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KAPITEL EINS
LIANAS PERSPEKTIVE Ich war neunzehn Jahre alt, als ich meinen Stiefbruder dabei erwischte, wie er sich im Badezimmer einen runterholte und dabei verzweifelt meinen Namen stöhnte. Ich hatte gar nicht vor, wach zu bleiben. Ich wollte mir nur ein Glas Wasser aus der Küche holen, als ich es hörte. Laut und deutlich. Meinen Namen. „Liana … f-f*ck …“ Ich erstarrte, mein Herz hämmerte wild in meiner Brust. Es war spät in der Nacht, genau 3 Uhr morgens. Im Haus war es still. Killian war für einen kurzen Besuch nach Hause gekommen, nachdem er wegen seiner Arbeit ein Jahr lang weg gewesen war – obwohl ich bis heute keine Ahnung hatte, was für einen Job er eigentlich machte. Er wohnte nicht bei uns. Er hatte sein eigenes Haus auf der anderen Seite der Stadt und kam nur selten zu Besuch. Er tauchte nur zu besonderen Anlässen auf oder wenn seine Mutter darauf bestand. Seit dem Tag, an dem mein Vater seine Mutter geheiratet hatte, hatte ich ihn nur zweimal gesehen. Ich erinnerte mich noch genau an das erste Mal, als ich ihn in jenem Jahr – vor drei Jahren – zu Gesicht bekam. Mir fiel fast die Kinnlade herunter. Er sah aus wie ein wandelnder griechischer Gott; jeder Zentimeter von ihm strahlte Kraft und Selbstbewusstsein aus – von der Art, die man nicht vortäuschen konnte. Aber er nahm mich nie wahr. Er behandelte mich, als würde ich nicht existieren. Es tat mehr weh, als ich erwartet hatte, aber ich versuchte, es nicht persönlich zu nehmen. Schließlich war er sieben Jahre älter als ich. Vielleicht war ich für ihn nur ein dummes Kind. Ich hatte gehört, dass seine Mutter ihn bekommen hatte, als sie kaum älter als ein Teenager war. Vielleicht erklärte das die Distanz. Oder vielleicht war es ihm einfach egal. Als er nach Hause kam, sah er mich beim Abendessen nicht einmal an. Er lächelte nie. Er sprach nie, es sei denn, jemand fragte ihn direkt etwas. Und er beteiligte sich nie an Familiengesprächen. Es war, als wäre er gar nicht da, obwohl er direkt mit uns am Tisch saß. Seine Mutter hingegen war durch und durch warmherzig. Von dem Moment an, als sie in unser Leben trat, wurde sie die Mutter, die ich nie gehabt hatte. Meine eigene Mutter starb zwei Jahre nach meiner Geburt, daher habe ich nie erfahren, wie es sich anfühlt, von ihr im Arm gehalten zu werden, „Liebling“ genannt zu werden oder abends mit einem Kuss ins Bett gesteckt zu werden. Aber Killians Mutter füllte diese Lücke ohne zu zögern. Sie liebte mich, als wäre ich ihr eigenes Kind. Und es war nicht aufgesetzt, es war echt – die Art von Liebe, die mir ein Gefühl der Geborgenheit gab. Der Einzige, der mir gegenüber kühl blieb, war ihr Sohn. Killian lächelte mich nie an. Er sprach nie mit mir. Er tat nicht einmal so, als wäre ich da, abgesehen von einem gelegentlichen kalten Blick. Und doch wollte ein Teil von mir tief im Inneren immer wissen, wie es sich anfühlen würde, wenn Killian mich wirklich sehen würde. Wenn er meinen Namen sagen würde. Wenn ich ihm etwas bedeutete. Auch nur ein bisschen. Also war es etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte, meinen Namen aus seinem Mund zu hören, während er sich einen runterholte. Es war schockierend. Falsch. Pervers. Aber es war auch das erste Mal, dass ich ihn meinen Namen sagen hörte. Und so verkorkst es auch klingen mag – ein Teil von mir konnte meine Beine nicht davon abhalten, sich auf die Geräusche zuzubewegen. Jeder Teil von mir sagte: „Dreh dich um.“ Aber ich konnte es nicht. Ich wollte es nicht. Ich wollte wissen, ob es echt war. Ob ich wirklich diejenige war, an die er dachte, während er sich so streichelte. Die Tür stand einen Spalt breit offen. Licht strömte heraus wie ein Geheimnis, das darauf wartete, enthüllt zu werden. Ich stieß sie auf. Und da war er. Killian. Völlig nackt. Er stand vor dem Spiegel. Seine Hand umschloss fest seinen Schwanz – dick, geädert und hart. Mit der anderen Hand klammerte er sich am Waschbecken fest. Seine Rückenmuskeln spannten sich an, während er den Kiefer zusammenpresste, als würde er ein Knurren unterdrücken. Er sah aus wie ein ungezähmter Gott – rau, wild und völlig in Gedanken an mich versunken. Mein Name lag noch immer auf seinen Lippen. Er stöhnte ihn, als würde es wehtun. Als bräuchte er ihn, um zu überleben. Als wäre ich das Einzige, was ihn vor dem Feuer retten könnte, das ihn erfasst hatte. Ich atmete nicht. Ich blinzelte nicht. Ich stand einfach nur da und sah zu. Meine Oberschenkel pressten sich zusammen. Meine Brust hob und senkte sich. Meine Haut brannte zwischen meinen Beinen. Ich hasste es, wie feucht ich mich fühlte, während ich ihm dabei zusah, wie er seinen Schwanz streichelte, als gehörte ich ihm bereits. Dann stieß ich einen leisen Laut aus. Ein Keuchen. Er drehte schnell den Kopf. Unsere Blicke trafen sich. Die Zeit stand still. Ich sah alles: das Rot auf seinen Wangen, den Schweiß auf seiner Brust, die Art, wie seine Hand inne hielt, aber nicht losließ. Die Art, wie seine Augen dunkel wurden. Hungrig. Dann zerbrach der Moment. „Verschwinde endlich!“, schrie er. Er schlug die Tür so heftig zu, dass ich spürte, wie der Boden unter mir bebte. Ich taumelte zurück, mir stockte der Atem, meine Beine zitterten, als ich den Flur entlang rannte wie ein Mädchen, das gerade etwas gesehen hatte, das sie niemals vergessen würde. Ich schloss meine Tür und ließ mich auf das Bett fallen. Mein Herz hämmerte. Aber nicht aus Scham. Vor Verlangen. Er hatte an mich gedacht. Er hatte mich begehrt. Und jetzt war ich von dem Verlangen nach ihm durchdrungen. Meine Hände zitterten, als ich meine Lippen berührte, um mich zu beruhigen, aber es half nichts. Alles, was ich sehen konnte, war, wie er seinen Schwanz hielt. Alles, was ich hören konnte, war mein Name, der aus seinem Mund kam. Ich wollte ihn kosten, diese Hitze auf meiner Haut spüren, ihn dazu bringen, meinen Namen noch einmal zu sagen – aber diesmal, während ich auf den Knien lag und seine Hand sich in mein Haar vergrub. Ich hasste mich dafür, dass ich das wollte. Aber nicht genug, um aufzuhören. --- Am nächsten Morgen versuchte ich, mich von ihm fernzuhalten. Ich blieb in meinem Zimmer und hielt jedes Mal den Atem an, wenn ich Schritte im Flur hörte. Ich wartete, bis unsere Eltern gegangen waren, bevor ich mich in die Küche schlich. Aber er war schon da. Er wartete. Er sagte kein Wort. Er ließ mich nicht lügen oder so tun, als wäre nichts passiert. Er kam auf mich zu, als wüsste er bereits, wovon ich die ganze Nacht geträumt hatte. Als könne er das Verlangen auf meiner Haut riechen. Als spüre er die Hitze zwischen meinen Beinen, ohne mich auch nur zu berühren. Er packte mich an der Taille und drückte mich so heftig gegen den Kühlschrank, dass ich nach Luft schnappte. Meine Hände stießen gegen seine Brust, aber er rührte sich nicht. Er wich keinen Schritt zurück. Sein ganzer Körper presste sich gegen meinen. Sein Atem streifte mein Gesicht. Seine Stimme war ein leises Knurren. „Bist du gestern Abend in den Flur gekommen, weil du sehen wolltest, wie ich mir zu dir einen runterhole?“ „Killian –“ „Antworte mir!“, fauchte er. Eine Hand drückte meine Hüfte gegen den Kühlschrank. Die andere glitt meinen Oberschenkel hinauf. Ich konnte nicht sprechen. Der Atem stockte mir in der Kehle. Meine Knie zitterten. Er sah es. „Oh. Du presst schon deine hübschen Schenkel zusammen, was?“, sagte er mit einem leisen Lachen. Sein Blick wanderte zu meinen Lippen. Dann zu meiner Brust. Mein Körper spannte sich an. Meine Lippen öffneten sich. „Du hast da gestanden und zugesehen, wie ich mich selbst gestreichelt habe, während ich an dich gedacht habe. Und es hat dir gefallen. Nicht wahr?“ Ich wimmerte. „I-ich wollte doch gar nicht …“ „Was versucht?“, flüsterte er ganz nah an meinem Mund. „Versucht, erwischt zu werden? Versucht, herauszufinden, ob dein versauter großer Stiefbruder sich bei dem Gedanken an deine enge kleine Muschi selbst befriedigt?“ Ich zitterte. Meine Beine zuckten. Mein Höschen war nass. Seine Hand glitt zwischen meine Schenkel und drückte fest durch den Stoff. Er musste nicht hinsehen. Er wusste es. Ich war klatschnass. Tropfend. „Du bist feucht“, knurrte er. Er drückte fester. Ich schnappte nach Luft. „Nur durch Worte. Nur dadurch, dass ich deinen Namen gesagt habe, während ich gekommen bin.“ „Killian, bitte …“ Ich hatte keine Ahnung, worum ich ihn eigentlich anflehte. Er drückte erneut zu. Seine Finger bohrten sich in meine Hitze. Mein Rücken bog sich durch. Mein Kopf stieß gegen den Kühlschrank. „Ich sollte dich gleich hier zum Kommen bringen“, knurrte er. „Diese gierige Fotze reiben, bis sie schreit. Bis es dir die Beine hinunterläuft. Bis sie nach meinem Schwanz bettelt. Bis sie nichts anderes mehr will als mich.“ Ich schnappte nach Luft. Ich stöhnte. Meine Schenkel pressten sich zusammen. Meine Fingernägel krallten sich in seine Schultern. „Ich will dich ruinieren“, flüsterte er mir ins Ohr. „So sehr. So verdammt sehr. Aber ich kann es nicht.“ Er zog seine Hand so langsam wie möglich zurück, während sein Körper noch immer hart war. Noch immer zitterte er. Er sah mir in die Augen – dunkel und voller Feuer. „Willst du das?“, fragte er. Ich blinzelte und atmete schwer. „Ich – ich weiß nicht –“ „Gut. Denn wenn du auch nur einen Funken Selbstachtung hättest, würdest du vergessen, dass das jemals passiert ist.“KAPITEL 60LIANAS PERSPEKTIVESelbst nachdem er mich ausgefüllt hatte, selbst nachdem mein Körper unter ihm zitterte und erschöpft war, rührte sich Killian nicht. Er blieb tief in mir versunken und drückte mich mit seinem ganzen Körpergewicht fest auf den Boden, während sein heißer, unregelmäßiger Atem meine Kehle streifte.Seine Hand glitt langsam, bedächtig an der Seite meines Oberschenkels empor und streichelte das feuchte, zitternde Fleisch, als wolle er es noch einmal ganz für sich beanspruchen.„Glaubst du, es ist vorbei?“, raunte er düster in mein Ohr, wobei seine Stimme heftige Schauer über meinen Rücken jagte. „Glaubst du, du kannst einfach so zu mir kommen und ich bin dann fertig mit dir?“Ich wimmerte, doch er packte mich grob am Kinn und drehte mein Gesicht zu sich.„Öffne die Augen“, befahl er mit brutaler Stimme.Ich gehorchte und blickte durch Tränen und Schweiß zu ihm hinauf.Sein Blick war wild, verschlingend.„Sieh dich nur an“, murmelte er, während sein Daumen langs
KAPITEL 59LIANAS PERSPEKTIVEIn dem Moment, als ich es spürte, wurde mein Kopf klar – diese scharfe, erstickende Veränderung in der Luft, die sich wie ein unsichtbares Halsband um meine Kehle legte, dieser unverkennbare, rohe, elektrisierende Sog aus Kraft, Wut und Gefahr, den ich bisher nur von einer einzigen Person kannte– und mir sank das Herz in die Hose, noch bevor ich mich umdrehte und ihn sah.Killian.Er war bereits da, bereits auf Darion, seine Fäuste flogen in einem wilden Rhythmus, ein Sturm der Gewalt, der nicht aufhörte, nicht ins Stocken geriet, keinen Atemzug, keine Gnade und keine Vernunft zuließ– sein Körper bewegte sich wie ein außer Kontrolle geratener Raubtier, dessen einziger Zweck in diesem Moment die Zerstörung war, dessen einzige Sprache Blut und Knochen war, dessen Augen – diese furchterregenden, pechschwarzen Augen – so wild, so kalt und von Wut so ausgehöhlt waren, dass es war, als starrte man einen Besessenen an, als wäre etwas Uraltes und Gnadenloses in s
KAPITEL 58LIANAS PERSPEKTIVE„Liana.“Ich war schon auf halbem Weg den Flur hinunter und versuchte zu atmen, scheiterte dabei jedoch kläglich; meine Hände zitterten, als sie versuchten, die Tränen wegzuwischen, die einfach nicht aufhören wollten, aus meinen Augen zu fließen, als ich hörte, wie jemand meinen Namen rief, und ich erstarrte – nicht, weil ich die Stimme erkannte, sondern weil ich ehrlich gesagt nicht damit gerechnet hatte, dass mich in diesem Moment überhaupt jemand bemerken würde, geschweige denn, dass er mich ansprechen würde.Ich drehte mich um, langsam, widerwillig, und als ich den Mann sah, der dort stand – einen Fremden mit dunklen Augen und einem markanten Kinn, gekleidet wie jemand, der mit Geld umzugehen wusste und Macht wie eine zweite Haut trug –, musste ich zweimal blinzeln, um sicher zu sein, dass er mich meinte.Er machte einen vorsichtigen Schritt auf mich zu, sein Tonfall war ruhig, aber unverkennbar besorgt. „Hey. Geht es dir gut?“Ich schüttelte gedanken
KAPITEL 57LIANAS PERSPEKTIVENatürlich war sie es.Sie stand da mit verschränkten Armen, ein grausames Grinsen umspielte ihre Lippen, während die beiden anderen Frauen sie flankierten wie eine Art Designer-Version des Teufelsgefolges. Ihr Blick glitt mit unverhohlener Abscheu über mich hinweg, sodass mir die Haare zu Berge standen. Sie sah mich an, als wäre ich Dreck. Als hätte ich in ihrer Welt nichts zu suchen.Sie trat langsam auf mich zu, fuhr mit einem perfekt manikürten Finger über meinen durchnässten Arm, packte mich dann grob am Handgelenk und zerrte mich in die Mitte der Toilette, als wäre ich ein erbärmliches Ausstellungsstück.„Warum bist du so schamlos?“, spottete sie und neigte spöttisch den Kopf. „Du klammerst dich an deinen Bruder wie eine verzweifelte kleine Hure. Hast du überhaupt noch irgendeinen Stolz übrig, oder hast du ihn in dem Moment verloren, als er deine Beine gespreizt und dich daran erinnert hat, was für ein gutes kleines Familienschlampchen du bist?“Ich
KAPITEL 56LIANAS PERSPEKTIVEAls wir im Hotel ankamen, wurde es bereits dunkel. Killian schloss die Tür hinter uns ab und warf die Schlüssel wie immer auf die Konsole, während ich meine Pumps auszog, mich auf die Couch fallen ließ und tief ausatmete.„Ich kann gar nicht glauben, dass wir fast drei Stunden in dieser Boutique verbracht haben“, murmelte ich und rieb mir die Füße.Killian lachte leise, ging an mir vorbei und knöpfte sein Hemd auf. „Ja, na ja, du hast in allem, was du anprobiert hast, einfach verdammt gut ausgesehen. Nicht meine Schuld.“Ich verdrehte die Augen, lächelte aber. „Du bist unmöglich.“„Und du liebst es“, rief er vom Flur aus.Die Gala begann in dreißig Minuten, und wir hatten noch nicht einmal geduscht. Ich zog mich schnell aus und warf meine Kleidung in den Wäschekorb, während Killian bereits unter der Dusche stand. Ich konnte das Wasser laufen hören und den Dampf, der langsam den Raum füllte, und allein schon dieses Geräusch ließ mein Herz ein wenig schnell
KAPITEL 55LIANAs PerspektiveIch erwiderte seinen Kuss, heftig, meine Arme schlangen sich um seinen Hals, als könnte ich gar nicht genug von ihm bekommen, doch nach ein paar Sekunden zog ich mich ein wenig zurück und keuchte an seinen Lippen.„Killian, das hier ist eine Umkleidekabine, das ist völlig unangebracht.“Seine Augen waren bereits vor Lust verdunkelt, seine Pupillen weit aufgerissen und seine Brust hob und senkte sich etwas schneller. Sein Schwanz lag steinhart an meinem Bauch an, und ich konnte die Hitze spüren, die von ihm ausging, als er sich noch näher an mich heranbeugte.„Du bist erledigt“, flüsterte ich an seine Lippen.Er lachte leise. „Nur für dich, Baby.“Ich versuchte, ernst zu bleiben, aber es fiel mir schon schwer. Mein Höschen war klatschnass und mein Körper schrie geradezu nach ihm. „Aber wir können es hier nicht tun. Was, wenn jemand hereinkommt?“Er küsste meinen Hals und flüsterte an meiner Haut: „Dann mache ich es so schnell wie möglich.“Ich schnappte na






