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Chapter 6

last update Veröffentlichungsdatum: 23.10.2026 17:49:59

KAPITEL SECHS: IHR ZIMMER**

**Isabella's Perspektive**

Eine ganze Weile rührte sich keiner von uns.

Der Mond war weitergewandert, während ich dort gestanden hatte, und sein fahles Licht fiel in einem Winkel auf Lorenzos Gesicht, der ihn aussehen ließ, als wäre er aus etwas gemeißelt, das älter war als Fleisch. Seine Hand lag noch immer auf dem Türrahmen, die Knöchel weiß gegen das Holz.

„Gib es mir."

Es war kein Befehl. Genau das machte mir Angst. Jeder Befehl, den er mir je gegeben hatte, war
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  • DIE VERTRAGSBRAUT DER DONS   Chapter 6

    KAPITEL SECHS: IHR ZIMMER****Isabella's Perspektive**Eine ganze Weile rührte sich keiner von uns.Der Mond war weitergewandert, während ich dort gestanden hatte, und sein fahles Licht fiel in einem Winkel auf Lorenzos Gesicht, der ihn aussehen ließ, als wäre er aus etwas gemeißelt, das älter war als Fleisch. Seine Hand lag noch immer auf dem Türrahmen, die Knöchel weiß gegen das Holz.„Gib es mir."Es war kein Befehl. Genau das machte mir Angst. Jeder Befehl, den er mir je gegeben hatte, war in Gewissheit gehüllt gewesen, und dieser hier klingt, als wäre er mitten entzwei gebrochen.Ich hätte es ihm geben sollen. Stattdessen schlossen sich meine Finger fester um das Foto.„Wer ist sie?"Etwas Dunkles, Schnelles huschte hinter seinen Augen vorbei. Er durchquerte den Raum mit drei Schritten, und ich stolperte rückwärts, bis die Kante des Frisiertischs sich in meinen Rücken bohrte. Hinter mir klirrten die Parfümflakons. Er nahm mir das Foto aus der Hand, ohne meine Haut zu berühren, le

  • DIE VERTRAGSBRAUT DER DONS   Chapter 5

    KAPITEL FÜNF: DAS VERSCHLOSSENE ZIMMER**Isabellas Perspektive**Ich ging, bis meine Beine aufhörten zu zittern, der Puls dröhnte mir noch in den Ohren, und dieser eine Blick auf rohe Trauer in seinem Gesicht hatte sich tiefer in mich eingebrannt als jede Drohung, die er an diesem Morgen ausgesprochen hatte.*Raus.* Nicht *geh*. Nicht einmal mein Name stand dabei. Nur diese zwei Worte, hervorgestoßen wie etwas, das sich losreißt.Ich landete im Garten, ohne mich erinnern zu können, dass ich mich dafür entschieden hatte. Der Kies drückte durch meine dünnen Schuhe, und die Morgenluft tat nichts, um zu kühlen, was sich unter meinen Rippen festgesetzt hatte.Vor mir hatte es eine Frau gegeben. Eine Frau, deren Erwähnung er noch immer nicht ertragen konnte, ohne zusammenzubrechen. Und niemand in diesem Haus schien bereit, mir zu sagen, wer sie war.Beatrice fand mich eine Stunde später. Ich lehnte an der steinernen Balustrade, und sie sah aus, als hätte sie genau auf diesen Moment gewartet

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    KAPITEL VIER: DIE REGELN DIESES HAUSES**Isabellas Perspektive**Der Morgen kam ohne Gnade.Ich hatte nicht geschlafen. Ich hatte an dieser Wand gesessen, bis das Feuer zu Glut heruntergebrannt war, und mich dann ins Bett geschleppt, weil ein sturer Teil von mir nicht zulassen wollte, dass ein Dienstmädchen mich zusammengekrümmt auf dem Boden fand wie etwas Zerbrochenes.Als die Sonne durch die Vorhänge brach, fühlten sich meine Augen wie rau geschmirgelt an, und mein ganzer Körper schmerzte vor der besonderen Erschöpfung einer Nacht, die ich damit verbracht hatte, mit mir selbst zu streiten und zu verlieren.Am Fußende des Bettes lag ein Kleid. Nicht meines. Nie meines, anscheinend, nicht mehr. Tiefgrüne Seide, schlicht, auf diese leise Art teuer, die bedeutete, dass jemand es ganz gezielt für mich ausgesucht hatte.Obenauf lag ein gefalteter Zettel: *Zieh das an. Komm um neun Uhr ins Arbeitszimmer. Teste mich diesmal nicht.*Ich zog es an. Ich redete mir ein, es sei praktisch, ich b

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    KAPITEL DREI: WAS ER GEKAUFT HATTEIsabella's Perspektive**Seine Hand glitt in meinen Nacken, und jedes Argument, das ich gegen ihn aufgebaut hatte, brach unter dem ersten festen Druck seiner Finger in meinem Haar zusammen. Warm. Besitzergreifend. Die Art von Berührung, die nicht um Erlaubnis bat, sondern sich das Recht darauf einfach nahm.Ich öffnete den Mund, um zu protestieren, um ihn daran zu erinnern, dass dies nicht Teil irgendeines Vertrags war, den ich gelesen hatte, doch es kam kein Laut heraus. Hinter mir knisterte der Kamin lauter und warf goldenes Licht durch den Raum, über die scharfen Flächen seines Gesichts, über die erschreckende Ruhe in seinen Augen. Diese Ruhe war das Gefährlichste an ihm. Sie sagte, dass er bereits wusste, wie das hier enden würde.„Warum zitterst du, Prinzessin?", fragte er leise. Grausam.„Mir ist nur kalt", erwiderte ich.„Das stimmt nicht." Sein Daumen zeichnete die Rundung meines Kiefers nach, ohne Eile, mit Bedacht, als hätte er die ganze Na

  • DIE VERTRAGSBRAUT DER DONS   Chapter 2

    KAPITEL ZWEI: DAS ANWESEN**Isabellas Perspektive**Die Autofahrt fühlte sich an wie ein Trauerzug für mein altes Leben.Ich saß an die Tür gepresst, so weit von Lorenzo entfernt, wie der Sitz es zuließ, und sah zu, wie Sizilien hinter den getönten Scheiben vorbeizog – Zypressen, die wie Wachposten dastanden, die Küste, die silbern zwischen den Hügeln aufblitzte. Nichts davon wirkte echt. Nichts hiervon fühlte sich echt an.Lorenzo hatte kein einziges Wort gesagt, seit wir das Lagerhaus verlassen haben. Er saß da, einen Knöchel über das Knie gelegt, das Handy in der Hand, völlig unbeeindruckt, als hätte er vor einer Stunde erst eine Ehefrau gekauft.Ich spürte noch immer das Echo seines Daumens an meinem Handgelenk.*Braves Mädchen.*Ich hasste es, dass ich es noch fühlen konnte.Das Anwesen kam langsam in Sicht, so wie ein Sturm aufzieht – man sieht es lange, bevor man begreift, wie groß es wirklich ist. Zuerst die Eisentore, doppelt so hoch wie ein Mann, gekrönt von etwas, das das L

  • DIE VERTRAGSBRAUT DER DONS   Chapter 1

    KAPITEL EINS: DER VERTRAG**Isabellas Perspektive**Der Raum roch nach Rost, altem Geld, teurem Whiskey und Zigaretten.Ich versuchte, nicht zu tief zu atmen. Ich versuchte, nicht darüber nachzudenken, warum mir dieser Geruch so vertraut war. Doch er haftete hinten in meiner Kehle, dick und metallisch, und ich wusste, dass er mich noch lange nach heute Nacht begleiten würde.Meine Hände zitterten an meinen Seiten. Das einzige Licht kam von einer einzelnen Glühbirne, die von der Decke schwang und Schatten an die Wände warf, die sich bewegten wie lebende Wesen.Hinter mir weinte mein Bruder.„Isabella, bitte. "Bitte lass nicht zu, dass sie mich umbringen."Lucas Stimme brach bei jedem Wort. Er kniete irgendwo im Dunkeln, die Hände auf dem Rücken gefesselt. Ich habe ihn gesehen, als sie ihn herein schleifen.Das getrocknete Blut entlang seines Kiefers, die Schwellung um sein Auge, die Art, wie sein ganzer Körper zitterte, als hätte sich in seinem Inneren etwas gelöst. Ich erkannte ihn ka

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