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Das dunkle Tal

Author: Veloxis
last update publish date: 2026-09-07 10:48:21

Weit im Norden, jenseits der großen Wälder und hinter den schwarzen Bergen, lag ein Ort, den die Menschen seit Jahrhunderten mieden.

Das Dunkle Tal.

Hohe Felswände ragten in den Himmel. Dichter Nebel kroch zwischen abgestorbenen Bäumen hindurch und selbst der Wind schien diesen Ort zu meiden. Zwischen den Bergen erhob sich eine gewaltige schwarze Festung. Dunkle Banner hingen von ihren Türmen, darauf ein Symbol, das in keinem menschlichen Königreich bekannt war.

Hunderte Wölfe bewegten sich durch den Burghof.

Einige waren gewöhnliche Bestien, andere trugen Rüstungen und Waffen. Sie standen nicht wie wilde Tiere zusammen. Sie waren eine Armee.

Die großen Tore der Festung öffneten sich.

Varok trat ein.

Er durchquerte den Burghof, ohne die anderen Wölfe eines Blickes zu würdigen, und betrat schließlich den großen Saal im Inneren der Festung.

Doch Varok war dort nicht allein.

Links vom schwarzen Thron stand ein gewaltiger Riese. Seine Haut war von alten Narben übersät und selbst im Sitzen hätte er einen Menschen überragt. Eine schwere Axt lehnte neben ihm an der Wand.

Auf der anderen Seite stand ein Goblin in dunkler Rüstung. Anders als die gewöhnlichen Goblins, die Valarian und seine Freunde bisher getroffen hatten, war sein Blick ruhig und berechnend. Mehrere kleine Klingen hingen an seinem Gürtel.

Neben ihm stand der dritte General.

Ein Magier.

Sein Körper war vollständig von einer langen, dunklen Robe bedeckt. Sein Gesicht lag unter einer tiefen Kapuze verborgen, nur zwei schwach leuchtende Augen waren zu erkennen. Ein Stab aus schwarzem Holz ruhte in seiner Hand.

Die drei beobachteten Varok schweigend, als dieser durch die Halle schritt.

Am anderen Ende des Raumes stand ein schwarzer Thron.

Die Gestalt darauf blieb im Schatten.

„Du bist zurück“, erklang eine tiefe Stimme.

Varok kniete nieder.

„Herr.“

Der Riese verschränkte die Arme. Der Goblin beobachtete Varok aufmerksam, während der Magier keinen Laut von sich gab.

„Berichte.“

„Die Dörfer im Norden sind unter unserer Kontrolle. Kein Mensch ist zurückgeblieben.“

Eine kurze Stille folgte.

„Und der Grund, warum du mich gerufen hast?“

Varok hob den Kopf.

„Ich habe vier Menschen gefunden.“

Der Goblin hob leicht eine Augenbraue.

„Vier Menschen?“

„Vier Abenteurer. Sie haben sechs meiner Soldaten getötet.“

Der Riese stieß ein leises Knurren aus.

„Menschen?“

Varok nickte.

„Menschen.“

Dann fragte die Gestalt auf dem Thron:

„Und die Waffe?“

Varoks Blick wurde ernst.

„Sie war bei dem Schmied.“

Zum ersten Mal veränderte sich die Haltung der Gestalt auf dem Thron.

„Beschreibe sie.“

„Schwarz. Blaue Linien, die wie Licht durch das Metall laufen.“

Varok machte eine kurze Pause.

„Und er trug dieses Zeichen.“

Er deutete auf seine Brust.

„Einen Hammer.“

Der Magier hob langsam den Kopf.

Der Goblin trat einen Schritt näher.

Selbst der Riese sagte nichts mehr.

Die Flammen der Fackeln flackerten.

Eine nach der anderen erloschen sie.

Der gesamte Saal versank in Dunkelheit.

Nur zwei rote Augen öffneten sich im Schatten.

„Nach all diesen Jahren.“

Die Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.

„Er ist also zurück.“

Varok senkte den Kopf.

„Ihr kennt ihn?“

Die roten Augen richteten sich auf ihn.

„Nein.“

Eine Pause.

„Aber ich kenne das, was er erben wird.“

Der Magier hob seinen Stab ein wenig.

„Der Erbe ...“

Seine Stimme klang kaum menschlich.

Die Gestalt auf dem Thron erhob sich langsam.

„Der Erbe ist erwacht.“

In diesem Moment hallte aus den Tiefen der Festung ein gewaltiges Geräusch.

Ein einzelner Hammerschlag.

Dong.

Der Goblin blickte zur Decke.

Noch ein Hammerschlag.

Dong.

Die roten Augen verschwanden im Schatten.

„Findet ihn.“

Niemand widersprach.

Die drei Generäle wandten sich gleichzeitig zum Ausgang.

Varok ging voraus.

Hinter ihm folgten der Riese, der Goblin und der Magier.

Die Tore der Festung schlossen sich.

Und tief unter dem Dunklen Tal begann etwas zu erwachen, das seit sehr langer Zeit geschlafen hatte.

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