LOGINDer erste Bewaffnete machte einen Schritt nach vorne.
Goland stellte sich sofort vor Lily und Elara. Licht begann sich um seine Hand zu sammeln, während sein Blick auf den Mann gerichtet blieb.
„Ihr seid uns gefolgt“, sagte Valarian.
Der Mann verzog keine Miene. Hinter ihm standen mindestens acht weitere Abenteurer. Einige trugen Schwerter, andere Speere. Sie hatten sich vor dem Eingang der alten Festung verteilt und versperrten ihnen den Weg.
„Wir sind dem Ruf gefolgt“, antwortete der Mann.
Valarian runzelte die Stirn. „Welchem Ruf?“
Der Mann sah auf die schwarze Klinge in Valarians Hand.
„Dem, was im Dungeon erwacht ist.“
Für einen Moment sagte niemand etwas.
Dann trat Elara etwas näher an Valarian heran.
„Ich wusste es.“
Goland sah kurz zu ihr. „Was wusstest du?“
„Dass wir nicht einfach einen riesigen Drachen treffen und anschließend problemlos nach Hause gehen.“
Lily schluckte. „Elara, vielleicht ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt.“
„Wann wäre ein besserer?“
„Am besten gar keiner“, sagte Goland.
Der Mann hob eine Hand. Seine Leute blieben stehen.
„Gebt uns die Waffe.“
Valarian sah auf die Klinge. Die blauen Linien waren noch immer schwach zu erkennen.
Er wusste selbst nicht, was sie konnte.
Er wusste nur, dass sie ihm gehörte.
„Nein.“
Der Blick des Mannes wurde kälter.
„Du weißt nicht, was du da trägst.“
„Du auch nicht.“
Valarian bemerkte, dass Goland leicht grinste.
Der Mann machte einen weiteren Schritt nach vorne.
„Du bist nur ein Schmied.“
Valarian wollte antworten, doch Goland kam ihm zuvor.
„Und du bist nur ein Mann, der gerade einen ziemlich schlechten Fehler macht.“
Das Licht um Golands Hand wurde stärker. Mehrere der Bewaffneten spannten sich an.
Lily hob ihren Stab.
Elara hielt beide Hände vor sich.
„Nur damit alle Bescheid wissen“, sagte sie, „ich habe heute keine Ahnung, was meine Magie machen wird.“
Goland warf ihr einen kurzen Blick zu.
„Das beruhigt mich überhaupt nicht.“
„Mich auch nicht.“
Der Mann zog sein Schwert.
„Dann nehmen wir sie uns.“
In diesem Moment rannte einer der Männer los.
Goland bewegte sich schneller.
Licht explodierte um seine Klinge. Mit einem einzigen Schlag traf er das Schwert des Angreifers und schleuderte ihn zurück.
Der zweite Mann stürmte auf ihn zu.
Valarian trat zur Seite. Er hatte noch nie mit der neuen Klinge gekämpft und wusste nicht einmal, ob sie überhaupt für den Kampf geeignet war.
Der Angreifer holte aus.
Valarian hob die Waffe.
Die Klingen trafen aufeinander.
Ein metallisches Geräusch hallte durch die Ruinen.
Doch etwas stimmte nicht.
Das Schwert des Angreifers zerbrach.
Die schwarze Klinge hatte es getroffen, als wäre es aus dünnem Holz.
Valarian starrte auf die beiden Hälften.
Der Mann ebenfalls.
„Was ...?“
Valarian nutzte den Moment. Er trat vor und schlug dem Mann mit dem Griff der Waffe gegen die Schulter.
Der Angreifer ging zu Boden.
„Das war einfacher als erwartet“, murmelte Valarian.
„Links!“, rief Lily.
Valarian drehte sich gerade noch rechtzeitig um.
Ein Speer raste auf ihn zu.
Ein grelles Licht schoss an ihm vorbei.
Goland hatte den Speer mit seiner Lichtmagie getroffen. Die Waffe wurde zur Seite geschleudert.
Lily hob ihren Stab. Ein sanftes Licht legte sich um Valarians Arm. Eine kleine Schnittwunde, die er zuvor nicht einmal bemerkt hatte, begann sich zu schließen.
Valarian sah sie kurz an.
Lily lächelte nervös.
„Ich werde besser.“
„Das sehe ich.“
Elara trat plötzlich nach vorne.
„Jetzt bin ich dran.“
Goland wollte etwas sagen.
Zu spät.
Ein magischer Kreis erschien vor Elara. Wind begann sich darin zu drehen.
Valarian trat zurück.
„Was machst du?“
„Ich weiß es noch nicht.“
Der Kreis wurde größer.
Dann schoss eine gewaltige Druckwelle daraus hervor.
Alle Angreifer wurden gleichzeitig zurückgeschleudert.
Staub wirbelte durch die Ruinen.
Als er sich legte, standen nur noch Valarian und seine drei Begleiter.
Die anderen lagen am Boden.
Elara sah auf ihre Hände.
„Diesmal war es Absicht.“
Goland betrachtete die bewusstlosen Männer.
„Natürlich.“
Plötzlich begann die schwarze Klinge in Valarians Hand stärker zu leuchten.
Die blauen Linien pulsierten.
Valarian hielt inne.
Ein Gefühl durchfuhr seinen Arm.
Kälte.
Dann Hitze.
Er sah auf die Klinge.
„Was ist jetzt los?“
Aus der Richtung des Dungeons ertönte ein tiefes Grollen.
Die vier drehten sich gleichzeitig um.
Der Eingang der alten Festung begann zu beben.
Steine lösten sich aus den Mauern.
Dann erschien über dem Eingang ein Symbol.
Ein gewaltiger Hammer.
Dasselbe Symbol wie auf Valarians Kette.
Goland trat neben ihn.
„Sag mir bitte nicht, dass wir wieder hineinmüssen.“
Valarian sah auf das Symbol.
Dann auf seine Kette.
Er wusste nicht, warum, aber diesmal war das Gefühl anders.
Der Dungeon rief sie nicht mehr.
Er hatte sie entlassen.
Und etwas anderes hatte begonnen.
Für einige Augenblicke bewegte sich niemand. Der Kampf war vorbei, doch die Stille fühlte sich kaum besser an als das Heulen der Wölfe zuvor. Überall im Haus und auf der Straße lagen die Körper der sechs Wolfssoldaten, während kalter Wind durch die offene Tür zog. Valarian saß auf dem Boden und presste eine Hand gegen seine Seite. Jeder Atemzug schmerzte. Goland lehnte schwer atmend an der Wand, Blut lief über seinen Arm und seine Kleidung war an mehreren Stellen aufgerissen. Elara hielt sich die Seite und Lily kniete zwischen ihnen, obwohl auch sie verletzt war.„Wenn du noch fester zugreifst“, sagte Elara erschöpft, „wächst das Schwert irgendwann an deiner Hand fest.“Goland sah auf seine blutige Hand. „Dann verliere ich es wenigstens nicht.“Trotz ihrer Schmerzen musste Elara kurz grinsen. Lily kümmerte sich inzwischen um Valarians Wunde und legte beide Hände darauf. Ein schwaches Licht breitete sich aus.„Du solltest dich zuerst um dich kümmern“, sagte Valarian.„Und wer kümmert s
Weit im Norden, jenseits der großen Wälder und hinter den schwarzen Bergen, lag ein Ort, den die Menschen seit Jahrhunderten mieden.Das Dunkle Tal.Hohe Felswände ragten in den Himmel. Dichter Nebel kroch zwischen abgestorbenen Bäumen hindurch und selbst der Wind schien diesen Ort zu meiden. Zwischen den Bergen erhob sich eine gewaltige schwarze Festung. Dunkle Banner hingen von ihren Türmen, darauf ein Symbol, das in keinem menschlichen Königreich bekannt war.Hunderte Wölfe bewegten sich durch den Burghof.Einige waren gewöhnliche Bestien, andere trugen Rüstungen und Waffen. Sie standen nicht wie wilde Tiere zusammen. Sie waren eine Armee.Die großen Tore der Festung öffneten sich.Varok trat ein.Er durchquerte den Burghof, ohne die anderen Wölfe eines Blickes zu würdigen, und betrat schließlich den großen Saal im Inneren der Festung.Doch Varok war dort nicht allein.Links vom schwarzen Thron stand ein gewaltiger Riese. Seine Haut war von alten Narben übersät und selbst im Sitzen
Am nächsten Morgen brachen Valarian und seine Freunde früh auf. Die Sonne war noch nicht vollständig über den Bergen aufgegangen, als sie die Stadt hinter sich ließen und der Straße nach Norden folgten.Die Nachricht der Abenteurergilde hatte nur wenige Informationen enthalten. Mehrere Dörfer waren innerhalb kurzer Zeit verlassen worden. Es gab keine Berichte über Angriffe, keine Hinweise auf einen Krieg und keine Spuren eines Kampfes. Die Menschen waren einfach verschwunden.Die Reise nach Norden dauerte mehrere Tage. Mit jedem weiteren Kilometer wurden die Felder seltener, die Wälder dichter und die Temperaturen niedriger. Am Nachmittag des dritten Tages erreichten sie schließlich das erste Dorf.Kein Rauch stieg aus den Schornsteinen. Mehrere Türen standen offen, doch kein Mensch war zu sehen.Sie durchsuchten die ersten Häuser und fanden überall dasselbe Bild. Essen stand noch auf den Tischen, Kleidung lag auf Betten und in einem Haus war sogar ein Stuhl umgekippt. Es gab keine Sp
Der Weg zurück in die Stadt verlief deutlich ruhiger, als Valarian erwartet hatte. Nachdem sie sich weit genug von der alten Festung entfernt hatten, war das Grollen endgültig verstummt. Auch das gewaltige Hammersymbol über dem Eingang war verschwunden. Der Dungeon lag wieder still und verborgen zwischen den Bergen, als wäre dort nie etwas geschehen.Eine Weile sagte niemand etwas. Goland ging voraus, sein Schwert hing wieder an seinem Rücken, doch Valarian bemerkte, dass er sich immer wieder umdrehte und in Richtung der Berge sah. Lily lief neben Valarian, während Elara ein Stück hinter ihnen zurückgefallen war und nachdenklich auf ihre Hände blickte.„Also“, sagte Goland schließlich, „wir haben einen Dungeon betreten, Goblins getroffen, einen Drachen gefunden, Valarian hat eine seltsame Klinge geschmiedet und anschließend wurden wir von einer Gruppe bewaffneter Abenteurer angegriffen.“Lily musste lachen. „Wenn du es so aufzählst, klingt es wirklich verrückt.“Elara holte zu ihnen a
Der erste Bewaffnete machte einen Schritt nach vorne.Goland stellte sich sofort vor Lily und Elara. Licht begann sich um seine Hand zu sammeln, während sein Blick auf den Mann gerichtet blieb.„Ihr seid uns gefolgt“, sagte Valarian.Der Mann verzog keine Miene. Hinter ihm standen mindestens acht weitere Abenteurer. Einige trugen Schwerter, andere Speere. Sie hatten sich vor dem Eingang der alten Festung verteilt und versperrten ihnen den Weg.„Wir sind dem Ruf gefolgt“, antwortete der Mann.Valarian runzelte die Stirn. „Welchem Ruf?“Der Mann sah auf die schwarze Klinge in Valarians Hand.„Dem, was im Dungeon erwacht ist.“Für einen Moment sagte niemand etwas.Dann trat Elara etwas näher an Valarian heran.„Ich wusste es.“Goland sah kurz zu ihr. „Was wusstest du?“„Dass wir nicht einfach einen riesigen Drachen treffen und anschließend problemlos nach Hause gehen.“Lily schluckte. „Elara, vielleicht ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt.“„Wann wäre ein besserer?“„Am besten gar kei
Hinter der Tür lag ein Raum, der vollkommen anders aussah als alles, was sie zuvor gesehen hatten. In der Mitte stand ein schwarzer steinerner Amboss, auf dem eine unfertige Klinge lag. Sie bestand aus demselben schwarzen Metall, das Valarian in der Schmiede berührt hatte. Daneben lag ein alter Schmiedestempel, dessen Zeichen Valarian jedoch nicht kannte.Auf dem Amboss befand sich eine Inschrift.„WENN DER SCHMIED ZURÜCKKEHRT, WIRD DAS TOR WIEDER GEÖFFNET.“„Der Schmied“, murmelte Lily.Alle sahen Valarian an.Er trat näher an den Amboss und legte vorsichtig eine Hand auf die unfertige Klinge. Sofort begann das schwarze Metall zu leuchten. Blaues Licht zog sich durch die Oberfläche, während feine silberne Linien sichtbar wurden.Valarian wich überrascht zurück. „Das war nicht ich.“Elara hob eine Augenbraue. „Du hast sie angefasst.“Bevor Valarian antworten konnte, begann der gesamte Raum zu beben. Steine lösten sich aus der Decke und die Wände verschwammen, als würden sie sich im Wa







