LOGINEr war nur ein Schmied. Zumindest glaubte er das. In einer Welt voller Magie, Monster und längst vergessener Mächte führt er ein ruhiges Leben, bis ein Ereignis alles verändert. Gemeinsam mit seinen drei engsten Freunden macht er sich auf den Weg nach Norden, ohne zu wissen, was dort auf sie wartet. Doch schon bald häufen sich die Zeichen: geheimnisvolle Spuren, gefährliche Kreaturen und Mächte, die längst hätten verschwunden sein sollen. Während ihre Reise sie immer tiefer in eine Welt voller Geheimnisse führt, beginnt der Schmied zu erkennen, dass seine eigene Vergangenheit nicht so gewöhnlich ist, wie er dachte. Warum scheint ausgerechnet er mit dem Abgrund verbunden zu sein? Und was wird erwachen, wenn er die Wahrheit erfährt?
View MoreDer Hammer fiel.
Einmal.
Zweimal.
Dreimal.
Das gleichmäßige Geräusch hallte durch die kleine Schmiede. Funken sprühten vom Amboss, während Valarian den Hammer erneut hob und mit kontrollierter Kraft auf das glühende Metall schlug.
„Nicht so viel Kraft“, sagte Aldren hinter ihm. „Du willst das Metall formen, nicht erschlagen.“
Valarian hielt kurz inne und sah über die Schulter. „Es hat sich aber gewehrt.“
Aldren schnaubte amüsiert. „Metall wehrt sich nicht. Es zeigt dir nur, dass du etwas falsch machst.“
Valarian verdrehte die Augen und wandte sich wieder dem Werkstück zu. Seit Jahren stand er an diesem Amboss. Aldren hatte ihm alles beigebracht, was er über das Schmieden wusste. Nicht nur, wie man ein Schwert herstellte, sondern auch, wie man erkannte, welches Metall sich für welche Aufgabe eignete.
Für Valarian war Aldren mehr als nur sein Onkel. Nachdem seine Eltern gestorben waren, hatte Aldren ihn aufgenommen und großgezogen. Er war derjenige gewesen, der ihm eine Familie und einen Platz in der Welt gegeben hatte.
An der Wand hingen mehrere alte Waffen. Schwerter, Äxte und Speere, die verschiedene Abenteurer einst bei Aldren in Auftrag gegeben hatten.
Einige von ihnen waren niemals zurückgekehrt.
Valarian betrachtete die Waffen.
„Warum gehen Menschen überhaupt in Dungeons?“, fragte er.
Aldren legte sein Werkzeug beiseite. „Weil dort Schätze liegen. Magische Gegenstände. Seltene Materialien. Und weil manche Menschen glauben, sie könnten mit einem Schwert jedes Problem lösen.“
„Und du?“
„Ich glaube, dass man einem Dungeon besser fernbleibt.“
Valarian wollte gerade antworten, als plötzlich die Tür der Schmiede aufgerissen wurde.
Ein Mann taumelte herein.
Seine Kleidung war zerrissen, Blut lief über seinen Arm. In seiner Hand hielt er ein Stück Metall, so schwarz, dass es beinahe das Licht der Schmiede zu verschlucken schien.
Er machte noch zwei Schritte, bevor er zusammenbrach.
Valarian sprang vom Amboss auf.
„Was ist passiert?“
Der Mann versuchte zu antworten. Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.
„Der Dungeon ...“
Aldren kniete neben ihm.
„Welcher Dungeon?“
Der Mann hob zitternd den Kopf.
„Er hat ... nach einem Schmied gefragt.“
Valarian erstarrte.
Aldren sah sofort zu ihm.
„Fass es nicht an.“
Doch Valarians Blick war bereits auf das schwarze Metall gerichtet.
Es lag direkt vor ihm.
Etwas daran fühlte sich vertraut an.
Beim nächsten Schritt rutschte sein Hemd leicht nach oben. Eine schlichte Kette mit einem kleinen Hammeranhänger kam zum Vorschein. Valarian trug sie seit seiner Kindheit. Sie war eine Erinnerung an seine Eltern und für ihn seit Jahren etwas völlig Selbstverständliches.
Er streckte die Hand nach dem schwarzen Metall aus.
„Valarian!“
Zu spät.
Seine Finger berührten das Metall.
In diesem Augenblick verschwand jedes Geräusch aus der Schmiede.
Dann hörte er einen Hammer.
Einmal.
Zweimal.
Dreimal.
Tief aus den Bergen.
Eine Stimme folgte.
„Was gebrochen wurde, muss ersetzt werden.“
Valarian riss die Hand zurück.
Das schwarze Metall war verschwunden.
Auf seiner Handfläche erschien stattdessen eine dünne schwarze Linie.
Aldren starrte darauf.
Zum ersten Mal sah Valarian Angst in den Augen seines Onkels.
Draußen erklang erneut das Geräusch eines Hammers.
Valarian sah zu den Bergen.
Er wusste nicht, warum.
Aber er wusste, dass der Dungeon ihn gerufen hatte.
Ein tiefes Dröhnen lief durch die Festung, als sich die zweite Tür irgendwo unter ihnen weiter öffnete. Der Boden vibrierte unter ihren Füßen, und aus den Rissen zwischen den schwarzen Steinen drang ein schwaches, bläuliches Licht.Valarian blickte in den dunklen Durchgang vor sich. Der Anhänger in seiner Hand wurde immer wärmer, während das Hammerzeichen an der Wand heller leuchtete.„Wir müssen dort hinein“, sagte er und deutete auf den Durchgang.Goland nickte, doch bevor einer von ihnen den ersten Schritt machen konnte, ertönte hinter ihnen ein gewaltiger Schrei.Es war Elara.Ihre Magie hatte sich erneut verändert. Schwarze und violette Energie wirbelte um ihren Körper und schoss in unregelmäßigen Wellen durch die Höhle.Lily rannte sofort zu ihr und legte ihr beide Hände auf die Schultern.„Elara, hörst du mich?“Elara antwortete nicht. Ihre Augen waren geschlossen, während sich die Energie um sie herum immer weiter verdichtete.Lily versuchte, ihre Heilmagie einzusetzen, doch d
Niemand bewegte sich.Das Wort des Wesens hallte noch immer durch die gewaltige Höhle und schien sich zwischen den schwarzen Felsen festzusetzen.„Kinder.“Valarian hielt sein Schwert fest in der Hand, während die blaue Flamme an der Klinge unruhig flackerte. Neben ihm standen Goland, Lily und Elara, ebenfalls bereit für einen Angriff. Doch keiner von ihnen wagte den ersten Schritt.Das Wesen sah sie weiterhin an.Nicht wie einen Feind, der auf den richtigen Moment für einen Angriff wartete, sondern wie jemanden, der sich an etwas erinnerte, das lange zurücklag.Valarian durchbrach schließlich die Stille.„Woher kennst du uns?“Das Wesen antwortete nicht. Stattdessen senkte es langsam den Kopf und richtete seinen Blick auf Valarians Hals.Auf den Anhänger.Im selben Moment begann das Hammerzeichen zu leuchten.Valarian griff danach und hielt den Anhänger zwischen seinen Fingern.„Was hat das zu bedeuten?“Der Wächter trat einen Schritt vor.„Nimm ihn ab.“Valarian sah ihn misstrauisch
Der erste Schlag ließ die Tore der schwarzen Festung erzittern.Goland stand direkt davor und hielt sein Schwert fest in der Hand.Hinter ihm standen Lily und Elara.„Bereit?“, fragte Goland.Lily nickte.Elara sah auf ihre Hände. Ihre Magie flackerte bereits zwischen ihren Fingern.„Nein“, sagte sie leise.Goland sah sie an.„Was?“„Ich weiß nicht, was dort drin auf uns wartet.“Goland wandte sich wieder dem Tor zu.„Ich weiß schon.“Er hob sein Schwert.„Valarian.“Der zweite Schlag traf.Das Tor bekam einen langen Riss.Lily schloss kurz die Augen.„Ich kann ihn spüren.“Goland sah sie an.„Wie weit?“„Tief.“Ein weiterer Schlag ließ das Tor erzittern.Es brach auseinander.Schwarze Rüstungen erschienen im Rauch.Wolfsoldaten.Dutzende.Goland machte den ersten Schritt.„Dann holen wir ihn.“Die Wolfsoldaten stürmten auf sie zu.Goland fing den ersten Angriff ab.Sein Schwert krachte gegen die Klinge des Gegners.Lily hob ihre Hand.Ein heller Lichtstrahl traf einen zweiten Soldate
Valarian stand bis zu den Knien im schwarzen Wasser.Am anderen Ende des Tunnels bewegten sich drei Gestalten auf ihn zu.Schwarze Rüstungen.Schwere Waffen.Auf ihren Brustpanzern prangte das Zeichen des Wolfes.Wolssoldaten.Valarian wich langsam zurück.Der Wächter blieb regungslos.„Wer sind sie?“„Diener desjenigen, der dich hierherbringen ließ.“Valarian sah ihn an.„Varok?“Der Wächter schüttelte langsam den Kopf.„Varok dient nur einem anderen.“Valarian wollte weiterfragen.Doch plötzlich stürmte der erste Soldat auf ihn zu.Die schwarze Klinge raste auf seinen Kopf zu.Valarian sprang zur Seite.Die Waffe schlug ins Wasser und schleuderte eine Welle gegen die Felswand.Valarian zog sein Messer.Der Soldat griff erneut an.Valarian blockte.Der Schlag war so stark, dass sein Arm sofort taub wurde.Er stolperte zurück.Der Soldat setzte nach.Valarian duckte sich unter der Klinge hinweg und rammte ihm die Schulter gegen die Brust.Der Soldat taumelte.Valarian nutzte den Momen