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Die Pik Luna
Die Pik Luna
مؤلف: RoguePumpkin

Kapitel 1: Die Schicksalsgefährtin

مؤلف: RoguePumpkin
last update تاريخ النشر: 2026-10-18 00:46:32

Die Ohrfeige kam vor der Anschuldigung.

Mein Kopf flog zur Seite, und meine Wange brannte, während der gesamte Hof von Moonveil verstummte. Ich fasste mir nicht ins Gesicht; ich starrte nur die Frau an, die vor mir stand.

Maevra Sorell ließ ihre zitternde Hand sinken, die Augen bereits voller Tränen.

„Vergib mir, Seradyn."

Beinahe hätte ich gelacht. Ihr vergeben? Dafür, dass sie mich vor dem gesamten Rudel geschlagen hatte?

„Was genau soll ich dir vergeben?"

Maevras Lippen bebten. „Dass du versucht hast, mich zu töten."

Das Murmeln setzte sofort ein, und mein Magen sackte ab.

„Was?"

Quer durch den Zeremoniensaal tauschten die Ältesten finstere Blicke, während Krieger näher an ihre Familien rückten. Selbst die Bediensteten hörten auf, so zu tun, als lauschten sie nicht.

Am anderen Ende des Saals, unter dem geschnitzten Wappen der Wölfe von Moonveil, saß Alpha Caelen Veyra vollkommen reglos. Mein Verlobter. Der Mann, der mir vor nur drei Wochen versprochen hatte, vor unserem gesamten Rudel an meiner Seite zu stehen.

Ich suchte sein Gesicht. „Caelen."

Er antwortete nicht, und mein Herz begann heftiger zu schlagen.

„Sag ihnen, dass sie lügt."

Sein Kiefer spannte sich an. „Seradyn ..."

„Nein." Ich machte einen Schritt auf ihn zu. „Sprich meinen Namen nicht so aus. Sag es ihnen."

Maevra schlug sich plötzlich die Hand vor den Mund und schluchzte. „Ich habe sie gesehen."

Ich drehte mich zu ihr um. „Was habe ich deiner Meinung nach getan?"

„Du warst gestern Nacht vor meinem Gemach."

„Das war ich nicht."

„Du hast mir gestern gedroht."

„Weil du mich beschuldigt hast, die Halskette meiner Mutter gestohlen zu haben."

„Du hast gesagt, du wünschtest, ich wäre tot."

„Ich habe gesagt, ich wünschte, du würdest meine Familie in Ruhe lassen!"

„Du hast mich die östliche Treppe hinuntergestoßen!"

Ich starrte sie an, während der Raum um mich herum zu kippen schien. „Das habe ich nicht."

Maevra schob ihren Ärmel hoch und zeigte einen dunklen Bluterguss, der ihr Handgelenk umschloss, und flüsterte: „Sie hat versucht, die Erbin zu töten." Sie sah Caelen an und brach erneut in Tränen aus. „Unser Baby."

Jedes Geräusch verschwand, als mein Blick instinktiv zu ihrem Bauch sank.

Schwanger?

Ich hatte es nicht gewusst. Niemand hatte es mir gesagt.

Dann sah ich Caelen an, dessen Gesicht jede Spur von Wärme verloren hatte.

„Du wusstest es?"

Endlich erhob er sich. „Maevra trägt mein Kind."

Die Worte trafen tiefer als jede Ohrfeige, und für einen Moment vergaß ich, wie man atmet, während der gesamte Hof mich beobachtete und auf meine Reaktion wartete.

Jemand flüsterte: „Die Mätresse des Alphas", und jemand anderes antwortete: „Sie hat die Mutter seines Erben angegriffen."

Ich schüttelte langsam den Kopf. „Nein."

Meine Stimme kam kaum heraus. „Caelen, sieh mich an."

Er tat es, und ich sah Schuld in seinen Augen, aber keinen Unglauben. Schuld, und das war schlimmer.

„Du hast dich mit ihr getroffen?"

Schweigen.

Meine Kehle schnürte sich zu. „Wie lange?"

„Seradyn ..."

„Wie lange?"

Caelen wandte den Blick ab, und ich lachte einmal auf, ein kleiner, gebrochener Laut.

„Drei Monate."

Maevra begann wieder zu weinen.

Drei Monate. Drei Monate lang hatte ich meine Hochzeit geplant, während mein Verlobter mit einer anderen Frau schlief. Ich hatte jedes nächtliche Treffen für Rudelangelegenheiten gehalten, und ich hatte ihn verteidigt, wann immer die Ältesten sein seltsames Verhalten hinterfragten. Nun stand die Frau, mit der er mich betrogen hatte, vor dem Hof und gab das Opfer.

Ich sah Maevra an. „Du hast das geplant."

Sie zuckte zusammen. „Ich weiß nicht, was du meinst."

„Du wusstest, dass ich hier sein würde."

„Ich hatte Angst vor dir."

„Du wusstest es."

Ich trat vor, doch ein Wächter versperrte mir sofort den Weg. Ich blieb stehen, meine Hände ballten sich an meinen Seiten zu Fäusten, und ich richtete den Blick wieder auf Caelen.

„Du glaubst ihr?"

Sein Schweigen antwortete für ihn, und etwas in mir zerbrach.

„Dann frag mich."

Caelen runzelte die Stirn. „Was?"

„Frag mich, ob ich sie gestoßen habe."

„Das muss ich nicht."

Mein Herz sank. „Weil du bereits entschieden hast, dass ich schuldig bin."

„Nein."

„Doch."

Seine Stimme wurde härter. „Die Beweise sprechen gegen dich."

„Welche Beweise?"

Maevra zeigte zur Mitte des Saals, wo ein Krieger einen kleinen silbernen Dolch nach vorn trug.

Ich erkannte ihn sofort. Es war mein Dolch, den mein Vater mir zu meinem achtzehnten Geburtstag geschenkt hatte und den Maevra angeblich neben der östlichen Treppe gefunden hatte.

Ich starrte ihn an und versuchte zu begreifen, wie er in ihren Besitz gelangt war.

„Den habe ich vor zwei Tagen verloren."

Maevra flüsterte: „Du hast mir gesagt, du wolltest sie tot sehen."

Mein Blut wurde kalt. Das hatte ich nicht gesagt, weder zu Maevra noch zu sonst jemandem. Jemand hatte das fabriziert, und plötzlich wusste ich, wer.

Mein Blick wanderte zum Balkon, wo der jüngere Bruder meines Vaters stand.

Lord Rhaevan Veyra.

Er schenkte mir das kleinste Lächeln, und mir stockte der Atem. Er hatte darauf gewartet, und ich begriff zu spät, dass es bei der Anschuldigung weder um Maevra noch um Caelen ging. Jemand wollte mich aus der Thronfolge entfernen.

„Onkel."

Das Lächeln verschwand aus Rhaevans Gesicht.

„Du weißt es."

Er sagte nichts.

„Du hast das getan."

Die Ältesten brachen in Geflüster aus, während Caelen von der Plattform herabstieg.

„Genug."

Ich wandte mich ihm zu und bemerkte, wie viel kälter seine Augen geworden waren.

„Als Alpha habe ich keine Wahl."

Ich starrte ihn an. „Keine Wahl?"

Er blieb direkt vor mir stehen. „Bis die Untersuchung abgeschlossen ist, ist deine Verlobung mit mir ausgesetzt."

Meine Lippen öffneten sich. „Du löst unsere Verlobung auf?"

„Ich schütze das Rudel."

Ich spürte, wie etwas Heißes in meinen Augen brannte, aber ich schluckte es hinunter.

„Natürlich."

Ich würde nicht um ihn weinen, nicht vor Maevra und nicht vor den Menschen, die meine Demütigung gerade wie eine Unterhaltung verfolgt hatten.

Dann öffneten sich die gewaltigen Türen des Zeremoniensaals und zogen alle Blicke auf sich, als ein kalter Wind durch den Raum fegte.

Zuerst trat eine Reihe schwarz gekleideter Krieger ein, deren Uniformen ein Wappen trugen, das ich innerhalb des Territoriums von Moonveil nie gesehen hatte: ein silberner Wolf, dessen Kiefer sich um eine Krone schlossen.

Das Flüstern veränderte sich augenblicklich.

„Veyrhold."

„Warum sind sie hier?"

„Das ist unmöglich."

Dann trat er ein.

Vaelric Draeven, der Alpha von Veyrhold.

Ich hatte seinen Namen unzählige Male gehört. Er war der Mann, der das nördliche Territorium beherrschte, der Alpha, der jedes Bündnis der südlichen Rudel abgelehnt hatte, und der Herrscher, dessen Armee nie einen Grenzkrieg verloren hatte.

Er trug keine Krone, weil er keine brauchte. Sein dunkler Zeremonienmantel war mit Silberfäden bestickt, und ein schwarzer Wolfspelzumhang ruhte über einer Schulter. Sein langes, dunkles Haar war lose im Nacken zusammengebunden, sodass sich einige Strähnen um sein Gesicht lösten.

Doch es waren seine Augen, die den Raum zum Schweigen brachten.

Sein Blick glitt über die Ältesten, dann über Caelen, dann über Maevra, bevor er schließlich mich fand.

Und innehielt.

Für eine seltsame Sekunde rührte sich keiner von uns, während sich in meiner Wölfin etwas regte.

Mir stockte der Atem.

Nein. Das konnte nicht sein.

Meine Augen weiteten sich. Nicht hier.

Vaelrics Miene veränderte sich, aber nur geringfügig. Ich sah es, und ich wusste, dass auch er es spürte: das Band, den Sog, das furchterregende Erkennen eines Wolfes, der einen anderen findet.

Seine Augen verdunkelten sich, und Caelen bemerkte es.

„Lord Draeven."

Vaelric antwortete ihm nicht. Er sah mich weiter an und schritt voran, Schritt für Schritt, bis er direkt vor mir stand.

Er war so nah, dass ich die Kälte seiner Gegenwart auf meiner Haut spürte.

Er sah die Träne an, die ich nicht fallen lassen wollte, dann den silbernen Dolch, der auf dem Tisch lag, bevor er den Blick wieder auf mich richtete.

„Wer hat meine Schicksalsgefährtin des Mordes beschuldigt?"

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