MasukKapitel: HerbeigerufenAus Alberts SichtElena stand da, ihr Gesichtsausdruck im Mondlicht nicht zu deuten. Sie legte einen Finger auf die Lippen und bedeutete mir dann mit einer scharfen Geste, ihr zu folgen.Das war keine Bitte.Sie führte mich vom Gebäude weg, zurück zum Hauptgelände, und bewegte sich dabei mit der geräuschlosen Effizienz von jemandem, der das schon unzählige Male getan hatte. Ich folgte ihr, weil ich keine andere Wahl hatte, während in meinem Kopf Panik und Verwirrung herrschten.Als wir schließlich weit genug entfernt waren, blieb sie stehen und drehte sich zu mir um.„Willst du dich umbringen?“, fragte sie leise, mit harter Stimme.„Ich wollte nur …“„…Wagen gefolgt, denen du nicht hättest folgen dürfen, Operationen ausspioniert, für die du keine Freigabe hattest, und alles riskiert, was wir hier aufgebaut haben.“ In ihren Augen blitzte Wut auf … oder vielleicht Angst. „Ich wusste, dass du etwas im Sinn hattest. Als du heute Morgen Fragen gestellt hast, konnte i
Kapitel: Die VerteilungAus Alberts SichtIch schlief nicht. Ich lag in meiner Koje und lauschte den Klängen der Feierlichkeiten, die allmählich in der Nacht verhallten. Meine Gedanken kreisten immer wieder um den Auftrag: diese Kisten, die Siegel der Adelshäuser, die Luxusgüter, die unter Decken versteckt waren, die eigentlich für frierende Dorfbewohner bestimmt waren.Als endlich der Morgen anbrach, gab ich den Versuch, noch etwas Schlaf zu finden, endgültig auf.Auf dem Gelände war es stiller als sonst; die Leute schliefen nach den Feierlichkeiten noch aus. Ich fand den Hof übersät mit leeren Bechern und den Überresten des Feuers von gestern Abend, das im grauen Morgenlicht noch schwach rauchte.Die Wagen, die wir gestohlen hatten, standen in der Nähe der Lagergebäude; sie wurden bereits von einer Frühschicht entladen. Ich beobachtete aus der Ferne, wie sie arbeiteten, und bemerkte, wie sie die Gegenstände mit geübter Effizienz in verschiedene Haufen sortierten. Ein Haufen in der N
Kapitel: Die VerteilungAus Alberts PerspektiveIch schlief nicht. Ich lag in meiner Koje und lauschte den Klängen der Feierlichkeiten, die allmählich verstummten und dann in das leise Schnarchen erschöpfter Revolutionäre übergingen, die ihren Sieg ausschliefen. Meine Gedanken kreisten immer wieder um diese Kisten, die Siegel der Adelshäuser, die Luxusgüter, die unter Decken versteckt waren, die eigentlich für frierende Dorfbewohner bestimmt waren.Als endlich die Morgendämmerung anbrach, gab ich den Versuch, mich auszuruhen, gänzlich auf.Auf dem Gelände war es stiller als sonst; die Leute schliefen nach den Feierlichkeiten lange aus. Ich fand den Hof übersät mit leeren Bechern und den Überresten des Feuers von gestern Abend, das im grauen Morgenlicht noch schwach rauchte.Die Wagen, die wir gestohlen hatten, standen in der Nähe der Lagergebäude und wurden bereits von einer früh aufgestandenen Mannschaft entladen. Ich beobachtete aus der Ferne, wie sie arbeiteten, und bemerkte, wie s
Kapitel 110: Die OperationAus Alberts SichtDie Reise zum Millbrook-Pass dauerte fast den ganzen Tag. Wir reisten in kleinen Gruppen und kamen getrennt an, um keinen Verdacht zu erregen. Der Pass selbst war genau so, wie beschrieben: ein schmaler Straßenabschnitt, der zwischen felsigen Hügeln hindurchgeführt war – perfekt für einen Hinterhalt.Als die Sonne unterging, nahmen wir unsere Positionen ein, versteckt zwischen den Felsen und den vereinzelten Bäumen. Elena hockte sich neben mich, ihre Bewegungen waren sparsam und präzise.„Der Konvoi sollte innerhalb einer Stunde hier sein“, flüsterte sie. „Denk daran: Warte auf Miriams Signal. Beweg dich vorher nicht.“Das Warten war schlimmer als das Training, schlimmer als die Angst. Meine Beine verkrampften sich, weil ich so still sitzen musste. Jedes Geräusch ließ mein Herz rasen. Die Armbrust in meinen Händen fühlte sich an, als würde sie hundert Pfund wiegen.Dann hörte ich es: das Rumpeln der Wagenräder, das gleichmäßige Klappern der
Kapitel 108: Erstes BlutAus Alberts PerspektiveDer Besprechungsraum roch nach altem Holz und Lampenöl. Als ich ankam,hatte ich in der Nacht zuvor kein Auge zugetan, und mein Magen war bereits wie zugeschnürt. Ich fand dort nur drei andere vor: Elena, die mit methodischer Präzision ein Messer schärfte, und zwei Männer, die ich schon öfter gesehen, mit denen ich aber noch nie gesprochen hatte.Ich lächelte Elena an, die mir zunickte und sich wieder ihrer Tätigkeit zuwandte. Im Laufe der Zeit tröpfelten immer mehr Leute herein. Ich schaute immer wieder zur Tür hinüber und wartete.Die Letzten, die hereinkamen, waren Miriam und Reese, womit wir insgesamt zwölf Personen waren. Von ihm fehlte immer noch jede Spur.Die Tür schloss sich. „Also“, sagte Miriam und breitete die erste Karte auf dem Tisch aus. „Fangen wir an.“Ich starrte auf die Tür. Er hatte gesagt, er würde an meiner Seite sein.„Aston wurde versetzt“, sagte Miriam, ohne mich anzusehen. „Es ist ein Notfall eingetreten.“Etw
Kapitel 108: Die Ermittlungen vertiefen sichKendalls PerspektiveSieben Tage.Sieben Tage, in denen ich kaum geschlafen habe, in denen ich Spuren verfolgt habe, die sich wie Rauch in Luft aufgelöst haben, in denen ich gespürt habe, wie sich die Schlinge mit jeder verstreichenden Stunde enger zog.Ich stand in meinem Arbeitszimmer, dessen Wände mittlerweile mit Karten, Dokumenten und gekritzelten Notizen bedeckt waren, die Namen und Orte miteinander verbanden. Morrison hatte mir heute Morgen einen weiteren Stapel Berichte gebracht. Ich hatte sie bereits zweimal durchgelesen, auf der Suche nach dem Muster, von dem ich wusste, dass es da sein musste.„Sie müssen etwas essen, Mylord“, sagte Morrison von der Tür aus.„Später.“„Das haben Sie gestern auch gesagt. Und vorgestern.“Ich ignorierte ihn und zog auf der Karte eine Linie zwischen drei Versorgungsdepots, die angegriffen worden waren. Das Timing war zu präzise. Die Sicherheitslücken wurden zu gezielt ausgenutzt. Das war weder Glück
KAPITEL 6: DIE STRAFEAlberts PerspektiveSchmerz pochte in meinem Schädel.Ich versuchte, meine Hand zu bewegen, um meinen Kopf zu berühren, doch etwas hielt mich davon ab. Metall klirrte gegen Metall und schränkte meine Bewegungen ein.Meine Augen flogen auf.Ich war wieder in meinem Zimmer. Diese
KAPITEL 5Alberts Perspektive„Essen Sie die Suppe, Eure Hoheit, sonst muss ich Lord Knight berichten, dass Sie seine Gastfreundschaft ablehnen.“Die junge Magd stand am Bettrand, ihre Hände zitterten, als sie mir ein Silbertablett hinhielt. Ich hob den Blick nicht von meinem Schoß und ließ meinen
KAPITEL 4Alberts Perspektive„Hast du vor, auf meinen Ledersitzen zu verbluten, oder fängst du jetzt an zu reden?“Kendalls Stimme durchbrach die Stille in der fahrenden Kutsche. Ich hielt den Kopf gesenkt und starrte auf die polierten Spitzen seiner Lederstiefel. Meine Hände waren immer noch hint
KAPITEL 3Alberts Perspektive„Fünfhundert Millionen“, wiederholte die ruhige Stimme und durchbrach die bedrückende Stille im Auktionssaal.Der ganze Saal reagierte, noch bevor ich die Worte überhaupt verarbeiten konnte. Ein Raunen ging wie ein Lauffeuer durch die Reihen. Stühle schabten laut über







