MasukEr war also tatsächlich mit Charlotte zum Arzt gegangen. Sollte er sie jetzt etwa nicht mehr dazu drängen, ein Kind zu bekommen, oder?Die Krankenschwester führte die beiden zur Medikamentenausgabe. Da es sich um Kräuterpräparate handelte, fragte sie noch, ob die Medizin direkt vor Ort zubereitet werden sollte oder ob sie die Zubereitung selbst zu Hause übernehmen wollten.Sebastian entschied sich für die Zubereitung vor Ort. Die fertige Medizin konnte entweder selbst abgeholt oder per Post zugeschickt werden. Er wählte den Versand und trug bei der Adresse seine Firma ein.Klara wusste zunächst gar nicht, welche Adresse er eingetragen hatte. Aus dieser Entfernung konnte sie es schließlich unmöglich sehen.Charlotte fragte mit ihrer zuckersüßen Stimme: „Warum gibst du denn die Firmenadresse an?“Er legte den Stift beiseite und sagte mit ernster Stimme: „Es muss an die Firma geschickt werden. Trag meine private Nummer ein. Ich nehme die Lieferung persönlich entgegen. Ich will darauf ach
„Stimmt, ich weiß nur, dass es so etwas gibt, habe es aber noch nie ausprobiert. Ich kaufe ein Set, dann testen wir es.“ Sie sagte voller Begeisterung: „Und wenn ich dich später mit auf Reisen nehme, können wir so lange bleiben, wie wir wollen. Wir müssen uns keine Sorgen machen, dass die Blumen vertrocknen, und müssen auch die Nachbarn nicht bemühen.“„Aber …“, zögerte Oma sehr, „musst du nicht bald weg? Was ist mit der Villa …?“Klara lächelte: „Oma, wie dem auch sei, in Zukunft wirst du auf jeden Fall bei mir wohnen.“Egal wo, sobald sie Fuß gefasst hatte, wollte sie Oma zu sich holen.Oma lächelte und strich ihr übers Haar.Als Kind war Klara oft krank. Da sie außerdem ein Mädchen war, schenkten ihre Eltern ihr kaum Beachtung und verwöhnten stattdessen den jüngeren Sohn.Wenn sie krank war, kümmerte sich daher immer Oma um sie. Man konnte wirklich sagen, dass sie bei ihrer Großmutter behütet und geliebt aufgewachsen war.Aber Klara wusste, dass auch Omas Ehe alles andere als glückl
Klara blieb stehen. Sie öffnete die Tür nur einen Spalt und lauschte aufmerksam dem Telefonat draußen.„Lotti, glaub mir. Ich habe den Arzt gefragt. Er ist Schüler eines berühmten Arztes aus Berlin. Du kannst es wirklich noch einmal versuchen. Geh hin und lass dich behandeln, ja?“„DINK? Wenn du kinderlos bleiben willst, habe ich nichts dagegen, das ist auch völlig in Ordnung. Aber tief im Inneren willst du es nicht. Du hast nur Angst, es zu versuchen, Angst zu scheitern.“„Sei nicht so entmutigt. Die Kinder anderer Leute bleiben letztendlich immer fremde Kinder. Willst du in deinem Leben kein eigenes Kind haben?“„Lotti, ich komme später vorbei und hole dich ab. Sei bitte nicht so eigensinnig, ja?“Klara lehnte sich gegen die Tür. Ihr Herz war eiskalt.Kein Wunder. Kein Wunder, dass er plötzlich ein Kind mit ihr haben wollte …Jetzt verstand sie alles. Charlotte konnte keine Kinder bekommen. Also wollte Sebastian ein Kind mit ihr und es anschließend Charlotte geben?Es war tatsächlich
Nein, auf keinen Fall!Klara wehrte sich mit aller Kraft, und ihre einzige wirksame Waffe war noch immer ihre Zähne.Als sie ihm mit all ihrer Kraft in die Schulter biss, spürte sie endlich, wie sein Griff nachließ. Sie drehte sich gewaltsam um, und weil das Bett zu klein war, fiel Sebastian direkt auf den Boden.Es gab ein lautes „Plumps“.Klara holte tief Luft, setzte sich auf und sah ihn auf dem Boden sitzen, wie er sie mit einem seltsamen Blick anstarrte, den sie nicht verstehen konnte.Sie hatte etwas Angst, stand vom Bett auf und hatte vor, bei Oma zu schlafen.Aber kaum hatte sie einen Schritt gemacht, packte Sebastian sie am Arm. In seinen Augen lag plötzlich etwas Düsteres.„Wo willst du hin?“ Seine Stimme war heiser.Klara wehrte sich verzweifelt.Wo sollte sie denn sonst hin? Wagte sie es etwa noch, hier zu schlafen?Sein schneller Atem beruhigte sich allmählich: „Schon gut, ich rühre dich nicht mehr an.“Als er sah, dass sie immer noch zögerte, holte er tief Luft: „Ich vers
Das Massieren der richtigen Stellen beherrschte Sebastian noch immer perfekt.Egal, wie sehr er ihr Bein damals abgelehnt hatte, sein Gewissen hatte ihn in der ersten Phase ihrer Genesung trotzdem dazu gebracht, es lange Zeit jeden Tag zu massieren. Nun nahm er diese alte Aufgabe wieder auf und hatte offenbar nichts verlernt. Seine Finger fanden jede Stelle genau und übten kräftigen Druck aus.Eine gute halbe Stunde lang massierte er ihr Bein. Gegen Ende wurden Klaras Augenlider immer schwerer.Als Sebastian ihr schließlich eine Decke überlegte, schreckte sie auf und wurde wieder wach. Erst da merkte sie, dass die Massage längst vorbei war.„Ich gehe mir kurz die Hände waschen.“ Seine Hände waren voller Massageöl.Klara drehte sich zur Wand und legte sich wieder hin.Sebastian kam kurz darauf zurück und legte sich hinter sie. Das Bett war so klein, dass sein Körper dicht an ihrem lag.Klara rückte instinktiv noch ein Stück zur Wand. Er legte einen Arm um ihre Taille.„Du bist noch wach
Am Ende brachte Sebastian Herrn Neumann noch hinaus.Als Sebastian zurückkam, war es bereits dunkel. Klara und er blieben über Nacht bei Oma.Es war das erste Mal seit fünf Jahren, dass Sebastian bei Oma übernachtete. Er schlief in dem Zimmer, in dem Klara als Kind gewohnt hatte. Darin stand nur ein schmales Einzelbett.Eigentlich gab es in Omas Haus mehr als nur ein Zimmer; es gab auch noch das Zimmer, in dem Klaras Eltern und ihr Bruder früher gewohnt hatten.Klara sah das schmale Bett an und schlug vor: „Mein Zimmer ist wirklich zu klein. Du kannst auch in …“„Was meinst du wohl?“Ehe sie ihren Satz beenden konnte, unterbrach er sie bereits.Klara hielt den Mund.Er war schließlich ziemlich penibel, wenn es um Sauberkeit ging. Wobei diese Ansprüche bei ihm offenbar nicht für alle Menschen gleichermaßen galten. Außerdem mochte er ihre Eltern und ihren Bruder nicht besonders.Klara gab auf.Dann schlief er eben hier, wo er wollte. Sie selbst legte sich einfach zuerst hin.Er setzte si







