ホーム / Werwolf / Die Ersatz-Luna / Kapitel 6 – Der erzwungene Ritus

共有

Kapitel 6 – Der erzwungene Ritus

作者: Victor ellis
last update 公開日: 2026-10-27 16:53:50

Der Vollmond hing schwer über dem Steinkreis.

Ich stand in der Mitte und trug das zeremonielle Kleid, das sie mir aufgezwungen hatten. Der Stoff fühlte sich falsch an meiner Haut an. Zu schwer. Zu formell. Als gehöre er jemand anderem.

Deucalion stand mir gegenüber.

Er sah mir nicht ins Gesicht.

Nicht einmal.

Seine Augen blieben irgendwo hinter meiner Schulter fixiert, kalt und distanziert. Jeder Teil von ihm machte klar, dass er das nicht wollte. Er war nüchtern. Völlig bewusst. Und trotzdem behandelte er mich wie eine Pflicht, die er erledigen musste.

Der älteste Älteste hob die Hände. „Lasst die Bindung beginnen.“

Ich hielt mein Kinn hoch, auch als sich mein Magen verdrehte.

Deucalion trat näher. Seine Hand fand den Nacken. Die Berührung war fest, aber leer. Keine Wärme. Keine Fürsorge. Nur Druck.

Als seine Zähne in meine Haut eindrangen, biss ich mir so fest in die Innenseite der Wange, dass ich Blut schmeckte.

Die unvollständige Markierung brannte sofort. Es fühlte sich falsch an.

Unvollständig.

Erzwungen.

Meine Wölfin heulte in mir vor reinem Protest, aber ich blieb still.

Um uns herum beobachtete das Rudel. Hunderte von Augen. Keines von ihnen sah mich. Sie sahen nur einen Körper, der stark genug war, Blackridge-Blut zu tragen.

Als der Älteste die Worte beendet hatte, zog Deucalion sich zurück.

Er sah mich immer noch nicht an.

„Es ist vollbracht“, verkündete der Älteste.

Die Menge jubelte.

Ich fühlte nichts außer der brennenden Markierung an meinem Nacken.

Sie führten uns in ein privates Zimmer, das für die Vollziehung vorbereitet war. Die Tradition verlangte es. Die Bindung musste vollständig besiegelt werden.

Die Tür schloss sich hinter uns.

Deucalion ging zum Fenster und starrte eine lange Weile den Mond an. Ich blieb in der Nähe der Tür, das zeremonielle Kleid klebte noch an meiner Haut.

Schließlich drehte er sich um.

Er sah mir in die Augen.

„Geh aufs Bett.“

Seine Stimme war flach.

Ich bewegte mich nicht.

Dann sah er mich nur kurz an, und die Kälte in seinen Augen ließ meine Brust sich zusammenziehen.

„Mach es nicht schwieriger, als es schon ist.“

Ich ging zum Bett und setzte mich an den Rand.

Er zog sein Hemd aus, ohne ein Wort zu sagen. Die harten Linien seiner Brust und Schultern fingen das Mondlicht ein. Als er zu mir kam, war jede Bewegung kontrolliert. Effizient. Distanzierend.

Er küsste mich tief.

Seine Hände schoben das Kleid von meinen Schultern. Der Stoff glitt meine Arme hinunter und sammelte sich an meiner Taille. Seine Handflächen bewegten sich über meine Brüste, fest und prüfend, die Daumen strichen über meine Nippel, bis sie sich unter seiner Berührung verhärteten. Es lag keine Zärtlichkeit darin. Nur die langsame, absichtliche Art, wie ein Mann eine erforderliche Aufgabe erledigt.

Er drückte mich auf den Rücken.

Ich starrte an die Decke und versuchte, in meinem eigenen Kopf zu verschwinden.

Sein Mund schloss sich um einen Nippel und saugte so fest, dass mir ein scharfer Atemzug aus der Kehle geholt wurde. Seine Zähne schabten leicht. Eine Hand glitt über meinen Bauch, zwischen meine Beine und fand mich trotz allem bereits nass. Zwei Finger stießen ohne Vorwarnung hinein, krümmten sich, dehnten, prüften. Er arbeitete sie mit derselben kalten Präzision hinein und heraus, die er für alles andere benutzte, das feuchte Geräusch laut im stillen Raum.

Als er sich schließlich zwischen meine Schenkel legte, spürte ich den dicken Kopf von ihm gegen mich pressen. Er schob sich langsam hinein, Zentimeter für Zentimeter, füllte mich vollständig aus, bis mein Körper keine andere Wahl hatte, als ihn aufzunehmen. Die Dehnung brannte. Die unvollständige Markierung an meinem Nacken pulsierte im Takt mit jedem tiefen Stoß.

Seine Hüften bewegten sich mit stetigen, kraftvollen Stößen. Jeder trieb ihn tiefer. Das Bett knarrte. Mein Atem wurde kürzer. Hitze baute sich tief in meinem Bauch auf, während meine Brust hohl blieb. Sein Körper war schwer, heiß, unerbittlich. Eine seiner Hände griff meine Hüfte so fest, dass sie blaue Flecken hinterlassen würde. Die andere stützte sich neben meinem Kopf ab.

Irgendwann streifte sein Atem mein Ohr. „Du bist nicht sie.“

Die Worte schnitten tiefer als die Markierung.

Ich schloss die Augen.

Er machte weiter, härter jetzt, jagte seiner eigenen Befreiung hinterher, ohne Rücksicht auf meine. Das Klatschen von Haut auf Haut füllte den Raum. Mein Körper reagierte trotzdem, zog sich zusammen, pulsierte, verriet mich mit einem scharfen, ungewollten Höhepunkt, der mich unter ihm zittern ließ.

Er kam Momente später mit einem tiefen, rauen Laut, begrub sich tief, als er kam.

Als es vorbei war, zog er sich heraus und stand auf, griff bereits nach seinen Kleidern.

Die unvollständige Markierung brannte immer noch. Sie pulsierte im Takt meines Herzschlags und erinnerte mich daran, dass die Bindung erzwungen und im selben Atemzug abgelehnt worden war.

Ich setzte mich langsam auf und zog das Laken um mich. Mein Körper kribbelte noch. Meine Schenkel waren feucht. Die Luft roch nach Sex und Ablehnung.

Keiner von uns sprach.

Draußen ging die Feier weiter. Stimmen. Lachen. Musik.

Dann änderte sich der Lärm.

Geschrei.

Eine Frauenstimme, scharf und wütend, schnitt durch die Feier.

Ich runzelte die Stirn. Deucalions Kopf drehte sich zur Tür.

Mehr Geschrei.

Dann ein Crash.

Ich stand auf und ging zum Fenster. Von hier aus konnte ich einen Teil des Steinkreises sehen. Menschen bewegten sich in alle Richtungen. Die Ältesten sahen alarmiert aus.

Deucalion öffnete die Tür ohne ein Wort und ging hinaus. Ich griff nach dem abgelegten zeremoniellen Kleid, zog es so schnell ich konnte an und folgte.

In dem Moment, als ich den Flur betrat, traf mich das Chaos voll.

Aria stand mitten im Steinkreis.

Ihr Haar war zerzaust. Ihre Augen waren rot und wild. Sie sah aus, als hätte sie den ganzen Weg hierher gerannt. „Wo ist sie?“ schrie Aria. „Wo ist meine Schwester?“

Meine Mutter versuchte, ihren Arm zu greifen. „Aria, hör auf—“

Aria stieß sie weg. „Ihr habt mich belogen! Beide habt ihr mich belogen!“

Mein Vater trat vor. „Das ist nicht der Ort.“

„Es ist mir egal!“ Arias Stimme brach. „Ihr habt mir gesagt, die Vereinbarung sei verschoben. Ihr habt mir gesagt, Deucalion warte noch auf mich. Und die ganze Zeit habt ihr sie statt meiner geschickt?“

Sie zeigte auf das Haupthaus.

Auf mich.

Ich blieb am Rand des Kreises stehen.

Jeder Kopf drehte sich. Arias Augen fixierten sich auf meine. Für eine Sekunde war nur Schweigen.

Dann füllte reiner Hass ihr Gesicht. „Du“, flüsterte sie.

Ich sprach nicht. Aria ging langsam auf mich zu. Ihre Hände zitterten.

„Du hast ihn genommen.“

„Ich habe nicht—“

„Wage es nicht.“ Ihre Stimme erhob sich. „Du wolltest immer, was meins war. Immer. Und jetzt hast du das eine genommen, das mir wirklich wichtig war.“

Deucalion stand ein paar Meter entfernt und beobachtete alles mit hartem Ausdruck.

Aria wirbelte zu ihm. „Hast du es gewusst? Hast du dem zugestimmt?“

Er sagte nichts.

Arias Gesicht verzerrte sich. „Du hast zugelassen, dass sie mich ersetzt?“

Immer noch nichts.

Sie drehte sich zurück zu mir.

Tränen liefen über ihre Wangen, aber ihre Augen waren reines Feuer.

„Ich hasse dich“, sagte sie laut genug, dass das gesamte Rudel es hörte. „Ich werde dir das nie verzeihen.“

Meine Mutter versuchte es erneut. „Aria, genug—“

„Nein!“ schrie Aria. „Sie ist nicht die Luna. Sie ist eine Diebin. Sie hat meinen Platz gestohlen. Sie hat meine Zukunft gestohlen.“

Ich stand da mit der unvollständigen Markierung, die immer noch an meinem Nacken brannte, und der Erinnerung an Deucalions kalten Körper noch auf meiner Haut.

Alle sahen mich an.

Niemand sah die Wahrheit.

Aria trat noch einen Schritt näher, bis wir fast Gesicht zu Gesicht standen.

„Ich hoffe, die Bindung setzt sich nie“, flüsterte sie so, dass nur ich es hören konnte. „Ich hoffe, sie brennt dich jeden einzelnen Tag für den Rest deines Lebens.“

Dann erhob sie die Stimme wieder. „Ich werde dafür sorgen, dass alle wissen, was du wirklich bist.“

Die Menge verschob sich. Geflüster begann.

Deucalions Eltern sahen wütend aus.

Meine Eltern sahen gefangen aus.

Und ich stand mitten drin, die erzwungene Markierung pochend, die Erinnerung, benutzt worden zu sein, noch frisch, während meine eigene Schwester jeden Funken ihres Hasses auf mich goss vor einem gesamten Rudel.

Arias Augen verließen die meinen nie.

„Du wirst das bereuen, Malia“, sagte sie. „Das verspreche ich dir.“

Der Vollmond beobachtete uns in Schweigen.

Und zum ersten Mal seit Beginn der Zeremonie spürte ich etwas Kälteres als die Markierung.

Ich fühlte mich von meiner eigenen jüngeren Schwester bedroht.

この本を無料で読み続ける
コードをスキャンしてアプリをダウンロード

最新チャプター

  • Die Ersatz-Luna    Kapitel 18

    Der StreitAm nächsten Morgen hörte ich es zufällig. Zwei Diener unterhielten sich in der Nähe der Waschküche, als ich vorbeiging.„Der Alpha hat heute Morgen wieder nach ihr gefragt.“„Er wollte wissen, ob sie gegessen hat.“„Er fragt immer häufiger nach ihr.“Ich blieb stehen. Mein Herz schlug seltsam und unangenehm.Deucalion hatte nach mir gefragt.Derselbe Mann, der mich wochenlang kaum ansehen konnte. Derselbe Mann, der mir gesagt hatte, dass die Ehe nur eine Pflicht sei.Derselbe Mann, der mich in das Gästezimmer verlegt hatte, sobald Aria angekommen war.Warum fragte er jetzt nach mir? Ich ging weiter, bevor die Diener mich bemerkten.Den ganzen Tag ließ mich diese Frage nicht los. Ich versuchte, sie zu ignorieren. Ich versuchte, mir einzureden, dass es nichts bedeutete.Doch je mehr ich darüber nachdachte, desto unruhiger wurde ich.Am späten Nachmittag konnte ich nicht länger stillsitzen.Ich brauchte Antworten.Ich musste wissen, woran ich bei ihm war. Wenn er mich weiterhi

  • Die Ersatz-Luna    Kapitel 17

    Die unerwünschte AnziehungDer intensive Blickwechsel zwischen Deucalion und mir wurde von der Blackridge-Luna unterbrochen.„Genug!“Ihre Stimme hallte durch die Halle. Alle verstummten.Sie trat zwischen uns, während ihr Blick von Deucalion zu mir wanderte. „Das hier ist eine Rudelfeier und kein Kampfplatz.“Deucalions rote Augen blieben noch eine Sekunde lang auf meinen gerichtet, bevor sie langsam wieder ihre normale Farbe annahmen.Bei mir geschah dasselbe.Ich konnte immer noch spüren, wie sich meine Wölfin unruhig in mir bewegte. Die Luna wandte sich mir zu. „Malia, geh zurück in dein Zimmer.“Ich hätte beinahe widersprochen. Dann bemerkte ich Lucian, der auf der anderen Seite der Halle stand.Er beobachtete mich immer noch. Sein Gesichtsausdruck hatte sich verändert. Jetzt sah er besorgt aus, nicht mehr amüsiert.Ich nickte einmal und wandte mich ab. Während ich auf die Türen zuging, konnte ich spüren, wie Deucalions Blick mir folgte.Ich weigerte mich, zurückzusehen. Draußen

  • Die Ersatz-Luna    Kapitel 16

    Der eifersüchtige AlphaDer Fremde bewegte sich schließlich. Er trat von der Steinsäule weg und begann, auf mich zuzugehen.Ich blieb stehen, wo ich war. Ein Teil von mir war neugierig.Ein anderer Teil von mir war vorsichtig. Trotzdem befanden wir uns mitten in einer überfüllten Halle. Dutzende Menschen waren um uns herum. Was auch immer seine Absichten waren, er konnte kaum etwas Dummes tun, ohne dass es alle mitbekamen.Also blieb ich stehen und beobachtete, wie er auf mich zukam.Mit jedem Schritt bemerkte ich mehr an ihm.Er war groß, gut gebaut und trug einen perfekt sitzenden schwarzen Anzug. Seine Bewegungen waren ruhig und selbstbewusst, aber nichts an ihm wirkte arrogant. Alles an ihm deutete auf eine gute Erziehung hin.Als er schließlich vor mir stehen blieb, lächelte er. „Guten Abend.“ Seine Stimme klang angenehm.„Guten Abend.“Er streckte mir beide Hände entgegen. „Mein Name ist Lucian Vale.“Ich betrachtete seine Hände einen Moment lang, bevor ich meine in seine legte.

  • Die Ersatz-Luna    Kapitel 15

    Die öffentliche DemütigungSo hatte es sich noch nie angefühlt. Nicht einmal nach den Nächten, in denen er mich genommen hatte.Etwas veränderte sich in meinem Inneren.Es gab nichts, was ich tun konnte. Ich konnte ihn nicht zurückrufen und ihn anflehen, mich zu ficken. Ich würde ihm gegenüber verletzlich wirken.Ich stand auf und ging ins Badezimmer.Ich stellte die Dusche an und ließ das warme Wasser über mich laufen. Ich wusch mich und versuchte, meinen Kopf freizubekommen.Es funktionierte nicht.Als ich ins Schlafzimmer zurückkehrte, zog ich ein einfaches Nachthemd an und kletterte ins Bett.Ich sagte mir, dass ich mich am Morgen um alles kümmern würde.Der Schlaf kam schnell.Ich wusste nicht, wie lange ich schon geschlafen hatte, als mich ein seltsames Geräusch aus meinen Träumen riss.Musik, Stimmen und Gelächter.Ich öffnete die Augen.Einen Moment lang dachte ich, ich würde träumen. Dann hörte ich die Musik erneut, diesmal lauter. Ich setzte mich auf.Was war hier los?Ich b

  • Die Ersatz-Luna    Kapitel 14

    Unerwünschte PflichtDie Tür fiel mit einem Knall hinter uns ins Schloss.Ich stand mitten im Gästezimmer und atmete schwer. Mein Arm schmerzte immer noch dort, wo er ihn gepackt hatte.Deucalion schloss die Tür ab. Das leise Klicken ließ sich mein Magen zusammenziehen.Er drehte sich zu mir um.Seine Augen waren dunkel. Nicht auf die Weise wütend, die ich erwartet hatte. Etwas anderes lag darin. Etwas Schwereres.Er ging langsam auf mich zu. Ich wich zurück, bis meine Beine gegen die Bettkante stießen.Er blieb direkt vor mir stehen. Als er sprach, war seine Stimme leise. „Willst du wissen, warum ich mich während der Versammlung geweigert habe, dich gehen zu lassen?“Ich sah zu ihm auf. „Warum?“Er beugte sich zu mir hinunter, bis sein Mund nahe an meinem Ohr war.Sein Atem war warm auf meiner Haut. „Weil du zufällig eine der Lunas bist, mit denen ich im Bett jemals am meisten Spaß hatte.“Die Worte trafen mich härter als die Ohrfeige, die ich dem Dienstmädchen gegeben hatte. Ich zog

  • Die Ersatz-Luna    Kapitel 13

    Vergiftete FlüstereienAm nächsten Morgen konnte ich den Unterschied spüren.Die Leute sahen mich anders an.Dienstboten, die früher den Kopf gesenkt hatten, wenn ich vorbeiging, nahmen mich jetzt kaum noch wahr. Einige flüsterten hinter meinem Rücken. Andere hörten auf zu reden, sobald ich einen Raum betrat.Ich wusste genau, woher das kam.Aria.Sie hatte kaum einen Tag in Blackridge verbracht, und doch hatte ihre Anwesenheit bereits verändert, wie die Leute mich behandelten. Ich ging durch die Haupthalle und hörte zwei Dienstboten in der Nähe der Treppe flüstern.„Sie glaubt wirklich, dass sie nach allem hierbleiben kann.“„Sie sollte nie die Luna sein.“Ich blieb stehen. Sie verstummten schnell. Ich sah sie an. „Hattet ihr etwas zu sagen?“Beide Dienstboten senkten den Kopf. „Nein, Luna.“Ich ging weiter. Meine Hände zitterten. Nicht aus Angst, sondern aus Wut.Mein ganzes Leben lang war ich so behandelt worden, als wäre ich weniger wichtig als Aria. Ich hatte akzeptiert, von mein

続きを読む
無料で面白い小説を探して読んでみましょう
GoodNovel アプリで人気小説に無料で!お好きな本をダウンロードして、いつでもどこでも読みましょう!
アプリで無料で本を読む
コードをスキャンしてアプリで読む
DMCA.com Protection Status