INICIAR SESIÓNVIVIANS PERSPEKTIVE
Der Vanguard-Turm ragte über Onyx Harbor auf, seine achtzig Stockwerke ein Symbol für Damian Blacks Macht.
Wir fuhren in völligem Schweigen mit dem privaten Aufzug direkt zur Penthouse-Suite.
Als sich die Türen öffneten, gaben sie den Blick auf ein riesiges Penthouse frei. Alles bestand aus dunklem Marmor, Leder und Glas.
„Die Gästeflügel sind unten”, sagte Damian, lockerte seine Krawatte und warf sie auf einen Tisch. „Aber heute Nacht schlafen Sie in meinem Zimmer, Vivian.”
Ich hob eine Augenbraue, ein Grinsen spielte um meine Lippen. „Gehen wir es nicht ein bisschen schnell an, Mr. Black? Ich dachte, ich wäre ein Aktivposten, kein Spielzeug.”
Damian lächelte nicht. Er drehte sich zu mir um, seine Augen todernst. „Julian ist verzweifelt. Wenn er Sie hier aufspürt, schickt er Auftragskiller, keine Anwälte. Mein Schlafzimmer ist der einzige Raum, der durch biometrische Sicherheitssysteme geschützt ist. Ich behalte meinen Aktivposten dort, wo ich sehen kann, wie sie atmet.”
Er ging den langen Korridor entlang, und ich folgte ihm. Sein Hauptschlafzimmer war riesig, beherrscht von einem Kingsize-Bett.
Ohne ein Wort öffnete Damian seinen begehbaren Kleiderschrank, zog ein schwarzes Hemd heraus und warf es mir zu. „Ziehen Sie sich um. Das Badezimmer ist dort drüben.”
Zehn Minuten später trat ich heraus. Das Hemd reichte mir bis zur Mitte der Oberschenkel. Damian lag bereits unter der Decke, gegen das Kopfteil gelehnt, ein Tablet in der Hand. seine nackte Brust ließ schlanke, gefährliche Muskeln erkennen und eine Narbe, die quer über seine linken Rippen verlief.
Ich zögerte nicht. Ich kletterte auf die andere Seite des Bettes und atmete aus.
„Sie wirken nicht nervös”, murmelte Damian, ohne den Blick von seinem Bildschirm zu heben. „Die meisten Menschen zittern, wenn sie in Armeslänge zu mir sind.”
„Ich habe es Ihnen gesagt, Damian. Ich bin schon einmal gestorben”, sagte ich mit leiser Stimme. „In dieser Welt gibt es absolut nichts mehr, was mir Angst machen kann.”
Damian legte das Tablet auf den Nachttisch. Er drehte sich auf die Seite, stützte den Kopf auf die Hand und sah auf mich herab. Die Nähe war berauschend. Ich spürte die Hitze, die von seiner Haut ausstrahlte.
„Sie sprechen über Clara Hastings, als kannten Sie ihre Geheimnisse besser als sie selbst”, bemerkte er, sein Blick folgte der Linie meines Kiefers.
„Das tat ich”, flüsterte ich und sah ihm direkt in die Augen. „Sie war eine Närrin, die dem falschen Mann vertraut hat. Ich werde nicht denselben Fehler machen.”
„Gut. Denn wenn Sie mich hintergehen, Vivian, bleibt keine Leiche mehr übrig, die man begraben könnte.”
Er streckte die Hand aus, seine große, warme Hand legte sich um meinen Nacken. Er zog mich nicht näher, ich zog mich nicht zurück. Ich starrte nur zurück und erwiderte seine Intensität, bis sich seine Augen mit etwas Unergründlichem verdunkelten.
Langsam ließ er mich los und wandte sich wieder der Decke zu. „Schlafen Sie. Morgen bluten wir die Familie Vance aus.”
Ich hatte nicht erwartet zu schlafen, aber die schiere Erschöpfung von allem holte mich ein.
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Als ich aufwachte, war das Sonnenlicht blendend. Ich setzte mich auf und streckte meine schmerzenden Glieder, als es scharf an der Tür klopfte.
„Boss! Sir! Wir haben einen Notfall!”, sagte eine Stimme, völlig panisch klingend.
Ich sprang aus dem Bett und riss die Tür auf. Dort stand ein Mann, sein Gesicht blass, einen Laptop in der Hand. Damian kam hinter mich, bereits angezogen.
„Was ist los?”, fragte er.
„Die Short-Positionen, die wir gestern auf Vance Tech eingegangen sind, jemand hat unseren Handelsausführungspfad an die Aufsichtsbehörde weitergegeben”, stammelte der Mann, Schweiß perlte auf seiner Stirn. „Sie frieren unsere Clearing-Konten wegen Verdachts auf Insiderhandel ein. Es muss ein interner Verstoß gewesen sein, Boss. Nur vier Personen in diesem Gebäude hatten die Berechtigung, diesen Handel auszuführen.”
Er sah den Mann an, seine Kiefer spannten sich an. „Finde sie. Sperr sie in den Keller.”
„Warten Sie”, unterbrach ich und trat vor. Ich riss dem Mann den Laptop direkt aus den Händen.
„Vivian, halten Sie sich da raus”, warnte Damian, seine Augen verengten sich.
„Halten Sie den Mund und lassen Sie mich nachsehen”, fuhr ich ihn an, meine Finger flogen über die Tastatur. Mein analytisches Gehirn übernahm sofort. Ich umging die üblichen Handelsprotokolle und grub mich direkt in die Metadaten, die in die behördliche Meldung eingebettet waren. „Die behördliche Beschwerde wurde nicht von einem externen Prüfer eingereicht. Sie war vorformuliert. Sehen Sie sich den digitalen Signatur-Fußabdruck an.”
Ich drehte den Laptop um und zeigte auf eine Reihe verschlüsselter Codes am Ende des Dokuments.
„Dieser Routing-Code gehört zu einem internen VPN-Server innerhalb der Rechtsabteilung von Vanguard”, sagte ich und sah zu Damian auf. „Und sehen Sie sich den Zeitstempel an. Er wurde letzte Nacht um 3:15 Uhr gesendet. Während wir schliefen.”
Damian beugte sich herab und starrte auf den Bildschirm. „Der leitende Rechtsberater von Vanguard”, murmelte Damian. „Arthur Pendelton.”
„Er hat es nicht nur durchgestochen, Damian”, sagte ich und zoomte auf ein verstecktes sekundäres Zielprotokoll. „Er hat das verschlüsselte Datenpaket kopiert und direkt an Julians persönlichen Server geschickt. Julian hat seinen Börsencrash nicht behoben, er hat Ihren eigenen Anwalt benutzt, um Ihre Gelder einzufrieren, damit Sie ihn heute nicht aufkaufen konnten.”
Damian richtete sich langsam auf und reichte dann den Laptop an den Mann zurück. Er wandte mir seinen Blick zu, Zufriedenheit glänzte in seinen Augen.
„Marcus, bring Arthur in den Keller”, befahl Damian. Der Mann war also Marcus.
Dann sah er auf mich herab, seine Hand streckte sich aus und zeichnete meine Wange nach. „Ziehen Sie Ihr Kleid wieder an, Vivian. Es wird Zeit, meiner Rechtsabteilung zu zeigen, was mit Verrätern passiert.”
VIVIANS PERSPEKTIVEArthur Pendelton saß im Keller, seine Hände zitterten, während er seine Brille zurechtrückte. Hatte gehört, dass er sieben Jahre lang Damians leitender Rechtsberater gewesen war. Er war der Mann, der wusste, wo alle Leichen begraben lagen. Wie konnte er nur so dumm sein, ihn zu verraten.„D… Damian, bitte”, stammelte Arthur, seine Stimme hallte von den schallisolierten Wänden wider. „Der Vorwurf ist lächerlich. Ich war dem Syndikat vom ersten Tag an treu.”Die Türen schwangen auf, und Damian trat ein, die Hände in den Taschen. Ich stand neben ihm.Arthur sah mich an, Verwirrung blitzte in seinen Augen auf. „Vivian Vance? Was macht sie hier? Damian, sie ist eine Irre. Du kannst ihr nicht trauen –”„Halt den Mund, Arthur”, sagte Damian gelassen. Er setzte sich nicht. Er lehnte sich nur gegen die Wand und blickte mit toten Augen auf seinen alten Freund herab.Ich ging zu Arthur hinüber, zog den Laptop aus meiner Tasche und schob ihn zu ihm hin. Der Bildschirm zeigte d
VIVIANS PERSPEKTIVEDer Vanguard-Turm ragte über Onyx Harbor auf, seine achtzig Stockwerke ein Symbol für Damian Blacks Macht.Wir fuhren in völligem Schweigen mit dem privaten Aufzug direkt zur Penthouse-Suite.Als sich die Türen öffneten, gaben sie den Blick auf ein riesiges Penthouse frei. Alles bestand aus dunklem Marmor, Leder und Glas.„Die Gästeflügel sind unten”, sagte Damian, lockerte seine Krawatte und warf sie auf einen Tisch. „Aber heute Nacht schlafen Sie in meinem Zimmer, Vivian.”Ich hob eine Augenbraue, ein Grinsen spielte um meine Lippen. „Gehen wir es nicht ein bisschen schnell an, Mr. Black? Ich dachte, ich wäre ein Aktivposten, kein Spielzeug.”Damian lächelte nicht. Er drehte sich zu mir um, seine Augen todernst. „Julian ist verzweifelt. Wenn er Sie hier aufspürt, schickt er Auftragskiller, keine Anwälte. Mein Schlafzimmer ist der einzige Raum, der durch biometrische Sicherheitssysteme geschützt ist. Ich behalte meinen Aktivposten dort, wo ich sehen kann, wie sie
VIVIANS PERSPEKTIVEJulians Brust hob und senkte sich, während er mich anstarrte, seine Augen blutunterlaufen. „Ich habe dir eine Frage gestellt, du Psychopathin!” Julian trat in den Raum. „Die FTC hat gerade unsere Server gesperrt, wegen eines Lecks von meiner privaten IP-Adresse. Was hast du getan?”Ich zuckte bei seinem Gebrüll nicht zusammen. Stattdessen ließ ich die Schultern sinken, und meine Augen weiteten sich zu einer Maske aus reiner, unschuldiger Verwirrung. Ich stieß ein leises, zitterndes Keuchen aus, wich gegen Damians Schreibtisch zurück und zitterte wie Espenlaub.„Julian … du machst mir Angst”, wimmerte ich. „Wovon redest du?”Julian erstarrte. Neben mir spürte ich, wie sich Damians Körper bewegte. Er sagte kein Wort, aber aus dem Augenwinkel sah ich, wie sich seine Augen verengten. Er beobachtete meine Vorstellung.„Lüg mich nicht an!”, knurrte Julian und machte einen weiteren Schritt nach vorn. „Der Finanzsektor ist ruiniert! Wir haben in Minuten Milliarden verloren
VIVIANS PERSPEKTIVEDie schweren Türen der Kathedrale schlugen zu. Panik breitete sich im Raum aus. Politiker und Konzernmanager begannen, hektisch zu flüstern, aber ein Blick von Damians Leibwächtern brachte den ganzen Saal zum Schweigen.Damian sah nicht zur Menge. Seine Hand legte sich um meine Taille, und er hob mich von seinem Schoß, als er aufstand.„Bringt sie mit”, befahl Damian und wandte sich auf dem Absatz der privaten Sakristei im hinteren Teil der Kirche zu.Zwei massige Leibwächter nahmen mich sofort in die Mitte. Ich wehrte mich nicht. Ich strich die zerknitterte Seide meines Kleides glatt, winkte Julian und Evelyn über die Schulter hinweg strahlend und spöttisch zu und folgte Damian in den Raum.Die Tür klickte hinter uns ins Schloss und schnitt den Lärm der Kathedrale ab.Damian streifte sein Jackett ab und warf es auf einen Ledersessel. Er drehte sich um, und seine eisgrauen Augen nagelten mich an Ort und Stelle fest. Der erdrückende Druck seiner Präsenz erfüllte den
VIVIANS PERSPEKTIVEDer Wind heulte in meinen Ohren und ließ die Tränen auf meinen Wangen gefrieren.Zwanzig Stockwerke über dem Boden stand ich auf dem Balkon der Vance Legal Group, der Regen durchnässte meine Kleidung.Julian Vance, mein Verlobter, hatte eine Hand fest um mein Handgelenk geschlossen, während er auf mich herunterlächelte.Aber in seinen Augen lag keine Liebe.Nicht mehr. Nicht die Liebe, die er mir fünf Jahre lang versprochen hatte.„Warum, Julian?”, keuchte ich, Tränen liefen mir über das Gesicht, während meine Stiefel auf dem nassen Vorsprung rutschten. „Ich habe dir alles gegeben. Ich habe den rechtlichen Rahmen für dein gesamtes Imperium aufgebaut!”„Genau deshalb musst du sterben, Clara”, flüsterte er und beugte sich näher. „Ein lebendes Genie fordert die Hälfte der Anteile. Ein totes Genie hinterlässt alles ihrem trauernden Verlobten.”Neben ihm trat meine Stiefschwester Evelyn aus den Schatten, einen USB-Stick in der Hand.Der Stick enthielt mein Lebenswerk.S





