LOGINAlya hätte sich niemals vorstellen können, dass sie, als sie einen verletzten Mann am Straßenrand rettete, der intensivsten Liebe und dem gefährlichsten Schicksal ihres Lebens begegnen würde. Er erinnerte sich an nichts. Nicht einmal an seinen eigenen Namen. Nur ihr Blick schien ihm einen Grund zu geben, weiterzuleben. — Du siehst aus wie ein Paolo. Ich werde dich Paolo nennen. — sagte sie. — Du hast das Gesicht eines Paolo. Und so verwandelte sich der kalte und unerbittliche Anführer der italienischen Mafia in einen sanften, reinen Mann, der der Frau, die ihn gerettet hatte, vollkommen ergeben war. Sie lebten eine einfache, leidenschaftliche Liebe, aufgebaut aus Berührungen, Versprechen und dem Duft von Kaffee in der Küche. Doch das Schicksal verzeiht nicht. Ein weiterer Unfall bringt ihm all seine Erinnerungen zurück, und löscht Alya aus seinem Herzen. Zurück auf dem Thron der Mafia wird Paolo Fabbri wieder zu dem mächtigen, gewalttätigen und gefährlichen Mann, den die Welt fürchtet. Drei Jahre später taucht Alya wieder auf… mit drei Jungen, die ihrem Vater zum Verwechseln ähnlich sehen. Sie will Antworten. Er will die Wahrheit. Und etwas in ihm, das er nicht versteht, sehnt sich danach, diese Frau erneut zu berühren. Zwischen Lügen, Eifersucht, Wunden und Verlangen wird Paolo entdecken, was die wahre Hölle ist: zu versuchen, die Mutter seiner Kinder zurückzuerobern.
View MoreAls Paolo mit Matheo an seiner Seite die Villa betrat, schien die Luft innerhalb der Mauern stillzustehen. Die Angestellten hielten unauffällig inne, wo sie gerade waren, einige taten so, als würden sie etwas richten, andere erstarrten mit einem Tablett in der Hand. Niemand wagte es, laut zu sprechen.Es war, als würde das ganze Haus auf das Ende eines Films warten, den alle gemeinsam zu sehen begonnen hatten.Alya stand schon an der Tür, noch bevor sie die Eingangshalle durchquert hatten. Das lockere, bequeme Kleid schwang mit ihrer Eile mit. Ihr Gesicht war nass von Tränen, die sie vor den anderen zu verbergen versucht hatte, nicht aber vor ihm. Als sie die kleine Gestalt an Paolos Seite sah, setzte sich ihr Körper wie von selbst in Bewegung.— Matheo! — rief sie, lauter, als sie beabsichtigt hatte.Auch der Junge rannte los. Er warf sich mit solcher Kraft in die Arme seiner Mutter, dass er sie beinahe aus dem Gleichgewicht brachte. Sie umarmte ihn, als wolle sie seinen Körper an ih
Die Nachricht, dass Felicity hinter der Entführung steckte, traf Alya wie ein Messer, das sich in ihrer Brust drehte.Nachdem sie das Gespräch mit Paolo beendet hatte, blieb sie einige Sekunden mitten im Wohnzimmer stehen, das Handy noch in der Hand, das Herz jagend. Es war nicht nur Angst. Etwas Roheres war in ihr aufgewacht.Sie begann durch die Villa zu laufen wie ein eingesperrtes Tier, maß jeden Schritt, die Hände zu Fäusten geballt.— Wenn diese Frau Matheo auch nur mit einem Finger berührt … — sagte sie mit leiser, tödlicher Stimme — dann bringe ich sie eigenhändig um. Mit meinen eigenen Händen. Ich will nichts von Kodex hören, nichts von Rat. Ich reiße sie auseinander.Die Angestellten mieden ihren Blick, spürten die Stimmung, wagten aber nicht, sich einzumischen. Gael und Ravi waren in einem der Zimmer, unter der Aufsicht eines vertrauten Wachmanns, und versuchten zu spielen, ohne sich wirklich lösen zu können.Paolo kam für ein paar Stunden in die Villa zurück, nur um sie zu
Matheos Entführung wurde innerhalb von Sekunden zum Mittelpunkt von Paolos Welt. Er ließ sich kaum den Verband an der Schulter wechseln.Die Gaze war noch feucht von Blut, als er bereits die Treppe der Villa hinunterging, als hätte er gar keinen Schuss abbekommen. Sein Körper schmerzte, aber in seinem Kopf wiederholte sich nur ein einziger Satz … Sie haben meinen Sohn mitgenommen. Alya kam keuchend hinter ihm her.— Ich komme mit dir. — sagte sie entschlossen — Ich bleibe nicht hier und warte, während …Paolo drehte sich um, nahm ihr Gesicht in beide Hände und zwang sie, nur ihn anzusehen.— Bleib bei Gael und Ravi. — bat er mit fester Stimme — Sie brauchen dich ganz. Ich komme mit unserem Sohn zurück.Ihr Blick schnitt ihm tiefer in die Haut als jede Kugel.— Wenn du nicht mit ihm zurückkommst … — begann sie, und ihre Stimme brach.Er legte seine Stirn für einen Moment an ihre.— Ich komme zurück. — wiederholte er — Und wenn ich kriechen muss.Sie nickte, doch ihre Brust brannte.— G
Die Villa schien größer, wenn sich ihr Herz zusammenzog. Seit Paolo gegangen war, lief Alya von einer Seite zur anderen und zählte im Kopf die Minuten, die Stunden, alles, was half, ihren Kopf beschäftigt zu halten. Sie wusste nur, dass er die Stadt verlassen hatte, um ein Problem zu lösen, das „zu ernst“ war. Sie fragte nicht nach Einzelheiten. Sie musste es nicht. Vor den Jungen tat sie normal. Sie machte Frühstück, diskutierte darüber, wer zuerst baden durfte, tat so, als würde sie über Ravis Witze lachen, hörte Gael zu, als er von einer neuen Zeichentrickserie erzählte, und Matheo, als er fragte, warum sein Vater so oft weg musste. Mit jeder Antwort zerbrach ein Teil von ihr und ein anderer klebte sich darüber. Als sie schließlich das Geräusch des Autos hörte, das durch das Tor fuhr, raste ihr Herz los. Sie rannte nicht sofort. Sie wartete, bis sie die Haustür hörte. Als Paolo die Halle betrat, verengte sich ihre ganze Welt. Sie sah das Blut auf seinem Hemd, noch bevor sie irg











