ANMELDENKapitel 3 – Begegnung am Fischmarkt
Der Morgen war wieder frisch, die Sonne schickte ihre ersten Strahlen über den Hamburger Hafen, als ich aus der Tür trat. Der Duft von Salz, Fisch und nassem Holz lag in der Luft, eine Mischung, die ich mittlerweile zu lieben gelernt hatte. Heute würde ein ganz normaler Arbeitstag werden, oder zumindest dachte ich das. Ich schlenderte zur L’Osteria, meine Tasche lässig über der Schulter, und versuchte, den Gedanken an den Fremden vom Vortag zu verdrängen. Sein Blick, seine Hände, diese unglaubliche Präsenz — sie hatten sich tief in mein Gedächtnis gebrannt. Ich schüttelte leicht den Kopf, versuchte, mich auf den Tag zu konzentrieren. Kaum hatte ich die Tür geöffnet und die warme Luft des Restaurants eingeatmet, spürte ich den typischen Trubel des Mittagsgeschäfts. Teller klapperten, Stimmen mischten sich mit dem Rattern der Kaffeemaschine, und ich bewegte mich automatisch durch den Raum, bereit, jeden Gast zu bedienen. Doch dann passierte es. Ein Mann, groß, kräftig gebaut, stieß unabsichtlich gegen mich, während er einen Schritt zur Seite machte. Ich verlor beinahe das Gleichgewicht, gerade als ein Tablett in meiner Hand wackelte. „Oh! Entschuldigen Sie, bitte!“ Ich richtete mich schnell auf, doch der Mann grinste nur, als hätte er keine Absicht gehabt. „Kein Problem“, sagte eine tiefe Stimme plötzlich hinter ihm. „Ich sollte mich entschuldigen.“ Ich drehte mich um und starrte in die Augen eines Mannes, der stark, autoritär und unglaublich attraktiv wirkte. Er hatte dunkle Haare, die leicht ins Gesicht fielen, und Augen, die so intensiv waren, dass ich kurz den Atem anhielt. „Ich bin… Caelen“, stellte er sich vor, und das Wort rollte über meine Lippen wie ein sanftes Murmeln: „Caaelen…“ Kaum hatte ich den Namen ausgesprochen, durchzuckte etwas meinen Körper. Mein Herz klopfte schneller, meine Haut prickelte, und ich spürte eine Hitze, die mir den Atem raubte. Gleichzeitig schoss durch den Raum eine plötzliche Spannung, als würde die Luft dichter werden. Sein Blick verfinsterte sich sofort, seine Kiefermuskeln spannten sich, und er wirkte aggressiv, als müsste er die Kontrolle über etwas gewinnen, das in ihm kochte. Ohne ein weiteres Wort drehte er sich abrupt um und verschwand aus der L’Osteria, während ich nur dastehen blieb, noch immer verwirrt von meinem eigenen körperlichen Aufruhr. Hinter mir beobachtete sein Begleiter, der ebenfalls groß und beeindruckend wirkte, nur lächelnd die Szene. Er sagte kein Wort, nickte nur leicht, und ich ahnte nicht, dass hinter ihm etwas lauerte, das ich nicht verstehen konnte. „Alles okay, Bella?“ Marco, mein Schichtleiter, kam mit einem Tablett herbei und unterbrach meine Gedanken. Ich nickte nur stumm und riss mich zusammen, versuchte, die Verwunderung zu verbergen. Den restlichen Vormittag über spürte ich immer wieder, wie die Erinnerung an Caelen in mir nachhallte. Seine Präsenz, sein Blick, der Moment, als er mich sah, hatte etwas in mir geweckt, das ich noch nie gefühlt hatte. Ich konnte nicht genau sagen, was es war, aber ich wusste, dass es intensiv und gefährlich zugleich war. ⸻ Die Mittagspause kam wie eine Erlösung. Ich zog mich in die kleine Pausecke zurück, zog die Jacke aus und ließ die Beine auf dem Stuhl ausstrecken. Ich seufzte leise, als ich die Augen schloss, und dachte daran, wie merkwürdig der Morgen verlaufen war. „Darf ich mich zu dir setzen?“ Eine Stimme ließ mich die Augen öffnen. Dort stand Caelen, ruhig, lächelnd, mit einem Tee in der Hand und einem kleinen Teller Pasta. Ich schluckte. Mein Herz setzte einen Schlag aus. „Äh… ja, klar“, stotterte ich, überrascht, dass er mich angesprochen hatte. Ich nahm Platz, während er den Tee und die Pasta vor mich stellte. Seine Nähe ließ meinen Puls erneut steigen, aber er wirkte fast… harmlos. Kaum zu glauben, dass der Mann vor mir so eine Wucht ausstrahlen konnte, dass mein Körper auf bloße Worte reagierte. „Ich wollte mich nochmal entschuldigen“, begann er, und seine Augen funkelten dabei. „Für vorher. Es war nicht meine Absicht, dich zu bedrängen.“ „Schon… in Ordnung“, murmelte ich und spürte, wie meine Stimme zitterte, obwohl ich mich bemühte, ruhig zu bleiben. Ich konnte es nicht verleugnen: er hatte etwas in mir ausgelöst, etwas Unkontrollierbares. Wir aßen die Pasta, sprachen über belanglose Dinge, doch ich bemerkte, wie er mich immer wieder ansah, aufmerksam, fast prüfend. Ich versuchte, meinen Blick auf den Teller zu lenken, aber es war unmöglich, seine Präsenz zu ignorieren. Und jedes Mal, wenn ich seinen Namen leise aussprach – Caelen – spürte ich wieder diese prickelnde Hitze, die meine Sinne aufwühlte. „Danke, dass du mich mitkommen lassen hast“, sagte ich schließlich, als wir nach dem Tee fertig waren. „Für… das Mittagessen.“ Er nickte nur und lächelte. „Es war mir ein Vergnügen.“ Nachdem ich zurück an die Arbeit musste, half er mir sogar noch, einige Gäste zu bedienen, ohne dass es aufdringlich wirkte. Als meine Schicht schließlich endete, blieb er vor dem Restaurant stehen und bot an, mich nach Hause zu fahren. „Du musst nicht“, begann ich, unsicher, aber er schüttelte nur den Kopf. „Ich möchte.“ Die Fahrt war ruhig. Wir unterhielten uns über belanglose Dinge, über Hamburg, das Wetter, und ich merkte, wie angenehm seine Stimme war, tief und beruhigend, selbst wenn mein Körper bei seiner bloßen Nähe reagierte. Ich roch seinen Duft in seinem Auto, männlich, stark, fast hypnotisch, und ein warmes Kribbeln durchlief mich bei jeder Berührung, wenn er das Lenkrad hielt. Zu Hause angekommen, verabschiedeten wir uns mit einem leichten Lächeln, und ich ging hinein, doch diesmal fühlte ich mich anders. Die Gedanken an ihn verfolgten mich nicht mehr so aufdringlich. Sein Duft war noch auf meiner Kleidung, der Geruch von Leder, Holz und einem Hauch von Wildheit, und er hatte etwas Beruhigendes. Ich schloss die Tür, legte mich ins Bett und spürte die Wärme in meinem Körper, die durch die Erinnerung an den Tag blieb. Ich schlief ruhig ein, sinnlich, träumte von nichts Bestimmtem, nur von dem sanften Gewicht seiner Präsenz und dem Gefühl, dass etwas zwischen uns war, das tief und geheimnisvoll lag. Eine Ahnung, dass unser Schicksal noch nicht entschieden war, und dass der Tag im Restaurant nur der Anfang von etwas Größerem war.Kapitel 11– Caelen im PackhausDas Packhaus lag still da, nur das leise Tropfen von Wasser irgendwo zwischen den Regalen war zu hören. Caelen hatte seinen Wagen abgestellt, sprang aus dem Lederwagen, die Stiefel hallten auf dem Betonboden. Der Mantel war eng um die Schultern gezogen, die Muskeln angespannt. Jeder Schritt war bewusst, kontrolliert, wie ein Herzschlag, der durch den Raum vibrierte.Rico folgte ruhig hinter ihm, wie immer der stille Beobachter, die Hände locker an den Oberschenkeln. Er wusste, dass Caelen alles im Griff hatte, solange er sich nicht von seinem Zorn treiben ließ.Caelen trat zwischen die Regale, die Augen wachsam, die Hände locker, bereit. Katherine. Sie hatte Grenzen überschritten, und die Bedrohung war nicht nur ihre, sondern auch für alles, was er beschützen wollte. Die Wut in ihm kochte leise, aber intensiv, wie ein Feuer, das jeden Moment ausbrechen konnte.„Rico…“ Caelens Stimme war tief, hart, Alpha pur. „Sie denkt, sie könnte mich testen, meine Ged
Kapitel 9 – CaelenDer Motor seines Wagens summte noch nach, als Caelen ihn abstellte. Die Straßen Hamburgs waren belebt, voll von hupenden Autos, Menschen auf Fahrrädern, Kinder, die auf dem Bürgersteig hin und her rannten, und Lieferwagen, die quer über die Gassen parkten. Der Duft von gebratenem Fisch, Kaffee und Salz vom Hafen mischte sich in die Luft. Es war kein leerer, stiller Moment – und genau das gefiel ihm. Das Leben der Stadt pulsierte um ihn herum, während er seine Gedanken sammelte.Er öffnete die Tür, spürte den leichten Luftzug, der durch die geparkten Autos auf die Straße zog, und trat heraus. Jeder Schritt auf dem Asphalt war bewusst, kontrolliert. Die Lederstiefel klackten kurz auf dem Boden, als er seinen Mantel enger zog. Seine Schultern waren gerade, der Blick klar, und selbst inmitten des Trubels strahlte er Autorität aus. Jeder Mensch, der ihn passierte, spürte instinktiv diese Präsenz – nicht aggressiv, nicht auffällig, aber unübersehbar.Die Tür zum Packhaus
Kapitel 8 – CaelenEr parkte den Wagen vor dem Restaurant und atmete tief durch. Die Sonne stand schon hoch über Hamburg, die Straßen waren lebendig, voll von Lieferwagen, Radfahrern und Menschen, die sich durch die Gassen schlängelten. Der Duft von frischem Gebäck und Salz aus dem Hafen mischte sich in die Luft – alles wie immer. Und doch war es anders.Er freute sich. Ja, zum ersten Mal seit Tagen freute er sich auf einen Ort, an dem er wusste, dass sie war. Marciella. Schon der Gedanke an sie ließ ihn kurz lächeln. Heute nach Feierabend wollte er mit ihr spazieren gehen. Nicht als Alpha, nicht als Rudelführer, sondern als Mann. Einfach nur sie kennenlernen. Ohne Drohungen, ohne Druck, ohne Katherine. Nur ein Spaziergang durch die Straßen Hamburgs, die Lichter, der Geruch des Hafens, die Stadt bei Nacht.Er trat ein. Das Restaurant war lebendig wie immer, das Stimmengewirr, das Klirren von Tellern, das Lachen der Gäste – alles wie ein pulsierender Herzschlag, und mitten darin war si
Kapitel 8 – MarciellaDie Mittagsstunde im Restaurant war hektisch, und Marciella versuchte verzweifelt, sich auf die Bestellungen zu konzentrieren. Die Luft war warm, nach Fisch und Kaffee und gebratenem Gemüse, und überall klingelte Geschirr, riefen Gäste nach Aufmerksamkeit. Aber all das konnte nicht verhindern, dass ihr Herz jedes Mal einen Schlag aussetzte, sobald sie die Tür hörte, die sich öffnete.„Marciella!“ Marco war neben ihr, noch immer halb lachend, halb ernst. „Du solltest besser aufpassen – jemand wartet auf dich.“Sie schob den Gedanken beiseite, zwang sich, die Kunden zu bedienen, doch sie wusste, dass es keine Flucht vor der Realität gab. Sie hatte recht: Jemand war im Restaurant. Und sie konnte es kaum glauben, als sie aufblickte und Caelen sah, der durch die Tür trat. Sein Mantel leicht geöffnet, dunkle Haare unordentlich, aber perfekt, und diese Präsenz, die den Raum sofort erfüllte. Nicht nur ein Mann – ein Alpha.Ihr Herz stolperte. Ihr Verstand schrie, sie sol
Kapitel 7 – MarciellaDer Morgen begann hektisch. Die Straßen Hamburgs waren voll, die Autos hupten, Radfahrer schlängelten sich durch die Lücken, und die Sonne spiegelte sich auf den nassen Pflastersteinen. Marciella schlug den Schal enger um den Hals und versuchte, die Müdigkeit aus ihren Augen zu wischen. Die Nacht war kurz gewesen. Sie hatte kaum geschlafen, und die Erinnerung an gestern Abend drängte sich immer wieder in ihren Kopf.„Mama, Frühstück!“ rief sie in die Diele, während sie sich hastig einen Kaffee einschenkte und zwei Teller auf das Tablett stellte.„Na, du siehst müde aus“, bemerkte ihre Mutter, als sie in die Küche kam. „Alles in Ordnung?“„Nicht wirklich“, gab Marciella zu, während sie sich einen Toast schnappte. „Ich habe schlecht geschlafen… aber ich muss jetzt zur Arbeit.“Der Weg zum Fischmarkt war lebendig, wie immer zu dieser Stunde. Menschen eilten über die Straßen, Händler riefen ihre Angebote, Lieferwagen parkten hektisch am Straßenrand. Marciella atmete
Kapitel 6 – CaelenDer Wagen schnurrte, als Caelen die Lichter Hamburgs hinter sich ließ, aber sein Wolf war unruhig. Nicht wegen des Verkehrs. Nicht wegen des Wetters. Wegen ihr. Marciella. Ihr Duft hatte sich in sein Unterbewusstsein gefressen, hartnäckig, wild, brennend. Jeder Kilometer, den er sich vom Fischmarkt entfernte, machte das Verlangen greifbarer – und gleichzeitig gefährlicher. Sein Herzschlag war ruhig, aber unter der Oberfläche knurrte etwas in ihm, etwas, das er weder unterdrücken noch ignorieren konnte.Er parkte vor dem Anwesen, stieg aus, spürte die kühle Nachtluft auf der Haut. Sein Rudelgebiet lag still, die Bäume warfen lange Schatten, das Gebäude ragte dunkel gegen den Nachthimmel. Sicherheit. Kontrolle. Ordnung. Dinge, die er beherrschte. Doch heute war nichts beherrschbar.Katherine hatte heute die Kontrolle verloren. Gelbe Augen. Knurren. Angriffslust. Vor Menschen. Vor Marciella. Sie war keine Beta, die man zurechtweisen oder einschüchtern konnte. Sie war e







