로그인Aus Siennas Perspektive
Die Sonne war noch nicht einmal aufgegangen, als ich die schrecklichste Entscheidung meines ganzen Lebens traf. Meine Augen brannten vom Weinen der ganzen Nacht,
Um neun Uhr morgens war ich wieder in der glänzenden, glasverglasten Lobby des Kane International. Die Sicherheitsleute sahen mich seltsam an, wahrscheinlich erinnerten sie sich an die Zeitungsartikel, in denen ich als Betrügerin bezeichnet wurde.
Das war mir egal. Ich hielt den Kopf hoch, ging geradewegs zum privaten Aufzug und fuhr damit bis in die oberste Etage.
Marcus wartete vor den schweren Mahagonitüren auf mich. Er schien nicht überrascht, mich zu sehen. Er nickte mir nur ernst zu, öffnete die Türen und ließ mich allein hineingehen.
Dominic Kane stand wieder am riesigen Glasfenster und blickte über die Stadt, genau wie am Tag zuvor. Er trug einen eleganten schwarzen Anzug, sein dunkles Haar war ordentlich gekämmt und seine Haltung steif. Als er hörte, wie die schweren Türen hinter mir ins Schloss fielen, drehte er sich langsam um.
„Du bist früh dran“, sagte Dominic, und seine tiefe Stimme hallte in dem riesigen, stillen Büro wider.
„Ich habe nicht geschlafen“, antwortete ich kühl, meine Stimme fest, obwohl meine Hände in meinen Manteltaschen zitterten. Ich ging direkt auf seinen Schreibtisch zu und sah ihm direkt in die Augen. „Ich habe deinen Vertrag gelesen, Dominic. Und ich werde deine Bedingungen akzeptieren. Aber ich möchte gleich eine Sache ganz klarstellen: Nur weil du mich bezahlst, heißt das nicht, dass du mich besitzt.“
Ein winziges, schwaches Lächeln umspielte seine Lippen, erreichte jedoch nicht seine kalten Augen. Er schien von meiner Entschlossenheit fast amüsiert zu sein.
„Ich wäre enttäuscht, wenn du etwas anderes denken würdest“, erwiderte Dominic gelassen und trat näher an den Schreibtisch heran. „Eine gehorsame, stille Ehefrau würde mich innerhalb einer Woche zu Tode langweilen. Was sind deine Bedingungen?“
„Vier Dinge“, sagte ich und hielt für jede Regel einen Finger hoch, damit er wusste, dass ich es ernst meinte. „Erstens behalte ich die vollständige Kontrolle über meine eigene Karriere und das Veranstaltungsgeschäft meiner Familie. Zweitens müssen die medizinischen Behandlungen meiner Mutter sofort vollständig bezahlt werden, und ihre Privatsphäre muss geschützt werden. Drittens halten wir uns an die Regeln in deinem Vertrag – keine Einmischung in das Privatleben des anderen. Und viertens: Sobald dieser Einjahresvertrag ausläuft, steht es mir frei, für immer zu gehen, und du kannst mich nicht daran hindern.“
Dominic zuckte nicht einmal mit der Wimper. Er verschränkte die Arme vor der Brust, musterte mich einen langen, stillen Moment lang, bevor er langsam nickte.
„Akzeptiert“, sagte er gelassen. „Das Geld wurde bereits als Zeichen des guten Willens auf die Konten deiner Familie überwiesen. Du kannst sofort auf deinem Handy nachsehen, wenn du mir nicht glaubst.“
Mir stockte der Atem. Mit zitternden Fingern zog ich mein Handy aus der Tasche. Eine Bankbenachrichtigung leuchtete hell auf dem Bildschirm auf. Der Kontostand bestand nur noch aus Nullen. Alle Schulden waren weg. Meine Mutter war in Sicherheit.
„Es gibt nur noch eine letzte Hürde“, sagte Dominic und riss mich aus meinen Gedanken. „Die Hochzeit.“
Ich runzelte die Stirn und blickte von meinem Handy auf. „Was ist damit?“
„Wir müssen innerhalb der nächsten drei Tage heiraten“, erklärte Dominic bestimmt, wobei seine Stimme keinerlei Raum für Widerrede ließ.
„Drei Tage?!“, keuchte ich und riss vor völliger Ungläubigkeit die Augen auf. „Bist du verrückt? Man kann doch nicht einfach in drei Tagen eine Hochzeit planen! Selbst eine kleine standesamtliche Trauung erfordert Papierkram und Zeit!“
„Eine große Hochzeit ist mir egal, und dir auch“, sagte Dominic kühl, während sein Gesichtsausdruck wieder ernst wurde. „Ich habe eine strenge Frist wegen der Sitzung meines Familienrats in der kommenden Woche, und bis dahin muss mein Familienstand geklärt sein. Es wird eine private standesamtliche Trauung sein. Nur wir, ein Richter und die erforderlichen Zeugen.“
Ich starrte ihn an und bemerkte die angespannten Züge um seine Augen. Er hatte eine strenge Frist, wollte aber nicht erklären, warum. Er verbarg etwas, aber ich war zu müde und zu überfordert, um seinen Geheimnissen auf den Grund zu gehen. Ich nahm einfach an, dass er seine reiche, hochnäsige Familie so schnell wie möglich beeindrucken wollte.
„Na gut“, flüsterte ich und hatte das Gefühl, meine Seele zu verkaufen. „Drei Tage.“
Marcus trat plötzlich durch die Seitentür in den Raum, in der Hand eine dicke schwarze Mappe und einen schweren silbernen Stift. Er ging herüber und legte beides ordentlich auf den polierten Holzschreibtisch direkt vor mir.
Ich blickte auf den Stift hinunter. Er fühlte sich an wie ein schweres Schwert. Meine Hand zitterte, als ich ihn aufhob; das Metall fühlte sich eiskalt auf meiner Haut an. Ohne zurückzuschauen, ohne mir noch eine Sekunde Zeit zu geben, darüber nachzudenken, beugte ich mich über das Papier und unterschrieb am Ende des Vertrags mit meinem Namen. Sienna Brooks.
In dem Moment, als ich den Stift absetzte, griff Dominic über den Schreibtisch und schloss die Mappe mit einem scharfen Knacken.
„Es ist erledigt“, sagte Dominic mit tiefer, entschiedener Stimme. „Von diesem Moment an haben wir eine Vereinbarung, Sienna. Wir sind Partner.“
Ich blickte zu dem Mann auf, der mich noch vor wenigen Tagen angeschrien, beleidigt und als unfähig bezeichnet hatte. Vor ein paar Tagen hätte ich mir nicht im Traum vorstellen können, mit ihm im selben Raum zu stehen, ohne weglaufen zu wollen. Jetzt war ich rechtlich an ihn gebunden. Ich hatte gerade zugestimmt, seine Frau zu werden.
Ich erwartete, dass mich eine Welle schweren Bedauerns überwältigen würde. Ich erwartete, in Tränen auszubrechen und aus dem Gebäude zu rennen.
Stattdessen machte sich eine seltsame, wilde Entschlossenheit tief in meiner Brust breit.
Wenn Dominic Kane glaubte, er könne sich eine ruhige, dekorative kleine Ehefrau kaufen, die sich einfach an seine Regeln halten und an seiner Seite hübsch aussehen würde, dann würde er gleich den größten Fehler seines Lebens begehen. Er würde gleich feststellen, dass er sich die falsche Frau ausgesucht hatte, mit der er sich anlegen sollte.
„Ich hoffe, du bist darauf vorbereitet, Dominic“, sagte ich leise, meine Stimme voller stiller, gefährlicher Zuversicht. „Denn ich werde in deiner Welt keine einfache Mitbewohnerin sein.“
Dominic blickte auf mich herab, ein seltsames Funkeln blitzte in seinen dunklen Augen auf, fast so, als gefiele ihm die Herausforderung.
„Ich hätte nichts anderes erwartet“, sagte er gelassen. Dann wurde sein Gesichtsausdruck wieder ganz geschäftsmäßig. „Pack deine Koffer, Sienna. Du wirst morgen früh in mein Penthouse einziehen.“
Mir sank sofort der Magen wie ein Stein.
Die Luft entwich meinen Lungen. Ich hatte den Mann noch nicht einmal geheiratet, und schon kommandierte er mich herum, sagte mir, wo ich schlafen, wo ich wohnen und wie sich mein Leben verändern würde.
„Morgen früh?“, stammelte ich und riss die Augen auf. „Moment mal, einziehen? Schon?“
„Natürlich“, antwortete Dominic, drehte sich wieder zum Fenster um, als wäre unser Gespräch bereits beendet. „Ein Ehepaar lebt zusammen. Ich werde Marcus anweisen, pünktlich um acht Uhr ein Auto für dich schicken zu lassen. Komm nicht zu spät.“
Dominics Perspektive Die Morgensonne ging über der Stadt auf, doch meine Gedanken rasten bereits mit rasender Geschwindigkeit.Ich saß am Eichenschreibtisch im Arbeitszimmer des Anwesens meiner Großmutter, hielt ein Tablet in der Hand und tippte einen umfangreichen Genesungsplan. Ich hatte ihren Tag in präzise Stundenblöcke unterteilt. Ich hatte drei verschiedene Facharzttermine vereinbart, Pflegeschichten zugewiesen und ein Team privater Ernährungsberater kontaktiert, noch bevor mich überhaupt jemand darum gebeten hatte.Ich organisierte die Gesundheit meiner Großmutter wie eine millionenschwere Unternehmensumstrukturierung.Sienna betrat leise den Raum und hielt eine Tasse warmen Tee in der Hand. Sie beugte sich über meine Schulter und las die strenge, farbcodierte Tabelle auf meinem Bildschirm durch.„Dom“, sagte Sienna leise, ihre Stimme sanft, aber bestimmt. „Du hast ihre Nachmittagsschlafzeit farblich gekennzeichnet. Findest du das nicht ein bisschen übertrieben?“„Ich will sie
Aus Siennas SichtEs war ganz still in dem ruhigen Krankenzimmer, als ich auf dem Stuhl neben dem Bett saß.Dominics Großmutter sah mich mit gütigen Augen an. Sie wollte über ihr Vermächtnis sprechen – das Zeichen, das sie für die Familie Kane hinterlassen wollte.„Sienna, meine Liebe“, begann sie mit sanfter, fester Stimme. „Ich habe beobachtet, wie wohlhabende Menschen ein Vermögen für Dinge ausgeben, die keine Rolle spielen. Das ist nicht das, was ich will. Ich möchte, dass unsere Familie Projekte unterstützt, die Menschen, denen es an Mitteln oder Beziehungen mangelt, echte Chancen eröffnen.“Ich beugte mich näher zu ihr hin und hörte aufmerksam zu.„Ich habe deine Ideen für den Gemeinschaftsraum und Elenas Mentoring-Programm verfolgt“, fuhr sie fort. „Ich möchte eine eigene Initiative ins Leben rufen. Einen Fonds, der über mehrere Jahre hinweg kreative Bildung, berufliche Weiterbildung und Gemeinschaftsveranstaltungen unterstützt.“Eine tiefe Welle der Rührung durchströmte meine
Dominics Perspektive Im Wartezimmer der Privatklinik war es eiskalt, und die Leuchtstoffröhren an der Decke summten mit einem schrillen, nervtötenden Geräusch, das mir Zahnschmerzen bereitete.Mein Herz hämmerte wie eine rasende Trommel gegen meine Rippen. Ich hatte feindliche Übernahmen, wütende Vorstandsmitglieder und Millionenklagen ohne mit der Wimper zu zucken gemeistert. Doch hier zu stehen und auf Neuigkeiten über meine Großmutter zu warten, ließ mich hilflos fühlen.Sienna stand direkt neben mir, ihre warme Hand fest auf meinem Arm. Sie bot mir keinen vorgetäuschten, leeren Trost an. Sie stand einfach nur da als mein Anker und hielt mich auf dem Boden, während meine Gedanken in tausend Richtungen rasten.Die schweren Flügeltüren der Aufwachstation öffneten sich, und Dr. Harrison trat mit müdem Gesichtsausdruck heraus.Ich trat sofort vor, meine Stimme klang angespannt und drängend. „Herr Doktor. Wie geht es meiner Großmutter? Was zeigen die Aufnahmen?“Dr. Harrison atmete lan
Aus Siennas PerspektiveAls ich am nächsten Morgen durch die Glastüren von Brooks Events zurückging, spürte ich, wie die Energie im ganzen Büro brodelte.Die Telefone klingelten ununterbrochen, auf jedem Schreibtisch piepsten E-Mail-Benachrichtigungen, und mein Team arbeitete zügig und mit breitem, begeistertem Lächeln. Meine Keynote-Rede hatte die Schleusen geöffnet. Großkunden aus der ganzen Stadt riefen uns an, begierig darauf, riesige Verträge abzuschließen.Für jeden Gründer war damit ein Traum wahr geworden. Doch als ich mich an meinen Schreibtisch setzte und den Stapel neuer Partnerschaftsvorschläge durchging, wurde mir plötzlich etwas schlagartig klar.Persönlicher Einsatz und nächtliches Schuften reichten nicht mehr aus, um dieses Schiff über Wasser zu halten.Wir waren aus unseren kleinen Schuhen herausgewachsen. Diese neuen Angebote könnten Millionen von Dollar einbringen und uns ermöglichen, in andere Städte im ganzen Land zu expandieren. Aber wenn wir jeden einzelnen Kund
Aus Siennas PerspektiveMein Herz raste wie ein schnell drehendes Rad, als der Veranstalter mich bat, die Hauptrede zu halten.Dreitausend Spitzenfachleute warteten in dem riesigen Auditorium. Meine ursprüngliche Präsentation war kurz, prägnant und auf einen kurzen zwanzigminütigen Zeitrahmen ausgelegt. Nun brauchten sie eine umfassende, eindrucksvolle Eröffnungsrede, um die gesamte Konferenz einzuläuten.Für einen kurzen Moment flüsterte mir die Angst ins Ohr, dass ich noch nicht bereit sei.Dann atmete ich tief durch, stellte meine Füße fest auf den Teppich und schob die Angst beiseite. Ich hatte Brooks Events aus dem Nichts aufgebaut. Ich kannte meine Branche in- und auswendig. Ich brauchte nicht in Panik zu geraten; ich musste einfach nur unsere wahre Geschichte erzählen.„Ich mache das“, sagte ich zur Organisatorin mit fester, klarer Stimme. „Gib mir dreißig Minuten, um meine Notizen auszuarbeiten.“Die Organisatorin umarmte mich fest, ihre Augen strahlten vor Erleichterung. „Du
Aus Siennas Perspektive Mein Herz setzte einen schnellen Schlag aus, als ich die Termine auf der offiziellen Einladung zur Konferenz sah.Die Konferenz der Global Entrepreneurs Association war eine riesige Sache. An ihr nahmen führende Veranstaltungsplaner, bedeutende internationale Kunden und hochkarätige Branchenführer aus dem ganzen Land teil. Ein Vortrag bei dieser Veranstaltung war ein wichtiger Meilenstein für meine Karriere und für Brooks Events.Doch genau diese Termine kollidierten direkt mit der ersten Hälfte unseres Retreats in der abgelegenen Berghütte.Ich blickte zu Dominic auf und spürte, wie eine schwere Welle der Schuld meine Brust zuschnürte. „Dom … diese Konferenz ist riesig. Aber sie findet genau während unserer Reise statt. Ich sollte die Einladung wahrscheinlich am besten gleich ablehnen.“Dominic sah weder wütend noch enttäuscht aus. Er streckte einfach die Hand aus, nahm mir das Handy sanft aus der Hand und legte es auf den Glastisch.„Lehne diese Gelegenheit







