Augen nagelten mich an Ort und Stelle fest. Der erdrückende Druck seiner Präsenz erfüllte den kleinen Raum, aber ich lehnte mich nur an die Wand und verschränkte die Arme.

„Wer zum Teufel sind Sie?” Seine Stimme war gefährlich leise. Er kam auf mich zu, jeder Schritt bedacht. „Die echte Vivian Vance weiß nicht, was Projekt Genesis ist. Sie weiß nicht einmal, wie man ihr eigenes Scheckbuch ausgleicht.”

„Menschen ändern sich, Mr. Black”, sagte ich und neigte den Kopf. „Meistens, nachdem sie erkennen, dass sie von Schlangen umgeben sind.”

Blitzschnell überbrückte Damian die Distanz. Seine Hand schoss vor und schloss sich um meinen Hals. Er drückte nicht fest genug zu, um mir die Luft ganz abzuschneiden, aber die Drohung war da. Er presste mich gegen die Wand und beugte sich herab, sodass sein scharfer Kiefer nur Zentimeter von meinem entfernt war.

„Ich spiele keine Spiele, kleines Mädchen”, zischte er. „Sie haben mir einen geheimen juristischen Verschlüsselungsschlüssel ins Ohr geflüstert. Wenn Julian herausfände, dass Sie das verraten haben, würde er Sie töten. Wenn ich glaube, dass Sie mich anlügen, töte ich Sie. Also sprechen Sie.”

Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen, aber nicht aus Angst. Es war pures Adrenalin. Ein Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus. Ich griff nach oben und schloss meine Finger um sein Handgelenk, aber ich versuchte nicht, seine Hand wegzuziehen. Stattdessen lehnte ich mich in seinen Griff.

„Julian hat Clara Hastings bereits für diese Baupläne getötet”, flüsterte ich und starrte ihm direkt in die kalten Augen. „Er hält sich jetzt für unantastbar. Aber er weiß nicht, dass Clara einen Hintertür-Virus im Großrechner hinterlassen hat. Eine Giftpille. Wenn der richtige Code eingegeben wird, wird Projekt Genesis nicht sein Imperium aufbauen, es wird jeden einzelnen Vermögenswert liquidieren, den die Vance Corporation besitzt.”

Damians Augen verengten sich. Sein Griff um meinen Hals lockerte sich etwas, sein Daumen streifte meinen Puls. „Und zufällig haben Sie diesen Code?”

„Ich bin die Einzige, die ihn hat”, lächelte ich. „Julian behandelt mich wie einen wahnsinnigen, drogenabhängigen Parasiten. Er lässt seinen Laptop offen. Er bespricht Geschäfte vor mir, weil er glaubt, mein Gehirn sei zerstört. Ich lade sein Leben seit sechs Monaten herunter, Mr. Black.”

Damian ließ meinen Hals ganz los und trat zurück. Er sah mich an, als wäre ich ein Sprengsatz, bei dem er sich noch nicht entschieden hatte, ob er ihn entschärfen oder auf einen Feind schleudern sollte.

„Warum kommen Sie zu mir?”, fragte Damian, während er sich ein Glas Bourbon einschenkte. „Sie könnten Julian direkt um Millionen erpressen.”

„Ich will nicht sein Geld. Ich will seinen Untergang”, sagte ich, und meine Stimme verlor ihren spielerischen Unterton. „Ich will zusehen, wie Julian und Evelyn auf der Straße um Almosen betteln. Ich will alles nehmen, was sie lieben, und zu Asche verbrennen. Sie hassen die Familie Vance. Ich habe die Streichhölzer. Das ist eine perfekte Partnerschaft.”

Damian nahm einen langsamen Schluck von seinem Drink, und mein Blick folgte der Bewegung seiner Lippen. „Partnerschaften erfordern gleiches Risiko. Sie sind ein Risiko, Vivian. Eine manische Episode von Ihnen, und mein Syndikat wird in einen öffentlichen Zirkus gezerrt.”

„Dann testen wir meinen Wert”, sagte ich und ging zu seinem Schreibtisch hinüber. Ich nahm sein Telefon und hielt es ihm hin. „Rufen Sie sofort Ihren leitenden Finanzanalysten an. Sagen Sie ihm, er soll eine öffentliche Leerverkaufsorder auf Vance-Tech-Aktien eingeben. Fünfhundert Millionen.”

Damian lachte, ein dunkles, humorloses Geräusch. „Sie wollen, dass ich eine halbe Milliarde Dollar auf das Wort einer amtlich bestätigten Irren riskiere?”

„In genau drei Minuten wird Julian der Presse vor dieser Kirche die Übernahme der vance tech Group verkünden”, sagte ich und prüfte die diamantbesetzte Uhr an meinem Handgelenk. „Er glaubt, der Übergang sei nahtlos. Aber in dem Moment, in dem er den Vertrag hochlädt, löst mein Hintertür-Virus eine massive Sicherheitsverletzungsmeldung an die Federal Trade Commission aus. Ihre Aktien werden in den ersten zehn Minuten um vierzig Prozent einbrechen.”

Damian starrte mich quälende Sekunden lang an. Die Stille im Raum war ohrenbetäubend.

Dann riss er mir das Telefon aus der Hand. Er wählte eine Nummer und hielt es sich ans Ohr.

„Marcus”, befahl Damian, sobald die Verbindung stand. „Führ einen Leerverkauf auf Vance Tech aus. Maximale Hebelwirkung. Fünfhundert Millionen. Mach es sofort.”

Er legte auf, ohne eine Antwort abzuwarten. Er warf das Telefon auf den Schreibtisch, verschränkte die Arme und lehnte sich an die Kante. „Wenn Sie sich irren, Vivian, werden Sie den morgigen Tag nicht mehr erleben.”

„Bei Verträgen irre ich mich nie, Mr. Black.”

Wir standen in völliger Stille und sahen zu, wie die Uhr an der Wand herunterzählte.

2:59 … 3:00.

Genau auf das Stichwort waren von der Straße vor dem Sakristeifenster die gedämpften Geräusche von Kamerablitzen und rufenden Reportern zu hören. Julian war gerade an die Pressemikrofone getreten.

Damians Telefon summte auf dem Schreibtisch.

Er nahm es und entsperrte den Bildschirm. Ich trat näher und beugte mich über seine Schulter, um auf das Display zu sehen. Ein Live-Börsenticker zeigte die Aktien der Vance Corporation.

Plötzlich begann die grüne Linie zu fallen, dann wurde sie rot. Das Telefon klingelte in Damians Hand. Er nahm auf Lautsprecher an.

„Boss! Es ist ein Blutbad!”, schrie Marcus’ Stimme durch die Leitung. „Die FTC hat Vance Corp gerade wegen systematischen Datenbetrugs markiert! Der Handel wurde ausgesetzt, aber unsere Short-Position hat uns gerade saubere einhundertachtzig Millionen Dollar Gewinn eingebracht! Woher wussten Sie das?”

Damian antwortete nicht. Er beendete den Anruf mit einem Klick, und seine grauen Augen wandten sich mir zu, mit einer Mischung aus Faszination und Respekt.

„Einhundertachtzig Millionen”, schnurrte ich und sah durch meine Wimpern zu ihm auf. „Betrachten Sie das als meine Anzahlung für Ihren Schutz.”

Damian ließ sein Telefon langsam in seine Tasche gleiten. Er beugte sich herab, sein Gesicht nur Zentimeter von meinem entfernt, seine Stimme triefte vor gefährlicher Intensität.

„Sie sind ein brillantes kleines Monster, Vivian”, murmelte Damian, seine Finger umfassten mein Kinn und zwangen mich, ihn anzusehen. „Aber Sie haben gerade dem größten Raubtier dieser Stadt eine geladene Waffe in die Hand gedrückt. Was lässt Sie glauben, dass ich sie nicht gegen Sie richte, wenn das hier vorbei ist?”

Ich kicherte, meine Hand ruhte sanft auf seinem Herzen. „Weil Sie, Mr. Black … noch nie einem Monster begegnet sind, das das Spiel besser zu spielen weiß als Sie.”

Bevor er antworten konnte, flog die Tür auf. Julian stand im Türrahmen, das Gesicht rot vor Wut, die Krawatte gelöst, schwer atmend, während hinter ihm drei Vance-Leibwächter ihre Waffen zogen.

„Vivian!”, brüllte Julian und zeigte mit zitterndem Finger auf mich. „Was zum Teufel hast du gerade mit meiner Firma gemacht?!”

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