Startseite / Paranormal / DER DON'S WOLF / Kapitel Eins: Silvermoon Café

Teilen

DER DON'S WOLF
DER DON'S WOLF
MOFE WRITES

Kapitel Eins: Silvermoon Café

last update Veröffentlichungsdatum: 17.09.2026 01:59:16

Lidias Perspektive

Der frische Duft von Zimt und heißen Bagels erfüllte die Luft. Die Menschen aus den verschiedensten Teilen der Welt in meinem Café sitzen zu sehen, zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht. Immer noch fühlte es sich an wie ein erhörtes Gebet, dass mein Traum Wirklichkeit geworden war.

Hinter all dieser Gastfreundschaft verbirgt sich ein Geheimnis, das nicht jeder kennt. Ich bin Lidia Odessa Silverfang, eine Werwölfin, deren oberste Priorität die Sicherheit und das Wohlergehen ihres Volkes ist.

Ich stamme aus einem der größten und mächtigsten Rudel in der Geschichte der Werwölfe – dem Moon Pack. Als Beta trage ich eine Menge Verantwortung, und für mich geht es nicht nur um die Sicherheit meines Rudels, sondern auch um mein Café.

Mein ganzes Leben lang habe ich nach einer einzigen Regel gelebt: Niemals mit der Mafia einlassen. Ich habe mich immer gefragt, warum alle sie so sehr hassten, aber trotz meiner Neugier habe ich es nie gewagt, meinen Vater, Alpha Eryx Silverfang, nach dem Grund für diese Regel zu fragen.

Die Wut, die ihn überkam, sobald das Wort „Mafia“ fiel, sagte mir genug. Ich hoffte nur, dass ich eines Tages endlich meine Antwort bekommen würde.

„Lidia!“ Seraphines Stimme riss mich aus meinen Gedanken.

Ich hatte gar nicht bemerkt, dass ich völlig abwesend war.

„Hilfst du nicht bei den Bestellungen? Die Schlange wird länger“, sagte sie und versuchte, ein Tablett mit Essen auf der rechten Hand zu balancieren.

Seraphine war meine langjährige Kellnerin, die zur Freundin und zur Familie geworden war. Die Art, wie sie mein Geschäft unterstützte und mich an meinen schlechtesten Tagen aufmunterte, bedeutete mir mehr, als sie wusste.

Ich griff nach einer Schürze und ging zur Kaffeemaschine. Wir brauchten jede Hand.

So viele Gäste zu bedienen, ließ mich lächeln. Es fühlte sich gut an, meinen größten Traum, Bestellung für Bestellung, Wirklichkeit werden zu sehen.

Eine Stunde später ebbte der Ansturm endlich ab, und ich konnte mich setzen. Meine Beine zitterten, und mein Magen knurrte. Scheiße, ich hatte den ganzen Tag nichts gegessen.

Ich schnappte mir einen Milkshake und stürzte ihn hinunter, endlich wieder in der Lage, durchzuatmen.

Kaum hatte ich das Glas abgesetzt, kam Seraphine angerannt, förmlich strahlend vor Aufregung. Ich machte mich bereit für was auch immer für Klatsch sie diesmal so glücklich machte.

„Was hast du diesmal gehört?“, fragte ich und lächelte sie an.

„Oh, meine süße Lidia, das könnte meine größte Chance sein, endlich den Menschen zu sehen, von dem wir unser ganzes Leben lang gehört haben.“

„Seraphine!“ zischte ich und legte ihr die Hand über den Mund, bevor ihre Stimme weitergetragen werden konnte.

„Was?“, sagte sie und zog sich zurück.

„Hör auf, um den heißen Brei herumzureden, und sag’s mir einfach“, erwiderte ich.

„Jedenfalls habe ich die Patrouillenkrieger am mittleren Tisch darüber reden hören, dass ein paar Menschen das alte Schloss an der Grenze kaufen wollen. Anscheinend will dein Vater das auf keinen Fall und hat die Sicherheit am Schloss bereits verdoppelt.“

„Deshalb bist du so aufgeregt?“, fragte ich. „Du weißt, wie sehr Vater das Lauschen hasst.“

„Der Erbe der Familie ist in der Stadt“, fuhr sie fort und ignorierte mich völlig. „Er kommt, um sich das…“

Die Glocke über der Eingangstür unterbrach sie, als eine Gruppe von Männern in schwarzen Smokinganzügen hereinkam, und die ganze Atmosphäre im Café veränderte sich mit ihnen.

Das Gespräch im Raum verstummte, und überraschenderweise regte sich mein innerer Wolf – allerdings nicht mit Alarm, eher so, als wäre etwas Fehlendes gerade zurückgekehrt.

Sie verstand das Gefühl genauso wenig wie ich, aber klar war: Was auch immer die Luft im Café verändert hatte, fühlte sich nicht nach Gefahr an. Für mich fühlte es sich nach Frieden an.

Der Duft teuren Kölnischwassers schärfte die Sinne meines Wolfs, und ein seltsames Gefühl durchströmte mich, etwas, das ich nicht benennen konnte und das ich noch nie gespürt hatte. Ich kämpfte darum, die Fassung zu bewahren.

In der Mitte der Gruppe saß ein Fremder. Er unterschied sich von den anderen. Sein Anzug saß anders, sein Ausdruck war ruhig, während der ihre hart war. Es lag einfach etwas an ihm, das ich nicht einordnen konnte.

„Lidia! Warum bist du immer so in Gedanken versunken?“, fragte Seraphine und schnippte vor meinem Gesicht mit den Fingern.

„Bin ich nicht“, murmelte ich und runzelte die Stirn. „Was jetzt?“

„Hast du den Mann mit der Sonnenbrille gesehen, den im braunen Anzug?“, Seraphine deutete zum Eingang.

„Was ist so besonders an ihm?“ hob ich eine Augenbraue.

„Musst du immer so ahnungslos tun?“, Sie rollte mit den Augen.

„Seraphine, das ist nicht der Moment, um verstohlen einen fremden Typen im braunen Anzug anzustarren“, schnauzte ich und machte mich wieder an die Arbeit.

Ich griff gerade nach der nächsten Bestellung, als Seraphines Schürze am Tischrand hängen blieb und sie das Gleichgewicht verlor.

„Vorsicht, Seraphine!“

Es war zu spät. Der Inhalt des Tabletts, das sie trug, flog dem neuen Erben entgegen, während sie wie erstarrt dastand und auf das Chaos starrte.

Im Bruchteil einer Sekunde schlossen sich seine Leibwächter um ihn, die Hände bewegten sich zu ihren Waffen, Wut in den Augen.

Er hob eine Hand, und sie traten zurück. Für einen Moment konnte ich nicht atmen.

„Seraphine, hol den Wischmopp“, rief ich schnell und bewegte mich schon.

Ich griff nach einem Lappen und einer Schüssel mit Wasser und ging hinüber, um sein Jackett zu säubern anzubieten. Er sagte kein Wort, nickte nur.

In dem Moment, als meine Hand seine streifte, flammte mein Wolf in mir auf – dasselbe unbenannte Gefühl von vorhin. Ich behielt ein ruhiges Gesicht und ruhige Hände.

Anders als seine Wachen blieb er still und ließ mich arbeiten, geduldig und schweigend, bis ich fertig war. Als der Fleck verblasst war, hob er die Hand, damit ich aufhörte, stand dann auf und ging mit seinen Männern hinaus, ohne ein weiteres Wort.

Die Luft im Café wurde erst wieder atembar, als sich die Tür hinter ihnen schloss. Ich sagte Seraphine, sie solle abschließen und das Schild auf Geschlossen drehen, damit wir aufräumen konnten.

Als ich an dem Tisch vorbeiging, an dem er gesessen hatte, fing etwas das Licht ein. Ich blieb stehen, neugierig, und beugte mich vor, um es aufzuheben.

Es war ein silberner, individuell gravierter Vape. Ein Name war in die Seite eingraviert: Damiano C.

„Damiano“, flüsterte ich und strich mit dem Daumen über die Gravur.

Ich stand da und fragte mich, warum er ihn zurückgelassen hatte, und das Einzige, was mich wirklich erschreckte, war der Gedanke, etwas zu behalten, das einem Menschen gehörte.

Ich steckte den Vape in meine Tasche, bevor Seraphine ihn sehen konnte, und machte mich wieder an die Arbeit.

„Lidia“, sagte Seraphine leise. „Es tut mir leid. Ich wollte wirklich nicht das Getränk über ihn schütten. Ich weiß, wie viel dir dieses Café bedeutet…“

„Schon gut.“ Ich unterbrach sie und zog sie in eine Umarmung. Ich spürte, wie schuldig sie sich fühlte.

Zurück im Rudelhaus lag ich auf meinem Bett und war in Gedanken versunken.

Wer war er wirklich? Warum hatte er seine Männer nicht Seraphine angreifen lassen? Warum den Vape zurücklassen?

Ein Dutzend Fragen kreisten in meinem Kopf hin und her, aber das, was mich wirklich ängstigte, war die Vorstellung vom Gesicht meines Vaters, falls er ihn jemals sehen sollte.

Trotz all der Sorgen war mein Wolf friedlich. Sein Bild saß still in meinem Kopf und weigerte sich zu gehen.

Das Gefühl war seltsam, aber es fühlte sich nicht falsch an. Ich vertraute ihm und schlief ein in der Hoffnung, dass er zurückkommen würde, um das abzuholen, was er zurückgelassen hatte.

Lies dieses Buch weiterhin kostenlos
Code scannen, um die App herunterzuladen

Aktuellstes Kapitel

  • DER DON'S WOLF   Kapitel Fünf: Was der Wolf weiß

    Lidias PerspektiveEr war bereits am See, als ich ankam, saß auf dem flachen Felsen nahe dem Wasser, seine Jacke lag trotz der abendlichen Kühle neben ihm. Er wirkte nicht überrascht, mich zu sehen. Eher so, als hätte er die ganze Zeit damit gerechnet.„Du bist gekommen.“ Seine Lippen verzogen sich zu einem schwachen Lächeln.„Mach keinen größeren Aufstand daraus, als es ist.“ Ich setzte mich und ließ bewusst Abstand zwischen uns.„Das würde mir im Traum nicht einfallen.“ Er lehnte sich zurück; sein Blick verweilte auf mir.Eine Weile sagte keiner von uns etwas. Das Wasser plätscherte leise gegen die Steine, und der Mond hing tief und voll über der Baumgrenze und tauchte alles in Silber.„Warum kommst du immer wieder hierher?“, fragte ich schließlich. „Du könntest überall hingehen. Der See gehört dir nicht einmal.“„Vielleicht mag ich die Gesellschaft.“ Er warf mir einen Seitenblick zu. „Oder vielleicht bin ich es leid, von Leuten umgeben zu sein, die mir nur sagen, was sie denken, da

  • DER DON'S WOLF   Kapitel Vier: Die Einladung

    Lidias PerspektiveSeit unserer Begegnung am See konnte ich mich nicht mehr konzentrieren. Mein Kopf driftete immer wieder zu seiner Hand um mein Handgelenk und zu der Art, wie mein Wolf still geworden war, als ich an seiner Brust lag.„Lidia, das ist die dritte Bestellung, die du heute Morgen falsch gemacht hast.“ Seraphines Stimme holte mich zurück zur Theke, wo ein sehr verwirrter Kunde einen Caramel Latte in der Hand hielt, den er eindeutig nicht bestellt hatte.„Entschuldigung… Entschuldigung“, murmelte ich, korrigierte es schnell und schickte ihn mit einem entschuldigenden Lächeln fort.Sobald um uns herum ein wenig Ruhe einkehrte, stellte Seraphine mich an der Espressomaschine zur Rede, die Arme verschränkt und die Augen so zusammengekniffen, dass klar war: Sie würde nicht eher gehen, bis sie Antworten bekam.„Okay. Raus damit. Was ist passiert?“Ich zögerte. „Nichts ist passiert.“„Lidia Odessa Silverfang, ich kenne dich, seit wir Welpen waren. Du bist nicht einfach so abwesen

  • DER DON'S WOLF   Kapitel Drei: Was der Wald weiß

    Lidias Perspektive„Ich sehe, du magst es, häufig unerlaubt einzudringen“, sagte ich und verschränkte die Arme vor der Brust.„Wie meinst du das, meine Dame?“ Er zog eine Augenbraue hoch, sichtlich amüsiert.„Zuerst stürmst du mit deinen ungehobelten Männern in mein Café und belästigst meine Gäste und vor allem meine Oberkellnerin. Deine kleine Show hat beinahe den ganzen Tagesumsatz ruiniert. Und jetzt schmuggelt dein Welpe sich auf mein Territorium.“ Ich verengte die Augen. „Hast du sie geschickt, um mich auszuspionieren?“Er blinzelte, wirklich überrascht. „Ich verstehe dich nicht“, murmelte er.„Das habe ich auch nicht erwartet. Das Einzige, was ihr Menschen zu können scheint, ist Ärger zu machen.“„Junge Dame, gibt es ein Problem, das du ansprechen möchtest?“ Seine Augen trafen die meinen, ruhig und unbewegt.„Oh, da gibt es definitiv ein Problem, Herr Eindringling.“„Es besteht keine Notwendigkeit für Beleidigungen, Mademoiselle.“ Seine Stimme wurde tief und befehlend, ein Anflu

  • DER DON'S WOLF   Kapitel Zwei: Im Moon Pack

    Lidias PerspektiveIch wachte auf, als Sonnenlicht durch die Vorhänge drang, und versuchte, meine Gedanken zu ordnen. Noch bevor ich überhaupt prüfte, ob ich noch lebte, griff meine Hand schon unter das Kissen, um nachzusehen, ob der Vape noch da war.Zuerst konnte ich ihn nicht finden, und Panik packte mich. Ich dachte, alles sei nur ein Traum gewesen. Hatte ich mir diesen heißen, geheimnisvollen Fremden nur eingebildet?Ich suchte weiter und fand ihn schließlich, eingeklemmt am äußersten Rand des Bettrahmens.„Ugh“, seufzte ich und zwang mich, aufrecht zu sitzen.Heute würde ein geschäftiger Tag werden, das spürte ich. Ich musste das Café öffnen und trotzdem vor Mittag zurück sein für die Rudelversammlung und das Training.Ich eilte ins Badezimmer, um mich fertig zu machen, und konnte nicht anders, als die Ereignisse von gestern immer wieder in meinem Kopf ablaufen zu lassen.Als ich ankam, bediente Seraphine bereits Gäste, was meine Stimmung sofort hob. Ich griff nach meiner Schürz

  • DER DON'S WOLF   Kapitel Eins: Silvermoon Café

    Lidias PerspektiveDer frische Duft von Zimt und heißen Bagels erfüllte die Luft. Die Menschen aus den verschiedensten Teilen der Welt in meinem Café sitzen zu sehen, zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht. Immer noch fühlte es sich an wie ein erhörtes Gebet, dass mein Traum Wirklichkeit geworden war.Hinter all dieser Gastfreundschaft verbirgt sich ein Geheimnis, das nicht jeder kennt. Ich bin Lidia Odessa Silverfang, eine Werwölfin, deren oberste Priorität die Sicherheit und das Wohlergehen ihres Volkes ist.Ich stamme aus einem der größten und mächtigsten Rudel in der Geschichte der Werwölfe – dem Moon Pack. Als Beta trage ich eine Menge Verantwortung, und für mich geht es nicht nur um die Sicherheit meines Rudels, sondern auch um mein Café.Mein ganzes Leben lang habe ich nach einer einzigen Regel gelebt: Niemals mit der Mafia einlassen. Ich habe mich immer gefragt, warum alle sie so sehr hassten, aber trotz meiner Neugier habe ich es nie gewagt, meinen Vater, Alpha Eryx Silverfang,

Weitere Kapitel
Entdecke und lies gute Romane kostenlos
Kostenloser Zugriff auf zahlreiche Romane in der GoodNovel-App. Lade deine Lieblingsbücher herunter und lies jederzeit und überall.
Bücher in der App kostenlos lesen
CODE SCANNEN, UM IN DER APP ZU LESEN
DMCA.com Protection Status