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Chapter 3

Author: Mia
last update publish date: 2026-10-21 18:34:17

KAPITEL DREI: WAS ER GEKAUFT HATTE

Isabella's Perspektive**

Seine Hand glitt in meinen Nacken, und jedes Argument, das ich gegen ihn aufgebaut hatte, brach unter dem ersten festen Druck seiner Finger in meinem Haar zusammen. Warm. Besitzergreifend. Die Art von Berührung, die nicht um Erlaubnis bat, sondern sich das Recht darauf einfach nahm.

Ich öffnete den Mund, um zu protestieren, um ihn daran zu erinnern, dass dies nicht Teil irgendeines Vertrags war, den ich gelesen hatte, doch es kam kein Laut heraus. Hinter mir knisterte der Kamin lauter und warf goldenes Licht durch den Raum, über die scharfen Flächen seines Gesichts, über die erschreckende Ruhe in seinen Augen. Diese Ruhe war das Gefährlichste an ihm. Sie sagte, dass er bereits wusste, wie das hier enden würde.

„Warum zitterst du, Prinzessin?", fragte er leise. Grausam.

„Mir ist nur kalt", erwiderte ich.

„Das stimmt nicht." Sein Daumen zeichnete die Rundung meines Kiefers nach, ohne Eile, mit Bedacht, als hätte er die ganze Nacht Zeit und wollte jede Sekunde davon damit verbringen, die Stellen kennenzulernen, die mich aus dem Gleichgewicht brachten. Der Daumenballen glitt langsam, Haut an Haut, und unter seiner Spur erblühte Hitze. „Du hast Angst. Und darunter bist du etwas ganz anderes."

„Lass das."

„Was soll ich lassen?" Seine Stimme sank tiefer, an den Rändern rau, all die flache Kontrolle brach endlich auf. Der Klang glitt wie eine körperliche Berührung meinen Rücken hinab. „Dir die Wahrheit sagen? Oder dich berühren?"

Ich antwortete nicht. Ich konnte nicht. Mein ganzer Körper war angespannt und fremd geworden, gefangen zwischen dem Drang zu fliehen und dem demütigenden, unleugbaren Sog, genau dort zu bleiben, wo ich war. Jede Nervenfaser lag zu dicht unter der Oberfläche.

Er nahm mein Schweigen als Erlaubnis. Oder vielleicht hatte er nie eine gebraucht.

Seine Hand glitt von meinem Nacken meine Wirbelsäule hinab, so langsam, dass ich jeden Zentimeter spürte – den Druck seiner Handfläche, das Streichen seiner Fingerspitzen durch den dünnen Stoff meines Kleides, den bewussten Druck, der die Linie meines Rückens abfuhr, als präge er sie sich ein. Das war keine Verzweiflung. Das war kein Hunger, der hastig gestillt werden wollte. Das war ein Mann, der Inventur machte. Der die Form dessen lernte, was ihm gehörte.

„Lorenzo –"

„Sag es noch einmal, Prinzessin." Sein Mund streifte meine Schläfe, nicht ganz ein Kuss, nur die Hitze seines Atems und die leiseste Berührung von Lippen auf Haut, die plötzlich zu empfindlich war. „Ich mag, wie es klingt, wenn du nicht weißt, ob du wütend bist."

„Ich weiß ganz genau, wie ich mich fühle." Meine Stimme war ruhig und zugleich unsicher.

„Tust du das?" Seine Hand fand meine Taille, die Finger drückten gerade fest genug zu, dass mein Atem hörbar stockte, bevor ich das Geräusch unterdrücken konnte. Etwas in seinen Augen flackerte vor stiller Genugtuung. Sein Griff wurde minimal fester, sein Daumen strich einmal über die weiche Nachgiebigkeit meiner Seite, und Hitze sammelte sich tief in meinem Bauch, ungewollt und sofort. „Denn dein Körper sagt mir etwas anderes als dein Mund."

Ich hasste, dass er recht hatte. Ich hasste noch mehr, dass ein verräterischer Teil von mir nicht wollte, dass er aufhörte. Dass sich der Druck seiner Hand wie ein Anker anfühlte statt wie eine Bedrohung.

Er schob mich rückwärts, langsam, ohne Eile, bis meine Schultern die Wand neben dem Kamin berührten. Die Hitze der Flammen leckte an einer Seite meines Körpers, seine Hand brannte auf der anderen. Er schloss mich nicht mit den Armen ein. Das hatte er nicht nötig. Allein das Gewicht seines Blicks reichte, um mich dort festzunageln, mein Herz hämmerte so heftig gegen meine Rippen, dass ich sicher war, er könnte es spüren.

„Sag mir, ich soll aufhören, Prinzessin", sagte er. „Wenn du es ernst meinst, tue ich es." Er sagte es mit spöttischer Belustigung.

Die Worte blieben in meiner Kehle stecken, und ich glaube, wir beide verstehen, warum. Mein Puls war ein hektisches, sichtbares Flackern an meinem Hals. Sein Blick fiel einen Moment darauf, dann kehrte er zu meinen Augen zurück, dunkler jetzt.

Seine Finger zeichneten mein Schlüsselbein nach und folgten dem Ausschnitt meines Kleides mit derselben hastigen Geduld. Sie hielten an jeder Stelle inne, an der mein Atem stockte, und katalogisierten sie alle, als zeichne er eine Karte, die nur er je benutzen würde.

Als seine Hand schließlich an meinen Rippen entlang glitt – langsam, bewusst, die Hitze seiner Handfläche brannte durch den Stoff –, entfuhr mir ein Laut, den ich nicht als meinen eigenen erkannte. Weich. Unwillkürlich. Beschämend ehrlich. Mein Rücken wölbte sich ein winziges Stück, bevor ich es verhindern konnte, der Berührung nachjagen, obwohl mein Verstand mir schrie, mich zu entziehen.

Er erstarrte.

„Da", murmelte er, fast zu sich selbst, etwas Dunkles und Zufriedenes lag in seiner Stimme. Der Klang vibrierte auf meiner Haut. „Das wollte ich hören."

„Das ist nicht –" Meine Stimme klang zerstört, kaum meine eigene. „Das ist nicht Teil des Vertrags."

„Nein." Sein Mund fand die Rundung meines Ohrs, sein Atem war warm auf einer Haut, die plötzlich zu empfindlich war für den Rest der Welt. Seine Nähe war überwältigend – die beherrschte Kraft, mit der er sich hielt, der leichte Duft seines Parfüms, vermischt mit etwas Dunklerem, etwas, das ganz allein er war. „Das hier ist besser als der Vertrag.

Der Vertrag sagt nur, dass du auf dem Papier mir gehörst." Seine Hand legte sich flach auf mein rasendes Herz, die Finger gespreizt, als könne er die Wahrheit darin spüren, wie sie unter seiner Handfläche schlug. Der Druck war fest, intim auf eine Weise, die nichts mit Liebe zu tun hatte und alles mit Besitz. „Das hier ist, dass ich herausfinde, wie sehr du mir tatsächlich gehörst."

„Ich werde nicht mit dir schlafen." Ich weiß nicht, woher die Worte kamen – ein letzter überlebender Rest von Trotz, hochgeworfen wie eine Mauer, von der ich schon wusste, dass sie nicht halten würde. Meine Oberschenkel pressten sich von selbst zusammen, ein vergeblicher Versuch, die ruhelose Hitze zu dämpfen, die sich zwischen ihnen aufbaute.

„Ich weiß." Seine Hand hörte nicht auf, sich zu bewegen, und zog langsame, quälende Muster über meine Taille, meine Rippen, lernte jede Stelle, die meinen Atem stocken und meine Knie ihren Zweck vergessen ließ. Jede Bewegung seiner Finger hinterließ eine Spur aus dem Feuer. Er hetzte nicht. Er genoss. „Ich werde dich heute Nacht nicht so berühren."

„Was ist das dann?"

Er wich gerade soweit zurück, dass er mich ansehen konnte, und der Ausdruck in seinem Gesicht war irgendwie beunruhigender als alles, was er in dieser Nacht gesagt hatte – konzentriert, geduldig, vollkommen sicher eines Ausgangs, dem ich noch nicht zugestimmt hatte. Das goldene Licht des Feuers fing sich in seinen Augen und ließ sie beinahe raubtierhaft wirken.

„Das hier", sagte er leise, „ist, dass ich lerne, was es braucht, damit du darum bettelst. Damit, wenn ich dich schließlich nehme, Isabella –" sein Daumen zog ein letztes langsames, bewusstes Stück an meinem Kiefer entlang und verweilte am Mundwinkel, ohne ihn ganz zu berühren, „– kein einziger Teil von dir mehr übrig ist, der Nein sagen will."

Dann trat er ganz plötzlich zurück. Kalte Luft strömte in den Raum, den sein Körper eben noch eingenommen hatte, ein Schock auf überhitzter Haut, und ließ mich atemlos und zitternd an der Wand zurück, aus Gründen, die nichts mehr mit Angst zu tun hatten.

Mein Körper summte noch dort, wo er mich berührt hatte, jede Nervenfaser lebendig und sehnsüchtig nach mehr von dem, was er mir eben verweigert hatte.

„Schlaf gut", sagte er und wandte sich bereits zur Tür, die Stimme wieder in diesem flachen, kontrollierten Register, als wären die letzten zehn Minuten nie geschehen.

An der Schwelle hielt er inne, eine Hand am Rahmen, ohne sich umzusehen.

„Und, Prinzessin."

„Was?"

„Morgen früh besprechen wir die Regeln dieses Hauses." Er hielt inne, bewusst und grausam in seiner Geduld. „Die meisten werden dir nicht gefallen.

Die Tür klickte hinter ihm zu.

Ich rutschte an der Wand hinab, bis ich auf dem kalten Boden saß, mein ganzer Körper summte noch von Nachbeben seiner Hände.

Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen, als wollte es genau dem entfliehen, was ich gerade begonnen hatte. Meine Haut fühlte sich zu eng an. Zu wach. Die Stellen, die er berührt hatte, brannten wie Brandmale.

Und irgendwann in den dunklen Stunden vor der Morgendämmerung begriff ich, dass ich keine Angst davor hatte, was mich die Regeln von morgen kosten würde.

Ich hatte Angst davor, wie sehr ein neuer, fremder Teil von mir sie bereits befolgen wollte.

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