เข้าสู่ระบบDas Erste, was ich hörte, als ich die Augen öffnete, war eine schreiende Frau.Ich schreckte hoch und schlug mit der Schulter gegen die Holzwand der Kutsche. Einige Sekunden lang wusste ich nicht, wo ich war. Meine Wange brannte noch vom Schlag des Wächters, und die Bewegung jagte einen weiteren dumpfen Schmerz durch meinen Kopf.Dann traf mich der Geruch.Schweiß, feuchte Wolle, Blut, Urin und altes Stroh erfüllten die enge Kutsche.Es waren zu viele Frauen darin. Manche saßen mit an die Brust gezogenen Knien da, andere lehnten an den Holzwänden, weil kaum genug Platz war, damit alle richtig sitzen konnten. Einige hatten die Augen geschlossen, aber ich konnte nicht sagen, ob sie schliefen oder nur versuchten, dem zu entfliehen, was um sie herum geschah.Dann bemerkte ich das Mädchen auf dem Boden.Sie rührte sich nicht.Ich starrte sie an, bis die junge Frau neben mir flüsterte: „Sie ist tot."Ich wandte mich ihr zu.Sie hatte verfilztes braunes Haar, eine geschwollene Wange und Drec
Elyssara wartete nicht, bis ihre Tante ein weiteres Wort sagte. Kaum war der Diener zur Seite getreten, raffte sie die Röcke ihres Kleides und eilte durch die Tür. „Eure Majestät!", rief ihr eine der Mägde nach. Elyssara blieb nicht stehen. Sie konnte nicht, nicht jetzt. Ihr Herz hämmerte so heftig, dass sie die Diener, die über den Hof rannten, kaum hörte. Kaum war sie ins Freie getreten, kam ein junger Palastdiener auf sie zugeeilt. „Eure Majestät, hier entlang." „Wohin?" „Eure Kutsche steht bereit." Elyssara stellte keine Fragen. Sie hob ihr Kleid und stieg in die wartende Kutsche. Die hölzernen Räder drehten sich schon, ehe sie richtig saß. Die Vorhänge flatterten, als die Kutsche durch die Tore des Anwesens jagte. Erst da fiel Elyssara auf, dass etwas nicht stimmte. Sie sah zu dem Diener, der draußen auf dem Kutschbock saß. „Warum verlassen wir das Anwesen über die Weststraße?" Keine Antwort. Der Diener hielt den Blick stur nach vorn gerichtet. Elyssaras Verdacht wuchs
DRAEVORISCHES REICH Hauptstadt: Dunkelspitze Lady Elyssara beschwerte sich nun schon seit fast einer Stunde. Ihre Tante hatte vor zwanzig Minuten aufgehört zu antworten. Sie saß am geöffneten Gitterfenster und schenkte gelassen Tee in ihre Tasse, während Elyssara im privaten Salon des väterlichen Anwesens auf und ab lief. „Ich kann das nicht mehr." Die Tante seufzte. „Das hast du gestern auch gesagt." „Und gestern habe ich es ernst gemeint." „Vorgestern auch." „Da auch." Endlich sah die Tante auf. Elyssara ließ sich theatralisch aufs Sofa fallen. „Ich bin mit dem unmöglichsten Mann der Welt verheiratet." Die Mundwinkel der Tante zuckten. „Du bist mit dem Kaiser verheiratet." „Genau das ist das Problem." „Elyssara." „Was?" „Weißt du, wie viele Frauen alles dafür geben würden, an deiner Stelle zu sitzen?" Elyssara verdrehte die Augen. „Sollen sie ihn haben." Die Tante starrte sie an. „Das meinst du nicht ernst." „Doch." Sie griff nach einem Kissen und drückte es an die
„Wer hat meine Schicksalsgefährtin des Mordes beschuldigt?"Seradyn hörte auf zu atmen.Seine was?Sie starrte den maskierten Mann an, der vor ihr stand, und fragte sich für eine verwirrte Sekunde, ob sie ihn richtig verstanden hatte. Schicksalsgefährtin? Die Worte ergaben keinen Sinn. Sie hatte diesen Mann nie zuvor gesehen, kannte seinen Namen nicht und wusste nicht, warum der mächtigste Alpha der Werwolfgebiete plötzlich bei ihrem Prozess erschienen war. Vor allem aber begriff sie nicht, warum er sie seine Schicksalsgefährtin genannt hatte.Doch bevor Seradyn fragen konnte, was er meinte, geschah etwas Seltsames.Alle bewegten sich.Nicht absichtlich und nicht auf Befehl. Sie begannen einfach, vor dem Kaiser zurückzuweichen. Die Krieger, die ihm am nächsten standen, wichen als Erste zurück, dann die anderen, während die Ältesten die Köpfe so hastig senkten, dass einige beinahe stolperten. Die Bediensteten drückten sich gegen die Wände, und selbst die Wachen, die Seradyn umringt hat
Die Ohrfeige kam vor der Anschuldigung.Mein Kopf flog zur Seite, und meine Wange brannte, während der gesamte Hof von Moonveil verstummte. Ich fasste mir nicht ins Gesicht; ich starrte nur die Frau an, die vor mir stand.Maevra Sorell ließ ihre zitternde Hand sinken, die Augen bereits voller Tränen.„Vergib mir, Seradyn."Beinahe hätte ich gelacht. Ihr vergeben? Dafür, dass sie mich vor dem gesamten Rudel geschlagen hatte?„Was genau soll ich dir vergeben?"Maevras Lippen bebten. „Dass du versucht hast, mich zu töten."Das Murmeln setzte sofort ein, und mein Magen sackte ab.„Was?"Quer durch den Zeremoniensaal tauschten die Ältesten finstere Blicke, während Krieger näher an ihre Familien rückten. Selbst die Bediensteten hörten auf, so zu tun, als lauschten sie nicht.Am anderen Ende des Saals, unter dem geschnitzten Wappen der Wölfe von Moonveil, saß Alpha Caelen Veyra vollkommen reglos. Mein Verlobter. Der Mann, der mir vor nur drei Wochen versprochen hatte, vor unserem gesamten Ru







